Schulbeginn um 07.30 Uhr ist zu früh! Einverstanden?

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  • Schulbeginn um 07.30 Uhr? Das ist für viele Kinder zu früh. Wissenschaftler sind erstaunt, dass trotz eindeutiger Faktenlage noch nichts an diesem System geändert worden ist. Was ist Ihre Meinung? Sollte die Schule später beginnen? Und wenn ja – durch eine kürzere Mittagspause oder späteren Schulschluss aufgefangen werden?

    Wir freuen uns auf Ihre Diskussion.

  • Der frühe Schulbeginn war während vieler Jahre eine Plage für mich.

    Nicht dass ich nicht gerne zur Schule gegangen bin, aber es gibt halt nun mal "Lerchen"- und "Eulen"- Typen, d.h. Morgen- und Abendmenschen.

    Diese Tatsache, welche längst wissenschaftlich belegt ist, führt dazu, dass in unserem Land, wo ein früher Schulbeginn am Morgen allgemein praktiziert wird, die Eulen-Typen strark benachteiligt werden.

    Selber bin ich ein ausgeprägter "Eulen"-Typ, d.h. Morgenstund hat kein Gold im Mund, dafür jede Menge Blei in den Knien. Wenn dann in der Mittelschule, welche auch nicht gerade direkt beim Wohnort gelegen ist, zuerst einmal eine Stunde anstrengendes Turnen anstand und anschliessend gleich eine Mathematikprüfung stattfand, war das Ergebnis sozusagen vorprogrammiert. Hätte dieselbe Konstellation am späteren Nachmittag stattgefunden, das Prüfungsergebnis wäre mit Sicherheit besser ausgefallen.

    Für den Eulenmenschen dürfte die Schule frühestens um zehn Uhr beginnen, was aber die Lerchenmenschen in den Wahnsinn treiben würde, denn zum Ausgleich Schule bis um sechs, das geht bei Lerchen gar nicht, vor allem, wenn noch am Abend Hausaufgaben zu lösen sind.

    Eine einfache Lösung existiert nicht, ausser man würde separate Parallelklassen für Eulen und Lerchen einführen mit unterschiedlichen Schulzeiten, was aber vermutlich an den Finanzen scheitern würde. Also wurstelt man sich halt in der Schulzeit irgendwie durch und wählt später einen Beruf, in welchem man seine individuelle Veranlagung ausleben kann. In älteren Jahren habe ich vor meiner Pensionierung zeitweise nur halbtags gearbeitet und dank eines verständnisvollen Arbeitgebers meine Arbeitszeit auf den Nachmittag gelegt, was mir ermöglicht hat, am Morgen auszuschlafen und dann fit am Arbeitsplatz zu erscheinen.

    In der Schule geht das halt nicht, denn zu den normalen Lektionen kommen noch Kurse in Musik, Malen, Sport und was weiss ich dazu und alles muss auch ins Wochenpensum hineingezwängt werden. Und wenn man dann am Sonntag endlich ausschlafen könnte, darf man am Morgen noch die Kirche besuchen zwecks Erfüllung der Anforderungen vor der Konfirmation...

    Ich habs glücklicherweise hinter mir, nach der Pensionierung habe ich als erstes den Wecker ausser Betrieb genommen.

  • Ich gehöre zu denen die am frühen Morgen am Besten arbeiten. Ich kenne aber auch das Gegenteil.

    Ich habe in der Lehre immer um 6.30 Uhr begonnen zu Arbeiten. Dafür konnte ich um 4 nach Hause.

    Noch heute bin im spätestens um 8 bei der Arbeit, aber um 3 ist Schluss.....

    Also mir kam das Schulsystem immer sehr entgegen.

    Auch mein Sohn ist jetzt in der 3. OS. Er ist zwar ein Morgenmuffel, hat aber prinzipielle keine Probleme mit dem Aufstehen und den Schulbeginn.

    Wo liegt denn da auch das Problem. Ab Sommer kommt er in die Lehre und muss dann um 5 Uhr aufstehen.

    Ich finde es immer wieder lustig, was die Wissenschaft so alles herausfindet und uns verkaufen will.....

    Jeder Mensch ist verschieden, und jetzt zu verallgemeinern, dass die ach so armen Schüler viel zu Früh in die Schule müssen ist absolut lächerlich.

    Ja es gibt ganz sicher Kinder die darunter leiden. Aber es gibt halt auch diejenigen die es nicht tun.

    Und ganz ehrlich. Fragt man die Kinder, dann ich bin fast überzeugt, dass die lieber früher aufstehen und dann die Schule um 15 Uhr fertig ist als wenn die Schule erst um 10 Uhr startet und man dann erst um 17 Uhr fertig ist....... Dann ist nämlich nichts mehr mit Spielen nach der Schule.

    Es ist nun mal halt so, das der eine darunter leidet und es dem anderen zugute kommt. Aber ich denke, dass die Kinder immer noch mehr davon profitieren, wenn Sie frühere Schluss machen und danach noch Zeit zum Spielen haben, als das sie am Morgen später anfangen müssten.....

