AHV: Braucht es eine Erhöhung des Renteneintrittsalters?

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  • Frauen haben eine höhere Lebenserwartung, da ist auch das spätere Rentenalter nichts als fair. Wir finanzieren mit AHV und Sozialgeldern auch immer mehr Rentner, welche nicht solange oder fast gar nichts einbezahlt haben in die Kasse. Und dies immer mehr, dass es dann zum Crash kommt überrascht nicht.

  • @Peter_69


    Frauen haben eine höhere Lebenserwartung, da ist auch das spätere Rentenalter nichts als fair.


    In diesem Punkt sind wir uns eindeutig einig.


    In Anbetracht der statistischen Lebenserwartung könnte man das Rentenalter für Frauen sogar noch höher anlegen, als das der Männer. Aber das wäre dann auch eine einseitige Betrachtung.


    Bei den anderen Punkten müsste man vielleicht noch etwas differenzierter betrachten.


    Ich will da jetzt aber nicht in Abrede stellen, dass das, was sie schrieben, keine realen Hintergründe hat. Denn das lässt sich zu einem wesentlichen Teil mit der demografischen Entwicklung erklären. Nur diese Erklärung ändert gerade nichts daran, dass es ein Problem gibt.


    Und dieses Problem müssen wir irgendwie mal lösen.

  • Nach etwa dem 60. Lebensjahr haben Männer u. Frauen die gleiche Lbenserwartung.


    Die Lebenserwartung der Kapitalstarken und denen mit hohen Einkommen ist bis zu 10 Jahre höher, als die der Fleissigen in miesen Arbeitsverhältnissen und niedrigen Arbeits-Einkommen. Das ist so, umso grösser das Ungleichgewicht zwischen dem Kapitalvermögen und Kapitaleinkommen ist.

  • Es braucht eine deutliche Erhöhung des Renteintrittsalters, weil zumindest in den letzten 20 Jahren viel zu wenig in die Kassen der 1. u. 2. Säule eingezahlt wurde. Die einen (wenigen) wollten lieber mehr Kapital und Macht anhäufen, die anderen (vielen) wollten es lieber verkonsumieren.


    Maschinen, Automaten, Rationalisierungen tragen viel zuwenig zur Altersversorgung bei.

  • oytenkratos


    Maschinen, Automaten, Rationalisierungen tragen viel zuwenig zur Altersversorgung bei.


    In unserm Kreis ist das Hauptargument dafür, weshalb wir der Meinung sind, dass man die AHV grundlegend umbauen muss. Hängt direkt mit der demografischen Entwicklung zusammen. Das Hauptproblem ist hier aber zuerst einmal, dass jetzt die AHV über Lohnertrag finanziert wird.


    Die AHV über den tatsächlich verdienten Lohn zu bezahlen, scheint auf den ersten Blick fair zu sein. Wer viel verdient, bekommt im Alter auch viel.


    In meiner Wahlheimat bekommen vom Staat alle gleich viel. Und das mit 60 Jahren. Die allgemeine Lebenserwartung ist aber auch deutlich tiefer, als in der Schweiz. Wer im Alter mehr "Pensionskasse" haben will, muss eine private Rentenversicherung machen. Gibt dafür aber keinen Zwang seitens des Staates. Es gibt aber auch keine Sozialhilfe, wie in der Schweiz. Wer nicht selber spart.... hat dann den staatlichen Notgroschen.


    Und dieser entspricht kaufkraftmässig etwa dem was in der Schweiz die Nothilfe vom Sozialamt ist. Die staatliche Rente wird hauptsächlich über die Mehrwertsteuer finanziert. Nicht über das Einkommen. Hier werden auch die Personen besteuert, welche kein Einkommen haben.


    Gleichzeitig werden aber die Produktionsmittel besteuert, welche zu einem steuerbaren Mehrwert beitragen. Und unter Produktionsmittel fallen hier Maschinen und Einrichtungen etc., welche dazu beitragen, dass Arbeitsplätze verschwinden. Diese Entwicklung wird weitergehen.


    In der Industrie, aber auch in anderen Branchen werden immer mehr Arbeiten " maschinell" ausgeführt. Mit der weitergehenden Digitalisierung gibt es einen immer grösseren eigentlichen Strukturwandel in der Produktion.


