Lohnfortzahlung bei Krankheit, bereits gekündigt

Übersicht der Foren

Zur Liste der Foren gelangen Sie hier: Foren

Möchten Sie einen neuen Beitrag erstellen, wählen Sie bitte ein Forum aus der Foren-Liste und klicken sie auf die Schaltfläche "Neues Thema" oben auf der rechten Seite.

  • Es hat mal wieder eine Diskussion gegeben im Kollegenkreis, wo ich eine andere - vielleicht falsche? - Meinung vertrat. Recherchen im Internet haben ergeben, dass ich das tatsächlich - vielleicht - falsch sehe.

    Zum Fall: Mitarbeiterin wird gekündigt, Mitarbeiterin meldet sich bereits vor Erhalt der schriftlichen Kündigung, nach dem Gespräch darüber, krank und das dann für längere Zeit. Kündigung ist natürlich trotzdem gültig, schiebt aber den Endtermin hinaus. Krankheit dauert länger als 6 Monate und Firma teilt ihr mit, dass ab jetzt wieder die Kündigungsfrist läuft. Dann Ausscheiden aus der Firma, und es wird mitgeteilt, dass jetzt auch die Lohnfortzahlung nicht mehr gilt. Auf Nachfrage erfährt sie, sie müsste dies jetzt selbst versichern, evtl. auch als Einzelversicherung über den Arbeitgeber - aber dies ist extrem kostspielig.

    Und ich habe bis jetzt geglaubt, dass die Lohnfortzahlung bis 730 Tage, wie im Personalreglement erwähnt, anfällt und - wenn dies so ist - dann durch die IV abgelöst wird.

    Für mich macht es überhaupt nicht Sinn, Angestellte für den länger dauernden Krankheitsfall zu versichern, und dann, wenn der Fall eintritt, ihm nach einigen Monaten, weit entfernt von der maximalen Bezugsdauer, dieses Recht zu nehmen. Entweder sollte nach meinem Verständnis die sog. Sperrfrist für die Dauer von 730 Tagen gelten - oder zwar die Kündigung gelten und die Versicherung müsste die Lohnersatzzahlung weiterhin leisten - immerhin hat man möglicherweise viele Jahre in diese Versicherung eingezahlt und jetzt, da man auf sie angewiesen ist, wird nach nur wenigen Monaten gesagt: April - April!

    Wird das tatsächlich so gelebt?

    Gruss

    Ellen

  • Zitat von Ellen

    Es hat mal wieder eine Diskussion gegeben im Kollegenkreis, wo ich eine andere - vielleicht falsche? - Meinung vertrat. Recherchen im Internet haben ergeben, dass ich das tatsächlich - vielleicht - falsch sehe.

    Zum Fall: Mitarbeiterin wird gekündigt, Mitarbeiterin meldet sich bereits vor Erhalt der schriftlichen Kündigung, nach dem Gespräch darüber, krank und das dann für längere Zeit. Kündigung ist natürlich trotzdem gültig, schiebt aber den Endtermin hinaus. Krankheit dauert länger als 6 Monate und Firma teilt ihr mit, dass ab jetzt wieder die Kündigungsfrist

    **************************

    **************************

    Ellen

    für mich ist hier etwas nicht ganz klar!

    Frage:

    Wieso merkt diese Person just nach der angesprochenen Kündigung dass sie für mindestens 6 Monate krank sein wird,

    oder eben geworden ist?

    Sonja. S.

  • Hallo Sonja

    danke für Rückfrage: es ist ein Fall aus der Vergangenheit. Die Kollegin hat nicht von Anfang an gewusst, dass sie solange krank sein würde. Ihr wurde gekündigt, da sie in ihrem Team schon längere Zeit rausgedrängt wurde und Chef und Stv sich einig waren, dass sie gehen sollte. Es ging ihr schlecht, weil sie zwar gespürt hat, was gegen sie lief, aber es nicht "wusste" (manche nennen dies Mobbing) - und immer unsicherer wurde und Fehler machte, die ihr sonst nicht passiert waren. Dann die Kündigung - und der Zusammenbruch. Und nun liegt das Ganze schon Monate zurück, aber da es zu einem Treffen mit ihr kam, wurde die ganze Geschichte auch diskutiert. Und ich konnte irgendwie nicht glauben, dass man einerseits in eine Versicherung eingezahlt hat, die im längeren Krankheitsfall bis zu 730 Tage den Lohnausfall ersetzt, aber durch Kündigung "gebrochen" werden kann - doch nur zum Vorteil der Versicherungsgesellschaft, oder?

