Zu hohe Rechnung für Finanzberatung

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  • Grüezi miteinander

    Ich war vor ein paar Wochen bei einem Finanzberater um meine finanzielle Lage zu überprüfen und evtl. Mein Budget zu verbessern. Nun habe ich eine Rechnung erhalten, in der mir mehr Arbeitsstunden verrechnet werden, als ich bezogen habe.

    Ablauf:

    Ich habe bei diesem Finanzberater zuerst per Email kurz geschildert wer ich bin und was ich suche. Mit der Frage, ob er diese Dienstleistung anbietet.

    Ich erhielt eine Antwort, dass wir zuerst per Telefon eine Vorabklärung machen sollte. Die ersten 15min. Seien gratis danach zählt sein Stundenansatz. Das Gespräch dauerte 7min. Wir vereinbarten einen Termin und er sandt mir ein kleines Budget Beispiel zu, damit ich mich vorbereiten kann. Direkt nach dem Gespräch habe ich mir den Termin in meine Agenda geschrieben, damit ich ihn nicht vergesse.

    Als ich beim Gespräch ankam, wurde mir mitgeteilt, dass ich eine halbe Stunde zu spät sei. Die Beratung dauerte dann 3 Stunden. Während dieser Beratung wurde mir ein Vertrag zur Schuldensanierung angeboten. Wir machten ab, dass ich mir das ganze übers Wochenende überlege und sollte ich mich dazu entscheiden, würde ich den Vertrag unterschreiben und zurück senden.

    Ich habe mich dann dazu entschieden, diese Sanierung nicht zu machen und teilte dies in einem Email mit.

    Die eigentliche Beratung dauerte 3 Stunden. Mir werden aber 5 Stunden verrechnet. Auf Anfrage, weshalb 2 zusätzliche Stunden verrechnet werden, wurde mir mitgeteilt, dass mein 1. Email zur Anfrage der Dienstleistung, das Telgespräch, das Musterbudget und meine Absage per Email für ihn 2 Stunden Arbeit generierten, welche er mir verrechnen müsse = 280.-

    Das ist doch nicht korrekt? Eine Anfrage darf doch nichts kosten? Das Telefon Gespräch ist nach seiner schriftlichen Aussage kostenlos und wenn ich per Email mitteile, dass ich den Vertrag nicht annehmen werde, kann dafür doch nichts verrechnet werden?

    Wie muss ich vorgehen?

    Vielen Dank für ihre Hilfe.

    Grüsse

    Thias



  • Auf Anfrage, weshalb 2 zusätzliche Stunden verrechnet werden, wurde mir mitgeteilt, dass mein 1. Email zur Anfrage der Dienstleistung, das Telgespräch, das Musterbudget und meine Absage per Email für ihn 2 Stunden Arbeit generierten, welche er mir verrechnen müsse = 280.-

    Das ist doch nicht korrekt? Eine Anfrage darf doch nichts kosten? Das Telefon Gespräch ist nach seiner schriftlichen Aussage kostenlos und wenn ich per Email mitteile, dass ich den Vertrag nicht annehmen werde, kann dafür doch nichts verrechnet werden?



    Das Erstellen einer Offerte (eines Angebots) ist gratis, wenn nicht vorher ausdrücklich vereinbart wurde, dass das Erstellen der Offerte etwas kostet. Schauen Sie sich das folgende Video der Sendung Kassensturz an (http://www.srf.ch/konsum/theme…n-so-vermeiden-sie-aerger). Analog muss die auch für das Telefongespräch für die Erkundigung was eine Beratung kosten würde gelten. Insbesondere, wenn angegeben wird, dass die ersten 15 Minuten ohnehin gratis sein würden.

    Haben Sie überhaupt einen Stundensatz inklusive Mehrwertsteuer pro Stunde vorher abgemacht?

