Steuern Existenzminimum

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  • Hallo zusammen


    Ich bin Neu auf diesem Forum und möchte meine finanzielle Situation mal aufzeigen und Hoffe auch Hilfreiche Tipps von Euch. Ich wohne im Kanton Thurgau und bin seit 2 Jahren nicht mehr Hauptberuflich erwerbstätig. Ich war noch nie auf dem Arbeitsamt und habe auch noch nie Sozialhilfe in meinem Leben bezogen. Folgendes ist passiert. Ich habe meine Arbeitsverhältnis 2016 ordentlich gekündigt und habe erstmal eine 5 monatige Auszeit genommen. Danach wollte ich wieder arbeiten aber bis heute hat sich nichts neues ergeben. Jetzt ist es so. Ich habe im Jahr 2012 ein Erbe von 300000 Franken angetreten und habe mir damit innerhalb von ein paar Monaten ein Mehrfamilienhaus gekauft. Dieses Mehrfamilienhaus verwalte ich selber und die nötigen Unterhalts-aufgaben mache ich meistens selber soweit halt meine Kenntnisse reichen. Die Einnahmen Brutto belaufen sich monatlich auf 3700.- Franken und meine Wohnung in diesem Mehrfamilienhaus wird jährlich steuerlich auf 9000.- Franken angesetzt (Eigenmietwert)


    Von den 3700.- Franken Mieteinnahmen bleiben mir abzüglich aller Fixkosten (Hypothek, Steuern, Unterhaltskosten Haus, Rücklagen Reparaturen, Heizöl, Strom, Wasser, Abwasser usw.) noch 1200.- Franken Netto.


    Von diesen 1200.- lege ich jeden Monat 300.- auf die Seite und die restlichen 900.- brauche ich zum Leben (Lebensmittel, ÖV, Zahnarzt, usw.) Jetzt meine eigentliche Frage. Ich habe ein jährliches Einkommen von 12x 3700 Franken + 60% vom Eigenmietwert 9000/100*60 ergibt 49800 Franken


    Abzüglich aller Abzüge (Zinsen Hypothek, Krankenkasse) beläuft sich meine Steuerrechnung auf über 4000 Franken obwohl ich weniger Geld zur Verfügung habe als ein Sozialhilfebezüger. Jetzt meine Frage, hat jemand Tipps was ich machen muss damit ich von diesen 4000 Franken Steuern runterkomme?


    Ja 3. Säule wäre eine Möglichkeit, dann müsste ich aber jeden Tag Spaghetti mit Tomatensauce essen und würde nur noch zuhause rumsitzen :D

  • Ich empfehle Ihnen zu überprüfen, ob Sie alle Abzüge gemacht haben, welche möglich sind. Sie erwähnen in Ihrer Aufzählung der Abzüge den Liegenschaftsunterhalt nicht. Selbst wenn Sie keine Liegenschaftsunterhaltskosten hatten oder Liegenschaftsunterhaltskosten hatte, welche tiefer als der steuerliche Pauschalabzug sind, können Sie trotzdem den Pauschalabzug für die Liegenschaftsunterhaltskosten abziehen. Die allgemeinen Abzüge sind in § 34 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Thurgau enthalten.



    2. Miet- und Pachtzinseinnahmen


    Steuerbar sind sämtliche Miet- und Pachtzinseinnahmen, die der Steuerpflichtige aus Grundeigentum (Ein- und Mehrfamilienhäuser, Stockwerkeigentum) erzielt. Dies gilt beispielsweise auch für den Betrag der Mietzinsreduktion, welche einem Hauswart oder einem Hausverwalter als Arbeitsentgelt gewährt wird.


    Zahlungen der Mieter für Heizung, Warmwasser und Reinigung von Treppenhaus und Vorplatz sind nicht steuerbar, soweit sie die tatsächlichen Aufwendungen des Vermieters nicht übersteigen (sind die Entschädigungen für Heizung, Warmwasser und Reinigung vertraglich im Mietzins inbegriffen, können die tatsächlichen Auslagen hierfür von den Mietzinseinnahmen vorweg abgezogen werden). Alle übrigen Vergütungen für Nebenkosten sind zu deklarieren.



