eltern drogenabhängiger jugendlicher

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  • immer wieder liest man, dass eltern empfohlen wird, ihr kind anzuzeigen, wenn der drogensüchtige jugendliche zuhause stiehlt. Trotzdem haben wir zweifel, ob das ok ist. es geht darum, dass der jugendliche über die bankkarte seines vaters über zwei monate hinweg grosse beträge gestohlen hat. der jugendliche ist fast 20 und hat zweimal eine lehrstelle geschmissen. ein weg aus der unterstützungspflicht herauszukommen ist fast nicht möglich.

    danke für einen rat

  • Will man dem Jugendlichen helfen, dass er von seiner Drogensucht wegkommt, muss man - gerade als Eltern - zu sämtlichen Massnahmen greifen!

    Massnahmen sind, wenn man sein Kind auch liebt, so rasch wie möglich von der Drogensucht wegzukommen. Leider, und dies sind nun einmal Fakten bei allen Süchtigen, sind die Mittel dafür hart und man leidet als Eltern.

    Will heissen: keinerlei Unterstützung mehr in irgend welcher Hinsicht, was Geld anbelangt, bei Diebstahl (auch in den eigenen vier Wänden) ist eine Anzeige unerlässlich. Der Süchtige muss ganz im Sumpf ankommen, damit es überhaupt eventuell möglich ist, ihm zu helfen.

    Dabei sollte man immer wieder versuchen ein Gespräch aufzubauen und auf den Entzug hinzuweisen. Für die Psyche ist es eine unglaublich schmerzhafte Zeit, denn man muss sehen, wie der Jugendliche dem Untergang zusteuert.

    Man darf aber auch unter keinen Umständen vergessen, dass Süchtige grundsätzlich nur Lügen, denn sie leben nur noch in einem Gedanken: WO UND WIE KOMME ICH AN DIE NÄCHSTEN DROGEN. Familie, Freunde, normales Leben, dies hat alles keinen Platz mehr. Süchtige können einem in die Augen sehen und X Dinge mit dem Gegenüber besprechen ohne dass man merkt, dass wirklich nur ein Gedanke hier ist: WIE UND WO KOMME ICH AN DIE NÄCHSTEN DROGEN!

    Hilfe bekommt man als Angehöriger auch bei Drogenberatungen und bei Selbsthilfegruppen. Ich kann nur dazu raten, denn man steht es sonst sehr schlecht durch.

    Wurzel

  • Hallo Hase

    Von einer Anzeige würde ich vorerst absehen, da dies den Jugendlichen noch mehr in den Abgrund stürzen würde. Ich würde ihm aber klar kommunizieren, dass Sie dieses Verhalten nicht mehr tolerieren werden und es im Wiederholungsfall unweigerlich zu einer Anzeige kommen wird.

    In erster Linie muss jetzt versucht werden, diesen Jugendlichen zu einer Enzugstherapie zu bewegen (Ich schreibe bewusst nicht fordern, denn mit einer Forderung stossen Sie auf taube Ohren). Vorwürfe oder auch Schuldzuweisungen sind völlig deplaziert und Contraproduktiv. Versuchen Sie auch keinen Druck auszuüben, denn darauf wird er mit „Flucht“ reagieren.

    Zeigen Sie ihm, dass dieser Weg, mit allen negativen Konsequenzen, sicher in den Abgrund (Tod) führen wird. Zusätzlich sollten Sie mit dem Süchtigen zusammen, einen Arzt oder einen Therapeuten aufsuchen. Dieser wird Ihnen sicher Ratschläge zum weiteren Vorgehen, Entzug evtl. Klinikaufenthalt, machen. Wichtig ist auch, dass er von seinem Umfeld ferngehalten wird, sonst kommt er umgehend wieder in Kontakt mit Drogen, sprich ins alte Fahrwasser. Ein "begleiteter Tapetenwechsel", Ortswechsel, andere Menschen, eine Therapie, wäre aus meiner Sicht der beste Weg.

