Wer zahlt die Alimente wenn mein Mann unser Kind betreut

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  • Mein Partner und ich erwarten unser erstes gemeinsames Kind. Er hat bereits zwei Kinder, für welche er auch horrende Alimente zahlt und sich somit am Existensminimum befindet. Da er weniger verdient als ich haben wir uns dazu entschieden, dass er unser Kind die ersten Jahre zuhause betreuen wird und wir vom üblichen „Model“ abweichen. Ich komme dann somit für ihn und unser Kind auf, was sich gerade so ausgehen wird. Da er aber dann kein Einkommen mehr haben wird, ist er auch nicht mehr in der Lage Alimente zu zahlen. Ist er aus diesem Grund verpflichtet trotzdem zu arbeiten und können wir gezwungen werden in die Armut zu verfallen wenn ich meinen Job aufgeben müsste?

  • Lebt ihr in Gütertrennung?


    C-O-R-A

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    01-04-22 <- UMWELT <- KRIEG IN EUROPA  01-05-22 <- BILDSPRACHE <- FRAUEN  06-05-22 <- KRANKENKASSEN 15-05-22

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    Ich freue mich auf jede konstruktive Meinung von dir.

    Insbesondere auf jene der ehrlich-witzigen und/oder kritisch-konstruktiven Art.

  • Dann lebt ihr also faktisch in "Gütertrennung" ähnlichen Verhältnisse. Bevor ihr heiratet, könnt ihr wieder über meine Frage nachdenken.


    C-O-R-A

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  • Ich denke, dass Sozialamt wird der Ex-Frau die Alimente vorschiessen.


    C-O-R-A

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  • Sunny82


    Wird dein Freund seine Vaterschaft eures Kindes anerkennen?


    C-O-R-A

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  • Sunny82


    Es gibt kein Gesetz welches jemanden grundsaetzlich und explizit dazu verpflichtet zu Arbeiten. Auch dann nicht, wenn man finanzielle Verpflichtungen zu erfuellen hat. Die gesetzliche Verpflichtung existiert aber dennoch indirekt.


    Der springende Punkt fuer euch, ist aber der Folgende:


    Ihr wollt einen Rollentausch machen. Und das ist legitim. Es gibt naemlich auch kein Gesetz, welches besagt, dass sich nur die Mutter um das Kind kuemmern darf.


    Wenn jetzt also dein Freund seinen Vaterpflichten nachkommt, damit du erwerbstaetig sein kannst, dann ist er nicht faehig seiner Unterhaltspflicht nach zu kommen. Damit ist er aber nicht aus seiner Pflicht entlassen. Er begeht dann aber keine Straftat. ( Vernachlaessigung der Unterhaltspflicht). Zivilrechtlich bleibt die Forderung bestehen.


    Wenn jetzt aufgrund der Umstaende dein Freund die Alimente nicht mehr bezahlen kann, kann die Expartnerin Alimentenbevorschussung beantragen. Wird sie aller Voraussicht nach bekommen.


    Fuer deinen Freund hat es dann die Konsequenz, dass er dem Staat die Alimente schuldet. Und aus dieser Verpflichtung kommt er nicht mehr heraus. Und wird deswegen fortlaufend betrieben werden.


    Und das kann dann auch auf dich zurueckfallen.


    Hier hat @C-O-R-A bereits einen wichtigen Beitrag geliefert. Guetertrennung!


    Auch wenn ihr jetzt nicht verheiratet seid.... Ihr bildet ein Konkubinat. Auch hier gibt es, relativ analog zur Ehe, gewisse gegenseitige Verpflichtungen.


    Ich bin kein Jurist und kenne mich mit den Details dazu nicht aus.


    Ich rate euch aber dringend dem Rat von CORA zu folgen und hier eine Art von Ehevertrag, respektive Konkubinatsvertrag zu machen.


    Sonst wirst du moeglicherweise indirekt fuer die Schulden deines Freundes doch auch noch haftbar gemacht.


    Und dann gibt es noch ein Thema, dass hier allenfalls zu diskutieren ist.


    Wenn die Exfrau nun finanziell in einer gesicherten Position ist, aber dein Freund nicht..... Dann muesste man vielleicht noch darueber reden, ob seine Alimentenverpflichtung nicht ueberprueft werden muesste.


