Gartenunterhalt

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  • Meine Miete beträgt monatlich netto rund CHF 1'300. Die HK/NK-Akto. betragen CHF 200 im Monat.


    Nun habe ich die Nebenkostenabrechnung erhalten im März und mich traf der Schlag.


    Davon betreffen rund CHF 4'000 Gartenunterhalt p.A nur für mich als eine Partei!


    Es ist eine 3-Zimmerwohnung mit 63m2, also nichts besonderes und wir haben auch keinen besonderen Garten (Kiesgarten mit Hecken rundherum, mehr gibt es nicht zu tun bei uns). Die Bäume usw. gehören der Stadt.


    Wir sind insgesamt 18 Parteien. Es sind 3 Häuser insgesamt, welche die Anlage betrifft.


    Dann müssten die Gartenarbeiten ja jährlich CHF 70'000 kosten, wenn man jeder Partei CHF 4'000 in Rechnung stellt und so viel Arbeit gibt es bei uns nicht. Ein Gärtner müsste ja jeden Tag bei uns von morgens bis abends unterwegs sein, um Kosten von CHF 70'000 im Jahr zu rechtfertigen, was definitiv nicht der Fall ist. Sie kommen im Monat, wenn überhaupt, ein Mal vorbei, um zu giessen im Sommer. Ansonsten haben sie bei uns auch neu Rosen angepflanzt und div. andere Blumen, Kräuter usw. soweit ich gesehen habe, um die hohen Kosten wahrscheinlich zu rechtfertigen. Aber sauber ist der Garten nicht! Ständig ist überall Katzenkot verteilt im Kiesgarten (von den anderen Liegensachften, da kein Zaun vorhanden) und die Hecken sind selten geschnitten. Ich habe auch Fotos davon gemacht für die Schlichtungsstelle. Im Garten hat es immer wieder viel Abfall. Es lag einmal ein altes, sehr grosses Sofa direkt unter meinem Balkon, welches von einer ehemaligen Mieterin einfach dort deponiert wurde bei ihrem Auszug und sie sich so davon entledigt hat. Ich habe ein halbes Jahr gewartet bis sie es endlich entsorgt haben. Also wirklich kommen sie es sich nicht anschauen den Garten, sonst hätten sie es doch bemerkt, dass dort ein Sofa liegt und es entfernt. Kann also nicht von regelmässiger Pflege des Gartens die Rede sein.


    Mit Abzug von den HK/NK-Akontozahlungen, welche CHF 200/Monat betragen sollte ich nun noch rund CHF 1'600 nachzahlen. Vorletztes Jahr waren es bereits rund CHF 1'000 als ich eingezogen bin, welche ich nachzahlen musste. Für letztes Jahr waren es CHF 1'300 und nun CHF 1'600 zum Nachzahlen.


    Jedes Jahr wird es immer mehr ohne jegliche Begründung. Ich wollte mir das nun das dritte Mal nicht wieder gefallen lassen und habe beim Vermieter die Akten einsehen wollen, welche mir aber nicht ganz zur Einsicht gegeben wurden.


    Der Mitarbeiter war sehr unfreundlich und wollte alles schnell durchgehen.


    Ich habe auf Anfrage Fotos gemacht von den Unterlagen und habe auch nach den Arbeitsrapporten bzw. detaillierten Rechnungen des Gärtners gefragt, welche der Vermieter aber nicht vorgelegt hatte.


    Ich war nun auch bei der Schlichtungsstelle deswegen, weil mir die ganze Sache nicht sauber zu sein scheint, vor allem, weil mir keine Rechnung des Gärtners vorgelegt werden konnte.


    Bei der Schlicthungsstelle hat der Verwalter ständig gelogen und immer wieder betont, wie gross die Anlage doch sei und dass es dewegen sehr viel Arbeit gäbe, dabei gehört das meiste der Stadt und nicht dem Eigentümer. Wir können regelrecht im Garten einfach durchlaufen, aber es gibt keinen Platz, wo man verweilen kann. Es ist in dem Sinn gar kein Garten, es ist einfach eine Durchlaufmöglichkeit.


