Krankheit wärend kündingsfrist

  • Wie sieht es rechtlich aus - wenn ich auf ende April gekündet habe und ich am 30.april krank geschrieben werde - wie sieht es aus erhalte ich Krankentaggeld? Ich bitte nur um rechtliche Antworten da es wirklich eine sehr verzwickte lage ist.

  • Es kommt darauf an, was der Vertrag zwischen Ihrem Arbeitgeber und der Versicherungsgesellschaft für einen solchen Fall vorsieht. Es ist möglich, dass Krankentaggelder auch nach dem Austritt aus dem Betrieb für eine gewisse Zeit ausgerichtet werden. Da aber solche Verträge privatrechtlicher Natur sind, muss dies nicht zwingend so sein.

  • Das ist zwar keine rechtliche Antwort, aber vielleicht interessiert sie dich doch:


    Geh zur ÄrztIn! Schau, dass du ein Arztzeugnis bekommst. Und fragt dann hier in den Foren, was du aus rechtlichen oder anderen Gründen am besten damit machst, ob du es der ArbeitgeberIn abgeben oder was du damit sonst machen sollst. Bevor es eventuell aus rechtlicher Sicht zu spät ist!


    C-O-R-A


    P.S.: Dieser Rat war gratis!

  • Choister


    Der 30. April waere also der letzte Arbeitstag. Wenn du an diesem Arbeitstag krankgeschrieben wirst, ist dies also noch wahrend des Anstellungsverhaeltnisses.


    Folglich gilt das, was auch sonst waehrend der Anstellung gilt. Das muesste, wie @Sirio zu recht sagte, also im Arbeitsvertrag etc. stehen.


    Kritischer wird es, wenn du erst kurz nach der Beendigung des Arbeitsverhaeltnisses krank wirst. Es ist aber auch moeglich, dass du selbst dann noch fuer eine gewisse Zeit (30 Tage) trotzdem noch versichert bist.


    Also unbedingt sofort klaeren, was hier genau versichert ist. Da du die versicherte Person bist, kannst du auch direkt mit der Versicherung in Kontakt treten.

  • Choister


    Der "praktische" Rat von @C-O-R-A ist ein guter Rat.

  • @Choister


    Für dringende Frage gibt es bei deiner Frage rechts den grünen, grossen "Expertenbotton". Da kannst du privat, direkt eine ExpertIn ansprechen.


    Für eine dringliche Klärung der rechtlichen Aspekte deiner Frage empfehle ich dir beim User Sozialversicherungsberater nachzufragen. Er ist in solchen Fragen sehr kompetent. Aber! öffentlich beantwortet er nicht jede Frage gratis. Wie es sich privat über den "Expertenbotton" verhält, ist mir nicht bekannt.


    Viel Glück!


    C-O-R-A

  • @Choister


    Wenn Ihr Arbeitgeber eine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen hat, sollten Sie in die Versicherungsbedingugnen der Krankentaggeldversicherung schauen. Es kann sein, dass dort drinnen steht, dass Sie für den ersten Krankheitstag oder für die ersten paar Krankheitstage keine Taggelder erhalten (Karenztage). Wenn Ihr Arbeitgeber keine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen hat und ihr Arbeitsverhältnis bereits mehr als drei Monate gedauert hat, ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet Ihnen bereits ab dem ersten Tag an dem Sie wegen Krankheit nicht arbeiten können weiterhin den Lohn zu bezahlen (keine Karenztage, es gibt auch für den ersten Krankheitstag den Lohn). Wenn der Arbeitgeber Sie gekündigt hat, verlängert sich die Kündigungsfrist um die Anzahl der Tage, an denen Sie während der Kündigungsfrist wegen Krankheit nicht arbeiten konnten.


    Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO): Verhinderung des Arbeitnehmers an der Arbeitsleistung:



    https://www.seco.admin.ch/seco…-der-arbeitsleistung.html



    Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO): Kündigung



    https://www.seco.admin.ch/seco…eitsrecht/kuendigung.html

  • Sozialversicherungsberater


    Zuerst ein Danke fuer die Erlaeuterungen.


    Ich habe noch eine Frage:


    Meines Wissens muss ein AG auch waehrend der Karenztage den Lohn bezahlen. (Bei einer Festanstellung laenger als drei Monate). Die Rueckvergutung der Versicherung an den Arbeitgeber ist eine andere Sache. Der Arbeitgeber ist der Versicherungsnehmer. Also zuerst der Anspruchsbrechtigte. Dieser muss aber dem Arbeitnehmer den vollen Lohn bezahlen.


    Das ist anders, wenn die Krankheit eben erst kurz nach Beendigung des Arbeitsverhaeltnisses eintritt.


    Bitte korrigieren sie, falls ich mich irre.

  • @marikowari


    Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, den von mir angegebenen Link auf die Erklärungen des SECO zur Verhinderung an der Arbeitsleistung bei Krankheit durchzulesen bevor Sie mir eine Frage stellen und meine Auskunft mit der Formulierung "meines Wissens" anzweifeln, hätten Sie gewusst, dass der Arbeitgeber nach der Meinung einiger Gerichte bei einer Krankentaggeldversicherung mit Karenztagen nicht verpflichtet ist den Lohn während der Karenztage zu bezahlen.


    Ich belege in der Regel meine Auskünfte mit einem Link auf eine (seriöse) Quelle, welche meine Auskunft belegt, damit der Fragesteller oder die Fragestellerin meine Auskunft überprüfen kann. Im Internet kann eine antwortende Person alles mögliche behaupten und niemand weiss, ob die antwortende Person Micky Maus ist und wie verlässlich die Antworten sind.

