Online-Casino Gewinn versteuern?

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  • Hallo Zusammen,


    Auf Online-Casinos spielen wird immer beliebter. Man meldet sich an, kann via verschiedenen Methoden ganz einfach Geld auf sein Account laden und zocken. Je nach Wunsch kann man tiefe oder höhere Einsätze spielen wie im echten Casino. Auszahlungen funktionieren auch schnell und unkompliziert.


    Um auf den Punkt zu kommen, muss man Gewinne von solchen Seiten nun jetzt versteuern? Ich denke kleinere Beträge muss man nicht, aber wie sieht es aus wen man z.B. 10'000 / 40'000 / 80'000 und höhere Beträge gewinnt?


    Grüsse

  • Im ersten Treffer der von Sirio angegebenen Google-Suche auf einer vom Schweizer Staat betriebenen Website stand deutlich "Gewinne aus Glücksspielen in der Schweiz und im Ausland sind in allen Kantonen steuerpflichtig. Dazu gehören auch Gewinne aus Sportwetten (Totospiele)."


    Online-Casinos sind ein Glücksspiel. Online-Casinos sind kein spezieller Fall.


    Abgesehen davon hätte ein Blick in das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer genügt um zu wissen, dass Gewinne aus Online-Casinos nicht steuerfrei sind.


    Artikel 16 Absatz 1 DBG: Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte.


    In der Liste der steuerfreien Einkünfte in Artikel 24 DBG sind die bei Glücksspielen in Spielbanken im Sinne des Spielbankengesetzes vom 18. Dezember 1998 erzielten Gewinne und die einzelnen Gewinne bis zu einem Betrag von 1000 Franken aus einer Lotterie oder einer lotterieähnlichen Veranstaltung enthalten.


    Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG):



    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19900329/index.html



    Artikel 7 Absatz 1 StHG: Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte


    In der Liste der steuerfreien Einkünfte in Artikel 7 Absatz 4 StHG sind


    die bei Glücksspielen in Spielbanken im Sinne des Spielbankengesetzes vom 18. Dezember 1998 erzielten Gewinne und


    die einzelnen Gewinne aus einer Lotterie oder einer lotterieähnlichen Veranstaltung bis zu einem nach kantonalem Recht bestimmten Betrag. enthalten.

    Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG):



    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19900333/index.html

  • Wenn die Auszahlung auf ein Konto erfolgt, das vorher bei der Steuererklärung angegeben wurde, wird dem Steuerkommissär ein Anstieg des Vermögens auffallen und dieser wird Fragen stellen woher dieser Anstieg des Vermögens stammt.


    Artikel 175 Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer



    1 Wer als Steuerpflichtiger vorsätzlich oder fahrlässig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, wer als zum Steuerabzug an der Quelle Verpflichteter vorsätzlich oder fahrlässig einen Steuerabzug nicht oder nicht vollständig vornimmt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine unrechtmässige Rückerstattung oder einen ungerechtfertigten Erlass erwirkt,


    wird mit Busse bestraft.



    2 Die Busse beträgt in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer. Sie kann bei leichtem Verschulden bis auf einen Drittel ermässigt, bei schwerem Verschulden bis auf das Dreifache erhöht werden.


    Artikel 56 Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden




    1 Wer als Steuerpflichtiger vorsätzlich oder fahrlässig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist,


    wer als zum Steuerabzug an der Quelle Verpflichteter vorsätzlich oder fahrlässig einen Steuerabzug nicht oder nicht vollständig vornimmt,


    wer vorsätzlich oder fahrlässig eine unrechtmässige Rückerstattung oder einen ungerechtfertigten Erlass erwirkt,


    wird mit einer Busse entsprechend seinem Verschulden bestraft, die einen Drittel bis das Dreifache, in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer beträgt.


    Artikel 151 Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer



    1 Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismittel, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder ein Vergehen gegen die Steuerbehörde zurückzuführen, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert.


