Kürzung der Kinderalimente in Zwischenjahr

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  • Hallo ich brauche dringend Rat:


    Meine Tochter steht mitten in den Maturaprüfungen und nun hat ihr Vater nichts anderes zu tun als ihr zu drohen dass er die Kinderalimente kürzt, da sie ein Zwischenjahr einlegt. Er bezahlt 1300 plus Kinderzulagen. Das Jahr ist fest verplant, zuerst werden wir zwei Monate mit Ihr und Ihrer Halbschwester verreisen, da mein neuer Mann ein Sabattical beziehen kann. Nachher sucht sie sich einen Studenten Job um sich noch einen Sprachaufenthalt zu finanzieren, respektive will sie unbedingt vor dem Studium ein gutes Sprachdiplom in Englisch absolvieren. Dazu kommt noch, das sie sich in diesem Jahr auch noch gründlich für den Numerus Klausus vorbereiten will. Sie wird nun alles andere als auf der faulen Haut liegen und zwingend ein Studium im nächsten Jahr beginnen. Ihr Vater kommt nun mit dem Argument, dass Sie ja nun bei Ihm wohnen könne, und er darum keine Wohnkosten mehr übernehmen will. Kann er die Alimente einfach kürzen wenn wir auf Reisen sind? Was ist das beste Vorgehen? Er ist nicht einsichtig und hat findet, man müsse das nun mitten in den Maturprüfungeb klären.

  • Hallo


    Kurzantwort:


    (Ihre Angaben sind hier nicht ausreichend um schluessig zu antworten.) Ich gehe hier mal davon aus, dass sie getrennt / geschieden sind. Hier gibt es ein rechtsgueltiges Urteil. Der Vater hat klar festgelegte Verpflichtung, was er bezahlen muss. Schwierig wird die Situation dann, wenn sie ein gemeinsames Sorgerecht vereinbart haben.

  • Hallo Maeva


    Dann hat ihr Ex...hier nicht mehr viel zu sagen. Er muss sich an das Gerichtsurteil halten.


    Dass heisst hier konkret, dass er einfach die Alimente bezahlen muss. Ungeachtet dessen, wie sie und ihre Kinder diese verwenden.


    Ihre Entscheidungen, und die ihrer Kinder, sind hier massgebend darueber, wie sie die vorhandenen finanziellen Mittel einsetzen. Er... hat da nichts mehr zu sagen.


    Wenn er mit etwas nicht einverstanden ist, dann muesste er beim Gericht eine Abaenderungsklage betreffend der Alimente einreichen.


    Meiner Ansicht nach, waere dies wohl aussichtslos.


    Denn anhand ihrer Schilderung gibt es wohl keinen Grund, dass ein Gericht dieser Klage folge leisten wuerde.

  • marikowari


    Vielen Dank für Deine Hilfe. Mein Exmann argumentiert aber, im Zwischenjahr pausiere die Ausbildung und er müsse nach Scheidungsurteil nur während der Ausbildung Alimente bezahlen. Meine Sorge ist auch, wenn er nicht mehr zahlt, oder nur noch begrenzt, muss meine Tochter doch selber vor das Gericht, da die Alimentenhilfe ab 18 Jahre nicht mehr zuständig zu sein scheint. Und das ist schon ein harter Brocken.

  • Hallo Maeva


    Die Argumentation ihres Exmanns ist hier wohl nicht richtig. Da die Tochter im Zwischenjahr noch ein Sprachdiplom erlangen will, ist sie hier nach wie vor in Ausbildung. Weiter gilt eine Matur nicht als eine abgeschlossene Erstausbildung.


    Grundsaetzlich sind Eltern Unterhaltspflichtig bis die Erstausbildung abgeschlossen ist. Also bis die Tochter das Studium abgeschlossen hat.


    Wuerde jetzt die Tochter ein Zwischenjahr einlegen, ohne Weiterbildung, dann wuerde das Gericht allenfalls der Abaenderungsklage folgen, denn die Tochter koennte ja arbeiten und damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Situation ist hier also nicht ganz eindeutig.


