Arbeitslos nach Lehre

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  • hallo zusammen

    nun ich habe im juni erfolgreich meine lehre als büroassistentin abgeschlossen, habe 1 jahr ein praktikum gemacht und danach die lehre im gleichen betrieb durchgezogen (2 jahre). es war wirklich die hölle, ich habe den lehrvertrag nach meiner LAP aufgelöst...Mein chef hat mich wirklich total gemobbt (per mail und sms)...ich konnte zum schluss nichtmal mehr schlafen weil ich so fertig war und hatte magenprobleme usw...

    auf jedenfall...jetzt bin ich seit 1,5 monaten arbeitslos und irgendwie ist nichts positives in sicht...

    da frage ich mich, für was habe ich diese 3 jahre über mich ergehen lassen wenn ich ja sowieso keinen job finde jetzt??!!

    was würdet ihr mir nun raten?

    danke und gruss

    ventrue

  • Guten Abend, ventrue

    Deinen Frust begreife ich natürlich gut.

    Klar, ich kann dir jetzt genau das gleiche sagen wie vermutlich deine Eltern auch.

    Du bist noch sehr jung.

    Was sind denn 1.5 Monate?

    Du wirst eine neue Stelle bekommen, dann ist alles vergessen.

    Ich musste auch 3,5 Jahre lernen.

    Habe trotzdem kein Vermögen machen können.

    Wichtig ist doch, dass man über die Runden kommt.

    Ich wünsche dir alles Gute, für deine noch lange Zukunft.

  • ventrue



    Ich vermute mal, Ihre Grundhaltung ist nicht das, was Arbeitgeber gerne erwarten. Allein schon Ihre Formulierung: "Eine Lehre über sich ergehen lassen…" zeigt, was Sie von unserer Arbeitswelt halten und was sie gerne erwarten würden.

    Wenn Anforderungen an einem gestellt werden, wird gleich von Mobbing gesprochen. Wir sind nun mal nicht im Schlaraffenland – das ist auch gut so. Allenfalls kann ein jeder, der es "besser" haben möchte, in irgend eine Südseeinsel auswandern. Für jene aber, die ehrlich Freude am Arbeiten finden und für die Arbeit nicht ein "Muss" sondern allenfalls in gewisser Weise den Lebenszweck bedeutet, haben in den wenigsten Fällen Mühe, einen geeigneten Job zu finden. Und sei es nur deswegen, weil für diese Menschen praktisch jeder Job geeignet erscheint.

    Sie haben eine kleine Lehre "durchgezogen" und erwarten nun, dass Ihnen die Türen und Tore weiter offen stehen, als andern. Eine recht egoistische Haltung.

    veritim

  • Hallo ventrue

    Dein Posting hier passt dazu, was du an anderer Stelle bezüglich der Wichtigkeit einer Lehre geschrieben hast.

    Du hast ja nun ein EBA wiso versuchst du nicht noch ein EFZ zu machen? Das würde deine Aussichten sicherlich verbessern. Für seine Perspektiven ist mann selbst verantwortlich.

    Und merke dir, dass verständnis anderer Leute bringt gar nichts.

    Du bist jung und flexibel, erwarte nicht zuviel, sonder gib erstmal viel von dir... Es ligt an dir, dich in die Arbeitswelt zu integrieren und nicht an der Arbeitswelt dich zu integrieren.

    Die Schuld nicht (ausschliesslich) bei den anderen suchen, sondern sich zuerst an die eigene Nase fassen.

  • @veritim, mir scheint, Sie haben nicht verstanden - oder wollten Sie nicht verstehen? -, was ventrue zum Ausdruck bringen wollte. Stattdessen greifen Sie in einer Art und Weise an, die ich als höchst inakzeptabel bezeichnen. Was Sie da alles in ventrues Beitrag hineininterpretieren, finde ich despektierlich!

    Knallharte Realität ist: Wer nicht das Glück hat, mind. noch ein Jahr nach Beendigung der Lehre im Betrieb zu bleiben, hat es sehr schwer, binnen nützlicher Frist eine Anstellung zu finden. Soll es dann gar eine 100% Anstellung sein, wird es noch problematischer. Es sei denn, er könne eine super Durchschnittsnote des Lehrabschlusses vorweisen. Wer grosses Glück hat, findet evtl. eine Praktikumsstelle, die mit Fr. 1500.- bis max. Fr. 2000.- honoriert wird. Das heisst halt dann, weiterhin von den Eltern finanziell unterstützt zu werden oder sich dermassen zur Decke zu strecken, dass Kleider im Second-Hand gekauft werden müssen, auf Ausgang verzichtet werden muss. Arbeiten, Schlafen, sich von billigem Food ernähren - also möglichst in der Nähe eines Lidl oder Aldis in einer abgefackten WG zu logieren, usw.. Schaut so der Alltag unserer heutigen arbeitswilligen jungen Leute aus?

