Nachmieter abgesprungen

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  • Hallo


    Ich habe meine Wohnung auf den 1.7. ausserterminlich gekündigt und dies meinem Vermieter schriftlich unterschreiben lassen. Mir war klar, dass ich einen Nachmieter stellen musste, welcher meinen Mietvertrag übernehmen sollte. Gesagt, getan und nur wenige Tage später legte ich meinem Vermieter einen zahlungsfähigen und tragbaren Nachmieter vor. Dieser wurde auch prompt angenommen und alles schien seinen normalen Weg zu gehen.


    Gestern aber erhielt ich einen Anruf des erwähnten Nachmieters, in dem ich informiert wurde, dass mein Vermieter den Mietzins ab Oktober um 200.- bis 400.- Sfr erhöhen wolle. So sollte der Nachmieter zwar meinen Vertag übernehmen aber ab Oktober einen noch nicht genau genannten Betrag draufzahlen. Logischerweise sprang der Nachmieter in Folge dessen ab und ich stehe abermals ohne Nachmieter da... Dies wird mir der Nachmieter auch noch schriftlich belegen.


    Der Vermieter rief mich Tage später persönlich an und erklärte mir die Sachlage. Erwähnenswert ist noch, dass er weder mich noch den Nachmieter schriftlich, anhand des offiziellen Formulars, über die drohende Mietzinserhöhung informiert hat und das wohl auch nicht tun wird. Schliesslich kommt da die 3 monatige + 10 Tage Frist näher und näher.


    Meine Frage ist also nicht, ob der das darf oder nicht. Vielmehr stellt sich mir die Frage, ob ich meine Schuldigkeit betreffend der Suche nach einen Nachmieter getan habe und aus der Zahlungspflicht entlassen bin.


    Danke für eure Hilfe


    CD

  • Hallo


    Ich denke schon, dass sie hier aus der Pflicht sind.


    Es ist der Schuld des Vermieters zu zu schreiben, dass der Nachmieter dann den Mietvertrag doch nicht unterschreibt.


    Denn sie muessen eigentlich nur einen tragbaren Nachmieter finden, welcher auf der selben Basis wie sie, den Mietvertrag uebernimmt.


    Anhand ihrer Schilderung ist dies der Fall. Was dannach kommt, ist nicht mehr ihr Problem.


    Ich bin nicht Jurist. Doch ich sehe das so, gemaess geltendem Mietrecht.


    Fragen sie doch zur Sicherheit noch beim Mieterverband nach.

  • Ich bin nach einigem Überlegen nicht unbedingt derselben Meinung wie marikowari. Wenn der Vermieter dem potenziellen Nachmieter mehr oder weniger explizit sagt, dass er die Absicht hatte, dem bisherigen Mieter die Miete per 1. Oktober zu erhöhen, und er dies auch bei einem neuen Mieter tun wird, so tut er damit grundsätzlich nichts Unrechtmässiges, solange er bereit ist, vorerst einen Vertrag zu den bisherigen Konditionen abzuschliessen. Unterschreibt der potenzielle Nachmieter diesen nicht, obwohl er grundsätzlich die Möglichkeit dazu hätte, bleibt der bisherige Mieter am Vertrag gebunden. Doch wie auch immer: Mit einer Auskunft beim Mieterverband ist man bestimmt auf der sicheren Seite.

  • @CescoD


    Lassen Sie sich vom Vermieter schriftlich belegen, dass er den Nachmieter akzeptiert hat und der Nachmieter erst dann abgelehnt hat den Mietvertrag zu übernehmen nachdem der Vermieter angekündigt hat ab 1. Oktober 2019 die Miete zu erhöhen und lassen Sie sich bestätigen gestützt auf welche Rechtsgrundlage und gestützt auf welchen Grund der Vermieter die Miete erhöhen wollte. Es kommt eventuell darauf an, ob der Vermieter überhaupt berechtigt gewesen wäre gestützt auf diesen Grund die Miete per 1. Oktober 2019 zu erhöhen oder nicht.

  • Sozialversicherungsberater


    Ich habe bereits vom Nachmieter die schriftliche Bestätigung des Sachverhaltes erhalten. Ich hoffe der Vermieter ist bereit mir alles Nötige auszuhändigen...


