Sozialhilfe: Wertgegenstände verkaufen erlaubt?

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  • hallo zusammen

    kann mir jemand sagen, ob es erlaubt ist wertgegenstände zu verkaufen während man von der sozialhilfe lebt?

    verletze ich irgendeine mitwirkungspflicht, wenn ich dem sozialamt keinen bericht darüber gebe?

    oder ist es erlaubt, bis zum "freibetrag" von chf 4000 sachen zu verkaufen?

    danke für eure antworten im voraus!

    grüsse, franz

  • Ihr Hausrat ist bei der Sozialhilfe irrelevant und wird bei der Berechnung des Freibetrags nicht berücksichtigt.

    Sie sind verpflichtet Änderungen bei ihren wirtschaftlichen Verhältnissen also Einnahmen, Ausgaben und Vermögen dem Sozialamt zu melden.

    Wenn Sie also einen Wertgegenstand aus ihrem Hausrat verkaufen und durch den Verkaufserlös ihr restliches Vermögen (auser dem Hausrat) über den Freibetrag steigt, so müssen Sie dies melden.

    Ob für Sie ein Freibetrag von 4'000 oder ein anderer Betrag gilt, müssen Sie ihren Berater auf dem Sozialamt fragen. Das kann je nach Kanton und je nach Gemeinde unterschiedlich sein. Wenn das kantonale Sozialhilfegesetz nicht ausdrücklich auf die SKOS-Richtlinien verweist, muss das nicht unbedingt der Freibetrag von 4'000 Franken für eine Einzelperson gemäss SKOS-Richtlinien sein.

  • hallo Sozialversicherungsberater

    vielen dank für ihre schnelle antwort.

    zum absatz 2:

    "Sie sind verpflichtet Änderungen bei ihren wirtschaftlichen Verhältnissen also Einnahmen, Ausgaben und Vermögen dem Sozialamt zu melden."

    ...dann gilt das also immer, auch wenn ich etwas geschenkt bekomme? Und beim hausrat NUR wenn der verkauft bewirkt, dass sich mein freibetrag auf > chf 4000 erhöht? (wie in absatz 3 beschrieben)

    freundliche grüsse, franz

  • @ sozi..

    Man könnte es aber auch so sehen:

    Der Gesamtwert des Vermögens ändert sich nicht, er setzt sich nur anders zusammen nach dem Verkauf.

    Oder überspitzt ausgedrückt: Anstatt dem Picasso an der Wand habe ich nach dem Verkauf einen Haufen Geld im Tresor. Ich bin durch die Transaktion aber weder reicher noch ärmer geworden. Nur ist z.B. Schulden bezahlen mit Bargeld einfacher als mit dem Picasso unter dem Arm.

    Ob das Sozialamt dies auch so sieht, steht allerdings auf einem andern Blatt...

    Und im Übrigen gilt immer noch der Grundsatz: "Was das Sozialamt nicht weiss, bringt den Sachbearbeiter nicht unnötig ins Schwitzen". Die meisten Kunden der Sozialämter haben ja eh keinen Picasso an der Wand, sondern höchstens noch eine kleine Goldkette von der Grossmutter in der Nachttischschublade, was den Sozialbraten nicht wesentlich feisser werden lässt. Motto: Leben und leben lassen!

    Und mein Rat an Franz: Verkaufen Sie die Wertgegenstände lieber erst, wenn Sie nicht mehr vom Sozialamt abhängig sind. Wenn ihnen der Ertrag gleich wieder vom Amt angerechnet wird, haben Sie nichts vom Verkauf, sind aber das Erbstück von der Grossmutter trotzdem los.

  • Hallo Franz

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir folgendes schreiben, aber Achtung, vermutlich regelt das jede Gemeinde wieder anders.

    Ich hab selber lange Sozialhilfe beziehen müssen und habe in dieser Zeit auch immer wieder mal Sachen verkauft. Vorallem viele Bücher und Hundesachen, die ich nicht mehr brauchte. Das hat mir über manch schwierigen Monat hinweg geholfen.

    Dem Sozamt habe ich nichts davon gesagt, aber bei der alljährlichen Revision (wo man sämtliche Kontoauszüge etc bringen muß), waren diese Einnahmen natürlich zu sehen. Dies wurde aber nie zu einem Problem. Schließlich darf ich auch als Sozialhilfeempfänger mal ein paar Bücher oder ein Halsband verkaufen.

    Das sieht natürlich anders aus, wenn man einen Picasso an der Wand hängen hat und diesen verkauft. Oder ein Auto/Motorrad. So wurde es mir auch vom Sozamt gesagt.

    Am besten fragst du bei deinem Sachbearbeiter mal nach, wie das bei dir gehandhabt wird.