    Sprachdiplome, insbesondere mit Aufenthalt in einem Land mit der betreffenden Landessprache, sind nicht gerade billig. Das wissen auch die Gerichte. Ich gehe nicht davon aus, dass in ihrem Fall ein Gericht zu Gunsten des Exmanns entscheiden wuerde, sondern zum Wohl der Tochter.


    Das Wohl ihrer Tochter sollte auch fuer ihren Exmann das Wichtigste sein.

  • marikowari


    Herzlichen Dank für Deine Hilfe. Ich habe doch noch letzte Frage:


    Bin ich richtig in der Annahme, dass wenn der Vater nicht zahlt, es schwieriger ist an das Geld zu kommen, da ab 18 die Alimentenhilfe nicht mehr zuständig ist?


    Muss mein Exmann zwingend vor Gericht, wenn er weniger oder gar nicht mehr zahlen will, oder kann er das über seinen Anwalt mit einem begründeten Einschreiben an meine Tochter mit seinen Argumenten erreichen?


    Was ist das beste und günstigste Vorgehen, sollte er nun die Alimente ganz oder teilweise auf eigene Faust kürzen?

  • Hallo,


    für die Durchsetzung des Gerichtsurteils müsste ihre volljährige Tochter gegen ihren eigenen Vater vor Gericht klagen. Dies ist aus meiner Sicht ein Schwachsinn und bringt vor allem Ihre Tochter nicht wirklich weiter. Ich schlage Ihnen vor, dass die Tochter mit ihrem Vater zusammensitzt und eine einvernehmliche Lösung sucht. Dies bringt viel mehr, als wenn nochmals viel Geld für Richter und Anwälte ausgibt. Aus diesem Vorgehen gibt es nur Verlierer, ausser Richter und Anwälte.


    Alles Gute

  • awu62


    Das ist ja genau das Problem. Er spielt ja damit, weil er das weiss. Das Problem ist, man kann mit meinem Ex Mann keinen Kompromiss erreichen. Er versucht nun meine Tochter zu manipulieren und damit zu erreichen, dass er nicht zahlen muss oder erheblich weniger. Wie will eine 18 jährige gegen ihren Vater ankommen, geht es ihm doch nur ums Geld und nicht seine Tochter?

  • Hallo Maeva


    Ich bin etwas ueberfragt, weil ich kein Jurist bin.


    Doch soweit ich das weiss, muss die Alimentenbevorschussung auch ueber das Alter von 18 Jahren hinaus bezahlen. Voraussetzung ist hier aber eben das Scheidungsurteil mit der Festsetzung der Zahlungen. Das ist die Rechtsgrundlage fuer die Forderung ihrerseits, repektive ihrer Tochter. Solange der Exmann also keine vom Gericht ausgesprochene Reduktion der Alimente geltend machen kann, muss er einfach bezahlen. Andernfalls macht er sich strafbar. Jedenfalls dann, wenn er sie bezahlen koennte, aber sich einfach weigert.


    Zur zweiten Frage: Er muss vor Gericht die Abaenderung verlangen. Ein eingeschriebener Brief an die Tochter, ob nun von Rechtsanwalt oder ihm selbst ,hat hier juristisch keine Wirksamkeit. Massgebend ist einzig und allein die gerichtliche Verfuegung. Solange die Tochter in Ausbildung ist, muss er seinen Anteil an den Unterhalt leisten.


    Falls hier die Alimentenbevorschussung tatsaechlich nicht mehr "mitziehen" wuerde, dann beachten sie die Tatsache, dass die Alimente des Vaters trotzdem geschuldet sind und bleiben. Dieses Geld gehoert ihrer Tochter!


    Falls der Vater aus irgendwelchen Gruenden nicht in der Lage ist, die eigentlich geschuldeten Alimente zu bezahlen, dann mussten sie (gemeinsam), im Interesse der Tochter, noch abklaeren, ob sie nicht Stipendien bekommen koennten.

