Wie wird alles berechnet?

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  • Hallo


    Ich bin momentan auf dem Sozialamt Burgdorf und habe einen normalen Grundbedarf (plus Miete + NB). Ich könnte nun ein langfristiges Praktikum ( anschliessender Lehre) anfangen und würde 500.- bekommen. Wie wird das dann vom Sozialamt berechnet? Ausserdem ist es ein wenig weiter weg und ein Monats GA würde billiger kommen als ein Streckenabo.. Könnte ich dann die 500.- halt einfach fürs GA nehmen? Ich habe erst in 2 Wochen einen Termin, wollte mich aber ein bisschen vor informieren falls jemand etwas weiss. Vielen Dank

  • Ich nehme an, dass Sie die Gemeinde Burgdorf im Kanton Bern meinen.


    Eintrag zum Stichwort Erwerbsunkosten im Handbuch für die Sozialhilfe im Kanton Bern:



    http://handbuch.bernerkonferen…t/detail/erwerbsunkosten/


    Ich gebe Ihnen Links zu den anwendbaren Vorschriften zur Sozialhilfe im Kanton Bern an.


    Art. 31 Bemessung


    1


    Der Regierungsrat erlässt eine Verordnung über die Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe.


    2


    Er hat sich dabei an folgende Rahmenbedingungen zu halten:


    Gleichbehandlung aller Empfängerinnen und Empfänger der Hilfe unter Berücksichtigung der regionalen Unterschiede,


    Beachtung fachlicher Grundsätze,


    Schaffung von Anreizsystemen, welche die Empfängerinnen und Empfänger der Hilfe zur Selbstständigkeit und Integration, insbesondere zur Aufnahme einer Arbeit führen,


    Anwendung der für den Kanton und die Gemeinden langfristig kostengünstigsten Variante.


    Gesetz über die öffentliche Sozialhilfe (SHG) des Kantons Bern:



    http://www.belex.sites.be.ch/data/860.1/de


    Art. 8 * Ausrichtung und Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe


    1


    Die Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien)[3] in der Fassung der vierten überarbeiteten Ausgabe vom April 2005 mit den Ergänzungen 12/05, 12/07, 12/08, 12/10, 12/12, 12/14, 12/15 und 12/16 sind für den Vollzug der individuellen Sozialhilfe verbindlich, soweit das Sozialhilfegesetz und diese Verordnung keine andere Regelung vorsehen. *



    2


    Der Grundbedarf für den Lebensunterhalt nach Haushaltsgrösse beträgt pro Monat, unter Vorbehalt von Absatz 3, für


    eine Person CHF 977


    zwei Personen CHF 1 495


    drei Personen CHF 1 818


    vier Personen CHF 2 090


    fünf Personen CHF 2 364


    jede weitere Person + CHF 200



    3


    Bei jungen Erwachsenen wird der Grundbedarf für den Lebensunterhalt nach Lebens- und Wohnform pro Monat wie folgt festgelegt:


    entsprechender Anteil bei einer Hausgemeinschaft mit den Eltern oder in einer familienähnlichen Gemeinschaft, wobei sich dieser nach dem Grundbedarf für den gesamten Haushalt, geteilt durch die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen bestimmt,


    Pauschale von 748 Franken bei einer Zweckwohngemeinschaft,


    Pauschale von 782 Franken bei eigenem Haushalt aus wichtigen Gründen,


    gemäss Absatz 2 bei eigenem Haushalt, wenn sie an einer auf die arbeitsmarktliche Integration ausgerichteten Ausbildung oder Massnahme teilnehmen, einer angemessenen Erwerbstätigkeit nachgehen oder eigene Kinder betreuen,


    Pauschale von 748 Franken bei eigenem Haushalt, ohne die Voraussetzungen nach den Buchstaben c und d zu erfüllen.


    Art. 8a * Integrationszulage für Nichterwerbstätige *


    1


    *


    2


    Jede bedürftige Person, die nicht erwerbstätig ist, hat Anspruch auf eine Integrationszulage von 100 Franken pro Monat, wenn sie sich nachweislich angemessen um ihre soziale und/oder berufliche Integration bemüht. *





    3


    *


    4


    *


    Art. 8b * Berücksichtigung der Integrationszulage *


    1


    Sind die Voraussetzungen für eine Integrationszulage nach Artikel 8a erfüllt, wird die Integrationszulage bei der Berechnung, ob eine Bedürftigkeit vorliegt, als anrechenbarer Aufwand berücksichtigt. *


    2


    *


    3


    *


    Art. 8c * Überprüfung der Voraussetzungen


    1


    Die Voraussetzungen für die Gewährung einer Integrationszulage sind auf Gesuch hin, nach jeweils höchstens sechs Monaten jedoch von Amtes wegen zu überprüfen.


    2


    Der Sozialdienst verfügt neu, wenn die Beurteilung der Integrationsbemühungen zu einem neuen Ergebnis führt.