    Es wird ganz klar ein sehr schwieriges Unterfangen und ein langer Weg. Sie werden viel Geduld, viel Kraft und sehr viel Liebe brauchen. Trotzdem, er ist erst 20zig und hat sein ganzes Leben noch vor sich. Lassen Sie ihn spüren (menschliche Wärme und Zuneigung) dass er für Sie, und die ganze Familie, weiterhin ein wichtiger Mensch ist. Helfen Sie ihm sein Selbstwertgefühl wieder aufzubauen und das Schöne im Leben wieder zu erkennen.

    Nobody ist perfect……!

    Ich wünsch Ihnen und Ihrem Sohn von Herzen viel Kraft und Zuversicht.

    Grüsse

    Mägge63

  • herzlichen Dank für Deine Meinung

    Ich habe mich nach Rücksprachen mit Drogenberatungsstellen und Sozialämtern entschieden, die Anzeige abzugeben. Das dreiste Stehlen über die Dauer von ganzen zwei Monaten mit täglichen Abhebungen klingt für alle Fachleute nach einem Hilferuf im Sinne von: Bremst mich aus. Ich bin ausser Kontrolle.

  • @hase

    Ich ziehe den Hut vor deinem ersten Schritt, denn die kommende Zeit wird für alle Beteiligten mit viel Leid, Schmerz und psychischem Stress verbunden sein. Du tust es aber für deinen Sohn, der sich offensichtlich mit seinem Leben nicht mehr zurecht findet.

    Dir und allen Angehörigen wünsche ich viel, viel Kraft und ich wünsche euch, dass ihr es schaffen werdet.

    Gruss Wurzel

  • Hallo Hase,

    ich glaube Du hast gut entschieden. Es wird wahrscheinlich die einzige Möglichkeit sein die der Jugendliche

    verstehen kann, auch wenn er es Dir zuerst übelnehmen wird.

    Es ist wichtig, sich einem Süchtigen gegenüber klar abzugrenzen und es nicht persönlich zu nehmen, denn wie wurzel schreibt, sie

    leben in ihrer eigenen Welt.

    Wenn der Wille da ist, wäre eine Entziehungskur natürlich ideal,

    aber wird wahrscheinlich nur helfen, der Jugendliche damit ausdrücklich einverstanden ist. Egal wie er sich entscheidet,

    es ist seine Entscheidung!

    Du kannst ihm nur die Hand zur Unterstützung reichen, nehmen muss er sie selber! Er muss die Verantwortung für sein Handeln übernehmen, da führt kein Weg dran vorbei.

    Die Häufigkeit wie er Geld abgehoben hat, zeigt tatsächlich dass es entweder ein Hilferuf ist, oder aber dass er gar keine Hemmungen mehr hat. Dann wird er sich nächstens an Eure Wertsachen machen, wenn er die Möglichkeit hat. Und wenn er zu Hause nichts bekommt, wird er es woanders versuchen.

    So gesehen ist es vielleicht noch rechtzeitig ein heilsamer Schreck mit der Anzeige.

    Viel Kraft und Mut für die kommende Zeit!

    Arielle

  • Anzeige, nein das finde ich keine gute Lösung, wenn Euer Sohn

    (bereits registriert also angezeigt) nun unter Drogen irgend

    was anstellt, na was kommt dann?

    FFE = fürsorglicher Freiheitsentzug!

    Dann kann weder der Junge noch ihr Eltern den Zeitpunkt

    einer Entlassung aus der psychiatrischen Klinik bestimmen!

    Besser währe eine freiwillige Einweisung in eine Klinik zum

    Drogenentzug.

    Es werden ihm Medis verabreicht welche ihm den Entzug leichter

    machen!

    Es kann dauern, er kann rückfällig werden jedoch irgendwann

    wird er es schaffen!

    So kenne ich junge Menschen welche sehr tief in den Drogen drin waren, jedoch mit so 27 bis 30 Jahren sehr gute Väter und Mütter wurden und bleiben!

    Die Schwierigkeit sehe ich, wie lässt sich ein juger Mensch

    helfen, sprich freiwilliger Entzug in einer Klinik!