    Ist es die junge Generation, die für die gegenwärtige triste Situation auf dem Arbeitsmarkt und bezüglich Arbeitsbedingungen verantwortlich ist? Trägt sie tatsächlich Schuld an dieser Misere? Hat sie die ganze Wirtschaftskrise ausgelöst?

    Wäre es nicht ehrlicher, den Betroffenen Mut zuzusprechen, anstatt mit grosser Überlegenheit und ohne mit einer Wimper zu zucken sie zu belehren, was für ein wertvoller Reifeprozess Arbeitslosigkeit sei? Und dass sie halt in der Regel selber Schuld seien an dieser Arbeitslosigkeit, weil sie zu grosse Ansprüche stellen würden. Was für eine Ignoranz! Was für eine Absage an junge, willige Menschen. Pfui!

    Man muss nicht viel von Psychologie verstehen, um nachvollziehen zu können, wie demütigend und frustrierend es für zielstrebige Junge ist, sich durch ein Lehre zu beissen - es ist halt leider eine Tatsache, dass sehr viel Lehren = Leere bedeuten -, um nachher stempeln zu gehen. Übersetzt ist das eine deutliche Mitteilung seitens der Arbeitgeber an die Lehrabgänger, die da lautet: "NÖ DANKE, EUCH BRAUCHEN WIR NICHT!"

    Allüberall herrscht hingegen grosses Verständnis dafür, wenn "ältere" arbeitslose Semester infolge ihrer Arbeitslosigkeit zum Alkohol greifen, depressiv werden, Suizid begehen. Junge Arbeitslose sollen aber bitteschön gaanz ruhig bleiben und nicht verzagen, wenn sie eine Absage nach der anderen einstecken müssen. Einfach immer schön lächeln und die Lebensfreude nicht verlieren. Fleissig eine Bewerbung nach der anderen schreiben, sich vorstellen gehen; jahrein, jahraus. Sorry, aber bei mir geht diese Rechnung nirgends auf!

    Auch meine Tochter ist auf Stellensuche. Sie hat die Fachhochschule abgeschlossen, ist 22 1/2-jährig. Bewirbt sie sich auf eine Stelle, die nicht als Praktikumsstelle ausgeschrieben war, heisst es, sie habe halt keine Berufserfahrung. Falls sie sich aber eines Tages eine Praktikumsstelle ergattern kann, wird sie diese annehmen und wir Eltern werden sie weiterhin finanziell unterstützen. Unsere Finanzen machen es möglich. Das ist aber nicht in jeder Familie so; das gilt es zu bedenken!

    Die ältere Tochter arbeitet derzeit (noch) in einer Firma, wo sie in der Regel 70-90-Stunden-Wochen schiebt. Seit einigen Monaten schaut sie sich nach einer menschenwürdigeren Stelle um, meinte vor ca. 2 Wochen, es sei so ziemlich hoffnungslos, ausser, sie würde sich auf Teilzeitstellen anfangen zu bewerben.

    Ja, solche Situationen sind heutzutage "Normalität". Den Höhepunkt haben wir aber noch lange nicht erreicht. Was für eine Absage an Lehr- und Studienabgänger! Eine Frechheit und obendrein eine Verantwortungslosigkeit sondergleichen.

    Es fragt sich nun, wer sich in Anbetracht dieser betrüblichen Tatsachen an der Nase nehmen muss; ob Moralprediger hier im Forum oder die arbeitswilligen Lehrabgänger (Studienabgänger)??

    Gruss

    Regentropfen

  • Hallo Regentropfen

    Die Jungen tragen sicherlich auch eine Teilschuld, diese äussert sich nämlich darin, dass sich die Spreu vom Weizen heute einfach viel früher trennt. Noten und Arbeitsweise lassen grüssen.

    Ich meine wie Naiv ist es, ein EBA als Büroassistentin zu machen. Das reicht doch heute hinten und vorne nicht mehr und das ist nicht erst seit der "Wirtschaftskrise" der Fall. Und wissen Sie, wiso es nicht reicht? Im KV wurde 2003 eine Umstrukturierung durchgezogen, wonach es heute 3 Profile gibt (B=Grundausbildung E=Erweiterte Grundbildung M= Mit BMS)

    Der Grundgedanke war, jedem eine 3 jährige Lehre zu ermöglichen. Doch dann kamen die Gewerkschaften und die Gutmenschen und pochten wieder auf ein EBA und die Büroassistentin wurde eingeführt, dass diese aber auf dem Arbeitsmarkt weder gefragt noch benötigt wird, daran dachte Niemand. Denn sind diese Leute dann "ausgelernt" wollen Sie ja auch 3'800 im Monat (Die Gewerkschaft macht sich dann auch noch stark dafür), aber dafür bekommt ein Arbeitgeber eine Kauffrau mit E profil... Und deshalb werden diese Büroassistentinnen nicht benötigt. Ausser diese würden für einen angemessenen Lohn (ca. 2'500-3'000 Brutto) arbeiten.

