welche Versicherung zahlt - Haftpflicht oder Unfall?

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  • Schönen guten Abend - fast ist es ja schon Nacht...

    Meine Frage: mein Sohn war im Urlaub mit seiner Freundin. Sie wollten einen Roller mieten und um die Insel fahren. Beide ohne Roller-Erfahrung. Noch vor Abschluss eines Mietvertrages machten sie eine Schnupperunde. Er am Steuer und alleine war alles ok. Dann setzte sie sich hinter ihn und er fuhr los - zu schnell. Der Roller bockte und statt zu bremsen gab er ohne zu wollen mehr Gas - und ratschte an einem Zaun entlang. Ihm passierte nichts, sie war am Bein verletzt und musste genäht werden. Nun ist die Frage: kommt ihre Unfallversicherung auf für den Schaden, oder seine Haftpflicht (die er nicht hat.....). Daher meine Frage :-).

    Danke für Eure Antworten!

    und gute Nacht.

    Ellen

  • >Nun ist die Frage: kommt ihre Unfallversicherung auf für den Schaden, oder seine Haftpflicht (die er nicht hat.....). Daher meine Frage. :)
    ---------------------------------------------------------------------------

    Dieser Punkt wäre dann wohl geklärt.

    Ich hoffe doch sehr, dass er wenigstens jetzt eine Haftpflicht - Versicherung abschliesst. Ist ja nur die wichtigste Versicherung überhaupt.

    Und wenn ihr den Fall so der Unfallversicherung meldet dürft ihr nicht enttäuscht sein, wenn diese nicht bezahlt.

    mfg doto

  • Die Unfallversicherung der Freundin zahlt auf alle Fälle, dafür ist sie ja schliesslich da, um bei Unfällen zu zahlen

    Wenn die Unfallversicherung den Schaden nicht selber bezahlen will, kann sie die obligatorische Haftpflichtversicherung des Rollers in die Pflicht nehmen (Regress). Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Mietvertrag abgeschlossen wurde oder nicht. Alle Schäden, die durch das versicherte Fahrzeug verursacht werden, sind abgedeckt.

    Wenn die Haftpflichtversicherung des Rollers den Schaden nicht übernehmen will, kann sie zurückgreifen auf den Fahrer (Sohn). Sie müsste aber dem Sohn ein zumindest fahrlässiges Verhalten nachweisen können. Dabei wäre aber auch zu berücksichtigen, wieweit der Vermieter seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist und den Fahranfänger mit den Tücken des Rollers vertraut gemacht hat.

    Wenn vom Unfall kein Polizeiprotokoll besteht, dürfte der Sohn ungeschoren davonkommen, da die Haftpflichtversicherung sein schuldhaftes Verhalten nicht nachweisen kann.

    Und wenn der Unfall noch als Bagatelle gilt, wird sowieso ohne grosses Tamtam die finanzielle Regelung intern zwischen den Versicherungen geregelt – wenn überhaupt.

  • Hallo „Ellen“

    Zuerst einmal nehme ich an, dass die Freundin in der Schweiz wohnt. Hat der Zaun übrigens auch einen Schaden genommen, für welchen aufzukommen wäre?

    Alle in der Schweiz wohnenden Personen müssen spätestens ab anno 1996 obligatorisch unfallversichert sein. Entweder über den sozialen Krankenversicherer (Grundversicherung) oder über eine UVG-Versicherung des Arbeitgebers (Gesetz seit anno 1984). Vor dieser Zeit gab es gar ein Obligatorium für eine so genannte Motorrad-Unfallversicherung – dies aber in der Schweiz und der Unfall wäre sowieso im Ausland (wie es in jenem Land wäre, wo der Unfall jetzt passiert war, weiss ich natürlich nicht).

    Diese entsprechende Versicherung (also KVG oder UVG) wird für die unfallbedingten Kosten der Freundin aufkommen. Bei der Krankenkasse gibt es einen Selbstbehalt für die Heilbehandlung. Und im UVG werden bei einer attestierten Arbeitsunfähigkeit auch noch Taggelder bezahlt. Auch allfällige Rettungskosten (Krankenwagen) werden von der Versicherung übernommen. Im Weiteren verweise ich explizit auf die Gesetzgebung(en) hier.

    Erst für weitere Kosten, die nicht gedeckt sind, kommt eine Haftpflichtversicherung auf. Da wäre aber dann vorerst eine Motorfahrzeugversicherung des Rollers … aber je nach Land und Roller gibt es Bestimmungen … es dürfte auch schwer sein, als Privatperson von der Schweiz aus irgendwelche Forderungen direkt an einen ausländischen Versicherer zu stellen …

    Ja, wie Autor „doto“ hier sagt ist es eine wichtige Versicherung – die Haftpflichtversicherung. Haben Sie geprüft, ob Ihr Sohn allenfalls noch in der Familienversicherung von Ihnen selbst eingeschlossen wäre? Wenn nicht, dann tun Sie dies sehr schnell oder der Sohn schliesst eine eigene Police ab (aber wenn er noch bei Ihnen wohnt, dann ist es am sinnvollsten, er wäre in der Police von Ihnen versichert – zumal Schäden untereinander, das heisst in Wohngemeinschaft sowieso nicht gedeckt wären – zudem ist es billiger, nur einen Vertrag gemeinsam zu haben). Dennoch, auch über eine Privathaftpflichtversicherung wäre der Fall wohl nicht gedeckt, da es ein Unfall mit einem Motorfahrzeug gewesen war.