    Ihr erstes E-Mail, das siebenminütige Telefongespräch zur Vereinbarung eines Termins und die ersten 15 Minuten der persönlichen Beratung müssten also kostenlos sein. Für das reine Tippen des E-Mails für den Versand des Budgetbeispiels (falls er Ihnen dieses per E-Mail versandt) hat, könnte er eventuell ein paar Minuten verlangen, aber nicht für die Erstellung des Beispiels selbst (wenn dieses ein Anhang zum E-Mail war), da er dieses wenn es ein allgemeines und nicht auf Sie persönlich zugeschnittenes Beispiel war wahrscheinlich schon vorher für andere Personen erstellet hat. Ein paar wenige Minuten für das Lesen Ihres E-Mails, in dem Sie nach dem Gespräch abgesagt haben wäre auch noch in Ordnung zur Verrechnung.

    Waren Sie tatsächlich eine halbe Stunde zu spät? Haben Sie zu Beginn des Gesprächs oder kurz davor auf die Uhr geschaut und diese Uhrzeit mit der in Ihrer Agenda eingetragenen Uhrzeit verglichen. Selbst wenn ist noch nicht garantiert, dass der Finanzberater in dieser halben Stunden nicht ohne Arbeit rumwarten musste, sondern irgend eine andere Arbeit machen konnte, die er direkt oder indirekt irgendjemand Anderem verrechnen kann.

    Wenn Sie die Rechnung des Finanzberaters nicht oder nicht im vollen Betrag bezahlen wollen, so empfehle ich Ihnen dem Finanzberater einen Brief zu schreiben und ihm zu begründen warum sie nur wieviel bezahlen wollen. Schreiben Sie darin, dass blosse Behauptungen über angebliche Arbeitszeiten, bei denen Sie nicht persönlich am Telefon waren oder die über die übliche Arbeit zum Verfassen eines E-Mails mit einem nicht spezifische für Sie erstellten allgemeinen Budgetbeispiel kein Nachweis für tatsächlich erbrachte Arbeitsleistungen, für welche Sie ein Honorar schulden sei. Schreiben Sie, dass Sie falls der Finanzberater dies nicht akzeptiert und Sie betreibt, Sie umgehend Rechtsvorschlag erheben werden und es dann am Finanzberater wäre den Beweis zu erbringen welche Modalitäten zur Verrechenbarkeit und zum Preis von welchen Leistungen vereinbart wurden und welche Leistungen in welchem Stundenumfang tatsächlich erbracht wurden.

    Wenn Sie vorher einen Stundensatz abgemacht haben und das persönliche Gespräch nur 3 Stunden gedauert hat, nur 2 Stunden 45 bezahlen (die ersten 15 Minuten sind ja angeblich gratis) und wenn Sie ganz grosszügig sein wollen noch etwas für das Schreiben des E-Mail mit dem Budgetbeispiel und für das Lesen Ihres E-Mail mit der Absage zahlen (aber insgesamt sich nicht mehr als 3 Stunden) bezahlen und ihm einen Brief schicken.

    Wenn es um ein Budget oder um eine Schuldensandierung für Sie persönlich ging, ist es möglich, dass Sie unter dem betreibungslosen Existenzminimum leben. Mit den nötigen Unterlagen könnte man ausrechnen, wie hoch das betreibungsrechtliche Existenzminimum für Sie und Ihre Familie ist. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum wird je nach Kanton unterschiedlich berechnet. Im Kanton Zürich wird es nach Richtlinien der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich berechnet (http://www.betreibungsinspekto…ts/KS-EM-09-EM2009-A4.pdf). Wenn Sie darunter sind, können Sie das dem Finanzberater sagen (bzw. er weiss es vielleicht schon aus dem Gespräch) und später auch bei der Betreibung geltend machen. Dann kann der Finanzberater ohnehin nichts bei Ihnen pfänden.