    Art. 8d * Einkommensfreibetrag bei Erwerbstätigkeit
    1 Grundsatz


    1


    Jede bedürftige Person, welche die obligatorische Schulzeit oder das 16. Lebensjahr vollendet hat und eine Erwerbstätigkeit ausübt, aufnimmt oder ausweitet, hat Anspruch auf Anrechnung eines Freibetrags auf ihrem Erwerbseinkommen. *


    2


    Personen, die in einem Ausbildungsverhältnis stehen, haben an Stelle eines Einkommensfreibetrags Anspruch auf eine Integrationszulage gemäss Artikel 8a Absatz 2 Buchstabe a. *


    3


    Der Einkommensfreibetrag wird bei der Berechnung, ob eine Bedürftigkeit vorliegt, als Abzug vom anrechenbaren Einkommen berücksichtigt. *


    Art. 8e * 2 Bemessung


    1


    Der Freibetrag beträgt bis zu einem Beschäftigungsgrad von 20 Prozent 200 Franken pro Monat und steigt bis zu einem Beschäftigungsgrad von 100 Prozent je weitere 10 Prozent Arbeitspensum um jeweils 50 Franken bis auf 600 Franken pro Monat.


    2


    Er beträgt bis zu einem Beschäftigungsgrad von 20 Prozent 200 Franken pro Monat und steigt je weitere zehn Prozent um jeweils 25 Franken bis auf höchstens 400 Franken pro Monat, wenn *


    die massgebende Erwerbsaufnahme vor Beginn der Ausrichtung der wirtschaftlichen Hilfe erfolgt ist, oder


    die anspruchsberechtigte Person die obligatorische Schulzeit oder das 16. Lebensjahr vollendet hat, unter 25 Jahre alt ist und keine Betreuungsaufgaben für unter ihrer Sorge stehende Kinder wahrnimmt.


    3


    Bei Alleinerziehenden mit einem oder mehreren Kindern unter 16 Jahren liegt der Einkommensfreibetrag jeweils 100 Franken höher.


    4


    Sechs Monate nach Beginn der Anrechnung eines Freibetrags gemäss Absatz 1 wird der Einkommensfreibetrag auf 200 bis 400 Franken pro Monat, entsprechend dem Beschäftigungsgrad, beschränkt.


    Art. 8f * Höchstgrenze


    1


    Integrationszulagen und Einkommensfreibeträge dürfen pro Haushalt bis zu fünf Personen 850 Franken und pro Haushalt mit sechs und mehr Personen 1000 Franken pro Monat nicht übersteigen.


    Art. 8i * Situationsbedingte Leistungen
    1 Grundsatz


    1


    Aufgrund von besonderen gesundheitlichen, wirtschaftlichen oder familiären Umständen können bedürftigen Personen situationsbedingte Leistungen gewährt werden.


    2


    Die situationsbedingten Leistungen müssen stets in einem angemessenen Verhältnis zur Lebenssituation von Personen mit niedrigem Einkommen in der Umgebung der unterstützten Person stehen.


    3


    Besteht bezüglich einer situationsbedingten Leistung eine Auswahl gleichermassen zweckmässiger Angebote, ist die kostengünstigste Leistung zu gewähren.


    4


    Die GEF erlässt eine Verordnung zur Bemessung von situationsbedingten Leistungen.


    Verordnung über die öffentliche Sozialhilfe (SHV):



    http://www.belex.sites.be.ch/data/860.111/de


    Direktionsverordnung über die Bemessung von situationsbedingten Leistungen:



    https://www.belex.sites.be.ch/data/860.111.1/de




    C.1.1 Erwerb und Integration



    Erwerbstätigkeit – ob voll- oder teilzeitlich – sowie die Erbringung nicht lohnmässig honorierter Leistungen (z.B. Beschäftigungsprogramme, Freiwilligenarbeit) sind in der Regel mit Auslagen verbunden, welche zu übernehmen sind.



    In der Bedarfsrechnung sind die effektiven Zusatzkosten für Erwerb und Integration vollumfänglich zu berücksichtigen, sofern diese das Erreichen der individuellen Ziele im Rahmen der Sozialhilfe unterstützen. Diese Kosten dürfen nicht mit Integrationszulagen (vgl. Kapitel C.2) oder Einkommens- Freibeträgen (vgl. Kapitel E.1.2) verrechnet werden.


    Bei der Anrechnung der Kosten ist zu beachten, dass gewisse Kostenanteile (z.B. öffentliche Verkehrsmittel im Ortsnetz oder Nahrungsmittel und Getränke) bereits im Grundbedarf berücksichtigt sind (vgl. Kapitel B.2.1); deshalb ist nur die Differenz zu gewähren. Für die Mehrkosten auswärts eingenommener Hauptmahlzeiten gilt allgemein ein Ansatz von 8–10 Franken pro Mahlzeit.




    Die Kosten für die Benützung eines privaten Motorfahrzeuges sind dann zu berücksichtigen, wenn das Fahrziel nicht auf zumutbare Weise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann.


    Nicht als Erwerbsunkosten gelten die Auslagen für die Fremdbetreuung von Kindern Erwerbstätiger; diese Kosten werden gesondert angerechnet (vgl. Kapitel C.1.3).


    Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS):



    https://skos.ch/fileadmin/user…ichtlinien-komplett-d.pdf


    Handbuch für die Sozialhilfe im Kanton Bern der Berner Konferenz für Sozialhilfe:



    http://handbuch.bernerkonferenz.ch/home/