    Denn die Situation mit neuer Vaterschaft veraendert hier grundsaetzlich die finanzielle Leistungsfaehigkeit des Vaters.

  • Vielen Dank für deine ausführlichen Hinweise. Da wir erst seit einem halben Jahr zusammen wohnen und unsere finanziellen Sachen bisher getrennt geregelt hatten, haben wir noch nicht über einen solchen Vertrag nachgedacht, der aber wohl sehr sinnvoll scheint.
    von der Alimentenbevorschussung habe ich bereits gehört, ging aber davon aus, dass die Exfrau hierfür über keine finanziellen Mittel verfügen darf. Sie wohnt seit Jahren in einem Konkubinat mit einem wohlhabenden Partner und arbeitet zudem. Das Konkubinat von ihr wurde in der Scheidung damals jedoch noch nicht berücksichtigt, da sie damals frisch zusammen gezogen sind. Mein Partner lebt am Limit und sie gibt die Alimente bisher offensichtlich für Luxus aus, wird aber freiwillig nicht auf einen Rappen Alimente verzichten oder ein Entgegenkommen zeigen.

  • Ich denke, dass die Unterhaltszahlungen, die ihr Partner bezahlt, nicht für die Mutter sind, sondern für seine Kinder. Die Alimente für seine Kinder muss er weiterbezahlen, bis diese ihre erste Ausbildung beendet haben. Dass die Mutter unterdessen wieder einen gut verdienenden Lebenspartner hat, entlässt den biologischen Vater nicht aus seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Kindern. Anders wäre es, wenn er auch für seine Exfrau bezahlen müsste. Dann könnte er bei Gericht das gefestigte Konkubinat als Grund angeben, dass er nicht mehr für die Mutter seiner Kinder bezahlen muss.


    Zu hoffen, dass die Mutter seiner Kinder die Alimentenbevorschussung aktiviert ist eine schlechte Idee. Dbei wird nämlich die Geldforderung gegenüber dem Kindsvater an den Staat abgetreten, der dann anstelle der Mutter den Vater betreibt. Dem Vater werden dann neben den Alimenten auch monatliche Betreibungsgebühren aufgebrummt.


    Finanzielle Verpflichtungen gegenüber seinen leiblichen Kindern kann man nicht einfach umgehen, indem man entscheidet, mit dem Arbeiten aufzuhören und nichts mehr zu verdienen. Das wird kein Gericht akzeptieren.


    Ich rate Ihnen, sich gut juristisch beraten zu lassen, bevor sie etwas entscheiden, das sie nachher bitter bereuen


    Niva

  • Es ist richtig, dass er keinen Unterhalt an seine Exfrau zahlen muss, da er sich in einer Unterdeckung befindet ist dies auch gar nicht möglich. Es geht somit nur um die Alimente für die Kinder. Da wir ein Kind erwarten und er somit auch für dieses zahlen muss, werden die Alimente angepasst werden müssen, so das alle Kinder gleichwertig viel erhalten. Wenn ich dann ebenfalls meinen Job aufgebe um die Betreuung zu übernehmen, werden wir in Armut leben und Betreibungen hat er unterdessen schon zu zahlen. Wie soll er in einer Unterdeckung dann zusätzlich noch für mich aufkommen bzw. die gesamten Lebenshaltungskosten allein tragen? Ich hingegen kann mit meinem Lohn für ihn und unser Kind sorgen. Es geht auch nicht darum, dass er seinen Kindern keine Alimente zahlen will oder nie wieder arbeiten gehen will. Aber wie ist dies am besten umzusetzen ohne das wir als seine neue Familie in Armut leben. Wir hoffen auch nicht, dass sie die Alimentenbevorschussung beantragt, dies weil sie eigentlich über das Einkommen und Lebensstandard verfügt, wofür man dies gar nicht beantragen müsste. Einen juristischen Rat werden wir auf jeden Fall einholen lassen, wir dachten, dass es bereits Erfahrungswerte gibt.

  • Sunny82


    Meines Wissens wird die Alimentenbevorschussung nur gewaehrt, wenn eine Beduerftigkeit vorliegt.


    Das aendert nichts daran, dass dein Partner in der Pflicht bleibt, diese zu bezahlen. Und die Expartnerin dies auf rechtlichem Weg (Betreibung) einfordern kann.