    Der Finanzberater scheint mir unseriös zu sein, wenn er Ihnen einfach zwei nicht hinreichend nachgewiesene Stunden mehr an Arbeit verrechnen möchte, wenn Sie einen angebotenen Vertrag zur Schuldensanierung nicht unterschreiben möchten. Worum ging es eigentlich in dem Vertrag? Womöglich um irgendein Darlehen oder irgendein einen Kredit an Sie? Womöglich erhält der Finanzberater dafür noch einen Provision von der Bank oder dem Unternehmen das diesen Kredit anbietet.

    Sollte in dem Vertrag ein Konsumkredit angeboten werden, ist für Sie vielleicht auch Artikel 3 des Bundesgesetzes über den unlauteren Wettbewerb (UWG) interessant (http://www.admin.ch/ch/d/sr/241/a3.html).

    Es gibt in Ihrem Kanton wahrscheinlich vom Staat oder von gemeinnützigen Organisationen angebotene Gratisschuldenberatungen (schauen Sie mal bei der Caritas, ob diese eine gratis Schuldenberatung anbietet oder jemanden kennt, der eine Gratisschuldenberatung anbietet).

    Viel Glück!

  • Vielen Dank für Ihre rasche Antwort und Hilfestellung.

    Wir hatten während des Telefongesprächs einen Stundenansatz abgemacht. Das Budget Beispiel war ein allgemeines Dokument und eine Budget Zusammenstellung eines anderen Kundes. Also nicht auf mich persönlich zugeschnitten.

    Ich führe eine Agenda in welcher ich Termine immer sofort eintrage. In meiner Agenda stand Termin von 14:00 - 17:00. Ich kam auf die Minute genau um 14:00Uhr an. 5 Minuten vorher rief mich der Finanzberater an um zu fragen, ob ich unterwegs sei, woraus man schliessen kann, dass er mit 13:30 und ich mit 14:00 gerechnet haben.

    Ich habe per Email nun eine Stellungnahme über die 2 zusätzlichen Stunden erhalten. Dabei soll eine Vorbereitung auf das Gespräch und die anschliessend Archivierung der Unterlagen mit verrechnet werden. Bei der Abmachung des Termins wurde mir nicht mitgeteilt, dass bereits vor der Beratung Arbeiten anfallen würde. Welche auch? Der Finanzberater hatte zu Beginn der Beratung nur seine Notizen vor sich liegen, welche er beim Telefongespräch gemacht hatte und musste gleichzeitig noch mals alles nachfragen, weil er nicht mehr im Bild war.

    Bei der Beratung ging es darum meine Budgetplanung zu kontrollieren und optimieren. Wo kann ich Geld einsparen? Ich habe momentan 2 offene Rechnungen. 1. Steuern ohne Zahlungstermin, 2. Kreditkarte wobei ich mit der Bank eine tiefe Monatliche Rate bereits abgemacht habe. Das Angebot des Beraters war eine Schuldensanierung für diese zwei(nicht dringenden) Rechnungen. Er wollte ein Kollektivkonto einrichten und ein Vollmacht von mir erhalten. Da aber keine der Rechnungen per sofort bezahlt werden müssen und ich für die Steuern im Notfall Ende Jahr eine Stundung selbst beantragen kann, schien mir eine Sanierung mit Kollektivkonto und Vollmacht übertrieben. Weshalb ich dankend abgelehnt habe.

    Ich werde dann also wie Sie es mir vorschlagen vorgehen. Oder gibt es durch meine zusätzlichen Infos einen Einwand?

    Freundliche Grüsse und vielen Dank

  • Der Finanzberater wollte ein neues Bankkonto einrichten, auf dem sowohl Sie als auch der Finanzberater eine Unterschriftsberechtigung hat und alleine über das Geld auf diesem Konto verfügen kann bzw. dieses Konto ins Minus bringen und Verzugszinsen versursachen kann? Das erscheint mir sehr merkwürdig, wenn ein "Finanzberater" so etwas möchte.