    Zum Pachtertrag gehören auch die Naturalleistungen des Pächters, Baurechtszinsen, die Einkünfte aus Verpachtung von Wasserläufen, für Fischfang, Kies- und Sandausbeutung und dergleichen.



    2. Pauschalabzug


    Der steuerpflichtigen Person steht gemäss § 9 StV für jede Veranlagungsperiode und für jede Liegenschaft das Wahlrecht zwischen den effektiven und den pauschalen Liegenschaftsunterhaltskosten zu. Die Pauschale beträgt:10 %des Bruttomietertrages, des Mietwertes aus Selbstnutzung oder des steuerbaren Eigenmietwertes für Gebäude, die am Ende der Steuerperiode bis zu zehn Jahre alt sind;

    20 %

    des Bruttomietertrages, des Mietwertes aus Selbstnutzung oder des steuerbaren Eigenmietwertes für Gebäude, die am Ende der Steuerperiode älter als zehn Jahre sind.

    In dieser Pauschale sind gemäss § 9 Absatz 3 StV die Unterhaltskosten, die Ausgaben für Energiesparen und Umweltschutz, Versicherungsprämien, denkmalpflegerische Aufwendungen sowie die Liegenschaftensteuer inbegriffen.


    Nicht oder nicht vorwiegend geschäftlich genutzte Liegenschaften mit einem Bruttomietertrag über Fr. 50'000 pro Jahr sind gemäss der Verordnung zum Steuergesetz grundsätzlich ebenfalls von der Pauschalierung ausgeschlossen. In der Praxis werden aber in solchen Fällen kantonal auch ohne Deklaration der effektiven Unterhaltskosten maximal die folgenden Pauschalabzüge zugelassen:

    • Fr. 5'000 bei bis zu zehn Jahre alten Gebäuden;
    • Fr. 10'000 bei mehr als zehn Jahre alten Gebäuden.

    Bei der direkten Bundessteuer besteht keine Begrenzung des Pauschalabzugs. Auch wenn der Bruttomietertrag Fr. 50'000 übersteigt, kann der Pauschalabzug vom gesamten Mietertrag berechnet bzw. geltend gemacht werden.


    Gemäss § 10 StV können in folgenden Fällen kein Pauschalabzug, sondern nur die tatsächlichen Kosten geltend gemacht werden:

    • für Liegenschaften des Geschäftsvermögens;
    • bei Liegenschaften, die von Dritten vorwiegend geschäftlich genutzt werden.


    http://steuerverwaltung.steuerpraxis.tg.ch/


    Gesetz über die Staats- und Gemeindesteuern des Kantons Thurgau:



    http://tg.clex.ch/frontend/versions/1210


    § 9 Pauschalierung der Unterhaltskosten von Liegenschaften 1


    Der Steuerpflichtige kann in jeder Steuerperiode und für jede Liegenschaft zwischen dem Abzug der tatsächlichen Aufwendungen und dem Pauschalabzug wählen. 2

    Die Pauschale beträgt: für Gebäude, die am Ende der Steuerperiode bis zu zehn Jahre alt sind, 10 Prozent des Bruttomietertrages beziehungsweise des Mietwertes oder Eigenmietwertes; für mehr als zehn Jahre alte Gebäude 20 Prozent des Bruttomietertrages beziehungsweise des Mietwertes oder Eigenmietwertes. 3

    Im Pauschalabzug sind die Unterhaltskosten, die Ausgaben für Energiesparen und Umweltschutz, Versicherungsprämien, denkmalpflegerische Aufwendungen und ähnliches sowie die Liegenschaftensteuer inbegriffen. § 10 Ausschluss der Pauschalierung 1

    Nur die tatsächlichen Unterhaltskosten können abgezogen werden: bei Liegenschaften des Geschäftsvermögens; bei Liegenschaften, die von Dritten vorwiegend geschäftlich genutzt werden; bei Liegenschaften, deren Bruttomietertrag Fr. 50 000.– im Jahr übersteigt.

