Darf das Betreibungsamt mein zurück bezahltes Geld horten?

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  • Hallo.


    Ich bin seit 6 Jahren leider in einer finanziell schwierigen Situation. Vor ca. 6 Jahren habe ich begonnen meine Schulden, die ich in jungen Jahren verursacht habe, zu tilgen.


    Anfangs war ich in Winterthur wohnhaft. Dort gelang es mir nach einigen Jahren Schritt für Schritt meinen kleinen Berg zu beseitigen.


    Durch einen Wohnungs-wechsel der über zwei Kantone gieng, habe ich leider erneut einen kleinen Berg angehäuft, da ich ca 5 Monate Arbeitslos war und trotz erfüllen der Anforderungen vom RAV kein Arbeitslosengeld erhielt (Kündigung auf eigenen Wunsch).


    Seit Anfangs dieses Jahres habe ich bereits über 8000 Franken zurück bezahlt. Neulich ist mir aufgefallen, dass das Betreibungsamt aber nur 2000 Franken seit Anfang des Jahres an meine Gläubiger weiter geleitet haben.


    Meine Schuldenberaterin erkundigte sich beim Amt nach dem Grund des zurückbehalten meines einbezahlten Geldes. Die Antwort des Betreibungsamtes war, dass die Gläubiger nur ein Mal im Jahr ausbezahlt werden.


    Nun frage ich mich, ist das legal?


    In Winterthur ist alles immer sofort aufgespalten und verteilt worden. Für mich macht es einfach keinen Sinn, dass ich tausende Franken tilge, davon aber 3/4 auf einem konto beim Betreibungsamt gehortet wird und parallel die Zinsen trage für Betreibungen, die schon längst hätten beglichen werden können.


    Was kan ich da tun?


    Danke für eure Zeit und Mühe betrefflich meinem Anliegen.

  • Hmmm?


    Ich weiss nicht ob, das Rechtens ist, oder sein kann. Aber mir erscheint das doch recht unanstaendig zu sein.


    Ich selbst bin verpflichtet, meine Rechnungen innert Frist zu bezahlen. Kann ich das aus irgendwelchen Gruenden nicht......


    Lohn noch nicht da und Zahlung faellig..... werde ich betrieben .... Alles klar.


    Jetzt habe ich also Schulden auf mich geladen und dann beim Betreibungsamt eingezahlt. Und die bezahlen dann weder meine Glauebiger, noch erstatten die mir zuviel bezahlte Schulden zurueck?


    Also hier stimmt was nicht.


    Entweder meine Glauebiger werden rechtzeitig aus meinem Geld, welches ich auf Amt deponiert habe bezahlt, oder dann muss das Geld sofort zu mir zurueck, damit ich meine Glaeubiger selbst befriedigen kann.


    Das ist meine persoenliche Meinung.

  • Ich frage mich auch wie so etwas Rechtens sein kann... Aber meine grosse Sorge ist, dass ich nichts dagegen kann. Ohnehin werde ich schon wie ein (entschuldigt meinen Ausdruck) "Assi" behandelt von oben herab, obwohl ich jeden Monat über 1000 Franken einbezahle.


    Ich fühle mich einfach machtlos. Ich versuche seit Jahren mein Leben vor allem finanziell in den Griff zu bekommen. Doch mittlerweile bekomme ich das Gefühl, dass man mich möglichst lang in dieser Schuldenspirale halten will, um zu profitieren.


    Ich bin mir wohl bewusst, dass ich mir die Schulden selbst ein gebrockt habe, aber verstehe nicht wiso man es mir so schwer macht dort wider raus zu kommen. Ich zahle Zinsen, obwohl das Betreibungsamt das Geld von mir schon bekommen hat, es allerdings nicht weiter leitet.


    Nach Jahre langen Existenz ängsten und verzweifeltem kampf den Berg ab zu arbeiten fehlt mir langsam die Kraft. Wie kann ich gegen solche Ungerechtigkeiten vorgehen? Vielen Dank für die Antwort

  • J8


    Um ehrlich zu sein, bin ich hier etwas ueberfragt. Ich bin kein Jurist und mit dem Betreibungsrecht hatte ich bisher nur sehr wenig zu tun.