  • awu62


    Entschuldigung. Aber sie verdrehen hier etwas.


    Nicht die Tochter muss gegen den Vater klagen. Sondern der Vater gegen die Tochter. Der Vater ist gemaess Urteil verpflichtet die Zahlungen zu leisten. Punkt!


    Will er das nicht, aus irgendwelchen Gruenden, dann muss er beim Gericht die Abaenderungsklage einreichen. Ob er damit durchkommt, ist eine Frage. Die Gerichtskosten muss er aber in jedem Fall selber tragen.


    Ihr Vorschlag eine einvernehmliche Loesung zu suchen, ist wohl speziell im Interesse der Tochter. Aber wohl auch aller Anderen.

  • Aus dem letzten Satz von Maevas Beitrag ist noch zu entnehmen, dass eine konstruktive Loesung des Problems wohl eher nicht auf einvernehmliche Art zu finden ist.


    Ich bringe deshalb meine Meinung etwas auf den Punkt: Schreiben sie dem Rechtsanwalt ihres Mannes doch ganz freundlich zurueck, dass sie den Brief zur Kenntniss genommen haben. Und die puenktliche Bezahlung der Alimente (gemaess Urteil) erwarten. Ende.


    Das Wohl ihrer Tochter ist das Wichtigste.


    Eigentlich ist sie mit 18 volljaehrig und muesste nun selbst diese Dinge in die Hand nehmen. Sie sollte sich aber zuerst mal noch um ihre Ausbildung kuemmern. Daher finde ich es auch gut, wenn sie ihr hier die Querelen mit dem Vater etwas abnehmen. Aber sie muss wissen, was laeuft.


    Wenn die Tochter fuer den Vater nur ein Kostenfaktor ist.... dann muss die Tochter ihre Beziehung zu ihrem Vater auch noch ueberdenken koennen.

  • Maeva


    >Was ist das beste und günstigste Vorgehen, sollte er nun die Alimente ganz oder teilweise auf eigene Faust kürzen?<


    Das darf er vom Gesetz her nicht. Das sage ich jetzt ungerne, aber sie muessten dann wohl eine Strafklage gegen ihren Exmann einreichen.


    Mit unangenehmen Folgen fuer ihren Exmann.

  • Hallo,


    aufgrund der Ausganslage ............"Das Jahr ist fest verplant, zuerst werden wir zwei Monate mit Ihr und Ihrer Halbschwester verreisen, da mein neuer Mann ein Sabattical beziehen kann. Nachher sucht sie sich einen Studenten Job um sich noch einen Sprachaufenthalt zu finanzieren, respektive will sie unbedingt vor dem Studium ein gutes Sprachdiplom in Englisch absolvieren. Dazu kommt noch, das sie sich in diesem Jahr auch noch gründlich für den Numerus Klausus vorbereiten will." ................ist die Wahrscheinlichkeit klein, dass der Vater die Alimente vollumfänglich bezahlen wird. Die Tochter studiert ja gar nicht, d.h. ist die ganze Sache sehr schwierig. Nehmen sie sich einen Mediator, sitzen sie zusammen und finden sie eine für beide Parteien einvernehmliche Lösung mit dem Vater. Das Vorgehen mit Klage, Gericht und Verurteilung ist ein absoluter Schwachsinn. Mit diesem Verhalten werden Sie ihr Ziel, zu Wohle ihrer Tochter, nicht erreichen.




    Alles Gute.

  • awu62


    Wie schon mal erwähnt, mit meinem Exmann kann man keine Kompromisse diskutieren. Das haben die letzten 18 Jahre gezeigt. Ich habe das schon in bei der Trennung und Scheidung vor Jahrem versucht. Es ist aussichtslos.

  • awu62


    Haben sie den Thread vollstaendig gelesen? Ich fuerchte eben nicht.