    Der Vermieter hat mir nur mündlich, NACHDEM der Nachmieter abgesagt hat mitgeteilt, dass er NUR für potentielle Nachmieter den Zins erhöhen wolle. Schriftlich haben wir nie etwas erhalten und es wurde auch vorgängig nie etwas dahingehend erwähnt. Laut meines Wissens müssen Zinserhöhungen 3 Monate vor einem ordentlichen Kündigungsdatum, plus 10 Tage Frist schriftlich mitgeteilt werden und natürlich klar begründet werden.


    Der Vermieterverband hat mir den Sachverhalt bestätigt und doch fühle ich mich irgendwie so, als würde mich der Vermieter doch, entschuldigen Sie den Ausdruck, verarschen.

  • CescoD



    Sie erwähnen, dass Sie sich etwas durch den "Vermieterverband" bestätigen haben lassen. Was für ein Vermieterverband? Ich empfehle sich als Mieter durch den Mieterverband und nicht durch den Hauseigentümerverband beraten zu lassen. Es schreckt wahrscheinlich einige Nachmieter ab den bestehenden Mietvertrag zu übernehmen, wenn der Vermieter diesen ankündigt, dass er plant ab 1. Oktober 2019 die Miete zu erhöhen und eine höhere Miete als bisher zu verlangen. Es ist fraglich, ob der Vermieter überhaupt zu einer Mieterhöhung per 1. Oktober 2019 berechtigt ist und ob sich nicht auch ein Nachmieter, der den bestehenden Mietvertrag übernimmt bei der Schlichtungsstelle bzw. vor Gericht gegen die Mieterhöhung wehren könnte.

  • Ich meinte natürlich den Mieterverband, mein Fehler...


    Das war auch mein Gedanke. Auch müsste er, sollte er tatsächlich eine Mieterhöhung in Betracht ziehen, potentiellen Nachmietern einen gänzlich neuen Vertrag vorlegen, aufgrund den obligatorischen Fristen oder liege ich da falsch? Das würde folglich bedeuten, dass ich gar keinen Nachmieter suchen müsste...

  • Sirio


    Es ist grundsaetzlich gut, wenn sie nicht meiner Meinung sind. Und diese entsprechend kritisieren.


    Es geht hier naemlich wirklich um eine juristische Spitzfindigkeit. Und ich bin mir hier meiner Aussage auch nicht wirklich so ganz sicher. Sie beruht darauf, wie ich persoenlich die betreffenden Artikel im Mietrecht verstanden habe, respektive interpretiere. Deshalb auch mein Hinweis: Zur Sicherheit noch beim Mieterverband nachfragen.


    Mein Standpunkt ist hier immer noch: Es gibt einen Mietvertrag. Dieser wird ausserterminlich gekuendigt. Daraus entsteht dem Vermieter ein Schaden, weil Leerstand der Wohnung. Der bisherige Mieter muss diesen Schaden uebernehmen. Das ist soweit klar. Dann ergibt sich daraus die Variation, in welcher Form dieser Schaden abgegolten werden kann.


    Variante 1: Der bisherige Mieter bezahlt die Miete gemaess Vertrag bis zum ablauf der ordentlichen Kuendigungsfrist.


    Variante 2: Der bisherige Mieter findet jemanden (Nachmieter) welchenr in den bestehenden Vetrag eintritt, respektive uebernimmt. Zu gleichen Konditionen.


    Die Folge der Variante 2 ist soweit klar. Es entsteht kein Schaden. Damit ist der bisherige Mieter aus seiner Pflicht entlassen.


    Wenn nun aber der Vermieter den Neuabschluss eines Folgevertrages dadurch verhindert, dass er nicht bereit ist, den Vertrag zu selben Konditionen weiterzufuehren, dann verursacht hier der Vermieter einen Schaden, fuer den nicht der bisherige Mieter verantwortlich gemacht werden kann.


    Das ist eine Frage der Kausalitaet. Wer ist hier, fuer welchen Schaden, verantwortlich?

  • CescoD


    Nein, es wuerde nicht bedeuten, dass sie gar keinen Nachmieter suchen muessten. Das ist sicher ein falscher Schluss.


    Sie muessen einen Nachmieter finden, welcher bereit und in der Lage ist, in den jetzt mit ihnen bestehenden Vertrag einzutreten. Tun sie dies, wie von ihnen erwaehnt, und von seiten Dritter (potentieller Nachmieter und Vermieter) auch bestaetigt, dann haben sie das getan, zu was sie gemaess Mietrecht verpflichtet sind. Nachfolgende Vertragsaenderungen gehen sie hier aber nichts an! Das hat mit ihrem Vertrag schlicht nichts mehr zu tun.