    Dann sind nämlich die Frühaufstehen auch schon wieder das erste mal müde.....

  • In meiner Schulzeit begann der Unterricht auch um 07.30 Uhr und endete um 16.30/17.00 Uhr (Oberstufe). Mittagspause war 1.5-2 Stunden, je nach Stundenplan. Samstagvormittag dauerte es von 07.30 bis 11.30/12.00 Uhr. Mittwochnachmittag war frei, sofern der Schulplan nicht "Hauswirtschaft" über den Mittwochmittag bis ca. 14.00 Uhr vorsah.

    Aus meiner Sicht ist 07.30 Uhr nicht zu früh. Es fragt sich eher, ob und wann die Kinder zu Bett gehen bzw. erhalten sie genügend erholsamen Schlaf?

    Viele Kinder gehen einfach viel zu spät nach Hause und zwangsläufig können sie sich nicht durch genügend Schlaf erholen! Ich sehe es tagtäglich, ausser im Winter natürlich. :D. 8-10jährige die noch um 22.00 Uhr auf der Strasse spielen und deren Eltern mit ihren Gästen auf den Balkonen sitzen und sich lautstark unterhalten. Ich kann nur den Kopf schütteln. Wenn es wenigstens in den Schulferien wäre, ist es aber nicht! Morgens sehe ich dann die Kinder auf Ihren Schulweg, denen fallen fast die Augen zu, denn es sind die gleichen die am Abend zuvor zu lange draussen waren.

    Was ist mit den Eltern los, die ihren Kindern nicht die Grenzen aufzeigen?

    In meiner Familie gibt es Lerchen- und Eulentypen, aber niemand hat Mühe damit um 06.00 Uhr aufzustehen um zur Arbeit zu gehen. Ebenso hat niemand Probleme abends, wenn es mal spät werden sollte. Irgendwie hat man sich selbst arrangiert.

  • Ich finde 7h30 auch absolut machbar. Zu meiner Schulzeit war dies auch so, man muss sich halt entsprechend anpassen und zu gegebener Zeit ins Bett.

    Aber es ist ja wie im richtigen Leben auf dr Arbeit. Wenn die Eulentypen um 15h30 nach Hause gehen kommen von den Leichentypen schiefe Blicke und dumme Sprüche. Aber dass sie um 06.30 Uhr bereits im Büro waren und Leistung gebracht haben wo die andern sich gerade nochmals auf die andere Seite gedreht hatten.

    Ich finde in dieser Lebensphase kann es den Kindern nicht schaden von aussen mal einen Rhythmus aufgezeigt zu kriegen. Das ganze Leben ist schliesslich kein Ponyhof und es gibt halt manchmal an gewissen Punkten Fremdbestimmung, die man akzeptieren muss. Wie sollen diese kids sonst später mal im Arbeitsalltag zurechtkommen ?

  • Mit einem Kopfschüttel und einem Lächeln habe ich heute diesen Beitrag gelesen.

    Ich finde es rührend, wie unsere Kinder und Jugendlichen immer mehr geschont werden! Die Idee ist doch super und in der Lehre kommt der Bäckerlehrling dann auch erst um 8 oder halb Neun. Auf dem Bau warten dann auch alle Mitarbeiter auf den Stift und fahren dann erst nach dem Znüni zur Baustelle.

    Ich arbeite schon seit vielen Jahren mit Jungendlichen und stelle fest, dass sich Eigenschaften wie Durchhaltewillen, Disziplin und Pünklichkeit sehr zum negativen verändert haben. Zudem habe ich einige Lehrer in meinem Bekanntenkreis, welche noch nie in der Privatwirtschaft gearbeitet haben und somit realitätsfremd unsere Kinder und Jugendlichen auf den Berufsalltag vorbereiten (sollten). Sicherlich müssen die heutigen Schulkinder mehr leisten als früher, nur leider kommen diese Fähigkeiten später in der Berufswelt nicht zum Tragen. Ich wünsche mir mehr motivierte und zielstrebige Jugendliche und weniger Weicheier!

  • Die Gesellschaft hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert.

    Wir entwickeln uns zu einer 24-Stunden-Gesellschaft. Früher waren um 23 Uhr die Städte menschenleer, heute gehen die Leute erst um diese Zeit in den Ausgang. Früher haben alle Läden um 18.30 Uhr dichtgemacht, heute ist in den Städten schon Shopping rund um die Uhr möglich.

    Auch die Kinder sind von den geänderten Lebensformen betroffen. Sie gehen ins Bett, wann sie wollen. Da wird kaum mehr Rücksicht auf Alter oder eben Schulbeginn genommen.

    So sind heute wohl mehr Kinder bei Schulbeginn übermüdet, als dies bei früheren Generationen der Fall war.

    Ich denke aber nicht, dass ein späterer Schulbeginn dies ändern würde. Die heute schon übermüdeten Kinder würden einfach noch später schlafen gehen.

