Woher kurzfristig Geld für Zahnarzt, Arztkosten nehmen? (Bei Unterhalts-Pflicht)

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  • Hallo erst einmal... Ich befinde mich unter anderem wg. Umzug und dadurch langen Arbeitsweg in der Situation, das mein Budget eigentlich nicht reicht, um den vollen damals festgelegten Kindesunterhalt oder eben andere existenzwichtige Posten zu begleichen. Jedenfalls nicht, wenn zusätzliche Kosten wie z.B. Zahnarzt oder Reparaturkosten für den PW (Kompetenzqualität ist anerkannt) anfallen, dabei müsste ich dringend zum Zahnarzt, nehme seit Monaten schon Schmerzmittel... Es wurde im Rahmen einer Betreibung bereits festgestellt das Existenzminimum gleich Monatseinkommen beträgt, aber darin sind Posten wie Zahnarzt oder dringend notwendige Autoreparaturen ja noch gar nicht enthalten. Das heisst, ich kann momentan nicht zum Arzt gehen oder das Auto reparieren lassen, weil sonst kein Geld für den Kindesunterhalt bleibt. Letztendlich droht mir eine Arbeitsunfähigkeit, da der Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht machbar ist.Die Ämter wie KESB, Bürgeramt oder EffZett zeigen sich nur stur und schicken unter Androhung von Konsequenzen weitere Einzahlscheine. Aus meiner Sicht ist das schon Nötigung und Körperverletzung, da nach meinem Verständnis notwendige Arzt- und Berufskosten auf jeden Fall in das Existenzminimum gehören. Ich bin der Meinung, das das ein Amt wie das Bürgeramt regeln können müsste.


    Oder liege ich da falsch? An wen muss ich mich wenden? Muss ich eine Körperverletzung und drohende Berufsunfähigkeit wg. Totalschadens am PW (wenn die bestehenden Mängel nicht schnell beseitigt werden) riskieren, um weiterhin die Kinderalimente in voller Höhe zahlen zu können?


    Mir ist bewusst, das ich beim Gericht eine Neuberechnung des Unterhalts beantragen muss. Aber das geht ja bestimmt nicht so schnell....


    Ich wäre froh, wenn mir hier jemand etwas dazu sagen könnte.

  • Ihr Verständnis ist falsch. Es ist weder Nötigung noch Körperverletzung von Ihnen den anscheinend gerichtlich rechtskräftig festgelegten Kinderunterhalt einzufordern und Ihnen dafür Einzahlungsscheine zuzuschicken. Der von Ihnen geschuldete Kinderunterhalt und die Frage, ob dieser mit einer Lohnpfändung oder sonstigen Pfändung bei Ihnen durch das Betreibungsamt tatsächlich eingetrieben werden kann, wenn Sie Geld für eine Zahnbehandlung ausgeben und deshalb den Kindesunterhalt nicht mehr in der vollen Höhe zahlen können, sind unterschiedliche Fragen.


    Der geschuldete Kindesunterhalt kann nur durch das Gericht angepasst werden und das Gericht wird das nur tun, wenn sich die Zahlen, welche das Gericht damals bei der Berechnung berücksichtigt hat voraussichtlich längere Zeit geändert haben und wenn Sie nicht selber an der Veränderung schuld sind (z.B. weil sie die alte Stelle gekündigt haben und sich eine neue Stelle mit einem längeren Arbeitsweg und höheren Fahrtkosten oder einem tieferen Lohn gesucht haben).


    Es könnte auch sein, dass Sie zumindest temporär für den Monat, in dem die Zahnbehandlung erfolgen soll einen Anspruch auf Sozialhilfe haben.


    Warum erkundigen Sie sich nicht bei dem für Sie zuständigen Betreibungsamt, ob die Kosten für den Zahnarzt oder für eine Autoreparatur bei einem Auto, das ein Kompetenzstück ist bei einer Pfändung durch eine entsprechende zeitweise Erhöhung des Existenzminimums berücksichtigt werden?


    Warum erkundigen Sie sich nicht auf dem Sozialamt der Gemeinde, ob Sie einen Anspruch auf Sozialhilfe hätten, wenn Zahnarztkosten anfallen?


    Informationen zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums in der Spalte rechts auf der folgenden Seite. Wenn Sie in den Kantonen Aargau, Schwyz., St. Gallen oder Zürich wohnen, klicken Sie auf den Namen des Kantons, ansonsten auf die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums.



    http://www.schulden.ch/dynasite.cfm?dsmid=94323


    Abschnitt II. Zuschläge zum monatlichen Grundbetrag auf Seite 3 der Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminims:


    "Stehen dem Schuldner zur Zeit der Pfändung unmittelbar grössere Auslagen, wie für Arzt, Arzneien,


    Franchise, Geburt und Pflege von Familienangehörigen, einen Wohnungswechsel etc.bevor, so ist diesem Umstand in billiger Weise durch eine entsprechende zeitweise Erhöhung des Existenzminimums Rechnung zu tragen."


    Seite 2 "Unumgängliche Berufsauslagen d) Fahrten zum Arbeitsplatz: Sofern einem Automobil Kompetenzqualität zukommt, sind die festen und veränderlichen Kosten ohne Amortisation zu berechnen. b) Auslagen für auswärtige Verpflegung: Bei Nachweis von Mehrauslagen für auswärtige Verpflegung: Fr. 9.00 bis Fr. 11.00 für jede Hauptmahlzeit."

  • Bei der Betreibung werden /wurden nur aktuelle (offene) Rechnungen berücksichtigt, aber eben nicht darauf abgestellt, das innerhalb der nächsten 1-2 Monate erhebliche Kosten anfallen werden. Aus beruflichen Gründen, aus Zeitgründen und weil selbst der volle Lohn bei einer pfändbaren Quote von um die 20 CHF nicht mal für ein Kostenangebot vom Zahnarzt reicht, war es nicht möglich, für die unmittelbar bevorstehenden Kostenpunkte sofort Angebote oder Rechnungen einzureichen. Das Betreibungsamt wollte das einfach schnell hinter sich bringen anstatt eine langfristigere Ratenzahlung zu vereinbahren.Sie haben daher den 13. Lohn komplett eingezogen und ich habe jetzt keine Mittel, um meine berufsfähigkeit langfristig aufrecht erhalten zu können. Fakt ist jetzt, das der PW nicht repariert werden kann und hohe Folgeschäden drohen (Dichtung an den Achsen defekt).


    Im übrigen war ich schon bei ALLEN Ämtern, aber grundsätzlich ist es wohl wichtiger, die festgelegten Alimente einzukassieren. Ob mich das meinen Job kostet oder ob ich monatelang schon Schmerzmittel nehmen muss, ist denen erst einmal gleichgültig. Ich frage mich langsam, was das für ein komischer Rechtsstaat ist: Auf der einen Seite heisst es, das Berufs- und Gesundheitskosten grundsätzlich zum Existenzminimum gehören aber auf der anderen Seite lassen dich die Ämter eiskalt über die Klippe springen....


    Im übrigen bin ich nicht so dumm und würde einen schlechter bezahlten Job annehmen, es geht hier nicht darum, sich vor meinen Zahlungsverpflichtungen zu drücken, sondern das ich langfristig für mein Kind auch physisch da sein kann.