    Dann hat der Verwalter dort noch gesagt, sie hätten versucht mir die Abrechnung zu erklären,aber ich wäre zu sehr damit beschäftigt gewesen, Fotos zu machen. Ich war ausser mir, habe mich aber ruhig verhalten.


    Er hat mich im Verlauf des Verfahrens die ganze Zeit unterbrochen und beleidigt.


    Die Schlichtungsstelle hat sich nicht wirklich damit befasst aus meiner Sicht. Ich habe der Schlichtungsstelle bereits im April alle Unterlagen inkl. Fotos usw. des Gartens geschickt und meine Begründung gegeben.


    Alles musste erneut besprochen werden, aber ich kam gar nicht dazu. Ständig wurde ich unterbrochen von ihm und die Schlichtungsstelle tat nichts dagegen.


    Das Verfahren verlief keine halbe Stunde. Die ersten 10 Minuten hat der Vermieter verplempert mit allgemeinen Informationen über die Liegenschaft, die völlig irrelevant sind.


    Die Schlichtungsstelle hat kurze Fragen gestellt an mich und haben sich dann 5 Minuten beraten und schon das Urteil gefällt.


    Sie haben sich ohne damit gross zu befassen aus meiner Sicht, entschieden, dass die Rechnung so passt und wenn ich weiterziehen will, gerne weiterziehen soll, aber dass sie mir empfehlen würden, die Abrechnung zu akzeptieren. Eine klare Begründung gab es nicht. Auch haben sie selber die Rechnung des Gärtners nicht genau angeschaut und auch keine Arbeitsrapporte des Gärtners verlangt vom Vermieter.


    Ich wurde einfach für blöd verkauft. Mir wurde mitgeteilt von der Schlichtungsstelle, dass ,,auch viele Mieter die Kosten eines Lifts nicht bezahlen wollen, weil sie diesen nie benutzen und lieber Treppe laufen und es bei den Abrechnungen damit begründen". Als ob ich einen Garten hätte und den Unterhalt nicht bezahlen will. Es ist ja nicht so, dass wir einen Garten in dem Sinn haben. Es ist eine Durchlaufzone, um von Haus zu Haus zu kommen und der Weg ist ca. 2 Meter breit.


    Der Gartenunterhalt von jährlich CHF 4'000 steht ausserdem in keinem Verhältnis zur Mietzinshöhe.


    Die Liegenschaft gehört ausserdem einer Stiftung an, welche gemäss Webseite "günstigen Wohnraum für Familien" anbietet.


    Ich erhalte keine Subvention aufgrund meines Einkommens, aber dennoch finde ich, kann es nicht sein, dass man Familien gemäss ihrer Webseite "günstigen Wohnraum" bietet, aber handkehrum jährlich CHF 4'000 zusätzlich für den Gartenunterhalt verlangt. Das hebt das günstige Wohnen ja vollkommen auf.


    Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht hierhergezogen. Ausserdem ist der Garten nicht gepflegt. Wenn ich schon CHF 4'000 bezahlen muss, dann nicht für irgendwelche im Nachhinein gepflanzen exotischen Pflanzen und Blumen, sondern, für einen sauber gepflegten Garten, was definitiv nicht der Fall ist.


    Ich habe mich entschlossen, den Fall weiterzuziehen, denn ich bin zu 100% sicher, dass ich Recht habe. Laut ZGB und auch laut Mietvertrag bin ich als Mieter nur für die "ordentlichen Gartenarbeiten" zur Zahlung verpflichtet und nicht für ausserordentliche, d.h. anderweitige Arbeiten wie das Anpflanzen von teuren Blumen und Pflanzen. Der Vermieter konnte nicht belegen, dass die Arbeiten "ordentlich" sind, ist aber dazu verpflichtet und ansonsten muss ich nicht zahlen.