    Was meinen Sie mit "Kreditkarte wobei ich mit der Bank eine tiefe Monatliche Rate bereits abgemacht habe"? Meinen Sie das Sie Schulden gegenüber der Bank haben, welche die Kreditkarte herausgibt? Die Banken verlangen normalerweise extrem hohe Zinsen, wenn man mit der Kreditkarte im Minus ist oder mit einem normalen Bankkonto bei der Bank im Minus ist. Haben Sie schon geschaut wie hoch der effektive Jahreszins für diese Schulden bei der Bank ist? Haben Sie schon bei den Banken, die als Genossenschaft geführt werden (z.B. Migros Bank, Bank Coop, Raiffeisen) erkundigt, wie hoch der effektive Jahreszins für einen Kredit von diesen Banken wäre und ob man Ihnen einen solchen Kredit gewähren würde damit Sie Ihre Kreditkartenschulden zurückbezahlen können und die laufenden hohen Ausgaben für die hohen Zinsen auf den Kreditkartenschulden los sind?

    Ein Budget aufzustellen ist eine gute Idee. Überlegen Sie sich gut, was Sie wirklich brauchen. Brauchen Sie wirklich alle Versicherungen, die Sie haben weil Sie so risikoscheu sind? Haben Sie schon auf dem offiziellen Vergleich der Krankenkassenprämien für die Grundversicherung des Eidgenössischen Departements des Inneren nachgeschaut, ob es nicht eine günstigere Krankenkasse gäbe? Haben Sie schon nachgeschaut, wann der nächste Kündigungstermin für Ihre Krankenkasse ist? Haben Sie schon geschaut, ob Sie vielleicht Anspruch auf Prämienverbilligungen für die Krankenversicherung vom Kanton haben? Haben Sie Ihre Schulden bei der Steuererklärung vom Vermögen abgezogen und die Schuldzinsen in der Steuererklärung als Ausgabe abgezogen? Wenn sich unter dem Jahr Ihr steuerbares Einkommen und Ihr steuerbares Vermögen voraussichtlich geändert hat, können Sie in vielen Kantonen einen Antrag auf Prämienverbilligungen wegen einer Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse geltend machen. Vielleicht können Sie auch einen günstigeren Anbieter für das Mobiltelefon, Festnetz, Internet und Fernsehen finden. Auch dafür geht monatlich oft recht viel Geld heraus. Schauen Sie auch dort wann der nächste Kündigungstermin für den Vertrag ist.

    Haben Sie auf der provisorischen Rechnung des Steueramts geschaut bis wann spätestens die Steuern bezahlt werden müssen und ob Sie bis dahin keine Zinsen an das Steueramt bezahlen müssen und welchen Zinssatz Sie dem Steueramt nach diesem Termin bezahlen müssen. Dieser Zinssatz ist wahrscheinlich deutlich tiefer als jener den die Banken verlangen.

    Schauen Sie, dass Sie die Ursachen für die Schulden rasch angehen (Ausgaben senken bzw. zusätzliche Einnahmen wie Sozialversicherungsleistungen hereinholen). Schauen Sie, dass Sie über eine Zwischenfinanzierung mit einem tiefen effektiven Jahreszinssatz offene Rechnungen, die sonst noch zu Mahngebühren und Betreibungsgebühren führen rechtzeitig bezahlen.

    Suchen Sie sich eine unentgeltliche Schuldenberatung.

    Zahlen Sie dem Finanzberater nur die abgemachten 2 Stunden 45 Minuten oder wenn Sie grosszügig sein wollen und können 3 Stunden. Schreiben Sie ihm einen Brief, warum Sie ihm nur das zahlen und, dass Sie sich wegen der rechtlichen Situation was Sie bezahlen müssen erkundigt haben. Rechnen Sie Ihre betreibungsrechtliches Existenzminimum aus. Wenn Sie darunter sind, erwähnen Sie im Brief, dass eine Betreibung wegen des von Ihnen gemäss den kantonalen Vorschriften berechneten betreibungsrechtlichen Existenzminimums ohnehin aussichtslos wäre und, dass Sie gegen eine Betreibung ohnehin Rechtsvorschlag erheben würden. Das wird den Finanzberater wahrscheinlich von einer Betreibung abschrecken und ausserdem sind Sie durch eine Zahlung von 2 Stunden 45 Minuten oder 3 Stunden ohnehin fair zu ihm.