    Und das ist das Problem, das Linke und Gewerkschaften immer für alle eine Lösung wollen, die Ansprüche immer nach unten korrigiert werden sollen, um auch ja dem Hintersten und Letzten eine "Ausbildung" zu ermöglichen, aber am schluss ist (zum Glück) der Arbeitsmarkt der Entscheidende Faktor.

    Was man auch mal erwähnen darf, ist, dass es für die Jungen heutzutage sehr viele Angebote und Möglichkeiten gibt.

    Gruss

    Stefan

  • Hallo Stefan

    Nur zu gut kenne ich mich aus betr. Entwicklung und den laufenden Veränderungen bezüglich Bildungssystem im kaufm. Bereich. Ich wirke an einem Forschungsprojekt mit, wo es genau um diese Thematik geht.

    "Die Jungen tragen sicherlich auch eine Teilschuld, diese äussert sich nämlich darin, dass sich die Spreu vom Weizen heute einfach viel früher trennt. Noten und Arbeitsweise lassen grüssen."

    Es gibt viele junge Menschen, die schulisch ihr Allerbestes geben, es dennoch nicht zu tollen Noten bringen. Frag doch mal bei den Lehrpersonen nach. Kommt hinzu, dass sehr viele Eltern schlichtweg unfähig sind, ihre Kinder auf irgendeine Art und Weise zu fördern. Ja, erwiesenermassen müssen Kinder von ihren Eltern gefördert werden, sofern aus dem Kind mal was "Tüchtiges" werden soll. Schau dir doch mal die vielen Eltern an, welche besser gar keine Kinder in die Welt setzen würden, weil sie gänzlich unfähig sind, für Kinder in dem Ausmass zu sorgen, wie für Kinder gesorgt sein MUSS.

    Also ist es total vermessen, alle jungen Menschen in den selben Topf zu schmeissen und sie mit Vorwürfen zu überhäufen.

    Die Wirtschaft müsste endlich ihre Verantwortung gegenüber den jungen arbeitswilligen Leuten wahrnehmen. Wer als Arbeitgeber gute, verantwortungsvolle, pflichtbewusste Mitarbeitende einstellen und damit von ihnen profitieren will, muss meiner Ansicht nach auch bereit sein, den Werdegang junger williger Menschen ernst zu nehmen, sie auf dem Weg dorthin tatkräftig unterstützen. Wie sollen denn Lehrabgänger Berufserfahrung sammeln, wenn sie erst gar keine Möglichkeit dazu erhalten???

    Ja, es gibt viele Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Wer einen Sek.-Niveau-B-Abschluss hat, wird es z.B. schwer haben, eine BMS erfolgreich abzuschliessen.

    "Und das ist das Problem, das Linke und Gewerkschaften immer für alle eine Lösung wollen, die Ansprüche immer nach unten korrigiert werden sollen, um auch ja dem Hintersten und Letzten eine "Ausbildung" zu ermöglichen, aber am schluss ist (zum Glück) der Arbeitsmarkt der Entscheidende Faktor."

    Wer als Schulabgänger nicht weitsichtiger als die Linken und Gewerkschaften und zudem nicht mit Schulbegabung gesegnet ist, soll dann die Suppe auslöffeln?

    Regentropfen

  • @stefan

    weisst du wieso ich nur ein EBA machen konnte? Ich habe 3 jahre lang nach einer lehrstelle gesucht, ich bin nirgendswo sonst rangekommen deswegen habe ich das machen "müssen".

    und du weisst gar nicht wie meine lehre war, wie ich behandelt worden bin usw. wer, der büroassistent/in gelernt hat, muss bitteschön zb. kochen für die anderen in der firma obwohl man ja gar nicht mittag gegessen hat? und wenn man sich wehren wollte, wurde man von allen seiten fertig gemacht und mit den schuhen getreten und war einfach nur der dumme ahnungslose lehrling? mein exchef hat sich nicht für meine schulische bildung interessiert, es war ihm egal wie man in der schule war, es wurde auch nie gefragt was wir gerade am durchnehmen sind oder sonstiges. vieles dass ich heute kann, habe ich mir selbst beigebracht...für meine 4,7 (auf die ich recht stolz bin) haben sie nichts beigetragen, dafür habe ich selbst gelernt, ich habe mich nicht unter kriegen lassen. ich habe diese lehre durchgezogen obwohl ich psychisch total kaputt war (mein arzt kann dies bezeugen). und jetzt wo ich die lehre abgeschlossen habe und arbeiten WILL, finde ich nichts? das ist schon ziemlich deprimierend. versetze dich mal in meine lage!

    und mit fast 22 jahren noch eine lehrstelle zu finden ist auch sehr schwer, weil sehr wenige firmen eine reife person als lehrtochter haben wollen weil die nicht so "formbar" sind wie 16 jährige.