    Wie stehen hier aber die Chancen? Hat jemand Erfahrung damit gemacht? WIe kann ich mich wehren am besten? Was soll ich sagen beim Gericht, um Gehör zu bekommen und nicht wieder so abgespeist zu werden?


    Muss man wirklich im Kanton Basel-Stadt einen teuren Anwalt einschalten, um solchen Schikanen auszuweichen oder ist das überall so in der Schweiz?


    Ich bin selber Schweizerin und ib Basel aufgewachsen, befinde mich derzeit in Ausbildung zur Treuhänderin, daher kann ich mich ein Stück weit selber wehren, aber wenn sogar einer meiner Dozenten immer wieder sagt, der sehr gut ausgebildet ist, dass die Schweiz eines der korruptesten Länder der Welt ist, wird mir schon langsam schlecht von der ganzen Sache.


    Solange man Geld hat, hat man das Sagen und wenn man sich als "kleiner Fisch" wehrt, hat man von Anfang an nichts zu melden. So kommt es mir vor.


    Aber einfach ständig zahlen und den Mund halten, damit hat man irgendwann spätestens Mitte 30 genug davon. In jeder Wohnung wurde ich bisher abgezockt und musste mir jedes Mal alles gefallen lassen, habe nie geklagt wegen der Kostenfrage. Aber irgendwann hat man einfach genug davon und wenn man klagt, wird man auch bei der Schlichtungsstelle nicht ernst genommen. Das ist so frustrierend und ein trauriges Abbild unseres Rechtssystems.

  • @BleibtStark


    Hallo.


    Ja. Mir scheinen die Kosten hier auch deutlich ueberteuert zu sein. Ich war in sehr jungen Jahren auch mal Hauswart. Und war auch verantwortlich fuer den Gartenunterhalt.


    Selbst wenn ich jetzt den Gaertnerlohn noch auf die Anzahl der Mietparteien herunterbreche, also auf sechs Parteien ...... ein solcher Lohn waere traumhaft gewesen.


    Im damaligen Haus hatte der Liegenschaftsverwalter ein Interesse daran, dass zwar alles richtig instand gehalten wird, aber eben einfach und sauber. Und dass die Mieten dann entsprechend tief bleiben. (Ein Bravo!)


    Zu deinem Problem:


    Hast du mit anderen Mietern ueber diese Thema gesprochen?


    Aus meiner Sicht hast du zwei Alternativen. Entweder gehst du als Einzelkaempferin weiter vor. Oder die Mieter schliessen sich hier zusammen.


    Ich wuerde vorschlagen, dass sich die Mieter zusammenschliessen und Mitglied beim Miterverband werden. Dann dort geschlossen die Sache vorbringen. Der Verbands hat nicht nur entsprechende Juristen, welche hier beraten koennen. Sie koennen auch stellvertretend vorgehen.


    Dritte Alternative: Eine andere Wohnung.


    Allerdings bin ich mir bewusst, dass dies nicht einfach sein wird. Guenstiger Wohnraum ist rar. Sehr rar.


    Und dann kommt es allenfalls auch auf die persoenlichen Beduerfnisse an. Fuer mich sind Wohngemeinschaften allenfalls auch eine Option. Oder Hausgemeinschaften. Ein gehbehinderter Freund von mir hat so eine Idealloesung gefunden. Er bewohnt die kleine aber rollstuhlgaengige Einliegerwohnung. Der grosse Garten des Hauses wird von der anderen Mietpartei bearbeitet und unterhalten. Im Garten gibt es einen grossen Sitzplatz, der allen Parteien plus Gaeste, zur Verfuegung steht. Mein Freund ist sehr kommunikativ und ein guter Unterhalter. Und seine musikalischen Einlagen an der Grillparty werden weitherum geschaetzt.


    Es muss nicht immer alles ueber das Geld gehen. Manchmal ist etwas Nachbarschaftshilfe sehr viel wertvoller!