Unvorhersehbare Kosten für Kinder

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  • Hallo Zusammen.


    ich dachte ich schreibe mal wieder etwas :)


    Ich bin nun seit Anfang des Jahres gerichtlich geschieden. Das Gericht hat alles definiert was für uns beiden damals okay war.


    Nun ist es so, dass meine Ex sich nicht darum kümmert. Ihr ist das Urteil in vielen Dingen egal.


    Zum 01.01.2020 will sie die Unterhaltsbeträge neu berechnen lassen und hat mich (unmissverständlich) aufgefordert, meine letzten Lohnabrechnungen ihr zukommen zu lassen.


    Im Urteil ist explizit aufgeführt, dass der Unterhalt nach dem dort aufgeführtem Beispiel neu berechnet werden kann/muss. Ich habe ihr das auch so mitgeteilt, worauf ich zur Antwort bekam, dass sie den Kids mitgeteilt habe, dass ich nicht bereit bin mehr zu zahlen und diese nun sauer auf mich sind!


    Wieso muss sie meine Kids aufhetzen? Denke das Urteil ist unmissverständlich!


    - Kann Sie von Ihrem Anwalt die Unterlagen einfordern lassen? (Habe in den letzten Monaten keine Gehaltserhöhung o.ä. bekommen!)


    Thema Unvorhersehbare Kosten:


    Meine Ex hat mir angedroht, das eine Rechnung vom Zahnarzt unterwegs ist und ich die bis Ende des Monats zu zahlen hätte. In unserem Urteil steht drin:"Ausserordentliche Kinderkosten wie Zahnkorrekturen, Brillen usw. teilen die Ehegatten, nach Abzug allfälliger Versicherungsleistung und nach vorgängiger Absprache im Verhältnis 1/3 zu 2/3. Kommt keine Einigung...."


    Also so wie ich das verstehe, muss sie mir das vorher anmelden, aber wie weit im Voraus? Dann wann die Rechnung schon unterwegs ist, oder 1 Monat, oder bei Zusendung eines Kostenvoranschlages?


    Muss sie die Kosten dann gerichtlich einfordern, oder kann sie mich auch betreiben deswegen?


    Ferner interessiert mich, wenn meine Ex keine Zusatzversicherung abgeschlossen hat oder nicht wollte, muss ich dann trotzdem meinen Anteil für die kompletten Kosten tragen?


    Ich weiss, jetzt kommen bestimmt wieder ein paar die sagen, ich solle doch mit meine Ex darüber reden. Ich habe dies in den letzten 4 Jahren 10x versucht (Ja, ich führe Buch!) und nur 2x ist etwas dabei herausgekommen, wobei sie 2 Wochen später dies alles wieder nicht mehr wusste. Versuche ich es telefonisch, wird sie nach ein paar Sätzen ausfällig worauf ich dann auflege.


    Ich danke euch jetzt schon für eure Antworten.


    LG Ändu73

  • Ichbines1973


    In solchen privaten Dingen einen guten Rat zu geben, ist immer schwierig.


    Un ja. Mein bester Rat waere gewesen miteinander zu reden und gemeinsam eine tragbare Loesung fuer Beide zu finden. Wenn das nicht geht, ist guter Rat teuer. Jedenfalls meistens.


    Und die grossen Verlierer in einer derartigen Geschichte sind fast immer nur die Kinder. Das spuerst du ja wohl bereits.


    Anscheinend ist im Scheidungsurteil recht eindeutig geregelt, wie die Kosten zu teilen sind. Und hier wurde seitens des Gerichts wohl auch festgestellt, wie die wirtschaftliche Leistungsfaehigkeit gegeben ist.


    Wenn du keine relevanten Lohnerhoehungen bekommen hast, wird das Gericht wohl zum selben Schluss kommen, wie damals bei der Scheidung.


    Vor allem wird das Gericht vermutlich am Verteilungschluessel nichts aendern, sondern hoechtens die Betraege anpassen.


    In unserem Urteil steht drin:"Ausserordentliche Kinderkosten wie Zahnkorrekturen, Brillen usw. teilen die Ehegatten, nach Abzug allfälliger Versicherungsleistung In unserem Urteil steht drin:"Ausserordentliche Kinderkosten wie Zahnkorrekturen, Brillen usw. teilen die Ehegatten, nach Abzug allfälliger Versicherungsleistung und nach vorgängiger Absprache im Verhältnis 1/3 zu 2/3.


    im Verhältnis 1/3 zu 2/3.