    Was ich dann im Internet gefunden habe, ging aber auch in diese Richtung.

    Und da wollte ich fragen, ob dies denn in der Praxis tatsächlich so gehandhabt wird.

    Gruss

    Ellen

  • Hallo Ellen

    Kein einfaches Thema!

    Anhand von deinen Informationen war die Angestellte mehr als 5 (?) Jahren dort beschäftigt (Sperrfrist bei Krankheit) und jetzt hat sie eventuell, wenn sie keine neue Stelle hat, den Frist verpasst für den Uebertritt von der Kollektiv-/ in die Einzel-Krankentaggeldversicherung. (Im normalen Fall: 3 Monaten, sonst ein Monat).

    Der AG muss dem AN über den Uebetritt und seine KKTG-Versicherung über die Kündigung informieren.

    Bei dem Uebertritt muss denn die Versicherte die Prämien zu 100% zahlen. Vorher hat der AG 50% davon übernommen. Ich betrachte es als "Chance", da keine andere Versicherung sie "so günstig" und mit Vorbehalten übernehmen wird.

    Mann sollte nicht vergessen, dass die Arbeitslosenversicherung bei Krankheit nur 4 Wochen bezahlt. Irgendwenn später 2 Wochen. Was denn nachher bei Krankheit: Sozialhilfe? Lieber KKTG!

    - Die Lohnfortzahlung des AG variiert z. B. von einer Woche, einem Monat, einem Jahr. Da Zahlt der AG selbst 100%

    - Der AG hat im normalen Fall eine Krankentaggeldversicherung, die nach seine Lohnfortzahlung einspringt. Denn 80 oder 88% vom Lohn und dies für fast 2 Jahren.

    - Wäre deine Kollegin immer noch krank, denn läuft das KKTG weiter. So viel ich weis, ist kein Uebertritt notwendig.

    Wenn sie nicht mehr im Krankenstand ist, hätte sie die Möglichkeit bei dieser Versicherung nur während 3 Monaten, den Ubertritt zu beantragen. (Keine Ahnung, ob alle Versicherungen dies dem Klient mitteilen...Dies ist eben eine teure Sache für die Versicherung.)

    Habe versucht, ein paar Sachen zu vermitteln. Dieses Thema ist nicht einfach..

    PS: Für Leute in der Probezeit, falls Krankheit: Die KKTG-Versicherung nicht vergessen, auch wenn es ein Wartefrist gibt!

    FG. mu

  • Hallo Mu

    vielen Dank für die Erklärungen.

    Einen Punkt möchte ich herausgreifen. Du schreibst:

    "Wäre deine Kollegin immer noch krank, denn läuft das KKTG weiter. So viel ich weis, ist kein Uebertritt notwendig".

    Genau so ist es nicht gelaufen. Sie war noch krank, hat aber nach 6 Monaten die Mitteilung bekommen, dass ihre Kündigungsfrist nun läuft, da man ihr nach 6 Monaten Krankheit kündigen kann. Und das KKTG wurde nach Ablauf der Kündigungsfrist eingestellt.

    Sie hat sich nicht gewehrt, da sie der Firma glaubte, dass dies rechtlich so sei. Nun sind noch einige Monate vergangen, bis wir uns getroffen haben und sie mir diese Geschichte erzählte.

    Evtl. will sie mir noch das Schreiben der Firma zeigen, mit dem man ihr dies mitgeteilt hat. Und sie hat sich nicht arbeitslos gemeldet, weil sie ja krank und somit nicht vermittelbar war.

    Verstehst Du das?

    LG

    Ellen

  • Hallo Ellen

    Nein, ich verstehe es auch nicht

    Was hat die Kollegin nach der Kündigung für Informationen vom AG bekommen?

    Ev. ist sie überfordert, es wäre gut, wenn jemand ihr bei der Administrativen Sachen helfen könnte.

    Die Kündigung hat mit der KKTG-Versicherung "nichts " zu tun.