    Hallo Regentropfen

    Die Jungen tragen sicherlich auch eine Teilschuld, diese äussert sich nämlich darin, dass sich die Spreu vom Weizen heute einfach viel früher trennt. Noten und Arbeitsweise lassen grüssen.

    Ich meine wie Naiv ist es, ein EBA als Büroassistentin zu machen. Das reicht doch heute hinten und vorne nicht mehr und das ist nicht erst seit der "Wirtschaftskrise" der Fall. Und wissen Sie, wiso es nicht reicht? Im KV wurde 2003 eine Umstrukturierung durchgezogen, wonach es heute 3 Profile gibt (B=Grundausbildung E=Erweiterte Grundbildung M= Mit BMS)

    Der Grundgedanke war, jedem eine 3 jährige Lehre zu ermöglichen. Doch dann kamen die Gewerkschaften und die Gutmenschen und pochten wieder auf ein EBA und die Büroassistentin wurde eingeführt, dass diese aber auf dem Arbeitsmarkt weder gefragt noch benötigt wird, daran dachte Niemand. Denn sind diese Leute dann "ausgelernt" wollen Sie ja auch 3'800 im Monat (Die Gewerkschaft macht sich dann auch noch stark dafür), aber dafür bekommt ein Arbeitgeber eine Kauffrau mit E profil... Und deshalb werden diese Büroassistentinnen nicht benötigt. Ausser diese würden für einen angemessenen Lohn (ca. 2'500-3'000 Brutto) arbeiten.

    Und das ist das Problem, das Linke und Gewerkschaften immer für alle eine Lösung wollen, die Ansprüche immer nach unten korrigiert werden sollen, um auch ja dem Hintersten und Letzten eine "Ausbildung" zu ermöglichen, aber am schluss ist (zum Glück) der Arbeitsmarkt der Entscheidende Faktor.

    Was man auch mal erwähnen darf, ist, dass es für die Jungen heutzutage sehr viele Angebote und Möglichkeiten gibt.

    Gruss

    Stefan

  • @Regentropfen: Es sei denn, er könne eine super Durchschnittsnote des Lehrabschlusses vorweisen.

    Schön wäre es: Die Tochter einer Bekannten hat die KV-Lehre auf der Verwaltung gemacht, mit 5,2 abgeschlossen, vermeintlich also alles gut bis sehr gut. Auf Bewerbungen wurde dann bemängelt, dass sie keine Praxis hat..

    ventrue: Ich habe leider keinen Vorschlag, was Du machen kannst. Es braucht unabhängig von Quali etc. meist einfach das nötige Glück für eine Zusage. Meistens spielen Nuancen eine Rolle, die Du nicht beeinflussen kannst. Wichtig ist also, dass Du Dich nicht zermürben lässt, Dich immer mal wieder hinterfragst und bei den Bewerbungen nach Optimierungspotential suchst, aber nicht an Dir zu Zweifeln beginnst.

    Vielleicht das Wichtigste: Was unterscheidet die meisten 'erfolgreichen' Menschen in diesem Land von den weniger erfolgreichen? Klar, die Rücksichtslosigkeit, wie man seinen Weg verfolgt. Aber es gibt noch ein Zweites: NETZWERK. Das wird oft unterschätzt. Ein Potential, dass von vielen Leuten leider nicht ausgeschöpft wird, obwohl es so wichtig ist. Wen kennst Du, wer kennt Dich? Du hast eine leere Liste? Falsch, Du kennst sehr viel mehr Leute, die vielleicht nicht heute, aber Morgen nützlich sein können für Dich. Schäm Dich nicht, dass Du keinen Job hast, sondern sprich darüber und mach bekannt, dass Du Arbeit suchst. Geh nicht zu agressiv damit hausieren, aber sprich mit den Leuten. Die Leute helfen normalerweise unheimlich gern und fühlen sich gut, wenn Sie jemanden unterstützen können.

    Zweitens würde ich nicht darauf warten, was das RAV Dir für Kurse vorschlägt. Mach Dir darüber Gedanken, was Du wirklich willst, wie Du zum Ziel kommen kannst. Du bist clever genug, das heraus zu finden. SEI KEIN OPFER SONDERN TÄTERIN.

