BMS Vollzeit nach der Lehre - muss der Vater keine Alimente mehr zahlen?

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  • Hallo liebes Beobachter-Forum
    meine Tochter beendet dieses Jahr ihre vierjährige Ausbildung zur Informatikerin und möchte nun anschliessend die BMS Vollzeit machen. Ich habe bisher garnie in Frage gestellt, ob der Vater meiner Tochter die Alimente weiterhin zahlen muss, da es für mich klar war, dass dies noch als Erstausbildung zählt(mir wurde damals gelehrt, dass solange das Kind nicht Voll-verdient hat, es Anspruch auf Alimente hat). Der Vater meiner Tochter hat nun angekündigt, dass er im Juni diesen Jahres die Alimente nicht mehr zahlen wird. Meine Frage: giltet die BMS Vollzeit nach der Lehre bereits als zusätzliche Ausbildung? Liegt der Vater da im REcht?


    Auch wenn meine Tochter sich einen Ferienjob während der BMS suchen kann, würde es aber eher schwierig für sie, und ich möchte ihr ungern sagen, dass sie die BMS in zwei Jahren, Teilzeit machen muss, da sie dann noch eine neue Stelle braucht, welche sie für nur 60% anstellt.

    Ich bedanke mich für eure Antworten!

    LG

  • Kurzantworten würde ich grundsätzlich mit höchster Vorsicht geniessen, besonders wenn das Wort 'wohl' darin vorkommt und sie von keinerlei qualifizierteren Erläuterungen begleitet sind.


    Wenn Ihre Tochter die Weiterbildung im Anschluss an den EFZ-Abschluss beginnt und nicht erst Jahre später, ist die Berufsmatur, ja selbst ein daran angehängtes Hochschulstudium gemäss der Rechtssprechung noch als Erstausbildung zu betrachten. Im Zusammenhang mit der Unterhaltspflicht geht das Bundesgericht nämlich von einer 'angemessenen Ausbildung' gemäss ZGB aus, weshalb von Fall zu Fall zu definieren ist, was als Erstausbildung zu taxieren ist. Für eine Person mit Aussicht auf eine akademische Laufbahn kann das EFZ nicht als angemessene Ausbildung gelten und ist damit noch keine abgeschlossene Erstausbildung im Sinn der Rechtsprechung.


    Nachfolgend zwei Links zum Weiterlesen:


    https://www.lex4you.ch/de/mona…ein-sohn-in-der-lehre-ist


    https://webcache.googleusercon…&gl=ch&client=firefox-b-d

  • Sozialversicher , @Sirio


    Haben sie ihre Ansicht mal vor Gericht durchgestritten?


    Vielleicht hätte dieser marikowari damals ihre "Amtshilfe" gebrauchen können.


    Ich (Schreiber) habe die von ihnen angegebenen Links noch nicht durchgelesen. Werde das "wohl" noch tun.


    Und dieser marikowari war übrigens noch der Ansicht, dass er noch Anspruch hätte.... Kam dabei vor Gericht nicht durch....


    Obwohl er exakt ihrer Argumentation gefolgt war.


    MFG

  • @Sirio, @Sozialversicher


    Gemäss ihrer Argumentation hätte dieser marikowari einen klaren Anspruch gehabt.


    Das ist soweit gesichert.


    Der Rest... eher etwas assozial....

  • Vermutlich sind marikovari und Transmitter wohl dieselbe Person... ;)


    Zur Sache selbst: Die allenfalls eventuell möglicherweise etwaig erfolgte Vollendung des 18. Altersjahrs ist im vorliegenden Zusammenhang irrelevant. ^^

  • madra


    Ich empfehle Ihnen den Vater des Kindes darüber aufzuklären, dass gemäss dem Urteil des Bundesgerichts 5C.249/2006 vom 8. Dezember 2006 selbst eine abgeschlossene Handelsmittelschule mit einem abgeschlossenen einjährigen Praktikum bei einer Treuhandgesellschaft und eine abgeschlossene Berufsmaturität keine "angemessene Ausbildung" gemäss Artikel 277 Absatz 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) ist und ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an einer Fachhochschule noch zur "angemessenen Ausbildung" gehört. Gemäss Artikel 217 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB) wird auf Antrag mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer eine familienrechtlichen Unterhalts- oder Unterstützungspflichten nicht erfüllt, obschon er über die Mittel dazu verfügt oder verfügen könnte.


    Urteil 5C.249/2006 vom 8. Dezember 2006


    https://www.bger.ch/ext/eurosp…&zoom=&type=show_documentArt. 217 Vernachlässigung von Unterhaltspflichten

    Vernachlässigung von Unterhaltspflichten


    1 Wer seine familienrechtlichen Unterhalts- oder Unterstützungspflichten nicht erfüllt, obschon er über die Mittel dazu verfügt oder verfügen könnte, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.


    2 Das Antragsrecht steht auch den von den Kantonen bezeichneten Behörden und Stellen zu. Es ist unter Wahrung der Interessen der Familie auszuüben.


    Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB):


    https://www.admin.ch/opc/de/cl…ation/19370083/index.html

  • @Sirio


    Was Hänschen (marikowari) nicht lernt, lernt Hans (Transmitter) nimmermehr.

  • im Übrigen wünschen wir @madra viel Glück beim Durchsetzen des Unterhaltsanspruches ihrer Tochter, wenn es vor Gericht geht.


    @Sozialversicher und @Sirio werden sie dabei wohl freiwillig und unentgeltlich unterstützen.

  • @Transmitter


    In der Schweiz dürfen in einem zivilrechtlichen Verfahren nur Rechtsanwälte eine Person berufsmässig vor Gericht vertreten. Weder ich noch Sirio sind Rechtsanwälte. Abgesehen davon habe ich bereits mehrmals erwähnt, dass Zivilrecht nicht mein Spezialgebiet ist, sondern dass mein Spezialgebiet Sozialversicherungsrecht und Steuerrecht ist. Ich muss auch von etwas leben und kann nicht ständig Menschen ohne Honorar beraten und ohne Honorar vertreten.

  • @Sozialversicher


    Dafür habe ich nun aber auch noch ein Verständnis. Ich muss manchmal auch etwas Brötchen verdienen.


    Und dass sie hier im Forum auch immer wieder mal Beiträge veröffentlichen und damit Anderen unentgeltlich helfen, habe ich auch gesehen. Und auch Sirio schreibt von Zeit zu Zeit hilfreiche Beiträge.