  • Der Finanzberater wollte ein neues Bankkonto einrichten, auf dem sowohl Sie als auch der Finanzberater eine Unterschriftsberechtigung hat und alleine über das Geld auf diesem Konto verfügen kann bzw. dieses Konto ins Minus bringen und Verzugszinsen versursachen kann? Das erscheint mir sehr merkwürdig, wenn ein "Finanzberater" so etwas möchte.



    Genau das war der Vorschlag. Ich würde dann Geld auf dieses Konto einbezahlen und er verteilt es unter den Gläubigern ( Bank, Staat )

    Meine Kreditkarte ist mit 4000.- belastet. Vor zwei Monaten hatte ich den Mindestbetrag nciht bezahlt, worauf die Bank dann innerhalb 10 Tagen die Zurückzahlung des Gesamtbetrages verlangte. Ich habe dann mit der Bank gesprochen und abgemacht, dass ich monatlich min. 300.- einzahle.

    Ich habe diese Punkte dem Finanzberater mal per Email geschrieben, zum schauen ob er einlenkt. Er sieht sich aber immer noch völlig im Recht. Dabei hält er sich an den Unterlagen "nach Mass" fest und dass ich zu spät kam. Zudem schrieb er noch dies:

    "Wenn ich nur die Gesprächszeit verrechnen würde, müsste ich den Tarif massiv erhöhen.

    ist für diese Arbeit aber nicht sinnvoll: da eine Sanierung sehr viel administrative Arbeit - ca. 80% - beinhaltet.

    Zudem bist jetzt alle Nachlassrichter meine Verrechnungsweise zugestimmt haben, Honorarrechnungen prüfen und zustimmen.

    Auch KMU Inhaber diese Verrechnungsweise akzeptieren und korrekt und sinnvoll finden."

    Stundensatz: 140.-

    Soll ich es immer noch anfechten, oder verlier ich dann nur noch mehr?

  • In welchem Kanton leben Sie? Die Höhe des betreibungsrechtlichen Existenzminimums ist kantonal unterschiedlich. Ich habe Ihnen bereits die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums in Kanton Zürich geschickt. Mit einer Google-Suche nach "betreibungsrechtliches Existenzminimum" und "Kanton X" werden Sie wenn Sie in einem anderen Kanton wohnen, die Regeln finden.

    Schreiben Sie dann hier, auf Grund welcher Einnahmen und Ausgaben Sie welche Höhe des betreibungsrechtlichen Existenzminimums für Sie errechnet haben. Die Analyse Ihrer Einnahmen und Ausgaben für diese Berechnung können Sie auch zum Teil für Ihr Budget gebrauchen.

    Rechnen Sie die Höhe Ihres betreibungsrechtlichen Existenzminimums aus. Wenn Sie darunter sind und im diese kommunizieren halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass er Sie betreibt, wenn Sie nur die 2 Stunden 45 Minuten oder 3 Stunden bezahlen für sehr gering. Selbst wenn er Sie trotzdem betreibt, wobei er dabei dem Betreibungsamt die Kosten der Betreibung vorauszahlen muss, können Sie gegen die Betreibung Rechtsvorschlag erheben, dass die Forderung nicht zu Recht besteht weil es keine vertragliche Grundlage dafür gibt, was die Betreibung verhindert bis ein Gerichtsurteil vorliegt. Um den Rechtsvorschlag zu beseitigen müsste er dann vor Gericht die Forderung einklagen, wobei er dem Gericht die Gerichtskosten vorauszahlen müsste. Selbst wenn er vor Gericht gewinnen sollte, kann er die Forderung nicht über das Betreibungsamt bei Ihnen eintreiben solange Sie unter dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum sind.