    Laut Mietrecht sind sie bei einer ausserordentlichen Kuendigung dazu verpflichtet, allenfalls eine Vertragspartner zu liefern, welcher ihren Vertrag uebernimmt. Erfuellen sie diese Pflicht , sind sie aus der Haftung entlassen.


    So interpretiere ich das gegenwaertige Mietrecht. Auf ein gegenteiliges Urteil des "Mietgerichts" waere ich hier mehr als nur gespannt.

  • Erst einmal, vielen Dank für eure Anregungen und Ratschläge.


    Zwischenzeitlich habe ich mit einem Jurist sowie einem Anwalt für Mietrecht Kontakt aufgenommen. Beide bestätigten mir unsere Überlegungen betreffend meines Falles. Ich bin nach geltendem Mietrecht aus der Zahlungspflicht entlassen, da ich einen zahlungswilligen und zahlungsfähigen Nachmieter gestellt habe. Die danach folgende Forderung seitens des Vermieters, und der daher herrührende Verzicht des potentiellen Nachmieters, ist nicht mehr mein Problem.


    Der Nachmieter hat mir seinem Handeln gleich mehrere mietrechtliche Tatsachen missachtet und geltendes Recht verletzt.


    Zum einem, und für mich relevant, ist sicher die Sache mit dem vermeintlichen Nachmieter, wie oben bereits erwähnt. Zum anderen ist seine Absicht den Mietzins zu erhöhen gespickt mit Formfehlern, die ihm entweder nicht bewusst, oder aber geschehen sind durch seine persönliche Ignoranz, Megalomanie oder Unwissenheit.


    Mietzinserhöhungen müssen zwingend schriftlich, anhand des offiziellen Formulars, immer nur zum nächsten Kündigungstermin - sprich ab jetzt wäre das der 1. Oktober - 10 Tage vor Beginn der Kündigungsfrist, angekündigt werden. Die Erhöhung muss genau und klar begründet werden. Unzulässig ist ein Sammelsurium aller möglichen Anpassungkriterien. Werden mehrere Erhöhungsgründe angerufen, so sind diese einzeln zu beziffern. Seine Argumentation den Zins um 200.- bis 400.- Sfr zu erhöhen, ist daher ebenso hanebüchen, wie sein ganzes Handeln in dieser Sache.


    Was bleibt ist die Unsicherheit, wie weit der gute Herr die Sache ziehen wird, bis er sich sein Unvermögen schließlich eingesteht. Ich persönlich werde aus purem Goodwill weiterhin Nachmieter suchen und an ihn weiterleiten. Sollte er bei anderen etwaigen Nachmietern jedoch ebenso handeln, spielt mir das bloß weiter in die Hände.

  • Ich empfehle sich an den Rat des Mieterverbands zu halten. Wenn Sie dem Mieterverband alles genau geschildert haben, konnte dieser eine sortfältige Auskunft an Sie erteilen.


    Ich bin kein Experte im Mietrecht, aber ich vermute, dass Sirio recht hat und Sie nun verpflichtet sind einen neuen Nachmieter zu finden, der bereit ist den bestehenden Mietvertrag zu übernehmen, auch wenn diesem der Vermieter wieder ankündigt, dass er plant bald die Miete zu erhöhen. Denn der bisher vorgeschlagene Nachmieter war nach der Ankündigung nicht mehr bereit den bestehenden Vertrag zu übernehmen und anscheinend nicht bereit dann einfach die Mietzinserhöhung später anzufechten. Der Vermieter kann nachdem ein Nachmieter den bestehenden Mietvertrag übernommen hat probieren die Miete zu erhöhen, ab welchem Zeitpunkt er das darf und ob er damit durchkommt falls der neue Nachmieter sich wehrt ist eine andere Frage. Sie können potentiellen Nachmietern ja auf den Mieterverband und auf Informationen auf der Webseite des Mieterverbands hinweisen, wie man sich gegen eine Mietzinserhöhung wehren kann.


    Ich vermute der Vermieter hat die Taktik Nachmieter zu verschrecken, sodass die Kündigungsfrist für den Mietvertrag ohne einen neuen Nachmieter ausläuft und der Vermieter dann nach dem Ende des Mietvertrags einfacher von einem neuen Mieter eine höhere Miete verlangen kann. Denn wenn ein Nachmieter innerhalb der Kündigungsfrist in den bestehenden Mietvertrag eintritt, bezahlt der Nachmieter die im bestehenden Mietvertrag vereinbarte Miete und der Vermieter kann die Miete nicht zu jedem Zeitpunkt und nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen und mit entsprechender Nachweispflicht erhöhen.

