Corona-Virus: Wo bleibt die Verhältnismässigkeit?

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  • „Menschenverstand gebrauchen!


    1’600 Hepatitis-C-Todesfälle


    Das Corona-Virus ist nicht zu unterschätzen. Und es ist absolut wichtig, dass seine Verbreitung eingedämmt wird mit dem obersten Ziel, die Gesundheit der Menschen zu schützen.


    Aber ich wundere mich schon etwas: So wie der Bund heute alles tut, was nötig und möglich ist, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, so weigert er sich beispielsweise seit Jahren herauszufinden, wie viele Menschen in der Schweiz mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert sind. Weltweit leben mehr als 325 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis-Infektion. Jedes Jahr stecken sich 1,7 Millionen Menschen neu an. 1,3 Millionen Menschen sterben weltweit. Jährlich.


    In der Schweiz sterben jedes Jahr gemäss Zählungen der Universitäten Bern, Genf und Zürich 1’600 Menschen an Hepatitis C, einer Krankheit, die in der Schweiz heute rund 40’000 Menschen betrifft. Was in Sachen Coronavirus geschieht und wie viele Milliarden der Bund bereit ist, dafür auszugeben oder den Menschen in diesem Land an Einkommensausfällen aufzubürden, erleben wir gerade. Ich wiederhole mich: Jeder Mensch, der infolge einer Coronavirus-Infektion stirbt, ist ein Todesfall zuviel. Aber gilt das nicht auch für Todesfälle infolge Grippe oder HCV?


    Sterbecharts für Grippe und HCV


    Ich erwarte eigentlich, dass nach dieser Pandemie, nachdem sich die Panik gelegt hat, der gesunde Menschenverstand wieder einsetzt. Ich erwarte an sich, dass dann die Verhältnismässigkeit überprüft wird und all das, was wir jetzt von Bundesrat und BAG und von den Medien erfahren, auch auf andere Bereiche umgesetzt wird. Ich erwarte, dass Tages-Anzeiger und NZZ jeden Tag Sterbecharts für Grippe, Hepatitis C und andere Erkrankungen auf der Startseite zeigen, für die an sich Behandlungs- und Vorsorgemöglichkeiten existieren. Ich erwarte, dass ab sofort alle Menschen immer die Hände waschen, dass Trams, Busse und Züge regelmässig desinfiziert werden, dass zuhause bleibt, wer krank ist, und dass alle sich korrekt verhalten.


    Ganz ehrlich: Ich rechne nicht damit. Sobald dieser Schock vorbei ist, werden die Menschen sehr schnell vergessen und zur Tagesordnung zurückkehren. Die Aktienkurse werden wieder zulegen, die Kreuzfahrtschiffe werden wieder ihr Schweröl verbrennen und die Luft verpesten (herrlich, diese frische Meeresbrise, nicht wahr?), die Satellitenaufnahmen werden wieder Smogglocken über den chinesischen Industriestädten zeigen. Die Airlines werden wieder Touristen zu Spottpreisen über die Meere fliegen. Die Menschen werden sich anhusten, die Hände so wenig waschen wie zuvor. Und jedes Jahr werden in der Schweiz tausende Menschen sterben an Grippe, HCV oder anderem. Es wird niemanden interessieren.


    Was lernen wir daraus? Nichts.“ (Max Winiger in Journal 21, 13.3.2020) Alex Schneider, Küttigen

  • alescha01


    Keine Ahnung wer Herr Winiger ist. Ich hoere zum ersten Mal von ihm.


    Er schreibt hier aber etwas, was mir schon lange durch den Kopf geistert.


    Zwischen Covid-19 und anderen Krankheiten gibt es einen wesentlichen Unterschied. Und auf den habe ich in verschiedenen Threads zum Thema Corona auch schon hingewiesen.


    Die Sterberate ist verhaeltnismaessig klein. Hingegen ist die Verbreitungsgeschwindigkeit sehr hoch. Offenbar laesst es sich sehr leicht uebertragen. Durch die Troepfcheninfektion! Und anscheinend stirbt das Virus an der Luft nicht so schnell ab, wie es bei anderen Krankheitserregern der Fall ist. (Letzteres ist eine Vermutung. Genauere Information liegt mir nicht vor).


    Die Befuerchtung, dass hier eine enorm grosse Anzahl von Menschen innert kuerzester Zeit infiziert werden, ist gerechtfertigt und laesst sich statistisch nachvollziehen. Kein Gesundheitsystem dieser Welt, kann eine solche rasante Ausbreitung einer nicht zu unterschaetzenden Krankheit bewaeltigen.


