Kann das Sozialamt verlangen, dass man das Haus im Ausland verkauft?

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  • Hallo,

    Unsere Eltern sind kürzlich verstorben und haben uns ein Haus im Ausland mit laufender Hypothek hinterlassen. Wir sind 4 Kinder und leben in der CH. Eines davon ist zurzeit beim Soz. Amt gemeldet und erhält Leistungen. Kann das Amt verlangen dieses zu verkaufen, obwohl 4 Erben sind?

  • Nach dem Tod gehört das Haus bis zur Erbteilung der aus den vier Kindern bestehenden Erbengemeinschaft. Die Erbengemeinschaft kann Entscheidungen nur einstimmig fällen (das heisst wenn alle vier Kinder mit der Entscheidung einverstanden sind).

    Allerdings kann jedes der vier Kinder alleine die Teilung der Erbschaft verlangen. Eine Teilung der Erbschaft bedeutet nicht unbedingt, dass das Haus an eine fremde Person verkauft werden muss. Es wäre auch möglich, dass eines oder mehrere der anderen Kinder dem vierten Kind seinen Anteil am Haus zu einem fairen Marktpreis abkaufen.

    Das Sozialamt kann das Kinder auffordern die Teilung der Erbschaft zu verlangen. Das Sozialamt kann die Sozialhilfe kürzen und wahrscheinlich sogar ganz einstellen, wenn nicht die Teilung der Erbschaft verlangt wird und mit dem Erlös aus dem Anteil am Haus nicht die Lebenskosten selbst bezahlt werden.

    Das Kind, das Sozialhilfe bezieht ist verpflichtet dem Sozialamt zu melden, dass es nun einen Anteil an einer unverteilten Erbschaft besitzt.



  • Nach dem Tod gehört das Haus bis zur Erbteilung der aus den vier Kindern bestehenden Erbengemeinschaft. Die Erbengemeinschaft kann Entscheidungen nur einstimmig fällen (das heisst wenn alle vier Kinder mit der Entscheidung einverstanden sind).



    Artikel 602 Zivilgesetzbuch (ZGB)

    Absatz 1 Beerben mehrere Erben den Erblasser, so besteht unter ihnen, bis die Erbschaft geteilt wird, infolge des Erbganges eine Gemeinschaft aller Rechte und Pflichten der Erbschaft.

    Absatz 2 Sie werden Gesamteigentümer der Erbschaftsgegenstände und verfügen unter Vorbehalt der vertraglichen oder gesetzlichen Vertretungs- und Verwaltungsbefugnisse über die Rechte der Erbschaft gemeinsam.

    Absatz 3 Auf Begehren eines Miterben kann die zuständige Behörde für die Erbengemeinschaft bis zur Teilung eine Vertretung bestellen.



    Allerdings kann jedes der vier Kinder alleine die Teilung der Erbschaft verlangen. Eine Teilung der Erbschaft bedeutet nicht unbedingt, dass das Haus an eine fremde Person verkauft werden muss. Es wäre auch möglich, dass eines oder mehrere der anderen Kinder dem vierten Kind seinen Anteil am Haus zu einem fairen Marktpreis abkaufen.



    Artikel 604 ZGB

    Absatz 1 Jeder Miterbe kann zu beliebiger Zeit die Teilung der Erbschaft verlangen, soweit er nicht durch Vertrag oder Vorschrift des Gesetzes zur Gemeinschaft verpflichtet ist.

    Absatz 2 Auf Ansuchen eines Erben kann das Gericht vorübergehend eine Verschiebung der Teilung der Erbschaft oder einzelner Erbschaftssachen anordnen, wenn deren sofortige Vornahme den Wert der Erbschaft erheblich schädigen würde.

    Absatz 3 Den Miterben eines zahlungsunfähigen Erben steht die Befugnis zu, zur Sicherung ihrer Ansprüche sofort nach dem Erbgange vorsorgliche Massregeln zu verlangen.

    Zivilgesetzbuch (ZGB):

    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19070042/index.html

    Es sollte im kantonalen Sozialhilfegesetz und in der kantonalen Sozialhilfeverordnung des Kantons, in dem die sozialhilfebeziehende Person wohnt, abgeklärt werden, ob eine Pflicht zur Meldung der Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse (z.B. Erbschaft) besteht.