Wieviel Finderlohn für Wohnungsschlüssel?

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  • Habe im Haus einen Wohnungsschlüssel gefunden. Bevor ich bei allen Mietern nachfrage wem er gehört, hätte ich gerne gewusst, wieviel Finderlohn ich mindestens verlangen darf - schliesslich müssten sie sonst das Schloss auswechseln was sicher auch viel kostet.

  • @ Thema ist die Frage ernst gemeint? Ich meine so geht man mit Mitbewohnern eines Hauses nicht um :( Gib ihn dem Hausabwart oder der Hausverwaltung ab wenn Du nicht selbst heraus finden kannst, wem er gehört. Ich würde mich schämen, dafür einen Finderlohn zu erhalten.

  • Wir haben hier Hausfrauen die sich nicht an den Waschplan halten und alle Maschinen besetzen wenn ich dran bin. Über und unter mir wohnen Männer die sich nicht an die Nachtruhezeiten halten.

    Was glaubst wie nervtötend und kostspielig (Ohropax jede Nacht!) das ist?

    Wenn der Schlüssel einem von diesen Mietern gehört, hab ich keine Skrupel dafür eine Entschädigung zu verlangen.

  • Thema

    Dein Nachbar müsste nur für die Kosten von einem neuen Wohnungsschlüssel aufkommen und nicht für das Auswechseln von allen Schlössern und Schlüsseln in eurem Haus, so wie du dir das vorstellst.

    Die Schlösser müssten nur ausgewechselt werden, wenn der verlorene Schlüssel unrechtmässig verwendet werden könnte. Das wäre dann der Fall, wenn der Schlüssel eindeutig seiner Wohnung zugeordnet werden könnte. Also beispielsweise dann, wenn er den Schlüssel vor seiner Haustüre oder einer Tasche samt seinen persönlichen Dokumenten verloren hätte. Und das hat er nicht, sonst wüsstest du wem der Schlüssel gehört.

    Wenn er die Privathaftpflichtversicherung umgehend darüber informiert, dass ihm ein Schlüssel abhandengekommen ist, übernimmt die Versicherung nicht nur den Schaden, sofern dieser gedeckt ist, sondern wehrt auch ungerechtfertigte Ansprüche des Vermieters ab.

    Hausschlüssel verloren - wer zahlt das neue Schloss?

    http://www.beobachter.ch/wohne…r-zahlt-das-neue-schloss/

  • So, weil ich den Schlüssel im Waschkeller gefunden habe und wir einen Waschplan haben, bin ich mal zu der ausländischen Mieterin gegangen die vor mir gewaschen hat. Tatsächlich war es ihr Schlüssel.

    Auf die Anfrage, ob ich den einen Finderlohn bekäme, bekam ich nur die harsche Antwort:

    "WAS IST DAS?".

    Ich hab ihr erklärt, dass es üblich ist, ein bisschen Geld als Dank zu geben, wenigsten so um die CHF 5.

    "HAB JETZT NIX GELD! MUSS WARTEN BIS MANN ZURÜCK IST!".

    Da hab ich es sein lassen, mich verabschiedet und beim umdrehen nur noch an böse Wörter gedacht.

    Das Beste ist, sie hat den Schlüssel gar nicht vermisst. Ich hab nach 15 Uhr ein Blatt an die Eingangstür geklebt, wonach man sich bei mir wegen des Schlüssels melden soll. Wahrscheinlich kann sie kein Deutsch lesen...

  • @ Thema:

    Ich muss Sie leider enttäuschen; Sie haben GAR KEINEN Anspruch auf Finderlohn!

    Da Sie den Schlüssel im Wohnhaus gefunden haben, gilt der Hausbesitzer als Finder.

    Untenstehend ist noch ein Auszug aus einem "Beobachter" - Artikel einkopiert:

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    2. Gehört das Portemonnaie aus der Badi mir?:

    Ich habe vor kurzem im Hallenbad ein Portemonnaie mit Geld und Kreditkarten gefunden. Die Bademeisterin verlangte von mir, dass ich es bei ihr abgebe. Zu Recht?

    Ja. Sachen, die in öffentlichen Gebäuden oder Verkehrsmitteln gefunden werden, müssen beim Aufsichtspersonal abgegeben werden. Weitere Pflichten und Rechte haben Sie in diesem Fall nicht.

