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  • @Kobold


    Ich kann deine Erfahrung mit den Criollos sinngemaess bestaetigen. Rassismus ist vermutlich so alt wie die Menschheit. Und bezieht sich auch nicht unbedingt nur auf Hautfarbe.

  • mupli


    Im Quartier, wo ich waehrend der Kindheit aufwuchs, gab es einen Jungen in unserem Alter. Und fuer ihn war das Wort "Neger" selbstverstaendlich. Ich glaube, er haette es komisch gefunden, wenn wir ihn als Schwarzen bezeichnet haetten. Jedenfalls hat er uns das Wort nicht uebel genommen. Wieso sollte er denn auch. Er war bei uns ein beliebter Spielkamerad.


    Das Wort "Neger" als Solches ist unschuldig. Erst der Kontext, in dem es verwendet wird, macht es zu einem rassistischen Ausdruck.

  • mupli


    Ich weiss nicht. aber ich finde deine Frage sehr interessant, denn ich habe mich das, zumindest in aehnlicher Art, auch schon gefragt.


    Gleich welcher Rasse und Herkunft man ist...….usw.


    Das ist es ja eigentlich... es geht bei "Rassismus" eben nicht nur um die Rasse. Sondern auch um andere "Unterscheidungen".


    Und dass man Menschen unterscheidet, ist als Solches ja auch nicht falsch. So lange man "wertfrei" klassiert, ist das eigentlich gar kein Problem. Problematisch wird es erst, wenn die Klassierung nicht mehr frei ist von Bewertung. Und nicht jede Bewertung fuehrt zwangslaeufig auch zu Rasissmus. Doch der Mensch hat einen ausgesprochen starken Hang dazu, zwischen "hoeherwertig" und "minderwertig" zu unterscheiden.


    Und hier wird die minderwertige Klasse durch die hoeherwertige Klasse "diskriminiert". Zumindest im erweiterten Sinne. Doch die Diskriminierung ist noch kein Rassismus im engeren Sinne.


    Damit Diskriminierung zu Rassimus im engeren Sinne wird, braucht es noch eine zusaetzliche Komponente.


    Naemlich eine Form der Schuldzuweisung. Ob nun explizit, oder implizit.


    Und eine weitere Komponente kommt dazu.


    Jedes lebende Individuum ist von Natur aus genetisch dazu programmiert, seine Position in der "Wertetabelle" zu optimieren. Und im Kampf um die bessere Position in der Tabelle, hat das egoistische Individuum grundsatzlich zwei Moeglichkeiten: Es verbessert seine eigene Leistung, oder es untergraebt die "Faehigkeiten" der Konkurrenten.


    Letzteres wird insbesondere dann umso mehr praktiziert, wenn der besser Klassierte an die Grenzen der eigenen Leistungsfaehigkeit stoesst und daher risikiert, dass er von seinem Platz verdraengt wird. Und dann kaempft dieses Individuum nicht mehr fuer sich und seine Verbesserung, sondern gegen seinen Konkurrenten und fuer seine Verschlechterung.


    Und hier unterscheidet sich, ob ein Individuum rassistisch ist, oder nicht.


    Denn jetzt versucht der besser Klassierte, durch Druck auf den Minderklassierten seine eigene Position zu ueberhoehen. Und da er seine Position aus eigenen Leistungen kaum noch erhoehen kann, versucht es fortan alle moeglichen Konkurrenten zu unterdruecken, oder besser noch .... auszunutzen, um die eigene Position weiter zu staerken.


    Genau genommen geht es beim Rassismus eigentlich nicht um einen Rassenkampf, sondern um einen "Klassenkampf".


    Ich habe in einem frueheren Beitrag gefragt, was Rassismus und Corona-Krise gemeinsam haben. Es geht um die Klassierungen innerhalb der (globalen) Gemeinschaft.


    Und diese Klassierung innerhalb der Gesellschaft, ist auch der Grund, weshalb ich die Frage unter Anderem in diesem Thread auch stelle. Ü65 ist eine Klassierung. Und die Gesellschaft muss aufpassen, wie sie mit dieser Klassierung umgeht.