IV-Rente - Änderung des Zivilstandes (Heirat) auch der BVG melden ?

Übersicht der Foren

Zur Liste der Foren gelangen Sie hier: Foren

Möchten Sie einen neuen Beitrag erstellen, wählen Sie bitte ein Forum aus der Foren-Liste und klicken sie auf die Schaltfläche "Neues Thema" oben auf der rechten Seite.

  • Hallo,


    ich hoffe, dass mir jemand bei meinem Anliegen weiterhelfen kann.


    Ich beziehe eine IV-Rente, die von der AHV/IV und der BVG geleistet wird.


    Da ich im Jahr 2017 geheiratet habe, hat sich in diesem Jahr mein Zivilstand geändert und ich habe dies auch unverzüglich der IV gemeldet. Allerdings nicht der BVG.


    Mir ist erst kürzlich auf meinem Pensionskassenausweis der BVG aufgefallen, dass ich dort als "ledig" geführt werde. Ich dachte eigentlich, dass die IV diese Information automatisch auch an die BVG weiterleitet. Nun habe ich Angst, dass ich das auch der BVG hätte melden müssen.


    Daher meine Frage:


    Muss ich die Zivilstandsänderung auch der BVG melden und wenn ja, kann ich dies noch melden ohne dass ich Probleme bekomme.


    Für hilfreiche Infos wäre ich sehr dankbar.

  • mertbaer


    Wenn Sie etwas einer Sozialversicherung (z.B. einer kantonalen Sozialversicherungsanstalt (SVA), einer kantonalen Ausgleichskasse) melden wird dies in der Regel nicht automatisch auch an andere Sozialversicherungen (z.B. Pensionskasse) weitergeleitet, sondern Sie müssen das auch dort melden. Wenn Sie etwas einer Abteilung einer Sozialversicherung melden (z.B. der AHV-Ausgleichskasse einer kantonalen SVA) wird dies oft auch nicht automatisch einer anderen Abteilung der selben Sozialversicherungen weitergeleitet (z.B. der für Ergänzungsleistungen zur AHV/IV zuständigen Abteilung der kantonalen SVA oder kantonalen Ausgleichskasse). Das kann dazu führen, dass man dann seine Pflicht zur Meldung von Änderungen an die andere Sozialversicherung bzw. Abteilung verletzt hat und deswegen unrechtmässig weiterhin Sozialversicherungsleistungen erhält oder unrechtmässig zu hohe Sozialversicherungsleistungen erhält und diese dann zurückgefordert werden. Haben Sie bereits das Reglement ihrer Pensionskasse durchgelesen, was dort über die Pflicht zur Meldung von bestimmten Änderungen steht?


    Sie können sich mit dem untenstehenden Link im Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) durchlesen, ob es einen Einfluss auf den Anspruch auf bestimmte Leistungen der beruflichen Vorsorge hat, dass man verheiratet ist oder nicht. Die Artikel 23 bis 26a befassen sich mit dem Anspruch auf Invalidenrenten bzw. Kinderrenten zu Invalidenrenten. Zum Beispiel befasst sich der Artikel 24 Absatz 5 verheiratete Personen, welche sich scheiden lassen. Die Artikel 18 bis 22 befassen sich mit dem Anspruch auf Hinterlassenenleistungen (Witwen, Witwer, Waisen). Zum Beispiel erlischt der Anspruch auf eine Witwen- oder Witwenrente bei einer Wiederverheiratung.


    Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG):


    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19820152/index.html

  • @Sozialversicherer


    Vielen Dank für Ihre Antwort.


    Ich habe mir sowohl das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) angesehen.


    Eigentlich dürfte sich in meinem Fall (Zivilstandsänderung -> 1. Heirat) nichts an der Höhe der Rente ändern.


    Allerdings steht im Reglement der Pensionskasse zum Thema "Pflichten des Versicherten" tatsächlich folgendes:


    Die Bezügerinnen und Bezüger von Invaliditäts- oder Hinterlassenenleistungen haben der Stiftung Auskunft zu geben über allfällige anrechenbare Einkünfte (z.B. in- und ausländische Sozialleistungen, Leistungen anderer Pensionskassen, weiterhin erzieltes Erwerbseinkommen).


    Ferner haben sie unverzüglich alle Ereignisse zu melden, welche Auswirkungen auf die Vorsorge haben.


    Dazu gehören insbesondere


    – Adressänderungen


    – Änderung der Zahlungsverbindung


    – Zivilstandsänderungen


    – Änderung der Rentenansprüche gegenüber Sozialversicherungen (AHV, IV, Unfall- oder Militärversicherung, ausländische Sozialversicherungen)


    – Wiedererlangen oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit


    – Geburt und Adoption von Kindern


    – Abschluss und Abbruch der Ausbildung von rentenberechtigten Kindern – Tod eines rentenberechtigten Kindes.


    Der Tod eines Rentenbezügers ist der Stiftung durch die Hinterbliebenen sofort zu melden.


    Wie kann ich jetzt vorgehen. Einfach der Pensionskasse melden und hoffen, dass es gut geht?


    Ich würde ja eigentlich rechtliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen, habe aber leider nicht das nötige Geld.


    Für eine hilfreiche Antwort wäre ich sehr dankbar!

  • @mertbaer


    Sie können jetzt ihrer rechtlichen Verpflichtung gemäss dem Reglement ihrer Pensionskasse nachkommen und ihrer Pensionskasse melden, dass sich ihr Zivilstand geändert hat. Wenn Sie mit "1. Heirat" meinen, dass Sie vorher ledig (nicht verwitwet und nicht geschieden) waren und nun zum ersten mal geheiratet haben und eine Invalidenrente der Pensionskasse beziehen, sollte das Melden der Heirat keinen Einfluss auf den Anspruch und auf die Höhe der Invalidenrente gemäss Artikel 24 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) haben. Wenn Sie der Pensionskasse melden, dass Sie geheiratet haben, wann Sie geheiratet haben, wie Ihre Ehegattin oder Ihr Ehegatte heisst und was die Kontaktdaten (Adresse, Telefonnummer) der Ehegattin oder des Ehegatten sind, hat die Pensionskasse bereits deren Daten. Falls Sie sterben sollten, besteht für die Witwe oder den Witwer ein Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente, wenn die sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind oder ein Anspruch auf eine Abfindung gemäss Artikel 19 BVG.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!