Steuererklärung - Pauschalspesen, Fahrtkosten und Schulden

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  • Hallo Zusammen


    Ein Freund war von Januar bis September in einem Betrieb angestellt, in welchem er ein Geschäftsauto hatte. Dies habe ich nun in der Steuererklärung unter Punkt 1.3 deklariert. Seit Oktober ist er in einem anderen Betrieb angestellt. Dort hat er kein Geschäftsauto. 1. Frage: Nun fahrt er mit seinem Privatauto zur Arbeit (25km hin und zurück). Die Auto-Kilometer dürfen nicht angegeben werden, somit möchte ich für ihn die Pauschale für Kleinmotorrad (Punkt 2.2) über CHF 700.00 geltend machen. Darf ich hier die ganze Pauschale deklarieren oder muss ich diese auf drei Monate herunterrechnen?


    2. Frage: Unter Punkt 13.2.3 im Lohnausweis werden Pauschalspesen deklariert. Die Spesen habe ich nun unter Punkt 1.1 in der Vorspalte eingetragen. Muss ich hier noch weitere Belege (ausser den Lohnausweis) dazulegen? Genügt der Lohnausweis als Beweis der Auslagen?


    3. Frage: Ein Freund hat 2019 ein Kredit aufgenommen. Kann dies im Schuldverzeichnis eingetragen werden? Wie sieht es mit Lohnpfändungen aus? Können diese ebenfalls in Abzug gebracht werden? Wenn ja, wo genau?


    Vielen lieben Dank im Voraus für die Unterstützung.

  • 69910911


    Ich verstehe nicht, weshalb ich hier als Experte aufgerufen werde.


    Ich bin Auslandschweizer und mit dem Schweizerischen Steuerrecht habe ich fast gar nichts mehr zu tun.


    Ausser dass ich treuhaenderisch noch eine Steuerdeklaration fuer eine schwer demenzkranke Person ausfuelle. Dazu habe ich eine Vollmacht.


    Hier ist aber das Ausfuellen der Deklaration eher nur eine reine Formsache. Aus rechtlicher Sicht ist hier praktisch alles klar.


    Dafuer habe ich mich bei Experten noch etwas "rueckversichert".


    Aufgrund meiner frueher beruflichen Taeteigkeit hatte ich mit Steuerhoheiten verschiedener Kantone zu tun.


    Es war aber nicht meine Taetigkeit sich hier auf die Details einzulassen. Das ueberliess ich den Spezialisten.


    Meine Taetigkeit war es, als Generalist, die Spezialisten so an den Tisch zu bringen, dass wir dann gemeinsam das Ziel fokussieren konnten. Und den Weg zum Ziel definieren konnten...


    Aber wenn du einen Steuerexperten suchst.... Bin ich hier viellelicht nicht gerade die richtige Zielperson.


    Werde mir wohl trotzdem noch etwas Gedanken machen. Und falls ich da noch etwas beisteuern kannn werde ich das tun.


    Gruss, marikowari

  • marikowari wo wurdest du direkt explizit aufgerufen? Ich sehe nichts. Werde mal losplappern und hoffe, ich komme jetzt nicht irgendwie blöd dazwischen. Du kannst ja auch immer noch kommentieren. :)


    @69910911


    Hi!


    Ich habe Rückfragen bevor es weitergeht:


    - Geschäftsauto; durfte dein Freund dieses privat nutzen? Wenn ja, müsste ein Privatanteil im Lohnausweis bereits enthalten sein und du solltest es ihm dann nicht nochmals in der Steuererklärung aufrechnen. Pro Monat 0.8% (oder jährlich 9.6%) des Kaufpreises des Fahrzeugs ohne MwSt. muss ihm bereits sein ehem. Arbeitgeber im Lohnausweis ausgewiesen haben, mindestens CHF 1‘800/Jahr bzw. CHF 150/Monat


    - Um welchen Kanton handelt es sich eigentlich? Jeder Kanton hat andere Ziffern in den Steuererklärungen, da die Reihenfolge nicht überall dieselbe ist und jeder Kanton hat andere Abzüge bei den Berufskosten.