    Der AG ist sicher, nach der Meldung an die KKTG nach Kündigung nicht mehr betroffen, aber die KKTG sollten weiter laufen, wenn sie immer noch im Krankenstand ist.

    Frage: Wurde die Versicherung informiert, dass diese Person gekündigt ist, wie auch noch im Krankenstand?

    Weis die Betroffene, um welche KKTG-Versicherung es geht ... und .. schickt sie ihr monatlich die monatliche Aerztliche Zeugnissse?

    Ich denke, dass sie sich seit Monaten bei der IV angemeldet hat/musste.

    Es ist nicht immer einfach, mit unklaren Angaben von verschiedenen Stellen zu jonglieren und helfen zu können/wollen

    LG. mu

  • Hallo Mu

    Ja, ich glaube auch dass sie Hilfe braucht in dieser Sache - allerdings liegt dieser "Fall" nun 2 1/4 Jahre zurück (seit sie krank wurde) und seit einem halben Jahr kann sie wieder arbeiten und hat auch eine Stelle gefunden - allerdings ohne Festvertrag, als Vertretung, aber es passt ihr. Sie ist 60 und glaubt nicht, dass sie nochmals eine feste Stelle findet.

    Trotzdem hat sie aber die damalige Kündigung nicht verwunden, und dass man ihr dann trotz Krankschreibung das Taggeld verweigert hat nach insgesamt 9 Monaten, dies in Zusammenhang mit der dann rechtsgültigen Kündigung. Sie glaubte ja dem AG, dass sie wegen Kündigung keinen längeren Anspruch auf TG hätte.

    Kann das damit zu tun haben, dass sie Grenzgängerin ist (D)? Gelten da andere Regeln als mit einheimischen AN?

    Ich glaube, Du arbeitest im Personalwesen und kennst Dich da aus, oder?

    LG

    Ellen

  • Die KTV ist nicht obligatorisch. Der AG kann die Kranktage auch strikte nach OR vergüten ( im ersten Dienst jahr 3 Wochen p.a., nachher gestuft länger). Der Anspruch auf die 720 Tage durch KTgV gilt idR. für ungekündigte Arbeitsverhältnisse.

    Sollte die Betreffende ihre 50% an die Versicherungsprämie bezahlt haben, hat Sie allenfalls Anspruch auf diese 720 Tage – je nach Versicherungsvertrag. Hat der AG die Prämien selbst bezahlt und vergütet nach OR, (100% für eine befristete Zeit) so besteht der Anspruch nur, wenn dies im Arbeitsvertrag festgeschrieben ist.

    Eine KTgV muss den AN besser stellen als das OR es vorgibt. Meistens heisst das, dass die Taggeldausrichtung etwas / einiges länger dauert, dafür aber nur 80% des Lohnes abdeckt. Die längere Dauer muss jedoch nicht 720 Tage betragen.

    Die Betroffene bekam 6 Monate lang ein Taggeld (80% / 100% ?). Nach OR wären ihr vielleicht lediglich 3-6 Wochen zugestanden. Es kann durchaus auch sein, dass gemäss ArbV die maximale Dauer eines Taggeldes auf 6 Monate beschränkt ist.

    Die SUVA (UVG) ist obligatorisch. Hier gilt auf alle Fälle diese 720 Tage-Regelung, jedoch stets nur auf 80% des Lohnes (mangels ergänzender Bestimmungen). Danach greift die IV.

    velvet

  • Hallo Ellen

    Heute ist den erste April.

    Spass bei Seite!

    Ich arbeite nicht im Personalwesen, also arbeite ich in einem anderen Bereich, mit einigen Grundkenntnissen von vielen Bereichen. Etc., Etc... Smile!

    Also Heute den ersten April, wo ich noch dazu Geburtstag habe!

    In 3 Jahren plus 29 Tagen werde ich pensioniert.

    Keine Ahnung was bis denn. Bin noch berufstätig und nicht gekündigt. Somit: Alles klar! And Re-Smile!

    Dies wäre klar nicht unser Thema.

    Was deiner Kollegin betrifft. Du sagst, sie war/ist noch (?) Grenzgängerin.

    Bin der Meinung, dass es daran liegen könnte.

    Wäre sie in der CH mit Wohnsitz angemeldet, hätte die KTG-Versicherung bei Krankheit und monatlichen AUZ/ärztlichen Zeugnissen das TG sicher weiter bezahlt.

