Erlaubte Fragen bei Wohnungsbewerbungsformular?

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  • Habe eine Wohnung angeschaut und ein Bewerbungsformular mitgenommen. Nebst der Kaution von drei Mieten und einer Aufwandsentschädigung von 100 Franken bei nichtantreten des Vertrags, schockieren mich folgende Fragen:

    - Registrierte Partnerschaft ja/nein

    - Untermiete ja/nein

    - Zivilstand

    - Jahreseinkommen

    - Beruf

    - Arbeitgeber

    - bisheriger Mietzins

    Sind diese Fragen in einem Bewerbungsformular rechtlich zulässig und muss ich diese Felder zwingend ausfüllen? Ist das fordern einer Aufwandsentschädigung ebenfalls erlaubt? Ich schau mir zur Zeit lauter Wohnungen an, bewerbe mich fast überall und wenn das alle Verwaltungen so handhaben würden, hätte ich kein Geld mehr.

  • Tja, erlaubt ist, was gefällt.

    Der Vermieter und der zukünftige Mieter schliessen einen Vertrag ab, d.h. eine gegenseitige Willensübereinstimmung ist das Ziel. In der Schweiz herrscht grundsätzlich Vertragsfreiheit.

    Der Vermieter kann fragen was er will, das ist seine persönliche Freiheit und der zukünftige Mieter kann beantworten, was er will, oder es auch bleiben lassen, das ist auch seine persönliche Freiheit. Der Vermieter ist aber einesfalls verpflichtet, jemanden, der nicht alle Fragen beantwortet, als Mieter zu akzeptieren, das ist dann halt ebenfalls seine persönliche Freiheit.

    Die Mieterverbände sehen das natürlich etwas anders und palavern gerne von Ausnützen von Notlagen etc.

    Wer aber schon eine völlig vermüllte Wohnung eines Messies gesehen hat oder den nicht bezahlten Mietzinsen eines Mietnomaden nachrennen musste, der wird mit der Zeit sehr vorsichtig werden, wem er sein Eigentum zur Miete anvertraut und halt entsprechende Fragen stellen.

    Die Fragen nach registrierter Partnerschaft und Zivilstand sind berechtigt, weil es spezielle Vorschriften in Sachen Familienwohnung gibt. So muss z.B. eine Mietzinsanpassung stets BEIDEN Partnern zugestellt werden. Weiss der Vermieter also z.B. nicht, dass der Mieter verheiratet ist, kann eine Kündigung oder eine Vertragsänderung nichtig sein.

    Die Frage nach Einkommen, Beruf und Arbeitgeber dienen dazu, abzuklären ob der potentielle Mieter überhaupt solvent ist, d.h. ob die Höhe des Mietzinses zu seinem Einkommen passt. Kein Vermieter hat interesse daran, eine Wohnung an jemanden zu vermieten, der nach einem halben Jahr wieder auszieht, weil er den Zins nicht aufbringen kann.

    Zur Aufwandentschädigung: Ich sehe das so, dass Sie diese nicht bezahlen müssen, wenn Sie die Wohnung infolge anderweitiger Vergabe nicht erhalten.

    Falls Sie die Wohnung aber erhalten und der Vermieter inzwischen allen anderen Interessenten abgesagt hat und Sie dann im letzten Moment den Vertrag nicht unterzeichnen weil Sie etwas Besseres gefunden haben und der Vermieter die ganze Ausschreibung von neuem starten muss, dann ist eine Aufwandentschädigung durchaus geschuldet, denn durch die Nichtannahme der Offerte haben Sie letztendlich dem Vermieter einen Aufwand verursacht. Mit der Forderung nach einer Aufwandentschädigung werden also Spassbewerbungen wirkungsvoll verhindert.



  • Die Fragen nach registrierter Partnerschaft und Zivilstand sind berechtigt, weil es spezielle Vorschriften in Sachen Familienwohnung gibt.



    Aber wenn man sich aus Budgetgründen auf Einzimmerwohnungen bewirbt, sind das eigenartige Angaben, auch wenn die Formulare der Einfachheit halber vom Vermieter generell für alle Wohnungstypen gestaltet werden.



    Zur Aufwandentschädigung: Ich sehe das so, dass Sie diese nicht bezahlen müssen, wenn Sie die Wohnung infolge anderweitiger Vergabe nicht erhalten.

    Falls Sie die Wohnung aber erhalten und der Vermieter inzwischen allen anderen Interessenten abgesagt hat...



    ...ist das der Fehler der Vermietergesellschaft. Sie könnte den Vertrag dem Interessenten schicken und erst dann, wenn dieser ihn ausgefüllt zurückgeschickt hat, den anderen die Absage erteilen. Ist doch eine Fehlüberlegung, ohne Sicherheit zuerst allen abzusagen. Besser ist: Wenn der erste Interessent den Vertrag nicht mehr ausfüllen will, kann immer noch der Zweitplatzierte gefragt werden usw.