13. Monatslohn im Stundenlohn pfändbar?

  • Ich werde neu im Stundenlohn arbeiten. Der Lohn wird im Stundenlohn nicht höher sein als der Monatslohn. Ein 13. Monatslohn entfällt somit. Das bemessene Existenzminimum ist höher als mein Lohn, somit erfolgen keine Abzüge die an das Betreibungsamt gehen. Da der 13. Monatslohn Bestandteil im Stundenlohn ist, möchte ich nun gerne erfahren, ob dieser %Satz an 13. Monatslohn pfändbar ist.

  • Schellenurs


    Meinen Sie die Frage ernsthaft? Sie schreiben, dass das betreibungsrechtliche Existenzminimum höher als der Lohn ist. Es kann nur jener Teil der Lohns gepfändet werden, der das betreibungsrechtliche Existenzminimum übersteigt. Wenn der Lohn einschliesslich eines im Vertrag vereinbarten Zuschlags (Bestandteils) für den 13. Monatslohn nicht höher ist als das betreibungsrechtliche Existenzminimum ist, kann auch nichts gepfändet werden. Wenn Sie im Stundenlohn angestellt sind, wissen Sie im voraus ohnehin nicht wie hoch der Lohn in den Monaten in der Zukunft sein wird und ob er in manchen Monaten über dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum liegen wird, weil er von der Anzahl Stunden abhängig sein wird, welche Sie in Zukunft im jeweiligen Monat arbeiten werden. Arbeitsverträge im Stundenlohn, bei denen der Arbeitgeber flexibel bestimmen kann wie viele Stunden Arbeit er in einem Monat brauchen und Zahlen will sind risikoreicher als Arbeitsverträge mit einem Monatslohn und mit einer vertraglich zugesicherten Zahl an Tagen und Stunden.

  • @Sozialversicher


    Die Frage war ernsthaft. Ich war mir einfach nicht sicher wie das mit dem Stundenlohn geregelt ist. Das würde dann ja auch heissen, das man die Arbeitsstunden so regeln könnte, das bei der Lohnauszahlung der Betrag jeweils ein paar Franken tiefer als das Existenzminimum ausfällt....ein Schelm wer dabei Böses denkt^^


    Aber danke für die aufschlussreiche Antwort.

  • @Transmitter


    Meine Lohnpfändung hat eine üble Vorgeschichte mit bitterem Beigeschmack, deshalb empfinde ich es nicht so, als das ich von "den Schulden" davonlaufe. Ich sehe mich in einer Position, in der ich mit meinem Verdienst der unter dem Existenzminimum ist, ich gut über die Runden komme.

  • @Transmitter


    Ich habe schon über Privat-Insolvenz nachgedacht, jedoch verschwinden die Schulden damit nicht. Am Anfang hätte man etwas Luft, wenn man dann aber keine Zahlungsvereinbarungen mit den Gläubigern aushandeln kann, fängt das Spiel irgendwann wieder von vorne an.

  • Schellenurs


    Ich kann sie im Detail nicht beraten. Aber zur groben Information:


    Mit dem Privatkonkurs verschwinden die Schulden tatsächlich nicht einfach so. Aber sie haben danach deutlich mehr Luft.


    Zuerst einmal fällt die Lohnpfändung weg. Das ist der wichtigste Punkt. Sie können dann auch etwas mehr als nur gerade das betreibungsrechtliche Existenzminimum verdienen.


    Wenn sie nach dem Privatkonkurs eine neue Betreibung bekommen, können sie dagegen einwenden, dass sie kein neues Vermögen haben.


    Nach zwanzig Jahren verjähren die Verlustscheine. Achtung, die vom Staat nicht.


    Gläubiger werden ihnen mehr entgegenkommen, je älter die Konkurs-Verlustscheine werden. Und wie sie selbst bereits schrieben ist nach einem Konkurs eher möglich eine Schuldensanierung/ Abzahlungsvertrag auszuhandeln. Diese Verhandlungen sollten sie einer erfahrenen und neutralen Person überlassen. Zum Beispiel von Fachleuten einer professionellen Schuldenberatungstelle wie Caritas.


    Beachten sie, dass ein Gericht einem Privatkonkurs nur dann statt gibt, wenn sie als hoffnungslos überschuldet gelten. Nach welchen Kriterien da entschieden wird, weiss ich nicht.


    Ich rate ihnen dringend, sich von einer neutralen und professionellen Stelle beraten zu lassen. Und hüten sie sich vor dubiosen Schuldensanierern, welche ihnen einen Kredit verkaufen wollen.