    Ich hoffe dass es hier noch UserInnen gibt die Erfahrungen

    damit haben!

    Auf alle Fälle, so schwer wie es für Eltern und Angehörige ist,

    gebt Euren Jungen niemals auf!

    Ich wünsche Euch alle Kraft dieser Welt dass Ihr Alle durchhalten könnt!

    Mit liebem Gruss

    Sonja. S.

  • Hallo Sonja,

    es ist in der Tat so, dass ich meine Zeilen aus Erfahrung schrieb. Zum Glück nicht mit meinen Kindern aber unter anderem in sehr naher Verwandschaft selber miterlebt.

    Und wie ich die Zeilen von Wurzel lese, scheinen mir auch diese Zeilen aus der Erfahrung zu kommen.

    Auch ich war einmal der Meinung dass man mit Drogenabhängigen durch Gespräch einen Zugang finden kann der ihnen einleuchtet. Dem ist meist leider nicht so.

    Ich fand es sehr schwierig nichts tun zu können wenn ein lieber sehr nahestehender Mensch nichts anderes im Sinn hat als seinen Stoff.

    Süchtige Menschen sind vernünftigen Argumenten meist nicht zugänglich.

    Ein richtiger Schreck ist wahrscheinlich das einzige, was so einem Menschen helfen kann!

    Ein FFE ist nicht das Schlimmste was so einem Menschen passieren kann!

    Wenn ein Jugendlicher so lange sich einfach nimmt was er braucht für seine Sucht, wird er nicht einfach auf eine Bitte hin damit aufhören können.

    jedenfalls war auch bei uns in der Familie der Rat der Drogenberatungsstelle der Richtige.

    Ich bin wirklich dankbar, dass mir bisher so etwas mit meinen Kindern erspahrt geblieben ist. Aber ich würde es, auch schweren Herzens, wirklich auch zur Anzeige bringen!

    Ausserdem denke ich, dass wenn hase ja diesen Ratschlag von Fachleuten bekommen hat, es auch richtig so ist. Die haben ja jeden Tag mit solchen Sachen zu tun.

    Nochmals, hase, alle Kraft der Welt Euch!

  • arielle

    selbverständlich lasse ich Deine Ansicht so stehen, um so eher

    da Du alles in Deiner Verwandtschaft erlebt hast!

    Nein, zureden das nutzt keinem Drogenabhängigen oder

    Alkoholsüchtigen Menschen!

    Ich wünsche dem Jungen und der Familie dass sie richtig und gut unterstüzt und begleitet werden durch diese für Alle, sehr

    schwierige Zeit!

    Ich kannte einfach den Entzug in der Klinik, bei dieser Person

    schaltete sich der Arbeitgeber ein, es hiess für diesen Mann

    Alkoholentzug oder Kündigung!

    Den Entzug schaffte er, ob er in der darauffolgenden Reha

    und und später clean blieb, das weiss ich nicht!

    Lieben Gruss zu Dir

    Sonja. S.

  • Wie kann man als Eltern seinen eigenen Sohn, der in einem Zwang handelt, anzeigen? Eine Anzeige ist definitiv. Wenn des Amtes Mühlen mahlen, ist das Ergebnis nicht immer wie erhofft. Entstandener Schaden bleibt aber irreparabel. Wer will die Scherben zusammen wischen?

    Ob sich ein Drogensüchtiger durch solche Interventionen einschüchtern oder wachrütteln lässt, ist doch mehr als nur zweifelhaft. Das Gegenteil könnte eintreten, weil er sich der Liebe seiner Eltern entzogen glaubt.

    Drogensucht bedeutet in den meisten Fällen die Suche nach etwas oder die Resignation von etwas. In beiden Fällen erscheinen Zuneigung und gemeinsam einen neuen, lebenswerten Weg zu finden, das einzig Richtige zu sein. Ob da eine Anzeige wirklich weiter hilft?

    Den Eltern und ihrem Sohn meinen innigen Wunsch, zusammen einen guten Weg zu finden.

    freeman

  • @freeman

    Einer Abhängigkeit oder einer Sucht können Eltern niemals

    ohne geeignete Hilfe Herr werden!