    Autor „Cyberblue“ bemerkt richtigerweise, dass die Unfallversicherung zahlen wird. Zur Aussage „Wenn die Unfallversicherung den Schaden nicht selber bezahlen will“ wäre alsdann die Aufgabe eines Regress für die Unfallversicherung selbst, welche nämlich so etwas wie vorleistungspflichtig wäre. Vielleicht werden Sie nach dem Nummernschild des Rollers gefragt! Können Sie diese Auskunft geben? Oder wüsste wenigstens Ihr Sohn noch, bei wem er den Roller gemietet hätte! Weiss der Halter des Rollers auch schon, dass es zu einem Unfall gekommen wäre, wäre hier noch so eine Frage … - nicht dass plötzlich eine Regressforderung aus der Schweiz im Ferienland eintrifft, und der Halter des Rollers wusste nichts von einem Unfall.

    Bei dieser Gelegenheit weise ich noch auf den Artikel 64 im KVG hin, in welchem in einem Punkt stünde

    „Kostenbeteiligungen dürfen weder bei einer Krankenkasse noch bei einer privaten Versicherungseinrichtung versichert werden. Ebenso ist es Vereinen, Stiftungen oder anderen Institutionen verboten, die Übernahme dieser Kosten vorzusehen. Von diesem Verbot ausgenommen ist die Übernahme von Kostenbeteiligungen auf Grund öffentlich-rechtlicher Vorschriften des Bundes oder der Kantone.



    - Ich persönlich empfinde diese Einschränkung sehr „störend“ und für manche Personengruppen erachte ich diese „Nicht-Versicherungsmöglichkeit“ als quasi „diskriminierend“ übrigens.

    Früher respektive vor anno 1996 wäre es durchaus möglich gewesen, dass eine Haftpflichtversicherung und zwar voll für den Schaden aufgekommen wäre (z.B. wenn ein Hund ein Kind oder ein Rentner oder eine Hausfrau gebissen hätte). – Ich hatte vor dieser Zeit dereinst mal Haftpflichtschäden bearbeitet gehabt, weshalb ich mich damit auskenne.

    Viele Grüsse und baldige Genesung an die Sohn-Freundin

  • Ellen

    Definitiv wird die Unfallversicherung NICHT für den Sachschaden - Beschädigung an Moped und Zaun - aufkommen. Die Unfallversicherung ist für Rettungs-/Behandlungs-/Heilungskosten zuständig.

    Es spielt in vorliegendem Fall sicher eine Rolle, dass dein Sohn den Roller lenkte. Wäre dein Sohn haftpflichtversichert - dass er nicht ist, kann ich mir fast nicht vorstellen; schau unbedingt in deiner Police nach -, würde diese Versicherung wahrscheinlich auch für die Heilungskosten seiner Freundin aufkommen müssen - nebst dem Sachschaden an Roller und Zaun (Beschädigung von fremdem Eigentum).

    Ich verfüge in Sachen Versicherungen nur über Laienkenntnisse. Aber ich weiss, es ist sehr wichtig, dass bei den entsprechenden Versicherungen UMGEHEND Schadenmeldung/Unfallmeldung gemacht werden muss. Die Versicherungen werden die zwei jungen Leute dann genaustens informieren, was Sache ist.

    Es grüsst

    Regentropfen



  • Ellen

    Definitiv wird die Unfallversicherung NICHT für den Sachschaden - Beschädigung an Moped und Zaun - aufkommen. Die Unfallversicherung ist für Rettungs-/Behandlungs-/Heilungskosten zuständig.

    Es spielt in vorliegendem Fall sicher eine Rolle, dass dein Sohn den Roller lenkte. Wäre dein Sohn haftpflichtversichert - dass er nicht ist, kann ich mir fast nicht vorstellen; schau unbedingt in deiner Police nach -, würde diese Versicherung wahrscheinlich auch für die Heilungskosten seiner Freundin aufkommen müssen - nebst dem Sachschaden an Roller und Zaun (Beschädigung von fremdem Eigentum).

    Ich verfüge in Sachen Versicherungen nur über Laienkenntnisse. Aber ich weiss, es ist sehr wichtig, dass bei den entsprechenden Versicherungen UMGEHEND Schadenmeldung/Unfallmeldung gemacht werden muss. Die Versicherungen werden die zwei jungen Leute dann genaustens informieren, was Sache ist.