  • Das würde dann im krassen Gegensatz zu dem stehen, was mir der Mieterverband sowie mein Anwalt erzählten. Laut ihren Aussagen bin ich tatsächlich aus der Haftung entlassen, vorausgesetzt ich kann den Sachverhalt, eine Bestätigung des abgesprungenen Nachmieters, schriftlich vorlegen.


    Zwischenzeitlich hat sich ein weiterer Nachmieter finden lassen. Mal sehen wie der Vermieter sich nun verhält.

  • Ehm - ja was jetzt? Zitat aus einem gestrigen Beitrag: "Der Mieterverband hat mir den Sachverhalt bestätigt und doch fühle ich mich irgendwie so, als würde mich der Vermieter doch, entschuldigen Sie den Ausdruck, verarschen." Mindestens der zweite Teil des Satzes lässt den Schluss zu, dass der Mieterverband der Ansicht ist, dass der Mieter am Vertrag gebunden bleibt. Der Kommentar zum letzten Beitrag von Sozialversicherungsberater steht aber im Widerspruch hierzu. Irgendwie komme ich hier nicht mehr mit...

  • Hallo zusammen


    Scheint, etwas als wolle diese Geschichte kein Ende nehmen.(Smile).


    Es ist wohl schon so, dass @CescoD aus der Haftung entlassen ist, wenn er belegen kann, dass er und der vorgeschlagene Nachmieter in Unkenntnis einer "geplanten" Mietzinserhoehung waren. Dies wurde so ja wohl auch vom Mieterverband bestaetigt.


    Ich selbst bin hier auch kein Experte, aber habe frueher Mietshaeuser verwaltet. Gewisse Regeln gelten hier als selbstverstaendlich. Und der Rest ist eine Frage des Anstandes. Jedenfalls bei gewissen Leuten/Verwaltungen.


    Dass heisst aber auch, dass die von @Sozialversicherungsberater geauesserte Vermutung nicht von der Hand zu weisen ist.


    Anhand der Schilderung seitens CescoD habe ich naemlich diesselbe Vermutung, dass der Vermieter hier ein Spielchen treibt.


    Wie es Sozialversicherungsberater beschreibt, ist es naemlich so, dass der Vermieter nach einem ordentlich beendeten Mietvertrag, einen neuen Mietvertrag mit deutlich anderen Konditionen abschliessen kann und dabei die Regeln der rechtlich zulaessigen Mietzinserhoehung nicht zur Anwendung kommen.


    Wenn CescoD nun einen tragbaren Nachmieter beibringt, dann macht er damit dem Vermieter einen Strich durch die Rechnung.

  • Sirio "


    >Der Mieterverband hat mir den Sachverhalt bestätigt und doch fühle ich mich irgendwie so, als würde mich der Vermieter doch, entschuldigen Sie den Ausdruck, verarschen." <


    Genau dieses Gefuehl habe ich hier auch. Und Sozialversicherungsberater hat dies wohl zumindest angedeutet.


    An der Stelle von CescoD wuerde ich mich hier ohne Weiteres auf einen Prozess einlassen. Vorausgesetzt er kann den Sachverhalt nachweisen. In diesem Falle wird der Vermieter wohl vor Gericht "den Bach runter gehen". Da bin ich mir schon recht sicher.


    Ich selbst musste leider schon diverse Prozesse durchgehen. Und gehe als Klaeger nicht vor Gericht, wenn ich nicht wirklich ueberzeugt bin, im Recht zu sein und das auch beweisen zu koennen. Ich habe auch nie einen Prozess verloren. Weder in der Schweiz noch im Ausland. Und das ohne Anwalt meinerseits. Einen Prozess hatte ich nicht gewonnen. Aus Mangel an Beweisen, wurde der Beklagte laufen gelassen. Abgesehen von der saftigen Ruege wurdem ihm die Gerichtskosten ueberbunden. Sagt an sich schon genug.


    CescoD kann hier nicht klagen. Er kann sich, aus meiner Sicht, aber getrost verklagen lassen. Aus meiner Sicht waere es gerade noch das Duemmste, was sich der Vermieter noch einfallen lassen koennte.