Selbstverschuldet ?

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  • Es sollte unterschieden werden, ob der Anspruch auf Sozialhilfe selbstverschuldet ist, (z.B. gut verdient, jedoch auf zu hohem Fuss gelebt, keine Ersparnisse gebildet etc. oder unverschuldet, zB. aufgrund von Geburtsgebrechen. Scheidung ist ein Grenzfall.

    Bei Selbstverschulden sollten die Leistungen gekürzt werden oder gar keine Leistungen ausgerichtet werden.

    Es sollte nicht sein, dass Personen, welche umsichtig mit den finanziellen Mitteln umgehen, Sparkapital bilden durch die

    Anrechnung des Vemögens durch Vermögensverzerr bei der Berechnung abgestraft werden und Personen, welche einfach so in den Tag hineingelebt haben, noch dafür belohnt werden.



  • Nun, wer sein Geld spart und auf die Bank bringt, tut nichts für die Wirtschaft. Wenn ich mein Geld ausgebe, kurble ich die Wirtschaft an.



    Woher haben Sie denn diese Weisheit?

    Wenn jemand sein Geld auf die Bank bringt, leiht es diese umgehend wieder aus. Demzufolge tun Sie indirekt über das Bankgeschäft sehr wohl etwas für die Wirtschaft...

    Nationalökonomie 1. Semester...

    Gruss



  • Es sollte unterschieden werden, ob der Anspruch auf Sozialhilfe selbstverschuldet ist, (z.B. gut verdient, jedoch auf zu hohem Fuss gelebt, keine Ersparnisse gebildet etc. oder unverschuldet, zB. aufgrund von Geburtsgebrechen. Scheidung ist ein Grenzfall.

    Bei Selbstverschulden sollten die Leistungen gekürzt werden oder gar keine Leistungen ausgerichtet werden.

    (...)welche einfach so in den Tag hineingelebt haben, noch dafür belohnt werden.



    Der US-amerikanische Ökonom Milton Friedman hat schon vor Jahrzehnten festgestellt, dass ein Drittel der Gelder, die der Wirtschaft für soziale Zwecke entzogen werden, gar nicht bei den Bedürftigen landet, sondern für einen aufgeblähten Verwaltungsapparat verbraucht wird. Haben Sie sich schon einmal überlegt, wieviel Geld zusätzlich eingesetzt werden müsste, um abzuklären was "selbstverschuldet" ist und was nicht? Unser Steuergeld nota bene. Also ich zahle lieber Steuern für ein paar Schmarotzer, als dass ich den Beamtenstaat noch weiter aufblähnen möchte.



  • Es sollte unterschieden werden, ob der Anspruch auf Sozialhilfe selbstverschuldet ist, (z.B. gut verdient, jedoch auf zu hohem Fuss gelebt, keine Ersparnisse gebildet etc. oder unverschuldet, zB. aufgrund von Geburtsgebrechen. Scheidung ist ein Grenzfall.

    Bei Selbstverschulden sollten die Leistungen gekürzt werden oder gar keine Leistungen ausgerichtet werden.

    (...)welche einfach so in den Tag hineingelebt haben, noch dafür belohnt werden.





    Der US-amerikanische Ökonom Milton Friedman hat schon vor Jahrzehnten festgestellt, dass ein Drittel der Gelder, die der Wirtschaft für soziale Zwecke entzogen werden, gar nicht bei den Bedürftigen landet, sondern für einen aufgeblähten Verwaltungsapparat verbraucht wird. Haben Sie sich schon einmal überlegt, wieviel Geld zusätzlich eingesetzt werden müsste, um abzuklären was "selbstverschuldet" ist und was nicht? Unser Steuergeld nota bene. Also ich zahle lieber Steuern für ein paar Schmarotzer, als dass ich den Beamtenstaat noch weiter aufblähnen möchte.



    Die Ansicht von lorus teile ich uneingeschränkt. Die Definition "selbstverschuldet" würde in der Praxis in zu vielen Fällen kaum gerecht zu definieren sein. Der damit einhergehende Verwaltungsaufwand würde den beabsichtigten "Einsparungen" in keiner Weise gerecht. Das Ziel soll es vielmehr sein, den heute bereits unsäglich aufgeblasenen Verwaltungsapparat schlanker zu machen, und nicht noch grösser.

    Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Fälle von effektiv nachgewiesenen Missbräuchen bei der "Sozial"hilfe in einem sehr kleinen einstelligen Prozentbereich abspielen. Es gilt diese Relationen zu berücksichtigen, anstatt bereits wieder zur grossen Jagd auf die vermeintlichen "Sozialschmarotzer" aufzurufen und voreilig wieder Sanktionierung und Bestrafung zu fordern.

    Ich denke es ist von eminenter Bedeutung, dass wir dieses bisher gezielt in Gang gehaltene System der gegenseitigen Beisserei endlich durchschauen und zu überwinden lernen, um unsere gemeinsame Zukunft konstruktiver und lebensfreundlicher zu gestalten. Und uns nicht eine neue Denunziations- und Bestrafungskultur à la ancien régime zementieren, in der das Atmen zunehmend schwer fällt.

  • @ Yuko

    wie ich in meinem vorigen Thread auch wieder erwähnt habe, existiert die "Schuldfrage" zur Armut nämlich gar nicht:

    " ... Zudem - ich erwähne es hier zum x-ten mal im Beo-Forum - hat man schon LANGE die "Schuld-Frage" bei Armut abgeschafft gehabt. Das fiel sogar noch in die Zeit, als Sozialhilfe eben "Fürsorge" hiess. Ganz früher hingegen, bei der "Armen-Hilfe" (oder wie es damals hiess) gab es durchaus eben noch diese Schuld-Frage! Wer Geld vom Staat wollte, durfte nicht "schuldig" arm sein!

    Irgendwann hat man dann aber erkannt (manchmal werden die Menschen durchaus gescheiter), dass Armut NIE in Eigenschuld entstehen kann. (Zumal man einfach davon ausging, dass niemand FREIWILLIG arm sein will.)

    Ja, und wie es mit der Menschheit manchmal so ist, so fällt sie gerne wieder mal in sehr ALTMODISCHES Denken zurück. - So wie HEUTE, wo plötzlich wieder eine "Eigenschuld" bei Menschen gesucht wird, wenn sie arm werden und nichts mehr haben, so dass sie finanzielle Hilfe vom Staat benötigen..."

    Das ist durchaus eine Thematik, über die man heute ein bisschen ernsthafter nachdenken sollte.

    Dass ein echter Missbrauch (zB. Sozialhilfe beziehen, ohne dass derjenige finanziell dazu berechtigt wäre) eine "Schuldigkeit" beinhaltet, ist uns ja sicherlich allen klar. Hier geht es dann ganz eindeutig um Betrug.

    Aber heutzutage ist es ja "modern", allen Sozialhilfebezügern gleich eine "moralische" Schuld zuzuweisen, indem man ihnen bereits Vorwürfe darüber macht, dass sie ihr BISHERIGES Leben falsch gelebt hätten. Sie hätten dies nicht tun sollen und jenes nicht. Nicht heiraten, keine Kinder bekommen, oder dafür zu sorgen, dass sie ihre Arbeitsstelle nicht verlieren. Und überhaupt, dann muss es eben die fehlende "Selbstverantwortung" sein, worüber man sie dann als "schuldig" bezeichnet.

    Dass jemand, der "nichts gespart" hat, AUCH noch "schuldig" sein soll, wenn er bei der Sozialhilfe landet, ... ist dann letztendlich aber völlig daneben! Im Hinblick auf die zahlreichen Leute, die ihr Leben lang - vielleicht auch wegen mangelnder Ausbildung (die kostet schliesslich auch was) - immer schon "unten durch" mussten und somit nie gross sparen konnten oder zu einem Vermögen kamen, ist so ein Schuldzuspruch dann durchaus wie eine Beleidigung.

    Also was die "Schuldigkeit" betrifft, so meine ich, muss man allgemein schon ein bisschen überlegen, was man da als "Schuld" bezeichnen will.

    Nike