Steuererklärung + Schulden abziehen

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  • Hallo zusammen!

    Ich habe kurz eine Frage zu der Steuererklärung. Ich habe im Internet gelesen, dass man bei den Schulden (bei der Steuererklärung ausfüllen) folgendes angeben kann:

    - Schuldennachweise per 31.12. und Schuldzinsbelege für das abgelaufene Jahr (Hypotheken, Kredite, Darlehen,

    Kreditkarte, Kleinkredite, geschuldete Steuern etc.)

    - Zusammenstellung offene Rechnungen per 31.12. (Versicherungen, Arzt, Liegenschaftenunterhalt etc.)

    Wie ist das jetzt gemeint mit offenen Rechnungen? Kann ich da angeben, dass ich z.B. noch eine offene Kreditkartenrechnung habe?

    Und "Steuerschulden" kann man - wie ich gesehen habe - auch angeben. Also wenn ich am 31.12.2012 noch offene Steuerrechnungen habe.

    Bringt einem das etwas? Ich nehme nicht an, dass ich angeben kann, dass ich z.B, 4000.- offene Steuerrechnungen und 5000.- offene Kreditkartenrechnung per 31.12.12 habe und man dann diesen Betrag abziehen kann oder?

    Vielen Dank im voraus für eure Antworten!

  • Bei der Staats- und Gemeindesteuer wird die Vermögenssteuer auf dem Reinvermögen per 31. Dezember des Jahres erhoben. Das steuerbare Reinvermögen ist das steuerbare Vermögen abzüglich der Schulden.

    Auch per 31. Dezember offene Rechnungen sind Schulden un können im Schuldenverzeichnis der Steuererklärung aufgeführt werden. Was is eine per 31. Dezember offene Rechnung? Das ist eine Rechnung für eine Ware oder eine Dienstleistung, die vor oder am 31. Dezember geliefert wurde, aber noch nicht bezahlt ist. Es kommt nicht darauf an, wann die Rechnung fällig ist also bezahlt werden muss. Es kommt auch nicht auf das Rechnungsdatum an. Wenn Sie also zum Beispiel eine mit 6. Januar 2013 datierte Rechnung haben, auf der ein Sanitär das Entstopfen eines Brünnelis am 18. Dezember 2012 verrechnet und die innert 30 Tagen ab dem Rechnungsdatum bezahlt werden muss (d.h. am 5. Februar 2013), so können Sie diese Rechnung als Schuld abziehen.

    Bewahren Sie die Rechnungen auf, falls der Steuerkommissär bei der Prüfung der Steuererklärung danach fragt. Ich ziehe bei Kunden, für die ich Steuererklärungen erstelle regelmässig die per 31. Dezember offenen rechnungen ab. Dies wurde bisher immer akzeptiert und ist auch durch das Steuergesetz so vorgesehen.

  • Was meinen Sie, ob die 8'000 Franken von der Steuerschuld abgezogen werden und Sie den Überschuss in bar ausbezahlt erhalten? Nein. 8'000 Franken Schulden abziehen heisst: das steuerbare Vermögen wird um diesen Betrag kleiner, nicht die geschuldeten Steuern!

  • Ich meine, wenn ich jetzt z.B nach ausfüllen der Steuererklärung (ohne Schulden) 53'000.- steuerbares Einkommen habe und jetzt die Schulden von Fr.8000.- angebe, ist dann mein steuerbares Einkommen Fr. 45'000.-? (Das, was ich versteuern muss?)

  • Sie verwechseln da etwas baxxter.

    Es gibt die Vermögenssteuer und die Einkommenssteuer.

    Einkünfte (Lohn, Mieteinahmen, Zinsgutschriften etc.) werden als Einkommen versteuert. Also alles was sie durchs Jahr an Einnahmen bekommen.

    Das was sie per 31.12. an Vermögen vorzuweisen haben geht über die Vermögenssteuer.

    Zum Vermögen gehört nicht nur das Geld auf dem Sparkonto, sondern zb. auch ein Auto, Motorrad etc.

    Schulden per 31.12.2013 können bei der Steuererklärung vom Vermögen abgezogen werden, nicht vom Einkommen.

