Gemeindefusionen: Sind sie sinnvoll?

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  • Gemeindefusionen: Geringe Einsparungen und Politikmüdigkeit


    „Die erwarteten finanziellen Vorteile von Gemeindezusammenschlüssen sind gering und in manchen Fällen nicht feststellbar. Hingegen ist die Stimmbeteiligung im Falle des Kantons Glarus, wo die Zahl der Gemeinden bei Weitem am stärksten reduziert wurde, deutlich gesunken. Dieser Rückgang deutet auf einen geringeren Bezug des Stimmvolks zur demokratischen Politik hin, was sich sogar im Ausmass der Stimmbeteiligung auf Ebene der eidgenössischen Abstimmungen auswirkt. Die emotionale Verbindung zum Wohnort hat sich vermindert. Diese bedauerliche Entwicklung kann sich durchaus in den nächsten Jahren wieder umkehren, wenn die Bevölkerung sich an die drei neuen Gemeinden gewöhnt hat. Klar ist jedoch: Die weitere Entwicklung des Bezugs der Bürgerinnen und Bürger zu deren politischer Einheit sollte unbedingt im Auge behalten werden.“(Bruno S. Frey, Anthony Gullo, Andre Briviba in Die Volkswirtschaft 3/2021,| 24.02.2021) Alex Schneider, Küttigen

  • Ist für Libertäre Wirtschaftswissenschaftler natürlich ein Grauen, wenn sich der Steuerwettbewerb zwischen Gemeinden vermindert. Geringe Einsparungen mag ja sein, aber bei nicht so wenigen Gemeinden würden weitere Einsprarungen zu Unfrieden führen,


    Möglicherweise bleiben wenigstens durch Gemeindezusammenschlüsse die Einnahmen auf etwa gleicher Höhe. Damit lässt sich dann durch Verschönerung u. mehr u. besseren Dienstleistungen der Bezug zu Heimatgemeinde für weniger er Begüterte real darstellen und nicht nur mit Instrumentalisierung von Gefühlen. Die viel höher Begüterten sollen Eigenverantwortlich für sich sorgen.

  • @alescha01


    Wurde dieser zitierte Artikel auch von Geisteswissenschaftlern geschrieben, die den schreiben mussten, weil sie in anderen Berufen zu wenig verdienen?


    Gemeindezusammenschlüsse gab es in mehreren Kantonen. Und hatte natürlich mit mangelnden Steuereinnahmen zu tun. Noch viel mehr aber mit den Ausgaben.


    Der im Artikel angedeutete Zusammenhang mit der Stimmbeteiligung scheint mir ziemlich an den Haaren herbeigezogen zu sein. Von was für einer Stimmbeteiligung ist hier denn eigentlich die Rede? Von der Stimmbeteiligung an den Gemeindeversammlungen?


    Falls ja, dann wundert es mich nicht, dass die Stimmbeteiligung nach einem Zusammenschluss wieder zurück ging. Denn durch den Zusammenschluss wurde ein existenzielles Problem der Kleingemeinde dann mehr oder weniger gut gelöst. Vor dem Zusammenschluss wurde aber die Stimmbeteiligung angesichts des drohenden Finanzkollapses der Gemeinde markant erhöht. Man musste ja eine Lösung finden.


    PS: Vor vielen Jahren hatte ich in so einer Kleingemeinde gelebt. War dort aber nur ein "Feriengast". Soll heissen, dass ich dort keine Steuern bezahlte. Nur Kosten verursachte.... Nur hätte eine offizielles Domizil der betroffenen Gemeinde auch keine relevanten Steuereinnahmen generiert. Wahrscheinlich hätte es der Gemeinde noch mehr an Büroaufwand gekostet, wenn ich dort die Steuerdeklaration eingereicht hätte, als was sie von mir an Steuereinnahmen hätten profitieren können.

  • @DamienS


    Wann ist eine Gemeindefusion angezeigt?


    Eine Gemeindefusion sollen jene Gemeinden anstreben, welche keine Behördenmitglieder mehr finden; keine besonderen Qualitäten zu verteidigen haben; finanziell an die Wand gefahren wurden; ihre Orts- und Verkehrsplanung nicht mehr selbständig bestimmen wollen; keine Energie mehr für Zusammenarbeitslösungen mit den Nachbargemeinden aufbringen; von grösseren Gemeinden majorisiert werden wollen oder auf die kurzfristig wirkende Unterstützung von Gemeindefusionen durch den Kanton hereinfallen wollen.