    Der Grund dafür ist: Wer in einem öffentlichen Verwaltungsgebäude, in einer Kirche, einer Schule, einem Spital, im Theater oder im Kino, in der Bahn oder im Tram etwas findet, gilt rechtlich gar nicht als Finder. Juristen sprechen vom «Anstaltsfund», bei dem bis heute der Rechtssatz der alten Germanen gilt: «Das Haus verliert nichts.»

    Mit anderen Worten: Der rechtliche Besitzer der öffentlichen Anstalt, des öffentlichen Gebäudes oder des öffentlichen Unternehmens wird Finder mit allen Pflichten – allerdings ohne Anspruch auf einen Finderlohn.

    Und was gilt im Privathaus?:

    Ähnlich läuft es, wenn Sie zum Beispiel im Treppenhaus eines Mietshauses ein Handy finden – auch wenn Sie selbst im Haus wohnen. Auch hier sind, rechtlich gesehen, nicht Sie der Finder, sondern der Besitzer der Liegenschaft.

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    Viele Grüsse

    Rolf.

  • Wer sucht, der googelt. Habe da noch einen interessanten Artikel gefunden zum Thema Finderlohn:

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    In der Schweiz hat ein Finder grundsätzlich «Anspruch auf […] einen angemessenen Finderlohn» (Art. 722 Abs. 2 ZGB), sofern er den Fundgegenstand dem Berechtigten retourniert. Tiere können auch Fundsachen darstellen (Art. 720a ZGB). Fundunterschlagung ist strafbar, wird aber nur auf Antrag verfolgt (Art. 137 StGB).

    Was «angemessen» für einen Finderlohn bedeutet, ist gesetzlich nicht ziffernmässig geregelt. Gemäss Faustregel gilt ein Betrag von zehn Prozent des Wertes des Fundgegenstandes als angemessen, wobei sich dieser Betrag mit steigendem Wert der Fundsache verringert. Beim Betrag müssen der Wert der verlorenen Sache und das Interesse des Berechtigten an ihrer Wiedererlangung berücksichtigt werden, wobei auch ein blosser Affektionswert ins Gewicht fällt. Rechtsprechung dazu ist mir allerdings nicht bekannt.

    Die obige Verwendung von «grundsätzlich» deutet auf Ausnahmen hin. Ein wichtige solche Ausnahme ist der so genannte Anstaltsfund, denn «das Haus verliert nichts». Wer eine Sache beispielsweise in einem öffentlichen Gebäude oder in einem bewohnten Privathaus findet, muss diese dem jeweiligen Besitzer abgeben. Dieser Besitzer wird Finder, hat aber keinen Anspruch auf einen Finderlohn (Art. 720 Abs. 3 und 722 Abs. 3 ZGB).

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    Damit dürfte wohl jetzt alles klar sein...

    Grüsse

    Rolf.



  • "so wie du dir das vorstellst"

    Nein, so stelle ich mir das nicht vor. Und es geht mir jetzt nicht um Privathaftpflichtversicherung sondern schlichten Finderlohn.



    Das habe ich richtig verstanden. Dir ging es um einen Finderlohn, der dir nicht zusteht und du wolltest gemessen am Wert von deinem Fundgegenstand Geld bei deinem Nachbar einfordern. Sonst hättest du weiter oben nicht geschrieben: > schliesslich müssten sie sonst das Schloss auswechseln was sicher auch viel kostet.
    Wenn du ihm, ohne dass er dir einen Finderlohn bezahlt hätte den Schlüssel nicht gegeben hättest, hätte er das seiner Privathaftpflichtversicherung melden können um ungerechtfertigte Forderungen von dir abzuwenden.

    Wie du nachher schreibst, wolltest du 5 Franken Finderlohn obschon ein Schlüssel nachmachen keine 50 Franken kostet. Das wären ohnehin weit mehr als 10% vom Fundgegenstand, der dir zugestanden wäre, selbst wenn du diesen Schlüssel irgendwo weit weg vom Haus gefunden hättest.

  • Thema: Gehts noch? Bin echt froh, nicht mit jemandem wie dir in einem Haus zu wohnen...

    Ich hab auch ein paar nervige Hausbewohner, viele halten sich nicht an den Waschplan... Und die meisten sprechen kaum Deutsch. Aber wenn ich einen Schlüssel, oder wie kürzlich sogar eine ganze Handtasche finde, dann ist es einfach nur ANSTAND, das zum Besitzer zurück zu bringen oder abzugeben, ohne irgendwelchen Finderlohnansprüchen!

    Ich möchte dich ja mal sehen, wenn du deinen Schlüssel verlierst und dann jemand mit solchen Forderungen vor deiner Tür steht...!