    Artikel 53 Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden



    1 Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die Steuerbehörde zurückzuführen, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert. Wegen ungenügender Bewertung allein kann keine Nachsteuer erhoben werden.

  • Übrigens kann ich hinzufügen, dass die Verwendung verschiedener Zahlungsmittel im Online-Casinos zu unterschiedlichen Steuerrechnungen führen wird. So zum Beispiel in dieser Hinsicht, unter den Einlagen einer der beliebtesten ist PayPal. Es ist ein zuverlässiges System, das von den Millionen von Spielern getestet wurde, die sich für die Einzahlung mit PayPal entschieden Haben.

  • Um bei einem Online Casino ohne Steuern spielen zu können, müssen Sie einen Anbieter auf onlinecasinosat auswählen, der über eine europäische Glücksspiellizenz verfügt und Umsatzsteuern an Österreich abführt.

  • Nur weil ein Gewinn nicht der Verrechnungssteuer unterliegt, bedeutet das nicht automatisch, dass dieser Gewinn auch bei den Einkommenssteuern in der Schweiz steuerfrei ist. Bei der direkten Bundessteuer und bei den direkten Steuern der Kantone und Gemeinden sind die folgenden Gewinne steuerfrei:



    Art. 24


    Steuerfrei sind:


    i. die Gewinne, die in Spielbanken mit Spielbankenspielen erzielt werden, die nach dem Geldspielgesetz vom 29. September 20174 (BGS) zugelassen sind, sofern diese Gewinne nicht aus selbstständiger Erwerbstätigkeit stammen;


    ibis. die einzelnen Gewinne bis zum Betrag von 1 Million Franken aus der Teilnahme an Grossspielen, die nach dem BGS zugelassen sind, und aus der Online-Teilnahme an Spielbankenspielen, die nach dem BGS zugelassen sind;


    iter. die Gewinne aus Kleinspielen, die nach dem BGS zugelassen sind;


    j. die einzelnen Gewinne aus Lotterien und Geschicklichkeitsspielen zur Verkaufsförderung, die nach Artikel 1 Absatz 2 Buchstaben d und e BGS diesem nicht unterstehen, sofern die Grenze von 1000 Franken nicht überschritten wird.


    Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG):



    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19900329/index.html



    Art. 7 Grundsatz



    4 Steuerfrei sind nur:



    l. die Gewinne, die in Spielbanken mit Spielbankenspielen erzielt werden, die nach dem Geldspielgesetz vom 29. September 20174 (BGS) zugelassen sind, sofern diese Gewinne nicht aus selbstständiger Erwerbstätigkeit stammen;


    lbis. die einzelnen Gewinne bis zum Betrag von 1 Million Franken aus der Teilnahme an Grossspielen, die nach dem BGS zugelassen sind, und aus der Online-Teilnahme an Spielbankenspielen, die nach dem BGS zugelassen sind;


    lter. die Gewinne aus Kleinspielen, die nach dem BGS zugelassen sind;


    m. die einzelnen Gewinne aus Lotterien und Geschicklichkeitsspielen zur Verkaufsförderung, die nach Artikel 1 Absatz 2 Buchstaben d und e BGS diesem nicht unterstehen, sofern die nach kantonalem Recht bestimmte Grenze nicht überschritten wird.


    Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG):



    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19900333/index.html

  • Natürlich!


    Die Verrechnungssteuer heisst ja auch VERRECHNUNGSsteuer, da diese mit anderen Steuern verrechnet wird.


    Wenn keine VERRECHNUNGSsteuer erhoben wird auf Glücksspiel-Gewinnen von natürlichen, unselbständigerwerbenden Personen, fällt für sie die Deklarationspflicht weg!


    Und wenn man nichts deklariert, kann auch keine Steuer erhoben werden.

