Lohnverhältnis 1:12

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  • Ich schenke der JUSO Kampagne 1:12 vollstes Vertrauen , denn dies ist die richtige Fortsetzung der Minder Abzocker Initiative.

    Auch bin ich für Mindestlohn 4000.-CHF , denn wenn man in manchen Jobs nicht mehr das Geld zum Überleben hat ist dies für die ja ach soooo reiche Schweiz ein beschämendes Armutszeugnis!

  • Die 1:12 Initiative will die höchsten Einkommen der Unternehmen begrenzen und genau hier liegt das Problem. Kaum eine Firma wird alle tiefen Gehälter anpassen, damit das Verhältnis stimmt- Sondern es geht darum die Spitzengehälter zu reduzieren. Dies mag bei Klein- und Mittelbetrieben passen. Bei Grosskonzernen wie UBS, Novartis, CS, Roche etc. ist das nicht angemessen.

    Dass die Mindestlöhne angehoben werden, das fände ich auch gut. Dies müsste aber vielleicht eher durch Steuererleichterungen passieren.

  • Die 1:12 Initiative findet nicht nur den ungeteilten Zuspruch von mir, sondern auch von meinem gesamten Umfeld.

    Übrigens: Die Glarner Kantonalbank hat freiwillig beschlossen noch einen Schritt weiter zu gehen und hat bereits 1:10 eingeführt. Und zwar - gemäss ihrer eigenen Auskunft - ohne deswegen irgendwelche Abstriche bei einem guten und fähigen Kader eingehen zu müssen.

    DAS ist helvetisches Understatement, und wird, wie bereits die haushoch angenommene Abzockerinitiative von SR Minder, ein weiteres CH-Exportmodell in den ganzen EU-Raum!

  • Hallo Sonderkurier

    Verdient denn jetzt der Herr Direktor "nur" 25'000 CHF oder die Reinigungsfachkraft 2'500 CHF ?

    Ist Ihr damit geholfen ? Oder arbeitet die gute Dame gar nicht bei der GLKB, sondern bei einer Drittfirma für 2'200 CHF ...

  • Hallo Peter

    Gemäss den in den Medien publizierten Zahlen, beträgt die Bandbreite der Fixgehälter für Mitglieder der GLKB-Geschäftsleitung neu 200'000 bis 320'000 Franken pro Jahr (bisher lag die obere Grenze bei 400'000 Franken).

    Ergibt für die GLKB-Putzfrau somit 20'000 bis 32'000 Franken pro Jahr, bzw. 1'666 bis 2'666 Franken pro Monat. Sofern sie nicht outgesourct wird. Aber macht da für die GLKB ein outsourcing der Putzfrau überhaupt noch Sinn?

  • Eine Auslagerung (Outsourcing) vom Reinigungspersonal würde für die GLKB keinen Sinn machen. Massgebend ist nicht was die Geschäftsleitung verdient, sondern der Maximallohn des CEO. Dieser soll oder wird mit Sicherheit von 640'000 Franken auf 480'000 sinken.

    Es ist selbstverständlich, dass ein CEO von einer so kleinen Bank mit bloss 190 Mitarbeiter und einem bescheidenen Kundenvermögen nicht dieselbe Erfahrung mit sich bringen muss wie z.B. ein CEO der UBS oder CS.

    Umgerechnet mit der 1:12 Initiative müsste die GLKB somit einer Hilfskraft im Reinigungsdienst inkl. 13. Monatsgehalt bloss einen Bruttolohn von 3‘067 Franken pro Monat bezahlen.

    Würde aber diese 1:12 Initiative angenommen, dann hätten unter anderen die UBS, die CS und nicht zuletzt Novartis ein grosses Problem einen CEO mit der notwendigen Erfahrung, die es zur Führung von so grossen Konzernen braucht, zu rekrutieren.

    Persönlich bin ich der Meinung, man sollte den KMU-Betrieben nicht vorschreiben, welche Löhne sie an ihre Kader bezahlen dürfen und welche nicht. Das selbe denke ich auch bei den Verwaltungen. Der Bund und die Kantone sollen auch in Zukunft über die Höhe der Gehälter von ihren Chefbeamten selber entscheiden dürfen, sonst verlieren sie qualifiziertes Personal in ihren Chefetagen.

    Wenn nach der Abstimmung z.B. ein CEO der ZKB, die ein grosses Kundenvermögen verwaltet gleich viel verdient wie ein CEO der GLKB mit einem kleinen Kundenvermögen würde ich das ungerecht finden.