    Haben sie einmal beim Betreibungsamt eine "Zwischenabrechnung" verlangt?


    Ich denke, dass sie ein Recht haben zu wissen, wie weit ihre Abzahlungen fortgeschritten sind.


    Bedenken sie, dass die Glaeubiger die Kosten des Betreibungsverfahrens und allenfalls auch Verzugszinsen geltend machen koennen. Es kann also sein, dass die aktuellen Schulden deshalb noch deutlich hoeher sind, als die Grundforderungen es waren.

  • Ihre Schuldenberaterin hat ja doch hoffentlich das Betreibungsamt nach dem Grund gefragt, aus welchem die Auszahlung an die Gläubiger nur einmal im Jahr erfolgt? Und wie hat das Betreibungsamt geantwortet? Warum haben Sie diese Antwort nicht erwähnt? Fragen über Fragen... Den Hintergrund glaube ich zu kennen: Wahrscheinlich läuft eine Lohnpfändung. Die Dauer der Lohnpfändung beträgt zwölf Monate, und bevor diese Zeit verstrichen ist kann das Betreibungsamt nicht abschätzen, wieviel die Pfändung abwerfen wird (Lohnschwankungen, Jobverlust, mögliche Neuberechnung des Existenzminimums usw.). Daher läuft die Lohnpfändung vorerst ein Jahr lang ohne Auszahlungen. Danach wird abgerechnet, der endlich bekannte Nettoerlös wird auf die Gläubiger der Pfändungsgruppe aufgeteilt, und zum Schluss wird ausbezahlt. Dies ist, was ich vermute. Obwohl: Eine professionelle Schuldenberaterin sollte hierüber eigentlich Bescheid wissen.

  • Meine Schuldenberaterin war selbst sehr geschockt. Sie gaben ihr folgende Antwort: Dies ist so bei uns geregelt.


    Bevor meine Schuldenberaterin angerufen hat, habe ja ich selbst auch schon angerufen um mich danach zu erkundigen.(ich hatte eben einen Zwischenstand verlangt und war sichtlich geschokt). Auf die Frage wieso sie mein Geld horten bekam ich die Antwort, dass sie nicht jeden Monat überweisen. Und ich ja vieleicht irgendwann das einbezahlte Geld zurück holen müsse falls ich unter dem Existenzminimum liege. (ich will bemerken dies war noch nie der fall!) Die Überweisungen an den Gläubiger wunden im Juli durchgeführt. Insgesammt 2000 franken. Ich habe aber 8000 Franken seit anfang des Jahres überwiesen. Jetzt ist Oktober.... Für mich kann das einfach nicht richtig sein.

  • J8


    Ich fuerchte Sirio hat hier Recht.


    Eine Lohnpfaendung lauft ueber 12 Monate. Erst dann wird sie erneut geprueft. Das sind die administrativen Vorgaben, aufgrund irgendwelcher gesetzlichen Verordnungen.


    Korrekt ist das aus meiner Sicht allerdings nicht.


    Bei einer Pfaendung wird eine "Pfaendbare Quote" festgelegt. Und diese wird eingezogen, bis die Schuld getilgt ist.


    Diese kann auch vor Ablauf der 12 Monate bereits getilgt sein. Was bei ihnen anscheinend der Fall ist. Dennoch zieht das Amt weiter ein, aufgrund der administrativen Vorgehensweise.


    Ich habe hier keinen Rat fuer sie. Rechtlich laesst sich hier wahrscheinlich nichts erreichen.


    Ich denke, das Einzige was sie tun koennen, ist mit den zustaendigen Sachbearbeitern zu kommunizieren und darum bitten, die Zwischenabrechnung/Schlussabrechnung vorzuziehen.


    Dazu muessten sie aber wohl vorab die Belege beibringen koennen, dass die Schuld jetzt definitiv getilgt sein muesste.