    Hier bleibt wohl nur eine Abaenderungsklage uebrig, wenn die Expartnerin nicht mit sich reden laesst.


    Ich rate dir unbedingt eine professionelle juristische Beratung an. Caritas Schweiz koennte hier weiterhelfen. Die geben mal eine kostenlose Rechtsauskunft und koennen spezialisierte Anwaelte vermitteln.


    Als Abonentin des Beobachters kannst du dich auch an den Beobachter wenden.

  • Mir ist bewusst, dass Sie das jetzt nicht gerne lesen: Aber auch wenn Sie junge Mutter sind, können Sie und ihr Partner nach dem Schwangerschaftsurlaub arbeiten. Sie können Ihr Kind durch eine Tagesmutter oder in einer Krippe betreuen lassen. So generieren sie zwei Einkommen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird das auch ein Richter so sehen.


    Niva

  • In der Schweiz leistet sich (fast) niemand eine Nanny. Tagesmütter und die Kosten einer Krippe werden anhand der Einkommen der Eltern berechnet. Hat ein Elternteil Alimente zu bezahlen, wird das ebenfalls berücksichtig. Verdienen Eltern wenig, dann bezahlen sie auch wenig.

  • Niva


    Hast du das mal ganz richtig so durchgerechnet.
    Ich sage keineswegs, dass du unrecht hast. Aber die Krippenplaetze sind auch keineswegs billig. (Auch mit den "Verguenstigungen" nicht). Und im Einzelfall muesste sich dann ein Richter schon noch ueberlegen, ob die Rechnung in der Praxis dann auch aufgeht.


    Ein Urteil zu faellen, nur weil es das Gesetzbuch diese Moeglichkeit zulaesst .. ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Und wuerde dann auch dem Grundsatz der Verhaeltnismaessigkeit widersprechen.

  • Ja, ich weiss durchaus, wovon ich schreibe. Ich kenne das nicht einfach so aus google. Ich kenne auch die entsprechend (kantonale) Gerichtspraxis. Mir ist wichtig, hier nicht einfach ein gut gemeinter Rat zu geben und zu hoffen, dass das dann einfach irgendwie stimmt. Weil ich im Bereich Familienrecht arbeite, gebe ich keine Auskunft bei Fragen, die andere Rechtsgebiete anbelangt.


    P.S. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit wird nicht verletzt, wenn man von Eltern verlangt, zu arbeiten und ihren finanziellen Pflichten nachzukommen. Mir ist durchaus klar, dass es für Familien in dieser Situation eng wird und sie mit wenig Geld zurechtkommen müssen. Die Praxis ist leider so.

  • Niva


    Der Grundsatz der Verhaeltnismassigkeit wird nicht per Se verletzt.


    Dieser Grundsatz wird nur dann verletzt, wenn man eine Mutter oder einen Vater dazu zwingt, anstatt ein Kind selbst zu betreuen, dieses Kind in die Obhut anderer zu geben, damit das Elternteil dann arbeiten kann, aber dann weniger verdient, als der Krippenplatz kostet.


    Deshalb sage ich ... das muss ein Gericht im Einzelfall pruefen.


    Ich hoffe, damit habe ich das Missverstaendnis jetzt ausgeraeumt.


    Im Uebrigen noch noch etwas Allgemeines zum Forum. Es ist kein Fachgremium. Hier fragen Laien und meistens sind es auch Laien mit etwas mehr Erfahrung, welche dann antworten. Umso mehr begruesse ich es , wenn sich dann auch Personen mit mehr Fachkenntnis an den Diskussionen beteiligen.


    In diesem Sinne... ein Danke an dich.

  • Ich danke euch beiden für eure Gedanken und ich hoffe ihr könnt eben aufgrund der Schwierigkeit der Situation meine Ängste etwas nachvollziehen. Auch an die Fremdbetreuung haben wir sicher schon gedacht, die aber tatsächlich sehr teuer käme. Zudem finde ich es nicht unbedingt fair, mein Kind mit drei Monaten in eine 100 Prozent (weniger macht keinen Sinn, da dies erhebliche Lohneinbußen nach sich zieht und wir wieder auf keinen grünen Zweig kämen) Betreuung geben zu müssen.


    Wir werden nun juristischen Rat beiziehen um keinen Fehler zu machen.
    Vielen Dank nochmal.