    Die Abzocker-Initiative von SR Minder ist nicht zu vergleichen mit der 1:12 Initiative der Juso Schweiz. Der Abzocker-Initiative haben viele Bürgerliche zugestimmt die der 1:12 Initiative nicht zustimmen werden.

    Erste Umfrageergebnisse haben ergeben, dass zur Zeit 50% der Stimmberechtigten dieser Initiative zwar zustimmen, 40% diese ablehnen und 10% noch unentschlossen sind. Ein Vorsprung von 10% Ja-Stimmen reicht niemals um diese Abstimmung zu gewinnen.

  • Es ist ein Unterschied, ob man CEO von der UBS, der CS, der Novartis oder bei den Schweizerischen Eisenbahnen etc. ist, oder CEO von einem KMU Betrieb. Je mehr Mitarbeiter ein Betrieb hat, desto grösser ist die Verantwortung die ein CEO zu tragen hat und desto grösser ist das Anforderungsprofil um solche Stellen zu besetzen.

    Hätte ich das Wissen und die Erfahrung von einem Vasella, oder vom CEO der UBS oder der CS wäre ich mit dem Jahresgehalt, das der CEO von der Glarner Kantonalbank bekommt ganz bestimmt nicht einverstanden. Das heisst, ich würde diesen Arbeitsplatz dann mupli überlassen und nach Amerika auswandern. ;)

    Spass beiseite: Hut ab vor mupli und allen Firmeninhaber der vielen KMU Betriebe die Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen und selber oft weniger verdienen als ihre Kaderangestellten.

  • Schön, dass man es hier merkt. Wenn ein Chef eines Kleinbetriebes nicht mehr als 12-mal verdienen soll wie seine Mitarbeiter mag das ja gehen. Sobald das Unternehmen aber grösser wird, steigt die Verantwortung und der Aufwand. Ein CEO eines multinationalen Konzernes geht nach 10 Stunden nicht nach Hause, er ist 24 Stunden erreichbar, arbeitet oft am Wochenende. Da finde ich es ehrlich gesagt nicht verwerflich wenn er mehr verdient, wobei es ja nicht gerade 12 Millionen pro Jahr sein müssen.

  • Und ich befürchte eben doch, dass das Reinigungs- und ev. weiteres Personal, das nicht mit dem Kerngeschäft beschäftigt ist outgesourcet würde, weil es dann einfach güngstiger käme - leider :(

    Es stellt sich die Frage, ob als Referenzlohn nicht der Ausgelernte aus dem Kerngeschäft zählen sollte?

    Und ganz ehrlich à propos Vasella und all die anderen, die anscheinend sooo viel Verantwortung tragen: Das Ergebnis sieht ja anders aus! Da müssten eigentlich bei diesen ALLE Boni gestrichen werden, aber komisch, trotz schlechten Abschlüssen gibt es diese, irgendwie unlogisch, oder?

    Ich bin ja gespannt.

  • Liebe Diskussionsteilnehmer

    wie steht es eigentlich mit einem CEO der noch nicht mal in der jeweiligen Firma oder Konzern gearbeitet hat und schon Millionen bezieht als Dankeschön , dass der CEO bei Ihnen unterschrieben hat. ??????? Da stellt man sich als Normalbürger schon Fragen über Fragen!!!!

    Dies nur zum Gedanken anregen!

    Gruss Eure Helleas

  • Im Gegensatz zur Abzockerinitiative, bei der viele Stimmbürger mit einer Wut im Bauch abgestimmt haben, gebe ich der 1:12 Kampagne der Juso und 4 000 Franken Mindestlohn, unabhängig der persönlichen Leistung, keine Chance. Nicht jedes KMU mit wenigen Mitarbeitern kann eine Hilfskraft mit 4 000 Franken entschädigen und 1:12 ist bei international tätigen Unternehmen nicht anwendbar.

    Schmunzelnd konsumiere ich immer wieder Kommentare über unsere Abzocker, mit dem König der Abzocker in der Schweiz, Dr. Vasella. Mir ist es völlig “Wurscht”, welches Salär Vasella oder ein CEO eines internatonal tätigen Unternehmens bezieht. Solange ich nicht mit meinen Steuerfranken zur Kasse gebeten werde.

    Von Headhuntern höre ich immer wieder, Top-Manager, global gesehen haben halt ihren Preis. Das mag stimmen. Bei Unternehmen die ganz- oder mehrheitlich dem Bund gehören tönt es allerdings nicht anders. Ich wage zu behaupten, dass man bei den SBB, Post, Swisscom, Ruag & Co, innerhalb den eigenen Reihen ebenbürtige CEO’s finden kann, die sich mit einem Salär weit unter einer Million zufrieden geben würden. Aus dem einfachen Grund, weil man damit gut über die Runden kommt und ein um ein mehrfach höheres Bundesrat-Gehalt oder ein Millionensalär im In- oder Ausland, nur um zu sagen “ich bin dabei!”, nicht erstrebenswert ist. Und nicht ganz unwesentlich, man hat sich hochgearbeitet, der Leistungsausweis lässt sich national und international sehen, man liebt den Job in dem man etwas bewegen kann und fühlt sich in der Schweiz wohl.