    Gegen einen späteren Schulbeginn spricht wohl auch die Tatsache, dass nach der Schule, in der heutigen Arbeitswelt, der durchschnittliche Arbeitsbeginn meist auch sehr früh ist, viele Kinder als Spätaufsteher dann zusätzlich Mühe mit dem Umstieg ins Arbeitsleben haben würden.

    Ich würde es beim heutigen Schulbeginn belassen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein späterer Start am Morgen zu einer Leistungssteigerung beitragen würde.



  • Auch die Kinder sind von den geänderten Lebensformen betroffen. Sie gehen ins Bett, wann sie wollen. Da wird kaum mehr Rücksicht auf Alter oder eben Schulbeginn genommen.

    So sind heute wohl mehr Kinder bei Schulbeginn übermüdet, als dies bei früheren Generationen der Fall war.



    Also ich bin der Meinung, dass die Eltern hier einiges vorzugeben haben, die genannten veränderten Lebensformen betreffen unsere Kinder kaum bis gar nicht. Da sagen die Eltern um welche Zeit es ins Bett geht und morgens werden die Kinder rechtzeitig geweckt, sodass genügend Zeit für Frühstück bleibt,

    Und wegen erst um 23 Uhr in den Ausgang gehen - als Normalsterblicher muss man ja in der Regel früh aufstehen, ich glaube kaum, dass dies unsereins ist, welche um 23 Uhr erst wochentags weg gehen. Es hat halt auch jede Menge Leute, die am morgen nicht aufstehen müssen und einfach lange ausschlafen.

  • Natürlich bin ich mit Peter einer Meinung.

    Es ist ja auch nicht so, dass alle Kinder morgens übermüdet sind, und alle abends um 11 in den Ausgang gehen.

    Beim grössten Teil der Kinder und der Bevölkerung ist es noch wie vor 20 Jahren.

    Aber Fakt ist die 24-Stunden-Gesellschaft und Fakt ist eben auch, dass viele Eltern es mit dem Regelsetzen für den Nachwuchs nicht mehr so eng nehmen, wie dies frühere Generationen taten!

    Und wie wir wissen, wird alles in der heutigen Zeit medial ausgeschlachtet und erhält damit einen überhöhten Stellenwert, den es so eigentlich gar nicht gibt.

    Und wenn morgens die Sprösslinge und Halbwüchsige nicht aus dem Bett kommen, weil sie bis weit nach Mitternacht vor dem TV oder am PC gesessen haben, sind es meist genau die Eltern, die am lautesten nach späterem Schulbeginn schreien, die ihren Nachwuchs nicht zeitig ins Bett schicken...

  • Wir hatten über Ostern diese Diskussion....

    Mit dabei. Mein Sohn 15 jährig (3 OS) eine 5. +6. Klasslehrerin.

    Und der Tenor war ganz klar.

    Was nützt es wenn die 2 Stunde später zur Schule müssen. Dann wird 2 Stunden länger geschlafen und danach ist man genau gleich müde wie wenn man 2 Stunden früher aufgestanden ist. Es ist doch egal, wann die aufstehen. Sie sind immer müde nach dem Aufstehen......

    Aber ja ich finde auch, dass die heutigen Kinder viel zu lange draussen sein dürfen. Meine Wohnung liegt direkt an einem Spielplatz. Rund herum hat es aktuelle 17 Kinder in der Schule (Kiga nicht mitgezählt) Ohne jetzt in irgend einer Art rassistisch zu sein. Die kinder der Tamilenfamilien (2), Italiener (2), Jugoslawen (1) gehen nie vor 22 Uhr rein. Die Kinder der Schweizer (5) müssen spätestens um 8 Uhr rein...... Ev. kommt halt das ganze auch davon, dass man sich einfach nicht ganz den Gepflogenheiten bei uns angepasst hat.

  • Also ich gehöre definitiv zu den "Eulentypen" und Langschläfern..

    Früher in der Schule war ich oft sehr übermüdet und bin im Unterricht halber eingenickt, da ich täglich 9 Stunden Schlaf mindestens brauche, um fit zu sein, was natürlich nicht geht.Bzw. ging das in der Realschule, aber in der Fachoberschule hatte ich so viel Stoff zu lernen, dass ich oft Abends auch lernen musste und nicht auf die 9 Stunden gekommen bin.

    Nun bin ich auf der Uni und es geht schon viel besser!

    Momentan fangen die Vorlesungen ein bisschen später an, ich fühle mich konzentrierter und besser.

    Ich wünschte ich würde zu den Menschen gehören, die auch mit 8 Stunden auskommen oder sogar 5, ich beneide diese Leute :D

  • Also ich fände glaube eine Anfangszeit von 8 Uhr sehr gut. Eine halbe Stunde macht oft schon viel aus (bei mir zumindest) :)

    Man sollte aber bedenken, dass viele Eltern schon eher anfangen zu arbeiten und somit evtl. eine Betreuung in der Schule sein sollte für Kinder, die schon eher kommen müssen. Aus meiner Schulzeit weiß ich noch, dass man erst ca. 10 Minuten vor Schulbeginn in die Schule reingekommen ist.