    - Ihm sind Pauschalspesen vergütet worden, wenn ich dich richtig verstehe, oder? Wenn ja: Diese muss er nicht versteuern. Diese darf nur sein Betrieb abziehen, er aber nicht. In diesem Fall kann er auch keine Abzüge vornehmen seiner effektiven Auslagen. Seine Belege sollte er auf jeden Fall aufbewahren, aber zeigen muss er sie i.d.R. nicht einmal dem Betrieb, geschweige denn der Steuerbehörde. Seine Auslagen für das Geschäft wurden ihm durch die Pauschale von seinem Betrieb abgeholten und zählen nicht zu seinen persönlichen Ausgaben. Er erhält z.B. jährlich CHF 6‘000 (das wird durch ein Spesenreglement zwischen Betrieb und Steuerbehörde so vereinbart) und dann ist dein Freund selber verantwortlich, dass er mit diesem zur Verfügung gestellten Geld seinen Spesen finanziert.


    - Ein Kredit kann im Schuldenverzeichnis deklariert werden. Die Kreditschuld per 31.12.2019 ist massgebend für den Abzug beim steuerbaren Vermögen (du siehst es dann im Schuldenverzeichnis, wo es deklariert werden sollte. Sonst melde dich gerne wieder). Die bezahlten Kreditzinsen für das ganze Jahr 2019 können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Dein Freund sollte dazu einen Steuernachweis der Bank erhalten haben.


    - Lohnpfändungen können nicht abgezogen werden. Es sei denn, es handelt sich um Betreibungen für Kosten, welche steuerrelevant sind. Aber wenn dein Freund Betreibungen für die Miete, Telefon, Kleidung usw. erhalten hat, geht es nicht. Es müssen wirklich Pfändungen sein, wo er die Rechnungen ansonsten auch von den Steuern abziehen hätte können wie z.B. Kinderbetreuungskosten, Zahnarzt, Brille usw.

  • @marikowari Vielen Dank für deine Unterstützung. Ich bin neu hier und habe ein paar Fragen durchgelesen und mir ist aufgefallen, dass du vielen weiterhelfen konntest. :) Sorry falls es komisch bei dir ankam...

  • Hallo @BleibtStark :) Vielen Dank für die ausführliche Antwort!


    - Ja, das Geschäftsfahrzeug durfte er ebenfalls privat nutzen. Der Privatanteil wurde im Lohnausweis ausgewiesen. Wie meinst du das mit „nicht nochmals in der Steuererklärung aufrechnen„? Ich habe den Arbeitsweg (25km) in den Berufsauslagen unter „Zu deklarierendes Einkommen bei Besitz eines Geschäftsfahrzeuges und unentgeltlicher Beförderung zum Arbeitsplatz“ deklariert. Die jährliche KM-Anzahl wurde dann mit 0.70 Fr. multipliziert. (25km x 240 Tage = 6’000 km * 0.70 = 4200 Fr.) Dies zählt nun als Berufsauslage und wurde automatisch als Einkommen aufgerechnet. Ist das korrekt? Wie sieht das nun mit der Pauschale über CHF 700.00 ab Oktober aus?


    - Die Pauschalkosten wurden ihm vergütet. Ich habe diese nun in der Vorspalte beim Haupterweb eingetragen. Das ist korrekt so, oder?


    - Kredit & Pfändung sind jetzt verständlich für mich. Danke dafür! :)

  • @69910911


    Es war nicht "komisch". Es hat mich nur verwundert, weil ich im Steuerecht gerade wirklich kein Experte bin.


    Mein "Wissen" dazu ist ueber zwanzig Jahre alt.


    Was ich heute noch mit dem schweizerischen Steuerrecht zu tun habe, kann fast jeder Laie selbst erledigen.


    Eine schwer demenzkranke Person kann das nicht mehr. Und da lege ich noch etwas Hand an. Hier ist der Fall aber auch wirklich sehr einfach. Und spreche mich hier auch noch etwas mit Experten ab. Und zwar mit solchen Experten, welche dann fuer ihre Auskuenfte... die Hand ins Feuer legen muessen.


    Ein Danke meinerseits, dass du hier mal etwas noch an mich gedacht hast.

  • 69910911


    - Da der Privatanteil für das Geschäftsfahrzeug bereits im Lohnausweis berücksichtigt wurde, ist das mit dem Geschäftsfahrzeug für dich somit bereits erledigt und es gibt dazu nichts weiter zu beachten, als den Nettolohn gemäss Lohnausweis bei ,,Erwerbseinkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit“ einzutragen. Ist dein Freund im Aussendienst tätig? Steht etwas im Lohnausweis dazu?


    - Kannst du mir bitte den Kanton noch nennen wegen den zum Abzug zu bringenden Berufskosten aufgrund der Fahrzeuge? Wenn ich den Kanton kenne, weiss ich dann, welches Formular du meinst mit der Vorspalte. Hab‘s jetzt nicht vor Augen. Dank dem Kantönligeist sieht es überall anders aus.