    Etwas anders sieht es bei den Abzockern aus, die beim Staat, egal ob auf Kantonaler oder Bundesebene arbeiten. Allerdings in einer anderen Liga als Vaselila & Co. Obwohl ich aus guten Gründen die Abzocker Initiative von Thomas Minder abgelehnt und dem Gegenvorschlag meine “Ja” Stimme gegeben habe, nehme ich mit Genugtuung zur Kenntnis, dass unser Robin Hood die Messer erneut wetzt und nun überbezahlte Staatsbeamte im Visier hat. Wohlverstanden, nicht die kleinen Angestellten, die am 16. März in Bern mehr oder weniger zu Recht für bessere Bedingungen demonstrierten. Abgangsentschädigungen, lange Lohnfortzahlungen und unverständliche Überzeitregelungen bei Chefbeamten und abgewählten Mandatsträgern müssen verboten werden.

    Interessant in diesem Zusammenhang die Aussagen von Max Suter, Präsident der kantonalen Berner Kaderangestellten in einem kürzlichen Interview mit der Berner Zeitung: „Unsere Löhne sind zwar gut, aber wir kommen nicht vorwärts. Er könne sich auch gut vorstellen, dass Überstunden von Kaderbeamten zukünftig im Salär inbegriffen sind. Allerdings unter Einbezug einer Lohnerhöhung auf Kadersaläre zwischen 10 000 bis 15 000 Franken pro Monat. Mit der von der Regierung vorgeschlagenen 12-prozentigen Lohnerhöhung um die Mehrarbeit abzugelten wäre man zufrieden„.

    Wirklich bescheiden, dieser Mann. Und es ist ihm hoch anzurechnen, dass er die gebeutelten Berner Kaderangestellten auch für garantierte Lohnerhöhungen pro Jahr unterstützt. Zusätzlich selbstverständlich zur Teuerung. Und sollte das Rentenalter von 63 auf unglaubliche 65 Jahre angehoben und noch schlimmer ein Wechsel von der luxuriösen Leistungs zu einer Beitragsprimat-Pensionskasse ins Auge gefasst werden, wie in der Privatwirtschaft üblich, muss das laut Max Suter finanziell grosszügig abgesichert werden. Bis August 2013 dürfen die Kaderangestellten noch auf die volle Unterstützung ihres umtriebigen Präsidenten rechnen, dann geht er etwas früher in Rente. Gemäss Arbeitsvertrag wäre zwar Ende Jahr mit 63 Jahren sein letzter Arbeitstag -- wenn da nicht noch 5 Monate Überzeit aufgelaufen wären, die selbstverständlich mit vollem Lohn vergütet werden müssen.

    Abschliessend brennt mir noch etwas auf dem Herzen. Bei der Verwaltung arbeitet man für den Bürger. Es ist eine Ehre für jeden Angestellten in der Privatwirtschaft, mit seinen Steuern dazu beizutragen, dass die Kaderangestellten beim Staat gut entlöhnt werden, bis 63 Jahren durchhalten und dann eine Rente, berechnet auf den letzten Lohn erhalten. An diesen Privilegien darf nicht gerüttelt werden. Deshalb sind wir Berner Steuerzahler auch gerne bereit, die notwendige Ausfinanzierung der Pensionskassen BPK und BLVK mitzutragen. Die dazu notwendigen “Milliärdchen” sind gut angelegt und wenn es nicht anders geht, arbeiten wir halt bis 67 Jahren! Schliesslich geht es um eine gute Sache!

    Kobold



  • Schmunzelnd konsumiere ich immer wieder Kommentare über unsere Abzocker, mit dem König der Abzocker in der Schweiz, Dr. Vasella. Mir ist es völlig “Wurscht”, welches Salär Vasella oder ein CEO eines internatonal tätigen Unternehmens bezieht. Solange ich nicht mit meinen Steuerfranken zur Kasse gebeten werde.



    Und da fängt es doch an - Du hast mit Deinen hartverdienten Steuerfranken bereits mindestens eine marode Firma und deren trotz beinahe-Pleite hohen Boni mitfinanziert - UBS.