    Es grüsst

    Regentropfen



    Definitiv wird auch NICHT eine allfällige Privathaftpflichtversicherung für den Unfall aufkommen und zwar vorwiegend aus zweien Gründen:

    1. Die schweizerische Haftpflichtversicherung weiss natürlich, dass in der Schweiz jeder der 8 Mio. EinwohnerInnen obligatorisch eine Unfallversicherung bzw. eine Unfalldeckung haben MUSS. Deshalb schliesst sie dieses "Risiko" in den AVB aus - was auch logisch ist.

    2. Eine Privathaftpflicht zahlt auch nicht, weil ein Roller ein Motorfahrzeug ist und es dafür eine separate Versicherung - eben eine Motorfahrzeugversicherung - braucht und gibt ...

    Die Frage stelle sich, ob die Unfallversicherung einen Regress machen würde ... allerdings, wenn ich lese "sie war am Bein verletzt und musste genäht werden. " meine ich, dass die Verletzung zu "klein" ist, dass sie Regressforderungen stellt ... und wenn sie dies auch täte ... dann natürlich sowieso an die Adresse des (ausländischen) Motorfahrzeugversicherers ... aber dies wird sie wohl eben auch nicht tun ...

    In welchem Ferienland ist eigentlich der Unfall passiert? Ich frage dies, um gleich zu sagen, dass ein Regress eher "chancenlos" wäre ... zum Beispiel, wenn es sich bei dem Ferienland um Griechenland oder Türkei oder ... handeln würde ...

    Gruss

  • ein Hallo ein alle, die mir geantwortet haben - herzlichen Dank dafür. Mir wurde schnell klar, dass, da es sich um einen Unfall mit einem Fahrzeug handelt, es eigentlich nur die Verkehrshaftpflicht sein kann, die haftpflichtig ist, also die des Vermieters, auch wenn noch kein Mietvertrag zustande gekommen war - es ging ja nur ums ausprobieren.

    Das vorläufig ihre Kosten durch ihre eigene Unfallversicherung zu tragen sind, ist auch klar - vordergründig geht es ja um die Arztkosten vorort - übrigens Madeira - und dann evtl. um die eine Woche Arbeitsausfall und dann noch die Nachbehandlung zuhause (übrigens in ihrem Fall Deutschland - und wie es dort aussieht mit "obligatorischer Unfallversicherung" weiss ich leider nicht). Er soll nun eben seine Haftpflicht-Nr. angeben - wird wohl von ihrer Unfallversicherung verlangt - aber ich denke, die sollten sich an den Vermieter wenden......

    Inzwischen habe ich auch mit meiner Haftpflicht abgeklärt. ob er noch mitversichert ist - und er ist, da noch im Studium und bei mir angemeldet. Da war ich eben nicht sicher, da er neben dem Studium teilzeit-berufstätig ist und Wochenaufenthalter am Arbeitsort.



  • ein Hallo ein alle, die mir geantwortet haben - herzlichen Dank dafür. Mir wurde schnell klar, dass, da es sich um einen Unfall mit einem Fahrzeug handelt, es eigentlich nur die Verkehrshaftpflicht sein kann, die haftpflichtig ist, also die des Vermieters, auch wenn noch kein Mietvertrag zustande gekommen war - es ging ja nur ums ausprobieren.

    Das vorläufig ihre Kosten durch ihre eigene Unfallversicherung zu tragen sind, ist auch klar - vordergründig geht es ja um die Arztkosten vorort - übrigens Madeira - und dann evtl. um die eine Woche Arbeitsausfall und dann noch die Nachbehandlung zuhause (übrigens in ihrem Fall Deutschland - und wie es dort aussieht mit "obligatorischer Unfallversicherung" weiss ich leider nicht). Er soll nun eben seine Haftpflicht-Nr. angeben - wird wohl von ihrer Unfallversicherung verlangt - aber ich denke, die sollten sich an den Vermieter wenden......

    Inzwischen habe ich auch mit meiner Haftpflicht abgeklärt. ob er noch mitversichert ist - und er ist, da noch im Studium und bei mir angemeldet. Da war ich eben nicht sicher, da er neben dem Studium teilzeit-berufstätig ist und Wochenaufenthalter am Arbeitsort.



    Also wenn eine Unfallversicherung in Deutschland für den Fall aufkommt, dann wird sie natürlich auch die Heilbehandlung im Ausland übernehmen. Sie hat hoffentlich eine Quittung der Arztkosten (die auch glaubwürdig aussieht)?

    Madeira, lá se fala português (!)

    Das werden sie wohl in Deutschland auch verstehen ...

    Wenn Sie nach einer Haftpflichtversicherung gefragt werden, dann sollten Sie primär diejenige des Fahrzeuges angeben können … (!)

    (Es mache ja keinen Sinn, wenn eine Versicherungsgesellschaft in Deutschland an den Versicherer in der Schweiz gelangt … und eine Versicherung in Portugal zuständig wäre …; das verzögere sich bloss …) …

    Gruss

  • Salü Ellen

    Wie beurteilt denn deine Haftpflichtversicherung die ganze Situation? Ich nehme an, du hast ihr den Fall exakt geschildert.

    Es grüsst

    Regentropfen