    Parallel dazu gab es einen wesentliche Änderung in der demografischen Entwicklung. Mitte der Sechziger gab es den sogenannten Pillenknick. Die Geburtenrate brach ein. Das hatte zur Folge, dass nicht mehr genügend Nachwuchs zu Welt kam, die dann den AHV Topf füllen müssen, damit die Rentner in Pension gehen können....


    Anfangs der Sechzige war die Entwicklung gerade noch umgekehrt. Da waren die geburtenstarken Jahrgänge. Und die kommen jetzt bald einmal ins Rentenalter! Nun war aber in den letzten Jahrzehnten für diese Jahrgänge nichts gespart worden. Weil die AHV ein Umlageverfahren ist. Also eigentlich nur eine Umverteilung macht, aber im Prinzip kein Geld anlegt, im Sinne eines Sparguthabens für das Alter. (Unterschied zur 2. und 3. Säule).


    Und die bisherige demografische und wirtschaftliche Entwicklung konnte den Knick der Sechziger nicht ausbügeln. Das Loch, welches die AHV jetzt hat, wurde damals geschaffen und seither nicht wirklich aufgefüllt. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Pension gehen, könnte wird das Loch wieder massiv grösser werden. Das ist eine absehbare statistische Hochrechnung. Auch wenn man jetzt nicht exakt vorausrechnen kann, wie gross das Loch werden wird.


    Doch je länger wir die Sanierung der Finanzierung herauszögern, desto grösser wird das Loch werden. Das dürfte sicher sein.


    Auf dieses Grundproblem weisen " Versicherungstechniker" schon seit Jahrzehnten hin.

  • @alesha01


    oytenkratos


    Anscheinend sind wir uns einig darüber, dass künftig die AHV- Finanzierung von den Lohnprozenten mehr entkoppelt werden muss.


    Ich persönlich bin der Meinung, dass diese vollständig entkoppelt werden muss. Und dass die AHV hauptsächlich durch die MWST finanziert werden muss. Schliesse hier aber bestimmte Sondersteuern als Finanzierungsquelle auch nicht aus. Darüber lässt sich noch diskutieren.


    Ich habe in meinen Beitrag zuvor


    als Beispiel für das Grundprinzip die Verhältnisse in meiner Wahlheimat etwas beschrieben. Ich finde es vom Grundprinzip her besser, als in der Schweiz. Natürlich kann man es in den Details nicht einfach so auf die Schweiz übertragen. Aber in meiner Wahlheimat ist das System als Solches ziemlich einfach und schlank. Und so gesehen auch recht effizient.


    In der Schweiz hat eine Anzahl von Sozialkässeli. Und da werden die Fälle hin und her geschoben. Mit einem enormen Bürokratieaufwand, um festzustellen, welches Kässeli im Einzelfall jetzt wie viel zahlen muss. Damit am Ende eine Existenz noch gesichert ist.


    Und dieser ganze Aufwand muss letztlich von allen betroffenen via Lohnprozenten oder Steuergeldern bezahlt werden. Von der Gesamtsumme der Einzahlungen werden alle diese Kosten zuerst beglichen, bevor dann am Ende den tatsächlich betroffenen Bezügern noch etwas übrig bleibt.....


    Doch eine solche Bürokratie ist in diesem Hinblick gesehen... eine Geldvernichtungsmaschine. Da diese nicht wirklich produktiv ist, sondern ein Kostenfaktor in der volkswirtschaftlichen Rechnung.

  • "Das fünfte Bier stiftet einen kleineren Nutzen als das erste!" Da bin ich herausgefordert: Das 5. Bier erzielt endgültig einen Absturz. Von wegen kleinem Nutzen. PS.Ich trinke keinen Alkohol!

  • Frauen arbeiten als Mütter jahrelang gratis. Wenn sie dafür Lohn erhielten würden sie Millionen in die AHV einzahlen.

  • @skywings


    Das ist richtig.


    Und auch dieses Problem würde bei einer Finanzierung der AHV durch die Mehrwertsteuer angeglichen werden. Da zahlen alle schon der Geburt an.


    Die Finanzierung nur über den Lohnertrag ist grundlegend falsch. Das muss geändert werden.