    Von einer Anzeige hätte ich als Mutter auch abgesehen, denn das

    bleibt dem Jungen ein Leben lang haften! (Vorbestraft)

    Genau am eigenen Jugen haften und verschliesst

    im sehr viele Türen auf seinem weiteren Lebensweg!

    Wussten diese Eltern nicht: Dass bereits eine Wohnungssuche

    für ihren Jungen unmöglich wird, abgesehen von einem Ausbildungsplatz und dem darauffolgenden Arbeitsplatz!

    Beratung ohne eine Anzeige wäre hier angezeigt gewesen, doch

    bereits ist vieles falsch angelaufen!

    Was mich sehr zu denken gibt ist, dass die Eltern bereits nach

    zwei Monaten Geld abheben des Jungen, zur Anzeige griffen!

    Die Kontis der Eltern hätten doch für den Sohn gesperrt werden können, oder liegt die Karte in diesem Haushalt zum

    freien Gebrauch einfach so rum?

    Ich frage mich nicht mehr weiter, das ist Sache der Eltern!

    Sonja

    nein, diese Eltern verstehe ich nicht!

  • Hallo Sonja und freeman,

    >Was mich sehr zu denken gibt ist, dass die Eltern bereits nach

    >zwei Monaten Geld abheben des Jungen, zur Anzeige griffen!

    Woher willst du wissen, dass der Leidensweg dieser Eltern "nur erst" 2 Monate dauert?

    Sie schildern eine momentane Situation und bitten um Hilfe, die sie nun bekommen haben.

    Fachpersonen in den Drogenberatungsstellen haben normalerweise genügend Erfahrung, um das Stadium der Sucht beurteilen zu können. Sie haben ebenso genug Erfahrung darin, beurteilen zu können, welche Sofortmassnahmen am hilfreichsten sind und ich denke, Hase hat einen guten Weg eingeschlagen, indem er/sie diesen Ratschlag befolgt!

    Selbstverständlich brennt das Elternherz dabei! Aber wer nicht erst ganz am Anfang der Sucht steht, sondern schon mittendrin ist und in dermasser grosser Beschaffungsnot, dass er zunächst schonmal das nächste Umfeld bestiehlt, steckt wirklich schon tief in der Sucht! Da kommt man mit "freiwilliger" Einweisung zum Entzug nicht mehr weit!

    Im Gegenteil, es ist wirklich als Hilferuf einzuschätzen, im Sinne von "ich bin zu schwach, ich alleine bringe es nicht fertig, macht etwas mit mir, damit ich damit aufhören kann".

    Eine Vorstrafe ist in manchen Fällen auch gnädiger als die Aussicht, der Sucht vollständig zu erliegen! Und nicht vergessen sollte man, dass diverse Vorstrafen nach einem bestimmten Zeitraum auch wieder gelöscht werden!

    >Die Kontis der Eltern hätten doch für den Sohn gesperrt >werden können, oder liegt die Karte in diesem Haushalt zum

    >freien Gebrauch einfach so rum?

    Meine Kinder dürfen oft meine Kreditkarte benutzen, um z.B. per Internet irchendwelche Konzerttickets oder anderes zu bestellen. Sie zahlen es mir allerdings jedesmal (mehr oder weniger schnell zurück*lach* )Es wäre sehr leicht, sich die Erkennungsdaten zu notieren und meine Karte zu missbrauchen, auch ohne, dass ich meine Karte zu Hause offen rum liegen lasse.

    Hase schrieb übrigens auch:

    >der jugendliche ist fast 20 und hat zweimal eine lehrstelle >geschmissen.

    Ich schliesse daraus, dass das Drogenproblem oder andere grundsätzliche Probleme schon länger bestehen und nicht erst seit 2 Monaten.

    Der Kreditkartenmissbrauch hat evtl. erst den Ausschlag dazu gegeben, sich endlich professionelle Hilfe zu suchen.