    Die Schuldzinsen hingegen werden vom Einkommen abgezogen.

    Wenn sie also zb. 8000 Schulden haben können sie diese auf der Steiererklärung beim Vermögen in Abzug bringen, die Zinsen die sie für diese Schulden bezahlt haben beim Einkommen.

    Sollzinsen beim Bankkonto können übrigens auch in Abzug gebracht werden. Habenzinsen müssen sie aber auch als Einkommen deklarieren.

    Beim Vermögen gibt es einen Steuerfreien Satz, ich glaube der ist so bei 50'000 oder so.

    Nur wenn Ihr Vermögen diesen Freisatz übersteigt lohnt es sich überhaupt die offenen Rechnungen per Ende Jahr zusammenzuzählen.

    Lesen Sie in Ruhe mal die Wegleitung durch, dort ist eigentlich alles ganz einfach erklärt so dass jeder die Steuererklärung Schritt für Schritt ganz einfach ausfüllen kann (sofern man keine Liegenschaften, Aktien und dergleichen hat zumindest)

  • Verlangen sie überall wo sie Schuldzinsen bezahlen müssen einen Auszug per 31.12.. Zb. von Kreditkarten, Kleinkrediten, Teilzahlungsvereinbarungen und was es sonst noch so geben kann.

    Schuldzinsen lohnen sich IMMER zum abziehen.

    Das ziehen sie dann auf der Steuererklärung ab, Schulden beim Vermögen, Schuldzinsen beim Einkommen, und reichen Sie diese Belege im Original zusammen mit der Steuererklärung ein.

    übrigens: zählen sie sämtliche Zahnarztkosten sowie alles was sie auf Selbstbehalt selber bezahlen mussten und was die Krankenkasse nicht bezahlt zusammen, sammeln sie die Belege. Überteigen diese selbst bezahlten Arztkosten einen bestimmten Prozentsatz vom Nettolohn, können auch diese abgezogen werden (vom Einkommen).

    Hat man also grössere Arztkosten kann sich das auch lohnen.

  • Was ist mit Sozialhilfeschulden, die noch nicht eingefordert wurden? Sind diese bereits als Schuld aufzuführen? Oder muss die Gemeinde die Verfügung stellen damit die Sozialhilfeschulden für das Vermögen relevant werden?

  • Solange die Gemeinde Ihnen noch keine Verfügung geschickt hat, in der steht, dass Sie nun in der Vergangenheit bezogene Sozialhilfe zurückerstatten müssen, liegt noch keine Schuld vor und diese kann deshalb auf der Steuererklärung noch nicht als Schuld eingetragen werden.


    Das gleiche gilt übrigens auch bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV. Auch dort kann eine Schuld wegen der Rückerstattung von in der Vergangenheit bezogener Sozialhilfe erst dann vom Vermögen abgezogen werden, wenn die Gemeinde eine Verfügung über die Pflicht zur Rückerstattung geschickt hat.

  • Guten Tag alle zusammen


    Die def. Steuerveranlagung 2018 bekommt man im Jahr 2019.


    Wenn ich jetzt für die Steuern 2018 zu wenig einbezahlt habe und eine Nachrechnung der Steuern 2018 im 2019 erhalte, kann man dies auf der Steuererklärung 2019 als Schuld in Abzug bringen?


    Und kann man Krankenkassenversicherung Grund+Zusatz sowie eine private Unfallversicherung bei der Krankenkasse hinzugefügt in den Steuern abziehen?


    Thema offene Rechnungen.


    Ich habe z.B eine Aborechnung für Unterhalt auf meiner Heizungsanlage, diese Rechnung habe ich im 12.2019 erhalten ist aber erst im 01.2020 zahlbar, kann ich diese Rechnung als Schuld angeben, wenn ja wo bei der Steuererklärung?


    Würde das auch z.B für eine Zalando Rechnung gelten?


    Danke für euche Hilfe.