    - Wunderbar! ;)


    Lg

  • 69910911


    Nachdem sich mein Notfallticker wieder etwas beruhigt hat... und @BleibtStark zwischenzeitlich uebernommen hat... (merci).


    Ich habe mich wirklich darueber gewundert, weshalb du mich als Experte aufgerufen hast. Genauer gesagt, habe ich mich gewundert darueber, in diesem Forum als "Experte" genannt zu werden.


    Das bin ich naemlich in diesem Forum nicht. In diesem Forum wurde noch nie eine Frage gestellt, welche ich als "Experte" beantworten koennte.


    Tatsaechlich antworte ich sehr oft auf Fragen. Und versuche dann mit meinem "Laienwissen" etwas zu helfen. Manchmal gelingt mir das, und manchmal halt auch nicht.


    Kuerzlich hat ein Experte im Zusammenhang mit Corona ein Statement abgegeben:


    Wenn wir uns hier lange darueber streiten, welchen Fehler wir nicht machen duerfen, bei der Bekaempfung dieses Virus ... und deshalb zuerst mal nichts machen... dann machen wir den groessten Fehler, den man ueberhaupt machen kann.


    Und ganz sinngemaess diesem Statements, antworte ich oft auf eine Frage, welche ich eigentlich nicht unbedingt und schluessig beantworten kann.


    Aus meiner Sicht ist es aber unbedingt notwendig, dass ueberhaupt irgend jemand auf eine Frage reagiert.


    In diesem Forum gibt es Experten, welche Sich und ihrer Lebenszeit zu Schade sind, ohne eine Bezahlung ueberhaupt auf deine Frage zu reagieren. ( Ist aktuell die Frage der Social-distancing - Praegung).


    Ich hingegen versuche mal etwas zu reagieren, und mit meinem Laienwissen etwas dazu beizutragen, dass man in einer offenen Diskussion im Forum eine Loesung fuer die Frage finden kann.


    Und in diesem Forum gibt es durchaus eine recht grosse Anzahl von Usern, welche das auch tun.


    In diesem Sinne moechte ich ein Danke an die User des Forums ausrichten, welche mit etwas "beschraenktem" Wissen, aber mit viel Wohlwollen, versuchen etwas beizutragen... Das bezeichne ich als Solidaritaetsgedanke!

  • @69910911


    Ich warte ab, bis Sie der Forenbenutzerin BleibtStark gesagt haben, in welchem Kanton die Steuererklärung eingereicht wird, und was Ihnen die Forenbenutzerin dann zu den Fahrtkosten antwortet. Falls die Antwort der Forenbenutzerin BleibtStark dann falsch ist, werde ich das richtigstellen.


    Bei Ihrer dritten Frage, kommt es darauf an, was Sie mit "Lohnpfändungen" genau meinen. Wenn Sie damit während des Jahres 2019 erfolgte Rückzahlungen von Schulden durch die Pfändung des Lohns meinen, so ist die Antwort der Forenbenutzerin BleibtStark falsch. In diesem Fall ist es vollkommen egal, für welche Art von Schulden die Rückzahlungen erfolgt sind, die Rückzahlungen von Schulden können nicht als Abzüge von den Einkünften abgezogen werden und bewirken im Schuldenverzeichnis lediglich, dass der Stand der Schulden per 31. Dezember 2019 durch die Rückzahlungen während des Jahres 2019 geringer geworden ist. Wenn und soweit die gesetzlichen Voraussetzungen für die Abzugsfähigkeit von für das Jahr 2019 angefallene Kosten für die Kinderbetreuung, Zahnarzt oder Brillen erfüllt sind, können diese von den Einkünften abgezogen werden und es spielt keine Rolle, ob die Rechnungen durch eine Lohnpfändung bezahlt wurden, mit Bargeld oder durch Banküberweisung bezahlt wurden, nur teilweise bezahlt wurden oder noch überhaupt nicht bezahlt wurden.


