Sind wir der KESB ausgeliefert?

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  • Guten Tag


    Meine Lebenspartnerin und ich pflegen seit 8 Jahren, in den letzten 2 Jahren in Pflegestufe 9, ihre Mutter zu hause. Nachdem Sie sich 2012 aus einem Altersheim abgesetzt hat. Die Mutter hat im Jahre 2000 die KESB um Unterstützung bei Ihren administrativen Angelegenheiten gebeten, falls sie dies nicht mehr kann. Seit April 2016 hat Sie eine Beiständin der KESB die seither alle Belange verwaltet. Meine Lebenspartnerin hat seit dieser Zeit den Betrag von monatlich CHF 1700.—von der KESB zur Verfügung gestellt bekommen (Für alles, Miete, Windeln, Essen, Arbeit u.s.w.). Dieser Betrag ist in Anbetracht einer täglichen pflege und Hilfeleistung von ca. 8 Stunden lächerlich. Auch nach mehrmaligem bitten um mehr finanzieller Unterstützung seitens der KESB hat sich der Betrag nicht erhöht. Meine Lebenspartnerin und ich sind im Umgang mit dieser Behörde überfordert (für Laien absolut intransparent) und suchen Hilfe. In einer Patienten Verfügung hat die Mutter meine Lebenspartnerin als Vertrauensperson angegeben. Die Geschwister wären mit einem Entzug der Vollmacht der KESB und einer Übertragung der administrativen Verwaltung an meine Lebenspartnerin einverstanden. Meine Lebenspartnerin und ihre Geschwister haben keine Einsicht in die Vermögensverhältnisse der Mutter. Haben wir eine Chance? Wer kann uns helfen? An wen können wir uns wenden?

  • fidazer


    Ich hatte gehofft, dass sich hier Rechtsexperten zuerst mal zu Wort melden wuerden.


    Denn auf deine eigentliche Frage, weiss ich keine Antwort.


    An wen können wir uns wenden?


    Es gibt offenbar keine Ombudsstelle, an die man sich wenden kann, wenn man mit Entscheiden der KESB nicht einverstanden ist. Im Einzelfall kann man wohl noch an ein Gericht gelangen.


    Dazu muss man entsprechende Rechtskenntnisse, oder andernfalls ueber finanzielle Mittel verfuegen, um sich einen Rechtsanwalt leisten zu koennen. Letzteres ist unter Umstaenden eben auch unumgaenglich.


    Ich habe in einem etwas anverwandten Thread die Frage gestellt, welche Kosten die Heimbetreuung verursacht / verursachen darf. Und welche Kosten in Heimen fuer die gleiche Leistung verrechnet wird.


    Das von euch angefuehrte Beispiel ist mehr als nur bedenklich!

  • Ich frage mich grundsätzlich:Seit der Einführung der KESB gib es schweizweit ständig Skandale wo Privatpersonen durch die KESB eingeschüchtert, unter Druck gesetzt, unfair behandelt, Macht ausgeübt etc.wird/ werden. Wird das Personal von schwachen Vorgesetzten eingestellt, der niemals Stärkere" anstellt, weil sonst seine Defizite zum Vorschein kommen ? So läuft es ja teilweise in der Privatwirtschaft.Wieso soll es bei der KESB anders sein ?

  • skywings


    Ich habe mich gerade auf rein privater Ebene mit einem Juristen etwas kurzgeschlossen.


    Und zwar genau mit einem, der eigentlich bei der Konkurrenz arbeitet!


    Nein! Der arbeitet nicht bei der Konkurrenz!


    Sondern versucht ganz offen und ehrlich, bloss einen guten Job zu machen.


    Und hat mir auch die Information geliefert, welche ich haben wollte. Ungeachtet dessen, dass er sich und seine Vorgesetzten etwa noch in die Bredouillie bringen koennte.

  • Nein, das glaube ich nicht. Die KESB wurde auch deshalb eingeführt, weil es immer wieder zu fragwürdigen und unhaltbaren Situationen in Gemeinden kam. Vormundschaftsbehörden waren teilweise nicht profesionnel organisiert, Mandate wurden undurchsichtig vergeben, Abrechnungen waren unklar. Damals hat das leider nur Wenige interessiert. Die heutige Kritik an der KESB ist ein politisches Thema geworden, das man bearbeiten muss, um genügend Stimmen und Unterstützung zu erhalten. Wenn man sich die Mühe macht nachzuforschen, wer hinter den grossen Schlagzeilen steckt, dann stolpert man immer über dieselben Namen und über dieselben politischen und persönlichen Interessen.


    Ich will damit nicht sagen, dass die Behörden immer perfekt arbeiten und immer richtig reagieren. Aber ich bezweifle, dass es dem Personal darum geht, Macht auszuüben oder irgendwer einzuschüchtern. Der Mangel an Kommunikation und Kooperation, den Verwandte häufig bei der Zusammenarbeit mit den Beiständen beklagen, führe ich auf mangelnde Ressourcen zurück. Bestände müssen oft viel zuviele Dossiers betreuen, sodass sie gar keine Zeit haben, um jemanden richtig zu untersützen oder etwas genauer zu erklären.

  • Niva


    Ich habe erst gerade einen Juristen angefragt, welcher fuer die "Gegenseite" arbeitet.


    Ich habe innerhalb von Minuten eine Antwort bekommen.


    Diese Antwort hat mir zwar nicht die "Finale Antwort" auf gewisse Fragen geliefert. Was schon deshalb nicht sein kann ... weil ich diese Fragen gar nicht gestellt habe.


    Was eigentlich viel interessanter an meiner Frage war...


    Wie kann ich ihm an die Karre fahren, wenn er mich falsch beraten hat?


    Und auf diese Frage ... hat er mir sofort geantwortet!


    Das kannst du so machen....


    Der wirklich wichtige Punkt ist... wir fahren uns nicht an die Karre! Das gibt Blechschaden, den keiner bezahlen will!


    Wir setzen uns lieber mal am Mittagstisch zusammen und schauen, wie man das eigentliche Problem dann loesen kann.

  • @fidazer


    Sind die CHF 1700.-- inklusive Hilflosenentschädigung?


    Wer hat die Pflegestufe 9 festgelegt?



    C-O-R-A

    Tags mit Threads von mir, die mich zurzeit vorwiegend beschäftigen

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    01-04-22 <- UMWELT <- KRIEG IN EUROPA  01-05-22 <- BILDSPRACHE <- FRAUEN  06-05-22 <- KRANKENKASSEN 15-05-22

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    Ich freue mich auf jede konstruktive Meinung von dir.

    Insbesondere auf jene der ehrlich-witzigen und/oder kritisch-konstruktiven Art.

  • fidazer


    Die von dir genannten Zahlen sind weit entfernt von dem, was aus meiner Sicht irgendwie gerechtfertigt sein kann.


    Ich habe dazu etwas eine persoenliche Erfahrung.


    Trotz mangeldem "Expertenwissen", bin ich noch offizieller Beistand einer schwer pflegebeduerftigen Person. Lasse mich aber auch von Experten beraten.


    Das, was du schreibst... wie da von einem Beistand abgerechnet wird... ist aus meiner Sicht voellig unhaltbar.


    Ich moechte dazu gerne etwas mehr wissen!


    Und die Fachpersonen, mit denen ich persoenlichen Kontakt pflege ... auch!