    Meine Meinung ist, urteile niemals über jemanden, in denen Schuhen du nicht gelaufen bist. (alte Indianerweisheit) ;)

    Eine Drogenabhängigkeit und deren Konsequenzen, bzw. verschiedene Stadien geschehen nicht von heute auf morgen und auch nicht innerhalb von 2 Monaten!

    Der Süchtige rutscht erst langsam, dann immer schneller in diese Abhängigkeit hinein, die er dann auch immer weniger kontrollieren kann.

    Liebe und Zuneigung zeigen ist erfahrungsgemäss ab einem gewissen Stadium der Abhängigkeit leider kein Antriebsmotor mehr, um freiwillig die Kurve zum Entzug zu bekommen.

    Also müssen Schock- oder Zwangsmassnahmen her.

    So entsetzlich das für manche Elternherzen klingen mag, man sollte solche Hilferufe nicht nur an den aktuellen Tatsachen festmachen und danach beurteilen, sondern wissen, dass so ein Hilferuf oft nur die Folge eines schon oft jahrelang dauernden und oft verzweifelten Kampfes der Eltern gegen die Sucht ihrer Kinder ist.

    Semoa

  • @semoi

    Ich kann deinen Zeilen in jeglicher Hinsicht nur zustimmen und ich kann die Eltern dieses Jugendlichen gut verstehen, dass sie "endlich" Nägel mit Köpfen gemacht haben. Das Drama dauert m.E. bereits sehr viel länger und ohne diese sicherlich "brutale" Massnahme wird dem Süchtigen nie und nimmer geholfen.

    Wurzel

  • Ich danke Euch allen für Eure Meinung und Euer Mitgefühl und Mitdenken. Ich merke, dass ich zu viel Raum für Spekulationen offen gelassen habe, sorry, dass ich zu ungenau war und deshalb in die Irre geführt habe. Darum zur Klärung: Die Kontokarte lag nicht offen herum. Und natürlich liegen die Probleme länger zurück als nur diese zwei Monate. Das Problem dabei ist, dass wir uns täuschen liessen durch die Beteuerung, dass er seit ewiger Zeit keine Probleme mehr mit Drogen hätte. Er hat auch beim Jugendpsychologen immer so davon gesprochen, als würde es Jahre zurückliegen. Wir wollten halt immer wieder daran glauben, dass sich alles bessert. Dabei ging es laufend bergab. Abends nur noch Party, nachts wegbleiben und tagsüber hinter verschlossenen Fensterläden schlafen, dann wieder duschen und sich fit machen für die nächste Hipe. Die vielen Absagen betr. Lehrstellen waren sicher mitschuldig und demotivierend .... die Bewerbungen waren ok, die Intelligenz durchschnittlich. Natürlich haben wir immer wieder dargestellt, dass wir für Gespräche bereit seien. Aber in seinen Augen hat das Gerede nur genervt ... er hat zu allem ja ja gesagt, nur um seine Ruhe zu haben. Wir hatten schon mehrmals mit Rausschmiss gedroht, nur.... was wäre die Alternative gewesen? Welche WG nimmt jemanden auf, der nur Party im Kopf hat und einfach nicht kapieren will, dass man arbeiten muss, und zwar nicht nur, um sich damit Drugs zu kaufen, sondern auch, um einen Platz zu finden in der menschlichen Gemeinschaft, eine Motivation für den Alltag...

    Negativ bei allem ist auch, dass er für ganz viele Massnahmen schon zu alt ist, volljährig. Aber die Reife ist auch noch nicht vorhanden. Die Drogensucht ist noch nicht schlimm genug, der Leidensdruck noch nicht gross genug. So fallen wir zwischen Tisch und Stuhl , denn die Hilfeangebote von sozialen Instututionen sind strukturiert .

  • Hallo Hase

    Man kann Eure Ratlosigkeit gut verstehen.