  • Hallo Franz,

    als ich auf meine IV wartete, bekam ich bei einem Ricardo- Bücherkauf einmal eine Rücküberweisung, weil die Kto.-Nr. des Verkäufers falsch war. Dieser Betrag wurde mir dann bei der jährlichen Revision angestrichen und vom nächsten Grundbedarf abgezogen mit der Begründung ich hätte betrogen, ebenfalls wurde mir mit Kürzungen gedroht sollte ich jemals wieder eine Gutschrift haben und diese nicht melden, ich wäre also vorsichtig mit verkaufen, und wenn nur in Bar...Mit der Selben Beraterin gabs mehrere Haarsträubende Zwischenfäälle, danach bekam ich eine andere, die akzeptierte dann die Paypal aktivierung von 3 Rappen, unterstellte mir aber illegale Internetgeschäfte, weil meine Telephonrechnung zu hoch war, also vorsichtig beim Telephonieren ;) zum guten Glück wurde ich dann 1 Monat später zur IV abgelöst

    Die 1.70, ein Franken und siebzig Rappen, lösten Vorwürfe des Betrugs aus, mein Argument, es handle sich um eine Rücküberweisung für einen Ricardokauf, und der Hinweis auf den selben Betrag der davor rausgegangen war, und auch wieder raus gegangen ist, wurde nicht akzeptiert.

    Falls Du es also mit Deinem Berater nicht zu 100% gut hast, würde ich es lassen, oder aber, wo kein Kläger auch kein Richter, als Bargeschäft

  • Wow, das ist böse!

    Ich durfte mit kleinen Verkäufen (waren immer nur minime Beträge) durchaus ein bisschen was dazu verdienen, da gab es nie irgendwelche Probleme. Natürlich nicht gewerblich, sondern privat und nur sporadisch.

    Finde es auch völlig absurd, wenn das Amt wegen ein paar Franken so ein Aufstand macht. Da hatte ich mit meiner Sachbearbeiterin wirklich Glück. Es gibt auch noch solche mit gesundem Menschenverstand ;)



  • als ich auf meine IV wartete, bekam ich bei einem Ricardo- Bücherkauf einmal eine Rücküberweisung, weil die Kto.-Nr. des Verkäufers falsch war. Dieser Betrag wurde mir dann bei der jährlichen Revision angestrichen und vom nächsten Grundbedarf abgezogen mit der Begründung ich hätte betrogen, ebenfalls wurde mir mit Kürzungen gedroht sollte ich jemals wieder eine Gutschrift haben und diese nicht melden, ich wäre also vorsichtig mit verkaufen, und wenn nur in Bar...Mit der Selben Beraterin gabs mehrere Haarsträubende Zwischenfäälle, danach bekam ich eine andere, die akzeptierte dann die Paypal aktivierung von 3 Rappen, unterstellte mir aber illegale Internetgeschäfte, weil meine Telephonrechnung zu hoch war, also vorsichtig beim Telephonieren ;) zum guten Glück wurde ich dann 1 Monat später zur IV abgelöst

    Die 1.70, ein Franken und siebzig Rappen, lösten Vorwürfe des Betrugs aus, mein Argument, es handle sich um eine Rücküberweisung für einen Ricardokauf, und der Hinweis auf den selben Betrag der davor rausgegangen war, und auch wieder raus gegangen ist, wurde nicht akzeptiert.



    Die ehemalige Sozialhilfeberaterin scheint mir fachlich unfähig, mit Misstrauen als Vorurteil behaftet und hochgradig ineffizient z sein, wenn Sie Arbeitszeit wegen einer Gutschrift von ein Franken und siebzig Rappen vergeudet, die kurz vorher auf dem Konto als Belastung rausgegangen sind, sodass snach diesen beiden Transaktionen auf dem Konto das Vermögen auf dem Konto gleich hoch wie vorher ist. Leider schwirren im Bereich Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen zur AHV/IV einige fachlich und menschlich unfähige Mitarbeiter auf den Ämtern herum.

    Was ist eigentlich aus der Asylgeschichte geworden?

  • Hallo zusammen

    Sozialversicherungsberater: Da sieht man wieder mal, welchem Willkür man da ausgeliefert ist...

    Viele haben die Sache mit der Revison erwähnt, ist das von Gemeinde zu Gemeinde verschieden?

    Habe früher schon mal Sozialhilfe beansprucht, damals musste ich keine Unterlagen wegen einer Revision einreichen.

    Nun bin ich neu noch kein Jahr bei der Sozialhilfe, und bin mir nicht sicher ob ich das nach einem Jahr Bezug auch muss...?

    grüsse, franz