    Deshalb versucht man mit einem enormen Aufwand die Verbreitung zu verlangsamen. Damit es fuer das Gesundheitswesen zu einem planbaren Fall wird, wie andere Krankheiten auch... Dann gilt Business as usual.


    In meinem eigenen Thread zu Corona wollte ich eigentlich etwas speziell auf die wirtschaftlichen Folgen des gegenwaertigen "Eindaemmungsaktionitis" eingehen.


    Hier stelle ich nun die Hypothetische und auch ketzerische Frage:


    Waere es aus wirtschaftlicher Sicht nicht weniger schaedlich gewesen, wenn man die Infektionswelle ungehindert haette durchlaufen lassen, anstatt man dies per Salamitaktik versucht zu meistern und dann doch ganze Laender oder gar Kontinente lahmlegt. Aus meiner Sicht verlaengert die Salamitaktik den wirtschaftlichen Impact massiv. Und dies koennte im Extremfall dazu fuehren, dass weltweit mehr Menschen an den wirtschaftlichen Auswirkungen sterben, als am Virus selbst.


    Auch hier muesste man noch einmal ueber die Verhaeltnismaessigkeit nachdenken.


    Der Rede von Herrn Winiger kann ich sonst eigentlich nur beipflichten. Koennte aber die Liste der "vergessenen Krankheiten" noch etwas verlaengern.

  • Nach der Krise werden Milliarden aufgebracht werden, um Europa wieder alt aussehen zu lassen.


    C-O-R-A

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  • Gestern habe ich einen Bericht gehört oder gelesen, ich weiss nicht mehr recht, dass die Spitäler und die Armee sich auf die Krise vorbereiten und Intensivplätze für die Ernstfälle schaffen. Dabei tönte es so, als ob Privatspitäler da nicht mitmachen müssen.


    Habe ich da etwas falsch verstanden?


    Ich hoffe es, der viel gepriessenen Solidarität zu liebe.



    C-O-R-A

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  • C-O-R-A


    So weit ich das weiss, muss das eigentlich kein Spital so ganz direkt. Indirekt dann schon. Denn die kantonalen Spitaeler haben den Leistungsauftrag die Gesundheitsversorgung der Bevoelkerung sicherzustellen. Und die Privatspitaeler haben das nicht. Also auch keine Garantien seitens des Staates.


    Im eigenen Interesse werden sie jetzt aber versuchen mitzuhelfen. Es ist aber eher anzunehmen, dass sie nicht Intensivpflegebetten zur Verfuegung stellen werden. Sondern Betten fuer andere Patienten. Viele Privatspitaeler sind spezialisiert und haben nur wenige Intensivbetten. Diese jetzt aufzustocken macht nicht viel Sinn, denn sie haben auch nicht ausreichend ausgebildetes Personal, um diese zu betreiben.


    Praktisches Beispiel: In der Naehe hier gibt es ein Privatspital, welches auf orthopaedische Chirurgie spezialisiert ist. Dies hat nebst Operationssaelen natuerlich ein paar wenige Intensivbetten. Jetzt werden wohl alle planbaren Operationen abgesagt. Und Betten mit Langzeitpatienten belegt. Darauf koennen sie recht schnell umstellen. Die Operationsaele und Intensivbetten werden dann wohl den Notfaellen vorbehalten bleiben.

  • marikowari@


    « So weit ich das weiss, muss das eigentlich kein Spital so ganz direkt. »


    Ich hoffe, das gilt für "normale" und nicht für "ausserordentliche" Zeiten.



    C-O-R-A

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  • C-O-R-A


    Ja das gilt fuer normale Zeiten.


    Der "Ausserordentliche Zustand" der gegenwaertig gilt, gibt dem Bundesrat auch ausserordentliche Befugnisse. Konkret heisst das eigentlich, dass praktisch Kriegsrecht gilt. Auch wenn in diesem Fall Krieg gegen ein Virus gefuehrt wird. Der Bundesrat wird also kaum einen General zum obersten Befehlshaber ernennen.


    Der Bundesrat hat aber das Recht, allenfalls private Spitaeler praktisch im Interesse der Nation zu beschlagnahmen. Von diesem wird er kaum Gebrauch machen, solange die privaten Spitaeler kooperieren. Und hier gehe ich davon aus, dass sie das tun werden. Denn wie gesagt, es ist auch im Interesse der Privatspitaeler wenn auch das hinterletzte Bett noch gefuellt ist, mit einer Kostengarantie des Bundes.


    Etwas kritischer duerfte sein, dass in Privatspitaelern jeweils hoch spezialisierte Aerzte arbeiten, welche dann unter Umstaenden nicht ihre ueblichen Honorare verrechnen koennen, wenn sie fuer andere Patienten im Spital Platz machen, anstatt fuer die, welche die speziellen Leistungen dieses Spitals in Anspruch nehmen wollten, oder muessen.