  • @Meri_7


    Ich empfehle Ihnen in einem ersten Schritt in das kantonale Steuergesetz Ihres Kantons zu schauen, ab welcher Höhe des Vermögens der Steuersatz für die Vermögenssteuer höher als Null Prozent ist. Im Kanton Zürich beträgt der Steuersatz bei der Vermögenssteuer bei einem Vermögen bis zu 77'000 Franken für eine alleinstehende Person gemäss § 77 Absatz 1 StG Null Promille. Wenn das Vermögen einer alleinstehenden Person im Kanton Zürich nicht höher ist, hat der Abzug von Schulden von diesem Vermögen somit ohnehin keine Auswirkung auf die Höhe der Vermögenssteuer.


    Ich empfehle Ihnen sich die folgenden Informationen von kantonalen Steuerämtern durchzulesen. Es spielt keine Rolle, in welchem Kanton Sie wohnen, weil der Abzug von Schulden vom Vermögen im Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden geregelt ist und deshalb in allen Kantonen gleich ist (Reinvermögen = Vermögen abzüglich der Schulden). Der Steuersatz für die Vermögenssteuer ist je nach Kanton unterschiedlich.


    Soweit die im Dezember 2019 erhaltene, am 31. Dezember 2019 noch nicht bezahlte Aborechnung für den Unterhalt der Heizungsanlage den Unterhalt für das Jahr 2019 betrifft, ist diese in der Steuererklärung für 2019 am 31. Dezember 2019 als Schuld vom Vermögen abzugsfähig. Soweit diese Rechnung den Unterhalt für das Jahr 2020 betrifft, ist diese nicht als Schuld abzugsfähig, weil es keine echte Schuld, sondern eine Vorauszahlung für eine am 31. Dezember 2019 noch nicht erbrachte Dienstleistung ist. Selbst wenn eine einen Unterhalt für 2020 betreffende Rechnung bereits am 31. Dezember 2019 bezahlt worden wäre und sich das Vermögen am 31. Dezember 2019 auf dem Bankkonto wegen dieser Zahlung vermindert hätte, müsste man dann das Guthaben welches man am 31. Dezember 2019 dann durch die Vorauszahlung bei der Heizungsfirma hat beim Vermögen am 31. Dezember 2019 deklarieren, sodass sich die Rechnung in einer Nettobetrachtung nicht auf die Höhe der Vermögenssteuer auswirkt.



    https://steuerbuch.so.ch/steuern/vermoegenssteuer/70-nr-1/



    https://steuerbuch.lu.ch/index…egenssteuer_schulden.html



    http://steuerverwaltung.steuer…h/html/764061837.995.html


    Die Prämien für die obligatorische Unfallversicherung (gesetzlich verpflichtende Unfallversicherung) können in unbegrenzter Höhe abgezogen werden, wenn diese nicht ohnehin bereits vom Arbeitgeber vom Lohn abgezogen wurden und in der Steuererklärung nicht ohnehin bereits der Nettolohn nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge angegeben wurde (Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe f StHG). Die Prämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung und die Prämien für eine freiwillige Zusatzversicherung der Krankenversicherung können bis zu einem bei der direkten Bundessteuer und bei der Kantonssteuer eventuell unterschiedlich hohen Maximalbetrag abgezogen werden. In vielen Kantonen ist der Maximalbetrag so niedrig, dass bereits die Prämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung abzüglich der Prämienverbilligung diesen Maximalbetrag überschreiten, sodass man nicht einmal die obligatorische Krankenpflegeversicherung voll abziehen kann.



    Art. 9 Allgemeines



    2 Allgemeine Abzüge sind:


    f.
    die Prämien und Beiträge für die Erwerbsersatzordnung, die Arbeitslosenversicherung und für die obligatorische Unfallversicherung;
    g.
    die Einlagen, Prämien und Beiträge für die Lebens—, die Kranken- und die nicht unter Buchstabe f fallende Unfallversicherung sowie die Zinsen von Sparkapitalien des Steuerpflichtigen und der von ihm unterhaltenen Personen, bis zu einem nach kantonalem Recht bestimmten Betrag, der pauschaliert werden kann;


    Art. 13 Steuerobjekt


    1 Der Vermögenssteuer unterliegt das gesamte Reinvermögen.



    Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG):


    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19900333/index.html