  • Sozialversicherungsberater.


    Bitte. Ich habe ihre Aussage nicht angezweifelt. Ich habe nachgefragt.


    "Meines Wissens" bedeutet hier, dass ich dazu nichts Genaueres weiss.


    Und ja! Ich habe mir bisher die Muehe nicht gemacht, das noch genauer nachzulesen. Ich hoffe, dass sie dies noch etwas entschuldigen koennen.


    Dass sie in der Regel ihre Auskuenfte serioes belegen, weiss ich. Das haben sie oft bewiesen! Und dass ich deshalb ihre Auskuenfte auch sehr schaetze .. habe ich in diesem Forum wohl schon einige Male gesagt.


    Dass einige Gerichte hier aber meiner Meinung widersprechen, ist allerdings etwas neu fuer mich.


    Ich muss hier der Fairness halber klar anfuegen: Ich weiss dazu nicht wirklich Bescheid, was das Gesetz hier genau vorschreibt. Vor Allem nicht, was die aktuellen Gesetze in der Schweiz hier vorschreiben.


    Als ich noch meine eigene Firma in der Schweiz hatte, habe ich fuer meine Mitarbeiter eine soziale Verantwortung uebernommen. Und habe mich dabei rueckversichert. Ein gewisses Risiko mussten ich, und die uebrigen Mitarbeiter dabei auch noch mittragen.

  • @Sozialversicherungsberater


    Uebrigens finde ich auf einen ersten Blick, bei der angegeben Site des Seco, gerade die Antwort auf die Frage von Choister nicht.


    Moeglicherweise bin ich zu dumm, um selbst zu suchen.

  • Ich hätte "off topic" eine technische Frage: Wie lässt sich hier ein Kommentar zu einer Antwort verfassen? Unter https://www.beobachter.ch/foren/page/foren-netiquette steht, man könne dazu die Funktion 'Kommentar hinzufügen' verwenden, worauf ich ja nie gekommen wäre. Nur: wo finde ich diese Funktion? Ich kann sie nämlich nirgends entdecken.


    P.S. Sorry, ist erledigt. Irgendwie war ich inzwischen nicht mehr eingeloggt, und das verschwindet die Funktion...

  • Das SECO kann die Frage natürlich nicht beantworten, da sie - und darin sind wir uns ja alle einig - von der vom Arbeitgeber abgeschlossenen Versicherung abhängt. Da Choister selbst gekündigt hat, verlängert sich in seinem/ihrem Fall nicht einmal die Kündigungsfrist.

  • @marikowari


    Sirio hat recht. Aus meiner Antwort ging ja hervor, dass es davon abhängt ob der Arbeitgeber eine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen hat und was in den Versicherungsbedingungen der Krankentaggeldversicherung steht und, dass es ohne Abschluss einer Krankentaggeldversicherung davon abhängt wie lange das Arbeitsverhältnis schon gedauert hat. Da Choister nicht geschrieben hat, was davon zutrifft und was in allfälligen Versicherungsbedingungen steht kann niemand die Frage beantworten.

  • Choister


    Ich denke, dass Sozialversicherungsberater bei dieser Frage kompetenter ist, als ich.


    So weit ich hier Bescheid weiss, geht es im Artikel 336 um den Kuendigungschutz. (bei Krankheit).


    Da du aber selbst gekuendigt hast, ist dieser Artikel in deinem Fall wohl nicht relevant. Aus meiner Sicht waere der Artikel dann relevant, wenn der Arbeitgeber gekuendigt hat. Dann wuerde sich das Arbeitsverhaeltnis fuer die Frist verlaengern, fuer welche du Arbeitsunfaehig geschrieben wurdest.

  • Choister


    Ich rate dir auf den Rat von @C-O-R-A zu hoeren. Ungeachtet dessen, was jetzt im Arbeitsvertrag steht und wie du im Detail versichert bist. Oder allenfalls nicht versichert bist.


    Wenn die Gefahr besteht, dass du ernsthaft krank wirst, oder schon bist, dann musst du unbedingt ein aerztliches Zeugnis haben.


    Ohne ein Arztzeugnis ist hier eigentlich jegliche Diskussion muessig. Denn ohne ein Arztzeugnis hast du in keinem Fall ein Anspruch auf Lohnfortzahlung, oder Versicherungsleistung.


    Hast du bereits eine neue Stelle?


    Wenn du zwischen Kuendigung und Stellenantritt noch einige Tage Ferien machst, bist du ueblicherweise noch 30 Tage versichert. Fuer Unfall und Krankheit, falls du fuer Krankheit versichert warst. Falls du fuer Krankheit nicht versichert warst, endet wohl jegliche Lohnfortzahlungspflicht seitens des Arbeitgebers mit Beendigung des Arbeitsverhaeltnisses.


    In deinem Fall also heute.

  • Sozialversicherungsberater


    Nachdem ich nun die Publikation des SECO noch im Detail durchgelesen habe.....


    Offenbar ist es jetzt so, dass die Gerichte in der Praxis eine Regelung unterstuetzen, welche ich und meine damaligen Mitarbeiter untereinander als vertragliche Abmachung geschlossen hatten.


    Diese interne Abmachung haette damals vor Gericht wohl nicht standgehalten.


    Und ich waere hier wohl auch nie vor Gericht gegangen. Umso mehr erstaunt es mich, dass hier die Gerichte eine Anpassung in die Richtung vorgenommen haben, welche fuer uns damals das Sinnvollste war.