  • Paolo

    Dein Beitrag an ventrue gefällt mir ausgesprochen.

    Eine 5.2 bezeichne ich nicht als super Durchschnittsnote! Ja, und dann kommt eben laufend das Argument von wegen keine Berufserfahrung/Praxis. Kommt mir alles sehr bekannt vor...

    Meine ältere Tochter arbeitet derzeit (noch) in einer Firma, wo zukünftig nur noch Leute angestellt werden, die in ihrem Masterabschluss an der Universität SG (HSG) im Durchschnitt mind. die Note 5.8 erzielt haben. Ist im Fall Tatsache!

    ventrue

    Es ist sehr wichtig, dass du nicht an dir zu zweifeln beginnst. Wie Paolo richtig geschrieben hat, braucht es eben auch eine Portion Glück. Und ich wünsche dir eine GANZ GROSSE Portion davon!

    Und dann sind da genau die Punkte, die Paolo dir aufgezählt hat, die es ebenfalls unbedingt zu berücksichtigen gilt.

    Regentropfen

  • Sorry, @venture, aber bei mir persönlich kommen deine Postings arrogant rüber. Du hast mit einer miserablen Note im alter von 22 Jahren eine Lehrabschlussprüfung absolviert, zudem noch in einem Beruf der auf dem Arbeitsmarkt nicht sonderlich gefragt ist und jetzt beschwerst du dich, weil du 1.5 Monate nach der Lehre noch keinen Arbeitsplatz gefunden hast. Wenn du dich mit der gleichen Schreibweise um einen Arbeitsplatz bewirbst wie du hier im Beo-Forum schreibst, dann würde ich mich nicht wundern, wenn du in 1.5 Jahren immer noch arbeitslos bist. Deshalb meine Empfehlung an dich: Lass dir von einer Freundin, die im Schreiben geübt ist, einen Lebenslauf aufstellen aus dem Freude hervorgeht oder zumindest der nicht schon auf den ersten Blick arrogant wirkt.

    Nachfolgend ein Link, wie man sich richtig bewirbt:

    http://www.jobs.ch/de/tipps/bewerbung/vorgespraech.php

    Steinbock

  • Steinbock

    Eine 4.7 bedeutet ausgeschrieben: Ziemlich gut bis gut. Also nichts von wegen MISERABEL!

    Wobei du Recht hast, dass ein Motivationsschreiben Begeisterung für die ausgeschriebene Stelle zum Ausdruck bringen muss und damit verbunden Freude am Arbeiten.

    Ja, und wer "erst" seit 1.5 Monaten auf Stellensuche ist, darf keinesfalls schon vor der Kapitulation stehen. Das wäre sehr, sehr fatal.

    Allerdings haben wir doch keine Ahnung, wie @ventrues Bewerbungen jeweils daherkommen. Deshalb also bitte keine diesbezüglichen Spekulationen.

    Und wenn sie hier im Forum kein Blatt vor den Mund nimmt, dann kann ich sie aufgrund der vielen Anfeindungen gut verstehen. Mich würde solches auch nicht zu freundlichen Tönen animieren.

    Gruss

    Regentropfen

  • @Regentropfen

    Ein Lehrabschluss mit einer Note von 4.7 ist je nach Beruf eine gute Abschlussprüfung oder eben je nach Beruf eine miserable Note um einen Arbeitgeber zu überzeugen, dass man während der Lehre tüchtig gelernt hat.

    Es ist leichter @venture auf die Schulter zu klopfen und ihr zu sagen wie gut dass sie ist, statt ihr klipp und klar zu machen, dass es für sie mit diesem schlechten Lehrabschluss im alter von 22 Jahren ganz besonders schwer sein wird, überhaupt eine Arbeit zu finden. Wenn sie mit diesem Zeugnis in der heutigen Rezession eine Arbeit finden will, dann muss sie für die Arbeitssuche mehr Zeit aufwenden als viele ihrer Altergenossinnen mit Vollzeitjobs beim Arbeiten tätig sind. Alles andere ist reine Augenwischerei und wenig hilfreich für sie.

    Gruss

    Steinbock

  • Tja, lieber Steinbock. Es ist alles relativ. Und zudem zählt nebst dem Notendurchschnitt auch die Persönlichkeit eine ganz grosse Rolle.

    Hinzu kommt, dass von der Lehrfirma schlecht bis überhaupt nicht geförderterte/betreute Lehrlinge kaum eine Chance haben, einen sehr guten Lehrabschluss auf die Reihe zu kriegen. Deswegen darf ventrue getrost und mutig weiterhin hoffen, dass ihr das Glück eines Tages hold sein wird.