    Ich halte den Finanzberater nicht für seriös und halte seine Aussagen für einen Bluff. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass er wegen 2 Stunden à 140 Franken Differenz, also 280 Franken dem Betreibungsamt die Betreibungskosten vorauszahlen möchte und dann noch einmal dem Gericht die Gerichtskosten vorauszahlen möchte mit dem Risiko, dass er vor Gericht verliert und selbst wenn er gewinnt immer noch nichts bekommt solange Sie unter dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum sind. Ich nehme an, dass Sie in keinem Konkurs- und Nachlassverfahren sind und der Finanzberater nicht als Konkurs- oder Nachlassverwalter vom Gericht bestellt wurde. Folglich sind irgendwelche Erfahrungen welche Honorarrechnungen Nachlassrichter ihm angeblich genehmigt hätten, hier vollkommen irrelevant. Ich halte den Herrn für einen Bluffer.

    Ein Konto, auf das ein Schuldner sein Einkommen einbezahlt und über welches ein Finanzberater die Verfügungsgewalt hat und davon die Gläubiger bezahlt grenzt geradezu an eine Vormundschaft über den Gläubiger. Ich hoffe doch schwer für Sie, dass Sie selbst in der Lage sind ein Budget zu erstellen und sich um die kostengünstige Refinanzierung ihrer Schulden bei einer anderen Bank (Ablösung von Kreditkartenschulden mit hohen Zinsen durch Kredit von Genossenschaftsbank mit tieferen Schulden) kümmern können.

  • Vielen Dank für Ihre Hilfe und Mühen.

    Ich wohne im Kanton Zürich. Mein betreibungsrechtlichen Existenzminimum ist deutlich niedriger als mein Einkommen. Ich habe auch keine Betreibungen/ Pfändungen. Auf meiner Stuerrechnung steht effektiv kein Fälligkeitsdatum. Ich erhielt aber mehrere Einzahlungsscheine für kleine Tranchen zugeschickt.

    Ich habe nun dem Finanzberater einen Brief geschickt, in dem ich erkläre was und weshalb ich bezahle, was nicht (genau wie sie mir es empfehlen ) Vielen Dank.

    Auf der detaillierten Rechnung, die ich elektronisch in den letzten Tagen noch erhalten hatte, steht noch ein Punkt "Vormundschaft" drin. Nachdem ich das entdeckt habe, lies ich die Verträge nochmals genau durch. Ich stell mir nun die Frage, ist es überhaupt legal bei einem 1.Gespräch zur Optimierung des Budgets dem Kunden einen Vertrag für eine Vormundschaft vorzulegen und dabei noch drängen, man solle sofort unterschreiben, da er die nächsten zwei Wochen keine Zeit mehr hat?

    Da steht z.B. drin dass er die Vormundschaft sogar an eine weitere Person weitergeben dürfe oder dass alle persönlichkeitsrechte nicht mehr gelten.

    Müsste ich den vertrag vielleicht noch an entsprechende Stellen weiterleiten?

  • Für mich hört sich das ganze ziemlich nach versuchtem Betrug an.

    ich war selber letztes Jahr in einer Budgetberatung in Winterthur und habe dafür Pauschal CHF 50.00 bezahlt, die Dame hat sich sehr viel Zeit für mich genommen und mich sehr gut beraten. Die 50 franken schienen mir, für den ganzen Aufwand und die Zeit, mehr als nur fair.

    Budgetvorlagen kann man sich übrigens auch im Internet kostenlos runterladen.

    Wie sind sie auf diesen "Finanzberater" gekommen? Es würde mich micht wundern wenn er bereits schon andere Personen betrogen und sich Vollmachten erschliechen hätte. Dass sie nicht unterschrieben haben war eine sehr gute und kluge Entscheidung.