    Verordnung des Regierungsrates zum Gesetz über die Staats- und Gemeindesteuern:



    http://tg.clex.ch/frontend/versions/1465

  • Vielen Dank für Ihre Antwort.


    Aktuell sieht es in meiner Steuererklärung so aus:


    Mietwert selbstgenutzt: 9000 Franken


    Selbstnutzungsabzug: -3600 Franken


    Steuerbarer Eigenmietwert: 5400 Franken


    Miet und Pachtzinsen sowie weitere Erträge: 44400 Franken


    Bruttoertrag: 49900 Franken


    Unterhalts-/Betriebskosten: -9960 Franken


    Weitere Abzüge: Hypothek 4982 Franken


    Versicherungsprämien: 2430 Franken


    Berechnung einfache Steuer: 32528 Franken


    Vermögen: 310000 Franken


    Die Nebenkosten habe ich immer auch in der Steuererklärung eintragen. Heizung, Warmwasser und Reinigung von Treppenhaus und Vorplatz werde ich jetzt abziehen.


    Was kann ich den für die Reinigung von Treppenhaus und Vorplatz abziehen wenn ich das selbst erledige? Oder kann ich Pauschal einfach 20% für die Nebenkosten abziehen?


    Das würde heissen:


    Miet und Pachtzinsen sowie weitere Erträge: 44400 Franken /100 *80 = 35520 Franken


    Bruttoertrag: 40920 Franken


    Unterhalts-/Betriebskosten -8184 Franken


    Mietwert selbstgenutzt: 9000 Franken


    Selbstnutzungsabzug: -3600 Franken


    Steuerbarer Eigenmietwert: 5400 Franken


    Weitere Abzüge: Hypothek 4982 Franken


    Versicherungsprämien: 2430 Franken


    Berechnung einfache Steuer: 25324 Franken


    Vermögen: 310000 Franken


    Ist das richtig?


    Besten Dank Flavio


    .

  • Ich mache hier keine kostenlose Steuerberatung und wende hier nicht unbezahlt Zeit für Arbeit auf, welche die betroffene Person selbst erledigen kann. Ich habe Ihnen die Vorschriften bzw. die Informationsquellen angegeben, mit welchen Sie sich selbst informieren und sich selbst helfen können.




    Liegenschaftsunterhalt



    3. Abzugsfähige Aufwendungen


    3.1. Allgemeines


    Abzugsfähig sind alle selbst getragenen Aufwendungen, welche der Erhaltung der liegenschaftlichen Werte dienen. Dazu gehören die Auslagen für die

    • Instandhaltung
    • Instandstellung
    • Ersatzbeschaffung

    soweit sie nicht wertvermehrende Aufwendungen darstellen. Ebenfalls abzugsfähig sind die Besitzesabgaben sowie bei vemieteten Objekten die nutzungsabhängigen Betriebskosten (soweit sie nicht dem Mieter weiterbelastet werden).[Blockierte Grafik: http://steuerverwaltung.steuerpraxis.tg.ch/images/abst1.gif]

    3.2. Instandhaltungskosten


    Instandhaltungskosten sind Aufwendungen zur Beseitigung von Beschädigungen oder Abnützungen, die seit dem Erwerb der Liegenschaft eingetreten sind.


    Es handelt sich dabei um die üblichen Ausbesserungsarbeiten und die laufend anfallenden Reparaturen, welche zur Erhaltung der Liegenschaft in gebrauchsfähigem Zustand beitragen (Reparaturen an bauseitigen Einrichtungsgegenständen wie Heizung, Rolläden, Malerarbeiten etc.).[Blockierte Grafik: http://steuerverwaltung.steuerpraxis.tg.ch/images/abst1.gif]

    3.3. Instandstellungskosten


    Instandstellungskosten sind Aufwendungen, die über die laufenden Ausbesserungen und Reparaturen hinaus für Arbeiten erbracht werden müssen, um die liegenschaftlichen Werte auf die Dauer erhalten zu können.