    Richtig ist, dass Ihr das Problem kaum ohne Hilfe meistern könnt. War die Polizei aber wirklich der richtige Helfer in der Not? Und die andern „Fachleute“? Waren damals mit dem Projekt „Kinder der Landstrasse“ nicht auch sogenannte Fachleute am Werk, die Gutgläubigkeit des Volkes auf ihrer Seite? Dein Hinweis, dass sich der Psychiater täuschen liess, zeigt doch genau diese Problematik. Und wie viel Zwielichtiges muss man immer wieder von Vormundschaftsbehörden und psychiatrischen Kliniken bis hin zu Entzugsanstalten hören?

    So wie Du schreibst, wurden die Zeichen längst erkannt. Wie kann es passieren, dass unerlaubte Geldbezüge von Eurem Konto unerkannt blieben? Warum habt Ihr es zugelassen, dass Euer Sohn den ganzen Tag verschläft? Von wo sollte er das Geld haben, um seine Partys zu finanzieren?

    Euer Sohn ist auf der Suche. Versucht herauszufinden nach was er sucht, was er sich vom Leben erhofft, was ihm die Partygesellschaft bietet ausser der Gruppengemeinschaft, solange er Geld hat. Die wichtigste Frage erscheint mir zu sein: Welche Fähigkeiten stecken in ihm, um ihn dort abzuholen zu können?

    Herzliche Grüsse

    freeman

  • hallo freemann, danke für Deine Meinung. Betr. Karte wurde leider die falsche Karte von der Bank gesperrt, und das blieb unbemerkt. Betr. anderer Hilfestellen: Familienberatung ergab nichts Konstruktives und bei der Drogenberatung ist er mit der Botschaft vorbei, dass er keine Probleme hätte. Dass die ihn einfach wieder ziehen liessen, sei "normal", denn Hilfe ginge nur auf freiwilliger Basis, .dh. wenn der Jugendliche wirklich Hilfe wolle. Offenbar geht es unserem Sohn noch nicht "schlecht" genug, dass er nicht einsieht, dass er Hilfe braucht.

    Die Frage, warum er liegen bleiben kann, hätte ich auch gestellt. Aber erklär mir mal, was für Konsequenzen man wirklich androhen kann als Eltern? Gewaltsam aus dem Bett werfen geht ja nicht. Einsperren am Abend auch nicht, schliesslich ist er volljährig vor dem Gesetz. Und dass wir beide berufstätig sind, ist sicher normal bei eigentlich erwachsenen Kindern. Wir können ihn zu gar nichts mehr zwingen, so sieht es aus.

    Betr. an eigene Fähigkeiten appellieren, hast Du auch nur theoretisch recht. Denn ein Drogensüchtiger ist offenbar völlig demotiviert und passiv ...

  • @hase

    danke für Deinen umfassenden Bericht Eurer Probleme!

    Somit fällt es mir auch sehr viel leichter ein richtiges Bild

    vom Zustand Eures Sohnes zu machen!

    In der Tat hilft ein Drogenentzug nichts, solange ein Mensch

    diese Notwendigkeit nicht einsieht, dasselbe gilt auch bei

    Alkohohlsucht.

    Währe er nicht an Euer Geld ran gekommen so hätte er Euch anderweitig bestohlen, etwa mit Wertsachen aus Eurer Wohnung!

    Ab wann eigentlich dürfen Eltern ihrem "erwachsenen " Sohn

    Haus/Wohnungsverbot geben, event. das Wohnungsschloss auswechseln?

    Man kann es drehen wie man will, momentan habt Ihr ein Endlos

    Problem!

    Sonja

  • @semoi

    Die Themen in Foren sind eigentlich dazu da, dass jeder User/In

    sich ein eigenes Bild machen kann und dieses Bild so stehen zu lassen!

    Es ist Sache des Themeneröffners, Angelegenheiten welche

    dem Thema nicht dienlich sind ins rechte Licht zu führen!

    Was @hase nun auf sehr gute Art getan hat!

    Sonja

  • @hase

    eben lese ich dass Du/Ihr seit zwei Jahren in Scheidung lebt!

    Äussert sich Euer Sohn nie dazu?

    Da wünsche ich Dir/Euch eine sehr grosse Portion Kraft und

    Durchhaltevermögen!

    Lieben Gruss

    Sonja. S.