    Übrigens kenne ich genügend KV-Abgänger mit Abschlussnotendurchschnitten von 5+, welche viele Monate lang einen Job suchten und sich dann letzendlich mit einem Teilzeitpensum zufrieden geben mussten. Eltern sei Dank reichte ihnen das zum "Überleben".

    Es wäre sehr ungerecht, ständig die jungen Leute anzuschwärzen. Sie sind keinen Deut schlechter als wir älteren Semester.

    Regentropfen

  • ventrue, Sie schreiben:" ..für meine 4,7 (auf die ich recht stolz bin) haben sie nichts beigetragen,…"

    Diese Aussage ist fast so dumm, wie die jenes Kind das der Meinung ist, es hätte ohne jegliches Dazutun der Eltern sprechen gelernt. Oftmals sieht man die Leistung des andern nicht – weil man nicht gelernt diese zu erkennen.

    Nun, hatten Sie nicht zumindest eine Lehrstelle? Nur dadurch nämlich erhielten Sie überhaupt die Möglichkeit, die Schule besuchen zu dürfen und damit auch eine gute Note zu erreichen. Wie viel Stress Sie den Mitarbeitern oder Ihrem Chef bereiteten, haben Sie vermutlich gar nicht wahrgenommen. Mir scheint dass Sie sehr undankbar sind. Und wenn Sie nur allein die Gelegenheit erhielten, einen Betrieb und betriebliche Abläufe kennen zu lernen.

    Warum sind Sie enttäuscht, dass man Sie nicht im Betrieb behalten wollte? Warum denken Sie, finden ausgerechnet Sie keinen neuen Job?

    Ihr Chef hatte Ihnen also trotz Ihres "reifen" Alters eine Lehrstelle geboten. Obwohl Sie nicht mehr so "einfach formbar" waren – wie Sie selbst schreiben (und offensichtlich auch einsehen). Machen Sie sich ein paar Gedanken darüber.

    veritim

  • @Regentropfen

    Dass Sie den Staat anders verstehen als ich ist offensichtlich. Für mich hat der Staat in erster Linie die Aufgabe, gemeinsame Interessen zu koordinieren /zu fördern und dem Zusammenleben Rahmenbedingungen – allenfalls auch in moralischer Hinsicht – zu bieten.

    Aus meiner Sicht hat er aber nicht die Aufgabe, die einzelnen Existenzen zu sichern. zunehmend aber werden Stimmen aus dem Volke laut, die genau das fordern – hauptsächlich von links gesteuert – immer vehementer. Das kann nicht gut gehen. Der Mensch ist aus der Natur geboren und Natur hat die Aufgabe sich zu behaupten. Darin gründen Entwicklung und Evolution. Wird nun dieser "Kampf" eliminiert, ist das gleich zu setzen mit einer Pflanze, die im Treibhaus aufwächst. Wird sie irgendwann mal ausgepflanzt hat sie mit grosser Wahrscheinlichkeit keine Überlebenschancen.

    Sie können Ihre Familieninterna gerne hier im Forum darlegen. Erklären können Sie damit aber nicht wirklich viel. Dass Sie für Ihre Töchter so empfinden wie Sie schreiben ist verständlich. Wenn Sie nun dieses mütterliche Umsorgen aber auf alle andern übertragen wollen, wird es kritisch.

    Meine offene Kritik hat nichts mit mangelndem Einfühlungsvermögen zu tun – im Gegenteil. Und auch gar nichts mit "Anfeindungen" - wie Sie irgendwo schrieben. Des Weiteren geht es auch nicht darum, jüngere Leute anzuschwärzen. Aber mit einer jugendlichen Arroganz einfach immer nach Staat zu rufen, sich Vorrechte auszubedingen, in der Art "hoppla, jetzt komme ich" , finde ich unreif. Das hat jedenfalls nicht viel mit positiver Persönlichkeit zu tun.

    Es ist viel leichter, jemanden zu trösten und ihm ein paar liebe Worte zukommen zu lassen, als die möglichen Diskrepanzen aufzuzeigen. Besonders wenn man beachtet, dass man sich damit im Moment selten "Freunde" macht. Später, wenn diese Personen verstanden haben, werden sie den Groll gegen die damalige "Kritik "gerne vergessen wollen. Sollten Sie dieser Aussage keinen Glauben schenken wollen: Versuchen Sie Ihre Einstellung gegenüber Ihren Eltern zu Ihrer Kindheit mit der heutigen zu vergleichen. Sie werden verstehen was ich meine.

    Wenn sie tatsächlich in einem Forschungsprojekt arbeiten, müssten Sie die Belange der freie n Marktwirtschaft im besonderen Masse beachten.