    Grenzgänger sind nicht "meine Spezialität". Kann euch nichts Konkretes weiter sagen.

    Diesmal könnte sie aber in ihrem Alter, ev. den Wohnsitz in der CH nehmen (Nur als Tipp oder Empfehlung).

    Auch mit Stundenlohn ist sie sicher für KKTG versichert, oder?

    Ob sie in ihrem Land wegen dem Versicherten Krankenstand und Taggeld irgendwo dies vor 2 Jahren melden konnte/verpasst hat, wissen wir nicht.

    Beispiel in der Ch: Wenn ein, sagen wir Europäer für 2 oder 3 Wochen im Sommer, mit Krankentaggeld Heim gehen möchte, denn muss sein Arzt/Facharzt der Versicherung begründen, dass dieser Aufenthalt in seinem Land für die Förderung/seine Genesung empfohlen ist. Also die KKTG-Versicherung hat klare Bestimmungen.

    Es tut mir Leid für sie, wenn sie bestimmte Anrechte, unter bestimmten Bedingungen verpasst hat.

    Wie es ist, viele Menschen haben keine Ahnung, mit Versicherungen oder sind über ihren Rechten zu wenig informiert. (Die CH am wenigsten).

    Aber lieber, im Not wegen Krankheit, zwei Jahren das KKTG beziehen können, als nach 4 oder 6 Monaten in die Sozialhilfe zu landen!

    Eine Stelle zu finden, auch im Stundenlohn ist nicht einfach.

    Mit 60 wäre eine Festanstellung effektiv ein "Traum".

    Wenn sie mit ihrem jetzigen Job zufrieden ist, ist viel erreicht.

    Viele viel jüngeren AN arbeiten Heute im Stundenlohn?

    Es wird immer krasser, stressiger. Weis nicht, was auf die Jungen noch zukommt.

    Es ist mit der Zeit, so was wie eine "Selbstverständlichkeit", die Arbeitsanstellungen so einfach vom AG her zu akzeptieren. Viele Gross-AG machen mit ihrer Lohnpolitik und/oder der Verschiebung von Stellen nach Mittelmeerländer oder China grossen Profit. Ist Heute weltweit so, leider!

    Ich werde ständig mit noch mehr und noch jüngeren Leute "konfrontiert", die einfach am Anschlag kommen/sind oder z. B. dem "Burn-Out" ausgeliefert sind, etc. Nicht schön, im Fall!

    Da ich Geburstag habe, erlaube ich mich ein frechen Spruch, an den AG von CH-Firmen/Institutionen oder Globalen Firmen:

    "Nur so weiter machen, denn werden wir noch mehr amok laufen. Frage: Welche Resultaten und Profit für wen sind euch wichtig?"

    Als "Spass zum Sonntag" dem 1. April 2012

    FG. mu

  • Hallo Mu

    du bist also ein Sonntags-Kind! Ich hoffe, Du hast Deinen Geburtstag angenehm feiern können und wünsche Dir für das kommende Lebensjahr viel Freude, Glück und immer gute Gesundheit - und für die kommenden 3 Jahre plus 28 Tage :) gute Chefs, gute Kollegen und eine gute Konjunktur!

    Der Grund, weshalb ich mich in das Problem dieser Kollegin ein wenig mehr reingedacht habe, war die Frage, ob mir so etwas auch passieren könne. Immerhin bin ich ähnlich alt, habe in den letzten Jahren auch die Erfahrung machen müssen, dass nichts sicher ist - Stelle verlorgen, lange gesucht, bis ich wieder etwas Passendes gefunden hatte - und nun die Frage, ob es bis zur Pensionierung auch noch solche Probleme geben könnte.

    Natürlich darf man die Hoffnung nie aufgeben - aber es schadet sicher auch nicht, gut informiert zu sein - für den Fall, dass....

    Einen Dank an alle, die geantwortet haben. Mein Eindruck ist nun, dass es mit dem Grenzgänger-Status zu tun haben muss. velvet: Sie haben mir bestätigt, dass im "Normalfall" ein Anspruch auf die 720/resp. 730 Taggelder besteht

    und auch durch Kündigung nicht wegfällt. Vielleicht ist es so, dass bei Grenzgängern auf das Recht in ihrem Land abgestellt wird.

    Ellen