    Es handelt sich dabei vor allem um die von Zeit zu Zeit und in grösseren Abständen erforderlichen Renovationen, und für den zeitgemässen gleichwertigen und gleichen Komfort bietenden Ersatz von unbrauchbar gewordenen Einrichtungen. [Blockierte Grafik: http://steuerverwaltung.steuerpraxis.tg.ch/images/abst1.gif]

    3.4. Ersatzbeschaffungen


    Der gleichwertige Ersatz von Gebäudebestandteilen oder Gegenständen der baulichen Grundausstattung, die verbraucht oder unbrauchbar geworden sind, stellt abzugsfähigen Unterhalt dar (z.B. Ersatz der Waschmaschine oder der Kücheneinrichtung).


    Wird der Nutzungswert des ersetzten Objekts nicht bloss erhalten, sondern erhöht, weist der wertvermehrende Anteil Anlagekostencharakter auf.[Blockierte Grafik: http://steuerverwaltung.steuerpraxis.tg.ch/images/abst1.gif]

    3.5. Verwaltungs- und Betriebskosten


    3.5.1. Grundsatz


    Grundsätzlich sind die an Dritte bezahlten Verwaltungskosten, Betriebskosten und Abgaben abzugsfähig. Bei der Beurteilung der Abzugsfähigkeit ist aber zwischen Eigengebrauch und Vermietung zu unterscheiden:[Blockierte Grafik: http://steuerverwaltung.steuerpraxis.tg.ch/images/abst1.gif]

    3.5.2. Selbstgenutzte Liegenschaften


    Der Abzug der Betriebskosten ist auf die eigentlichen "Besitzesabgaben" beschränkt, also auf diejenigen Aufwendungen, die vom Eigentümer unabhängig von der Nutzung zu tragen sind (z.B. Liegenschaftensteuer, Prämien für Gebäudeversicherungen, an Dritte bezahlte Verwaltungskosten).


    Nutzungsbedingte Kosten gelten dagegen, wie beim Mieter, auch beim Eigenheimbesitzer als nicht abzugsfähiger Lebensaufwand. Darunter fallen etwa:

    • Hauswartkosten für Reinigung, Schneeräumung etc.;
    • Kosten für Strom, Wasser, Gas, Öl (auch für Treppenhaus, Lift etc.);
    • Kosten für Abwasser- und Kehrichtentsorgung.

    Jährliche verbrauchsunabhängige Grundgebühren für Strom, Wasser, Gas sowie Abwasser- und Kehrichtentsorgung stellen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ebenfalls nutzungsbedingte Kosten dar. Bei selbstgenutzten Liegenschaften sind solche Grundgebühren somit nicht abzugsfähig.


    Bei selbstgenutztem Stockwerkeigentum werden in der Regel 50% der Hauswartskosten als abzugsfähiger Aufwand anerkannt. Die restlichen Kosten werden als private Lebenshaltungsauslagen qualifiziert (Reinigung, Schneeräumung etc) und sind daher nicht abzugsfähig.[Blockierte Grafik: http://steuerverwaltung.steuerpraxis.tg.ch/images/abst1.gif]

    3.5.3. Vermietete Liegenschaften


    Bei Vermietung stellen sowohl die eigentlichen "Besitzesabgaben" als auch die nutzungsbedingten Kosten abzugsfähige Gewinnungskosten dar.


    Dies gilt nur insoweit, als diese Aufwendungen nicht dem Mieter weiterbelastet werden (Nebenkostenabrechnung).



    http://steuerverwaltung.steuerpraxis.tg.ch/

  • Ich habe Ihnen bereits angegeben, dass in der Verordnung steht: Im Pauschalabzug sind die Unterhaltskosten, die Ausgaben für Energiesparen und Umweltschutz, Versicherungsprämien, denkmalpflegerische Aufwendungen und ähnliches sowie die Liegenschaftensteuer inbegriffen. Dort steht nicht Nebenkosten, also nicht die Reinigung von Treppenhaus und Vorplatz. Wenn die das Treppenhaus und den Vorplatz selbst reinigen, können Sie dies nicht abziehen, weil Sie für ihre eigene Arbeitszeit nichts bezahlen mussten. Sie können dann nur die Kosten für Putzmaterial und Putzmittel abziehen.