HILFE: kündigen oder kündigen lassen?

Übersicht der Foren

Zur Liste der Foren gelangen Sie hier: Foren

Möchten Sie einen neuen Beitrag erstellen, wählen Sie bitte ein Forum aus der Foren-Liste und klicken sie auf die Schaltfläche "Neues Thema" oben auf der rechten Seite.

  • Liebe Leser/innen


    Gestern bin ich nach 6 Arbeitsmonaten ohne Vorwarnung Freigestellt worden. Der Arbeitsgeber hat mir eine Kündigung eingereicht mit der Begründung ich passe nicht zu der Firma und dem Team. Gleichzeitig hat er mir angeboten selber zu kündigen. Keine von den zwei Optionen ist optimal. Ich habe bei Arbeitslosenkasse angerufen und gefragt ob ich die Chancen habe, dass dies so gesehen ist wie es ist - dass ich eigentlich eine Kündigung seitens Arbeitsgeber bekommen habe und darauf selber gekündigt um meine Bewerbungschancen mit schönerem Arbeitszeugnis zu erhöhen. Der Berater wollte natürlich keine endgültige Antwort geben, meinte aber, dass ich mit einer "Penalty" von mind. 20 - 30 Tagen rechnen muss. Plus 5 Tage Wartezeit = fast 2 Monate.


    Jetzt kann ich auswählen ob ich gekündigt bin und kann mir das Brot und die Miete zahlen, habe aber die Schwierigkeiten eine Arbeitsstelle wieder zu finden, oder ob ich selber die Kündigung einreiche um meine Chancen höher zu haben, dafür aber keinen Geld bekomme - und wer weiss wie die Rechnungen bezahle.


    Ich finde es irgendwie, dass die Lösung für niemanden gut ist - sowohl für mich, als auch für die Arbeitslosekasse. Die wollen ja auch nicht, dass ich meine volle 240 oder 400 Taggelder bekomme, sondern, dass ich so schnell wie möglich wieder arbeite. Wenn ich aber eine Kündigung einreiche um meine Chancen zu erhöhen, bekomme ich eine Busse von fast 2 Monaten. Also weil ich die Arbeit schnell finden will, bin ich gebusst ... komisch ... Oder ich lasse, dass sie mich einfach Kündigen, was wahrscheinlicher dazu führt, dass ich viel länger bei der Kasse bin und das Geld beziehe ..


    Ich verstehe die Welt nicht mehr.


    Was tun? Gibt es Unterschiede bei den Kassen? Gibt es Erfahrungen mit diesen Situationen?


    Vielen Dank für jegliche Tips.


    Liebe Grüsse

  • Randziffer D25 des Kreisschreibens AVIG-Praxis ALE:


    ==========================================


    Stellt der Arbeitgeber die arbeitnehmende Person unmissverständlich vor die Wahl, selbst zu kündigen oder die Kündigung entgegenzunehmen, ist von einer Kündigung durch den Arbeitgeber auszugehen. Folglich ist bei der Sachverhaltsbeurteilung nicht nach Art. 44 Abs. 1 Bst. b AVIV vorzugehen, sondern nach Art. 44 Abs. 1 Bst. a AVIV zu prüfen, ob die arbeitnehmende Person dem Arbeitgeber genügend Anlass gegeben hat, ihm die Kündigung nahe zu legen.


    Kreisschreiben des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) AVIG-Praxis ALE:


    http://www.treffpunkt-arbeit.c…-Praxis_ALE_Juli_2017.pdf


    Das Kreisschreiben AVIG-Praxis ALE ist eine für die kantonalen Amtsstellen (RAV) und für die Arbeitslosenkassen verbindliche Weisung wie das Arbeitslosenversicherungsgesetz und die Arbeitslosenversicherungsverordnung zu vollziehen sind.


    Sie tragen die Beweislast, dass der Arbeitgeber Sie unmissverständlich vor die Wahl gestellt hat, selbst zu kündigen oder sonst vom Arbeitgeber gekündigt zu werden. Ich empfehle Ihnen den Arbeitgeber zu ersuchen Ihnen als Beweis eine Bestätigung zu schreiben, dass der Arbeitgeber Ihnen mitgeteilt hat, dass der Arbeitgeber Sie kündigen wird, wenn Sie nicht selbst kündigen. Sie können diese Bestätigung dann mit der Anmeldung bei der Arbeitslosenkasse (nicht bei der Anmeldung beim RAV) einreichen und die Arbeitslosenkasse auf die Randziffer D25 des Kreisschreibens AVIG-Praxis ALE hinweisen. Ich empfehle Ihnen auch sich die Randziffern D15 bis D22 durchzulesen. Die Arbeitslosenkasse wird wahrscheinlich beim Arbeitgeber schriftlich nach dem Grund dafür fragen, warum er Ihnen gesagt hat, dass er Ihnen kündigen wird, wenn Sie nicht selbst kündigen. Falls Sie sich geweigert haben Anweisungen des Arbeitgebers zu befolgen oder andere arbeitsvertragliche Pflichten verletzt haben, können Sie trotzdem wegen selbstverschuldeter Kündigung durch eine Anstellung in der Anspruchsberechtigung für Taggelder bestraft werden (Einstelltage).


    Sie sind verpflichtet sich bereits während der Kündigungsfrist auf 12 bis 12 Stellenanzeigen pro Monat zu bewerben und diese Bewerbungen beim RAV nachzuweisen. Ich empfehle Ihnen die Stellenanzeigen, Ihre Bewerbungsbriefe und Bewerbungs-E-Mails auszudrucken oder zu kopieren. Ich empfehle Ihnen bei Bewerbungen den Lebenslauf und die Zeugnisse mitzuschicken, damit das RAV diese als qualitativ ausreichende Bewerbungen einstuft (ein eingescannter Lebenslauf und eingescannte Zeugnisse, welche als Anhänge zu einer E-Mail-Bewerbung mitgeschickt werden reicht normalerweise).

  • Guten Abend,


    Unangenehmes Thema. Besonders für dich, gar keine Frage. Alleine schon die Frechheit das man diese möglichkeit hat zu wählen. Ehrlich gesagt, weiß Ich auch nicht ob das überhaupt Rechtens ist. Bist du aus der Probezeit raus gewesen? 8| Weil im normalfall darf der Arbeitgeber gar nicht mal so einfach kündigen. Und schon gar nicht mit diesem Argument was du da auf den Tisch gelegt bekommen hast. Klar es hört sich doof an, aber an deiner Stelle, würde ich kündigen und dann gleich rasch in einen neuen Beruf gehen. Ich sage mal, um direkt wieder Fuß zu fassen, würde die Kommunikationsbranche bzw Telekommunikationsbranche gut in Frage kommen.

  • sYpro


    Sie scheinen nicht viel Ahnung vom Schweizer Arbeitsrecht zu haben. In der Schweiz darf ein Arbeitgeber unter Einhaltung der Kündigungsfrist kündigen ohne, dass er dazu einen besonderen Grund benötigt. Es wäre hilfreich, wenn sie erklären würden, wie man jemandem nach der Umstellung der Forensoftware eine PN (private Nachricht) zukommen lassen kann.