    Hier bleibt zu hoffen, dass die Vernunft staerker ist, als die Gier.


    Sonst koennte es eben passieren, dass das Spital konfisziert wird. Und die betreffenden Aerzte in der Folge auch mit einem faktischen Berufsverbot belegt werden, wegen unethischem Verhalten.


    CORA. Was im Ausserordentlichen Zustand alles moeglich ist, kann ich dir auch nicht so genau sagen. Genauso wenig weiss ich, was der Bundesrat alles tun wird, falls er es fuer noetig haelt.


    Der letzte ausserordentliche Zustand der Schweiz war im zweiten Weltkrieg.

  • C-O-R-A


    Wenn du heute das Schweizer Fernsehen etwas verfolgt hast, dann hast du heute die klare Antwort auf deine Frage vom 18.3. bekommen.


    Das von mir erwaehnte Orthopaedische Privatspital hat bereits umgeruestet. Personal welches dort nicht mehr direkt benoetigt wird, stellt sich nun zur Verfuegung, um im neu eingerichteten COVID-19 Spital Dienst zu schieben ... auf der Intensivstation. Das heisst konkret, dass Chirurgen und Anaestesisthen etc, welche eine Ahnung davon haben, wie man Intensivmedizin betreiben muss ... nun dieses Spital verlaesst und sich dort zur Verfuegung stellt, wo diese Kenntnisse jetzt dringend benoetigt werden.

  • marikowari@


    Habe ich nicht gesehen. Ich schaue nicht fern, ich höre Radio.


    Heute hat man vor den 7h-Nachrichten eine offizielle Empfehlung vom Bundesrat durchgegeben.



    C-O-R-A

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  • @C-O-R-A


    Ich schaue auch nicht immer fern. Sondern hoere Fernsehen oft auch nur mit.


    Radiohoeren war in der Kindheit eine beliebte Beschaeftigung. Wir hatten sehr lange keinen Fernseher. Erst 1996 baute ich meinen PC zu einem Fernseher aus.

  • marikowari@


    « Personal welches dort nicht mehr direkt benoetigt wird, stellt sich nun zur Verfuegung, um im neu eingerichteten COVID-19 Spital Dienst zu schieben ... auf der Intensivstation. »


    Warum verordnet der Bundesrat oder der Kanton solche vernünftige Handlungen nicht? Nur Unvernünftige haben etwas gegen vernünftige Verordnungen. Solche Verordnungen würden auch den Unvernünftigen im Volk den Ernst der Lage klarer vor Augen führen.
    Was ist, wenn die öffentlichen Spitäler nicht ausreichen, kommen dann Stadien und Turnhallen in Einsatz?
    C-O-R-A

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  • @C-O-R-A


    Weshalb das so nicht verordnet wird, weiss ich eigentlich auch nicht. Und vermutlich delegeiert der Bundestrat das auch an die Kantone. Denn die Kantone sind eigentlich fuer die Umsetzung zustaendig. Und kennen auch die Verhaeltnisse und Beduerfenisse im Kanton.


    Im Kanton den ich erwaehnt habe, duerfte aber weniger die Anzahl Betten das Problem sein, sondern entsprechend ausgebildetes Personal.


    In anderen Kantonen wohl beides. Das zeigt sich im Tessin, wo zuerst das Militaer mobilisiert wurde. Zuerst kantonal, dann Bundesweit. (8000 Maenner und Frauen. Groesste Mobilmachung seit dem zweiten Weltkrieg).


    Dass Schulhaeuser, oder Stadien, zu Spitaelern umfunktioniert werden, ist durchaus denkbar. Doch wahrscheinlich sind hier auch die Kantone dafuer zustaendig. Ich hatte in einem frueheren Beitrag bereits geschrieben dass an meinem Aufenthaltsort die Zivilschutzanlage in Betrieb genommen wurde.


    Bisher allerdings erst als eine Uebung. Und hoffentlich bleibt das so. Denn als Spitalersatz wuerde ich schon eher die neu gebaute Mehrzweck-Halle im Schulhaus vorziehen.


    Wie schnell es geht, bis es im Zivilschutzbunker psychisch eng wird, habe ich gesehen, als ich damals waehrend des Balkankriegs dort auf eine Horde Kriegsfluechtlinge aufpassen musste. Ueber Monate hinweg. Das ist nicht lustig.


    Wie gesagt: Das Hauptproblem werden wohl nicht die Betten sein. Zur Not kann man auch im Feldlazaret schlafen.


    Das wirkliche Problem ist ausgebildetes Personal. Da hat es auch ohne Corona schon zu wenig.