    Und was ist daran falsch, dass Eltern ihren Zöglingen in der schwierigen wirtschaftlichen Lage etwas beistehen? Dass es immer der Staat sein soll, der in solchen Situationen helfen muss: für solches Denken würde ich ganz gerne auch ein "Pfui" rufen.

    veritim

  • @veritim

    Allgemein schätze ich Ihre Beiträge sehr. Doch manchmal scheint mir, als würden Sie auf einem anderen Planeten leben. Und ich hege den Verdacht, dass Sie sich wenig bewusst sind, wie verletzend und entwürdigend viele Ihrer Kommentare auf die von Ihnen Angesprochenen und andere Leser wirken.

    Mag sein, dass ich den Staat in verschiedenen Bereichen anders verstehe als Sie. Z.B. bin ich der Meinung, dass er seine Gelder teilweise völlig unsinnig "aufteilt". Denken wir ans Bildungswesen. Es werden lieber ausländische Ärzte importiert als mehr Studienplätze geschaffen. Es werden unsinnige Gelder für den Strassenbau investiert. Unsinnige Gelder werden in die Armee gepumpt. Es gäbe noch vieles aufzuzählen.

    Ich war am letzten Wochenende in Deutschland an einem internationalen Anlass mit ca. 200 Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik. Sie alle amten in hohen Positionen. Natürlich fanden auch viele Diskussion über die allgemeine Wirtschaftslage und die damit verbundene Jobsituation insebesondere junger Leute statt. Wir waren uns interessanterweise einer Meinung, wonach diese Generation sehr häufig schamlos ausgenützt wird; wie viele Studienabgänger für ein Trinkgeld schuften müssen wie blöd. Es geht also gar nicht um "mütterliche Sorge". So ein dummer Spruch! Und im Übrigen sind die heutigen jungen Leute nicht so arrogant, unreif und faul, wie Sie und andere sie immer wieder hinstellen. Ich kenne sehr viele junge Erwachsene, an welchen sich deren Eltern punkto Reife und Respekt ein grosses Beispiel nehmen sollten.

    Ja, wissen Sie @veritim, als Eltern von jungen Erwachsenen wird man rund um die Arbeitswelt mit sehr vielem konfrontiert. Ich bin mir ganz sicher, Sie selber urteilen einfach so "aus der Ferne", haben null Ahnung, was es insbesondere für finanzschwache Eltern bedeutet, die an und für sich flüggen Kinder weiterhin zu finanzieren. Das Kindergeld fällt ja dann auch weg. Und es nervt ungemein, wenn Leute aus der Ferne behaupten, es sei doch halb so wild, weil die junge Generation gaaaaanz viel aus den Zeiten profitieren würden. Vor allem, wenn die jungen Bewerber laufend Absagen kriegen, ist es eine billige und unreife Reaktion, ihren verständlichen Frust mit erwähntem Ausspruch zu relativieren.

    Denken Sie auch daran, es gibt sehr viele Eltern - je länger, je mehr, auch infolge von Scheidungen finanzschwacher Paare -, welche tatsächlich jeden Rappen umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben. Und diese Eltern ersehnen sich die Zeit, wo sich ihre Jungmannschaft nach Lehrabschluss/Studienabschluss selber finanzieren kann. Ich spreche aus eigenen Erfahrungen. Wer es nicht selber erlebt hat, soll einfach nicht mit hohlen Belehrungen um sich schlagen.

    "Versuchen Sie Ihre Einstellung gegenüber Ihren Eltern zu Ihrer Kindheit mit der heutigen zu vergleichen. Sie werden verstehen was ich meine."

    Da muss ich Sie nun herb enttäuschen. Meine Einstellung ist immer noch dieselbe. Zudem wäre es damals überhaupt nicht in Frage gekommen, dass ich nach der Ausbildung arbeitslos gewesen wäre. Gerne wäre ich ausgezogen, aber meine Eltern waren auf mein Salär angewiesen. Ja, genau so war das.

    "Wenn sie tatsächlich in einem Forschungsprojekt arbeiten, müssten Sie die Belange der freie n Marktwirtschaft im besonderen Masse beachten."

    Ja, ich arbeite tatsächlich an einem solchen. Danke für den Tipp. Unser Team weiss bereits, wo die Schwerpunkte der Projektarbeit liegen.

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es nicht sein kann, dass gewisse Arbeitgeber - es sind nämlich nicht alle, das möchte ich betont haben - mit Lehr-/Studienabgängern weiterhin so umspringen, wie sie es derzeit tun. Die Arbeitslosenzahlen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen darf nicht mehr weiter steigen. Und wenn ich bedenke, wie viele Doppelverdiener da Monat für Monat riesige Saläre einkassieren und dabei ihren Nachwuchs bei staatlich unterstützten Betreuungspersonen deponieren...