    Wenn Ihr Freund Lohnpfändungen hatte, nehme ich an, dass Ihr Freund ausser dem am 31. Dezember 2019 noch nicht zurückbezahlten Teil des Kredits vielleicht noch andere Schulden hat. Im Schuldenverzeichnis können auch am 31. Dezember 2019 noch nicht bezahlte Rechnungen als Schulden angeführt werden. Es spielt keine Rolle, ob die Rechnung erst nach dem 31. Dezember 2019 erhalten wurde, wenn die Ware vor dem 31. Dezember 2019 geliefert wurde oder die Dienstleistung vor dem 31. Dezember 2019 erhalten wurde (z.B. Swisscom Rechnung mit Datum Januar 2020, in welcher das Telefonabo für den Monat Dezember 2019 verrechnet wird). Bevor Sie sich den Aufwand machen und im Schuldenverzeichnis der Steuererklärung Schulden abziehen, würde ich an Ihrer Stelle im kantonalen Steuergesetz nachschauen, ab welcher Höhe des Reinvermögens (= Vermögen abzüglich der Schulden) der Steuersatz für die Vermögenssteuer höher als Null Promille ist. Denn wenn das Vermögen ohne den Abzug der Schulden ohnehin ein Betrag ist, bei dem der Steuersatz für die Vermögenssteuer noch Null Promille ist, dann hat der Abzug von Schulden ohnehin keinen Einfluss auf die Höhe der Vermögenssteuer und dann lohnt sich der Aufwand nicht die Schulden im Schuldenverzeichnis einzutragen.



    § 47 StG des Kantons Zürich


    1 Die Vermögenssteuer beträgt (Grundtarif):


    0‰ für die ersten Fr. 77 000



    2 Für Ehegatten, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, sowie für verwitwete, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebende,geschiedene und ledige Steuerpflichtige, die mit Kindern im Sinn von § 34 Abs. 1 lit. a zusammenleben, beträgt die Vermögenssteuer (Verheiratetentarif):


    0‰ für die ersten Fr. 154 000


    Steuergesetz des Kantons Zürich (StG):




    https://www.zh.ch/internet/de/…ass.html?Open&Ordnr=631.1

  • 69910911


    Wie Sie sehen, ist der Ton vom Sozialversicherungsberater heute einmal wieder sehr freundlich und für Sie bestimmt sehr hilfreich. ;) Lassen Sie sich nicht irritieren. Ich arbeite in der Steuerberatung im besten Betrieb der Schweiz und mein Chef ist Prüfungsabnehmer der Steuerexperten. Ich habe daher von den Besten gelernt und ich benötige bei meinen Antworten keinen Schlaumeier-Echo vom Sozialberater, auch wenn er das meint. Er hat da so seine Zwänge, wissen Sie, jeden zu torpedieren. Auch ist er ja ein ,,Sozialversicherungsberater“, aber er liebt es bei jedem Thema einen Streit anzuzetteln.

  • @BleibtStark - Es handelt sich um den Kanton Thurgau. Sein Aussendienstanteil liegt laut Lohnausweis bei 10%. Muss hier was spezielles beachtet werden? Wie sieht es nun mit der Fahrtkosten-Pauschale für Oktober-Dezember aus?


    - Mit Pfändungen meine ich Rechnungen welche nicht bezahlt wurden, danach betrieben und über eine Lohnpfändung zurückbezahlt.

  • bleibtstark


    Ich bin im allgemeinen Vorsichtig damit, meine Mailadresse zu verteilen.


    Vor einigen Monaten habe ich mal bei einem Onlineshop etwas gekauft. Die Ware ist gut und der Preis dafuer wirklich in Ordnung.


    Was ich weniger in Ordnung finde: Seither bekomme ich von diesem Onlineshop schon fast taeglich eine Werbung in den Kasten.


    Fuer einen "Konsum-Muffel" wie mich, ist das echt ein Aergernis.


    Und bei mir loest diese Werbeflut eine Anti-Haltung aus. Ich werde bei dieser Firma nie wieder etwas bestellen.


    Die bestellte Ware ist ein Markenprodukt, welches man auch in Laeden kaufen kann. Ich hatte es nur deshalb online bestellt, weil ich zu dieser Zeit schlicht keine Zeit hatte, um bei Oeffnungszeiten der Laeden einkaufen zu gehen.


    Normalerweise kaufe ich nur in Laeden ein. Und mit Vorliebe in den kleinen Fachgeschaeften. Wo man mit etwas Fachwissen auf den Kunden und seine Wuensche, noch etwas persoenlich eingeht. Und wenn es dann ein paar Prozent mehr kostet als online .... ist es mir das Wert.


    Als Konsum - Muffel kann ich mir das leisten, etwas laenger zu sparen.


    69910911


    Sorry. Das gehoert hier eigentlich nicht in deinen Thread. Aber das musste ich jetzt irgendwie noch von der Seele schreiben. Smile.