    Ich interpretiere das mal so, wie es meine Exfrau und ich dann ganz praktisch gehandhabt haben:


    Es gibt bestimmte notwendige Beduerfnisse der Kinder. Welche so im Detail langfristig nicht vorausssehbar sind und deshalb dafuer im Scheidungsurteil keine Betraege festgelegt werden koennen. Aber der Verteilungschluessel wurde festgelegt.


    Unvorhergesehenes kann sehr ploetzlich eintreten und Kostenfolgen nach sich ziehen. Dies kann dann eines oder auch beide Elternteile allenfalls gar in Existenznot bringen. Derart ploetzlich eintretende Faelle sind aber meist , zumindest mehrheitlich ueber Versicherungsleistungen gedeckt.


    Anders sieht es bei Unvorhergesehenem aus, welches sich schleichend entwickelt.


    Zahnkorrektur, Brillen etc.....


    ......und nach vorgängiger Absprache......


    Es ist eben kein ploetzlich eintretendes Ereignis! Die Entwicklung war zwar unvorhergesehen, aber dann mal absehbar. Und hier muss abgesprochen werden, wenn dann die Kostenfolgen eintreten, wer wann wie bezahlen kann,


    Es ist nicht statthaft, dass ein ehemaliger Ehepartner den Anderen hier noetigt, ultimativ zu bezahlen, ohne sich mit diesem abgesprochen zu haben, ob dass dann auch moeglich sein wird.


    Hier kann der eine Expartner den Anderen in Existenznot bringen. Dies wird rechtlich nicht gestuetzt. Deshalb die Formulierung im Scheidungsurteil. Die Parteien muessen sich absprechen. Und falls keine Einigung zu Stande kommt ....... hat das Gericht wohl die letzte Stimme.


    Ich sage es zwar ungerne:


    Aber wenn dich deine Expartnerin jetzt so unter Druck setzen will, dann lass sie mal auflaufen. Vor Gericht.

  • @Ändu73


    Und lass dich hier auch noch von Profis beraten.


    Meine Exfrau und ich hatten es bezueglich unserer Kinder recht gut im Griff. Obwohl es manchmal fuer alle schwierig war.


    Ganz schwierig wurde es, als eines unserer Kinder unheilbar krank wurde und die Kosten foermlich explodierten.


    Ohne professionelle Hilfe, und auch seitens des Staates, haetten wir mit der Situation wohl nicht mehr gut umgehen koennen.

  • Schliesse mich Markowari vollumfänglich an. Bezahle Deinen Anteil an die Zahnarztkosten (werden wohl notwendig gewesen sein) evt., obwohl die vorgängige Absprache nicht erfolgt ist. Es sei denn, die KOsten seien exorbitant - genau deshalb ist eine vorgängige Absprache notwendig (und Ausfluss der gemeinsamen elterlichen Sorge auch nach der Scheidung - die Eltern sollen gemeinsam entscheiden, was notwendig ist und nicht einer entscheidet, der andere bezahlt). Vielleicht am besten direkt an den Zahnarzt. Und ja, im übrigen würde ich sie auch einfach "auflaufen" lassen.


    Dass sie Kinder einbezieht und gegen Dich aufhetzt widerspricht dem Kindeswohl. Das ist traurig. Vielleicht kannst Du die Kinder fragen, ob das Thema sei und wenn ja, ihnen erklären, wie das Gericht die Sache geregelt hat. Je nach Alter der Kinder natürlich.


    Sollte sie die Kinder weiterhin gegen Dich aufhetzen kannst Du ein informelles Gespräch beim Jugendamt (kjz) verlangen oder Dich allenfalls an die KESB wenden.


    Ich (auch Frau) kann nicht verstehen, weshalb man Kinder einbezieht bzw. zu Sekundanten macht. Das damit das Kindeswohl gefährdet ist, ist nicht nur eine theoretische Phrase.

  • @Ändu73


    Ich muss hier auch @Ririri beipflichten, was die Kinder anbetrifft.


    Da werden Grenzen ueberschritten.


    Ich (auch Frau) kann nicht verstehen, weshalb man Kinder einbezieht bzw. zu Sekundanten macht. Das damit das Kindeswohl gefährdet ist, ist nicht nur eine theoretische Phrase.


    Und zwar zuaellerst die der Kinder.