    Auch beim Bund sieht es da nicht besser aus - hochrangige Chefbeamte, die etwas verbockt haben und dann noch ein volles Jahressalär für Ihren Abgang erhalten - muss das sein ?



  • Schmunzelnd konsumiere ich immer wieder Kommentare über unsere Abzocker, mit dem König der Abzocker in der Schweiz, Dr. Vasella. Mir ist es völlig “Wurscht”, welches Salär Vasella oder ein CEO eines internatonal tätigen Unternehmens bezieht. Solange ich nicht mit meinen Steuerfranken zur Kasse gebeten werde.



    Leider ist es nicht auszuschliessen, dass Sie doch indirekt mir Ihren Steuerfanken wegen Abzockerlöhnen zur Kasse gebeten werden.

    Denn Abzockerlöhne, die von einer in der Schweiz steuerpflichtigen Aktiengesellschaft bezahlt werden, gelten als geschäftsmässig begründeter Aufwand und verringen den steuerbaren Gewinn der Aktiengesellschaft. Weil die Aktiengesellschaft dann einen tieferen Gewinn hat bezahlt die Aktiengesellschaft weniger Gewinnsteuern. Wenn der Staat diesen Steuerausfall wettmachen will, muss er entweder die Steuern für Alle erhöhen oder die Staatsausgaben kürzen. Von den Staatsausgaben profitieren aber auch die meisten irgendwie (Schulen, Strassen, Polizei, Justiz, etc.).

    Man kann aber sagen, dass die Abzocker, wenn Sie in der Schweiz steuerpflichtig sind, zwar auf ihren Löhnen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Wenn bei tieferen Managerlöhnen mehr Gewinn für die Aktionäre abgefallen und als Dividende ausgeschüttet worden wäre, hätte der Staats höhere Gewinnsteuern und auch höhere Einkommenssteuern bei den Aktionären dank der höheren Dividenden. Da aber viele Aktionäre im Ausland steuerpflichtig sind, geht der Staat da teilweise leer aus.

    Es ist also nicht einfach wurscht, was eine in der Schweiz steuerpflichtige Aktiengesellschaft macht. Das hat immer Auswirkungen auf die Steuereinnahmen und auf die Sozialversicherungsabgaben.

  • Gerechtigkeit! rufen die einen, Neid! die anderen. Damit hat es sich bisher eigentlich in der Diskussion um die Mindestlohn- und die 1:12-Initiative gehabt. Na gut, einige versuchen auch noch zu prophezeien, ob und wie viele Firmen sich nach der Annahme dieser beiden Initiativen aus der Schweiz zurückziehen würden. Kaffeesatzlesen finde ich aber nicht besonders interessant. Irgendwie fehlt mir da was.

    Ökonomie ist bekanntlich die Wissenschaft vom optimalen Umgang mit begrenzten Ressourcen. Eine der wichtigen Ressourcen für die individuelle Lebensgestaltung ist in unserer Gesellschaft das Geld. Wer es hier und heute zuwege bringt, mit weniger als 4000 Franken im Monat ein erfülltes und zufriedenes Leben zu führen, den oder die betrachte ich als begnadeteN ÖkonomIn, aber ich würde nie von irgendjemandem verlangen oder erwarten, dass ihm oder ihr das gelingt. Ich persönlich würde daran ganz sicher scheitern.

    Auf der anderen Seite: wer mehr als eine halbe Million jährlich verpulvern zu müssen meint, um Glück und Lebenszufriedenheit zu finden, der ist nicht bloss ein schlechter, nein, der ist ein absolut miserabler Ökonom. Und solch totalen Versagern sollten wir die Verantwortung für die Führung von Industriebetrieben und Konzernen überlassen? Was dabei herauskommen kann, wenn Firmen von geldgeilen Stümpern geführt werden, haben wir ja zur Genüge erlebt.

    Und wenn das noch nicht reicht, liefert uns die Ökonomie gleich noch ein weiteres Argument: Niemand bestreitet doch, dass Risiko und Ertrag siamesische Zwillinge sind. Wer also wirklich unbedingt haufenweise Geld scheffeln will, soll sich eben als Unternehmer versuchen – mit dem entsprechenden persönlichen Risiko. Aber sich als Lohnempfänger eine goldene Nase zu "verdienen", ohne ein grösseres Risiko als dasjenige des Entlassenwerdens zu tragen, das ist nicht nur moralisch verwerflich, es ist nicht nur ein Armutszeugnis für die individuellen ökonomischen Fähigkeiten, es ist auch ein Bruch mit dem ökonomischen Gesetz, dass ein hoher Ertrag an ein persönliches Risiko gekoppelt ist.