  • @BleibtStark


    Ihre pauschale Behauptung, dass man "die Spieleinsätze" "von den Steuern" "bis zu einem bestimmten Betrag" abziehen kann, ist falsch. Es können bei der direkten Bundessteuer von den Gewinnen nicht einfach "Spieleinsätze" "bis zu einem bestimmten Betrag" abgezogen werden. Bei der direkten Bundessteuer können von Gewinnen aus der Teilnahme von Geldspielen, welche nach Artikel 24 Buchstaben ibs - j steuerfrei sind, mit Ausnahme von Gewinnen aus der Online-Teilnahme an Spielbankenspielen nach Artikel 24 Buchstabe ibis keine Spieleinsätze von den Gewinnen abgezogen werden. Bei der direkten Bundesteuer werden von den einzelnen Gewinnen aus der Online-Teilnahme an Spielbankenspielen nach Artikel 24 Buchstabe ibis die vom Online-Spielerkonto abgebuchten Spieleinsätze im Steuerjahr, jedoch höchstens 25 000 Franken abgezogen. Bei der direkten Bundessteuer werden von den einzelnen Gewinnen aus der Teilnahme an Geldspielen, welche nicht nach Artikel 24 Buchstabe Ibis - j steuerfrei sind, werden nicht "die Spieleinsätze", sondern unabhängig davon wie hoch die Spieleinsätze tatsächlich waren, pauschal 5 Prozent, jedoch höchstens 5000 Franken, als Einsatzkosten abgezogen. Bei den Staats- und Gemeindesteuern hängt es ohnehin davon ab, wie das die einzelnen Kantone in ihren kantonalen Steuergesetzen im Rahmen von Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe n StHG geregelt haben. Abgesehen davon werden die steuerlich abzugsfähigen Abzüge nicht "von den Steuern", sondern von den Gewinnen aus der Teilnahme an den Geldspielen abgezogen (siehe Artikel 25 DBG und Artikel 9 Absatz 1 StHG).



    Art. 33 Schuldzinsen und andere Abzüge1





    4 Von den einzelnen Gewinnen aus der Teilnahme an Geldspielen, welche nicht nach Artikel 24 Buchstaben ibis–j steuerfrei sind, werden 5 Prozent, jedoch höchstens 5000 Franken, als Einsatzkosten abgezogen. Von den einzelnen Gewinnen aus der Online-Teilnahme an Spielbankenspielen nach Artikel 24 Buchstabe ibis werden die vom Online-Spielerkonto abgebuchten Spieleinsätze im Steuerjahr, jedoch höchstens 25 000 Franken abgezogen.



    Art. 251


    Zur Ermittlung des Reineinkommens werden von den gesamten steuerbaren Einkünften die Aufwendungen und allgemeinen Abzüge nach den Artikeln 26–33a abgezogen.


    Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG):



    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19900329/index.html



    Art. 9 Allgemeines



    1 Von den gesamten steuerbaren Einkünften werden die zu ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen und die allgemeinen Abzüge abgezogen. Für die notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte kann ein Maximalbetrag festgesetzt werden.



    2 Allgemeine Abzüge sind:



    n. die Einsatzkosten in der Höhe eines nach kantonalem Recht bestimmten Prozentbetrags der einzelnen Gewinne aus Geldspielen, welche nicht nach Artikel 7 Absatz 4 Buchstaben l–m steuerfrei sind; die Kantone können einen Höchstbetrag für den Abzug vorsehen;


    Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG):



    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19900333/index.html

  • @BleibtStark


    Niemand hat Sie gefragt, unter welchen Voraussetzungen Unternehmen, welche Gewinne aus Geldspielen auszahlen, der Eidgenössischen Steuerverwaltung eine Meldung die steuerbare Leistung melden muss oder von diesen Gewinnen eine Verrechnungssteuer abziehen müssen und der Steuerverwaltung überweisen müssen. Darüber hinaus, hat Sie niemand nach einer Belehrung darüber gefragt, was eine Verrechnungssteuer ist. Die von Ihnen per Link angegebene Seite befasst sich mit der Verrechnungssteuer bei Geldspielgewinnen.