    Regentropfen

  • @1.veritim: Ich wünsche mir wirklich, Sie würden es unterlassen, von Ihrer selbstgefälligen Warte aus mit dem moralischen Zeigefinger zu winken. Das ist kontraproduktiv und verbessert in keiner Weise die Situation der Betroffenen.

    In diesem Sinne

    lorus



  • Sorry, @venture, aber bei mir persönlich kommen deine Postings arrogant rüber. Du hast mit einer miserablen Note im alter von 22 Jahren eine Lehrabschlussprüfung absolviert, zudem noch in einem Beruf der auf dem Arbeitsmarkt nicht sonderlich gefragt ist und jetzt beschwerst du dich, weil du 1.5 Monate nach der Lehre noch keinen Arbeitsplatz gefunden hast. Wenn du dich mit der gleichen Schreibweise um einen Arbeitsplatz bewirbst wie du hier im Beo-Forum schreibst, dann würde ich mich nicht wundern, wenn du in 1.5 Jahren immer noch arbeitslos bist. Deshalb meine Empfehlung an dich: Lass dir von einer Freundin, die im Schreiben geübt ist, einen Lebenslauf aufstellen aus dem Freude hervorgeht oder zumindest der nicht schon auf den ersten Blick arrogant wirkt.

    Nachfolgend ein Link, wie man sich richtig bewirbt:

    http://www.jobs.ch/de/tipps/bewerbung/vorgespraech.php

    Steinbock



    Steinbock

    ich bin keineswegs arrogant, aber es regt mich ziemlich auf dass hier alle nur auf mich los "gehen" und mich versuchen runter zu machen, statt mir tipps zu geben was ich machen könnte um schnell einen job zu finden.

    meine note an der lap gehört zu den besseren aus meiner klasse also von dem her bin ich trotzdem stolz.

    du weiss nicht was ich in dieser lehre durchgemacht habe (in der lehre selbst sowie privat und gesundheitlich) und es stört mich EXTREMST dass du über mich urteilst obwohl du mich nicht kennst. dies mache ich bei dir auch nicht oder? du solltest nicht so beleidigend sein gegenüber von anderen personen.

    du möchtest ja auch mit respekt behandelt werden also behandle auch dein gegenüber mit respekt. weil sonst werde ich auf deine posts hier nicht mehr antwort geben, solche sachen habe ich nicht nötig auch wenn ich "erst" 22 werde.



  • ventrue, Sie schreiben:" ..für meine 4,7 (auf die ich recht stolz bin) haben sie nichts beigetragen,…"

    Diese Aussage ist fast so dumm, wie die jenes Kind das der Meinung ist, es hätte ohne jegliches Dazutun der Eltern sprechen gelernt. Oftmals sieht man die Leistung des andern nicht – weil man nicht gelernt diese zu erkennen.

    Nun, hatten Sie nicht zumindest eine Lehrstelle? Nur dadurch nämlich erhielten Sie überhaupt die Möglichkeit, die Schule besuchen zu dürfen und damit auch eine gute Note zu erreichen. Wie viel Stress Sie den Mitarbeitern oder Ihrem Chef bereiteten, haben Sie vermutlich gar nicht wahrgenommen. Mir scheint dass Sie sehr undankbar sind. Und wenn Sie nur allein die Gelegenheit erhielten, einen Betrieb und betriebliche Abläufe kennen zu lernen.

    Warum sind Sie enttäuscht, dass man Sie nicht im Betrieb behalten wollte? Warum denken Sie, finden ausgerechnet Sie keinen neuen Job?

    Ihr Chef hatte Ihnen also trotz Ihres "reifen" Alters eine Lehrstelle geboten. Obwohl Sie nicht mehr so "einfach formbar" waren – wie Sie selbst schreiben (und offensichtlich auch einsehen). Machen Sie sich ein paar Gedanken darüber.

    veritim



    @veritim

    ich war keineswegs eine last für meinen lehrbetrieb da ich ziemlich selbstständig gearbeitet habe.

    in meinem betrieb haben wir nicht wirklich viele sachen gemacht die für mich und meine berufliche zukunft wirklich hilfreich waren.

    enttäuscht dass ich nicht im lehrbetrieb bleiben konnte? das war ich niemals und ich wollte auch nicht dort bleiben selbst wenn ich gekonnt hätte. denn ich habe mich total unwohl gefühlt in diesem betrieb und war froh als es zu ende war.

    die guten noten, habe ich mit lernen erreicht und nicht durch die NICHT VORHANDENE hilfe des lehrbetriebes. mein nebenstift und ich haben uns gegenseitig geholfen, aber mein lehrbetrieb hat dazu nichts beigetragen, wie schon geschrieben, fürs schulische haben sie sich sowieso nicht interessiert.