    Ich bin zwar grundsaetzlich ihrer Meinung. Solche Dinge vor Gericht klaeren zu muessen, ist eigentlich Schwachsinn. Und "Wohl" ist am Ende wohl niemandem mehr.


    Wenn der Exmann seinerseits nicht bereit ist, fuer dieses Zwischenjahr zum Wohl seiner Tochter die Alimente zu bezahlen, dann muss er wohl eine Abaenderungsklage einreichen.


    Man koennte ja vernuenftigerweise das auch aussergerichtlich klaeren. Zum Beispiel, dass die Tochter .... wegen Studentenjob.... auf einen Anteil an den Alimenten verzichtet. Und diesen Anteil einfach an den Vater zurueckbezahlt. Dann koennte man den Gang aufs Gericht mal Jedem ersparen und die Richter wuerde das wohl auch noch freuen.


    Fuer mich ist das Verhalten des Vaters unverstaendlich, es sei denn, er ist wirklich nicht in der Lage die Alimente zu bezahlen. Das waere dann wirklich ein Grund, um die Situation entsprechend zu klaeren. Und hier koennte ein Mediator/In hilfreich sein.


    Wenn aber seitens des Vaters die Bereitschaft zu solchen Gespraechen seit jeher fehlt.....?


    Ihre Bedenken sind korrekt. Die Situation ist nicht eindeutig. Das deshalb nicht, weil der Sprachkurs nicht ueber das ganze Jahr dauert. Doch wie viele Wochen haben Maturanden Ferien? Und wie lange dauern die Semesterferien bei Studenten?


    Viele Studenten muessen waehrend den Semesterferien Studentenjobs machen...weil es sonst nicht reicht.


    Ich moechte hier noch ausdruecklich darauf hinweisen, dass ein entsprechendes Sprachdiplom bei bestimmten Studiengaengen schon fast eine zwingende Voraussetzung ist, um das Studium erfolgreich abschliessen zu koennen.


    Ich jedenfalls moechte mich bei einem Studium als Astrophysiker nicht mehr damit abmuehen muessen, noch Englisch zu bueffeln, weil ich sonst die "Arbeiten" der internationalen Wissenschaft nicht lesen, respektive verstehen kann.


    Ihr gutgemeinter Vorschlag in Ehren.


    Ich bleibe bei meiner Ansicht. Wenn der Vater hier seine Tochter nicht unterstuetzen will, dann muss er eine Abaenderungsklage einreichen. Als Tochter wuerde ich einfach weiter darauf beharren, dass er die Alimente bezahlen muss.


    Der Rest wird dann wohl nicht hier im Forum geklaert, sondern vom Gericht.


    Wuerde mich dann noch interessieren wie die Geschichte ausgegangen ist.

  • Vielleicht sollte man das auch aus Sicht des Vaters anschauen: er will sicher nicht der Tochter schaden, aber er will auch nicht über die Tisch gezogen werden. Für ihn scheint eher, dass sie mehrheitlich ein lockers Jahr macht, und deshalb nicht voll zahlen will / sollte. Sicherlich wurde diese Situation in der Veinbarung wohl durch die Anwälte ‘vergessen’ (gibt ihnen wieder 300.-/h Arbeit). Und statt darüber zu sprechen (erwachsene Tochter / Vater), sind alle anderen interessiert, dass es wieder vor Gericht gehen muss.


    Vielleicht wurde der Vater von der Mutter (spätestens) seit der Trennung nur noch als lebenslanger Goldesel angesehen, und ihr Anwalt wird ihr gesagt haben, sie muss sowieso nur noch das machen was das Gericht sagt, und auch wenn nicht muss er dies wieder einklagen, was wiederum schwierig und teuer ist…


    Falls die Tochter das Gespräch zu einem Kompromiss (ev. mit Mediator) verhindern (ev. wegen der Mutter), tritt schon bald die BGE-Situation in Kraft, wo der Vater bei Kontaktabbruch nach 18 gar nichts zahlen muss… Schade.