Darf mein Auto gepfändet werden wenn ich ein Arztzeugnis habe?

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  • Ich habe eine Pfändung über 9000.--. die Lohnpfändung beträgt 475.-- Franken, dann bin ich auf dem Existensminimum. Ich habe seit 8 Jahren Unfall und bin jetzt in IV abklärung und mit der Unfallversicherung und dieser Rente ist alles auch noch offen.


    Jetzt kam das Betreibungsamt und hat gesagt, sie wollen mein Auto Verwerten, da der Gläubiger das wünscht. Ausser ich Zahle noch 310.-- Franken mehr ein. Ich bin aber durch den Unfall mit beinen Händen eingeschränkt. Ohne Fahrzeug, kann ich nicht in die Therapien, Einkaufen usw.


    Wenn ich ein Arztzeugnis bringe, dass ich das Fahrzeug brauche, dürfen die dann das Fahrzeug trotzdem wegnehmen oder diese 310.-- Franken noch nehmen, obwohl ich schon auf dem Existenzminimum bin? oder nicht?


    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, leider habe ich nichts im Interneht gefunden, dass mir helfen könnte.

  • @Minimaus4


    Mit dieser Frage sollten sie sich an Experten wenden.


    Denn die Frage ist knifflig. Und ich als Laie kann ihnen da keine verlässliche Antwort geben. Nur eine persönliche Meinung zur Sache.


    Vielleicht kann hier Sozialversicher auf der sachlichen Ebene mehr Auskunft geben.


    Als ein Hinweis zu verstehen .....ist meine persönliche Meinung:


    Einem Paraplegiker darf man den Rollstuhl auch nicht pfänden. Das gehört zum existentiellen Grundbedarf. Wenn sie nun nachweisen können, dass sie aus medizinischen Gründen wirklich auf das Fahrzeug angewiesen sind, müsste man das mit dem Rollstuhl gleichsetzen.


    Hoch kritisch bei der Beurteilung, ob sie auf das Fahrzeug angewiesen sind, ist aber die von ihnen angeführte Behinderung. Es stellt sich hier die Frage, ob ihre Behinderung ausreichend ist, um das eigene Fahrzeug behalten zu können. Oder ob es aus medizinischer Sicht vielleicht angebracht ist, dass sie selbst kein Auto mehr lenken.

  • Minimaus4


    Ich habe mir noch überlegt, wo sie sonst Experten finden können, die sich da besser auskennen, als ich Laie.


    Mir kommt da nicht so richtig etwas in in den Sinn. Denn ihr Problem ist etwas Interdisziplinär. es werden mehrere Fachbereiche tangiert.


    Zwei Anlaufstellen sind mir in den Sinn gekommen:


    Schuldenberatung der Caritas.


    Sozialberatung der Pro Senectute.


    Falls die ihnen nicht direkt weiter helfen können, wissen sie vielleicht etwas besser, an wen sie sich wenden können.

  • @minimaus


    Wovon leben sie denn gegenwärtig?


    Falls sie Sozialhilfe beziehen müssen, dann wäre allenfalls noch die UFS Zürich eine Anlaufstelle. Die sind aber auf Sozialhilferecht spezialisiert. Und ihre Frage dreht sich mehr um das "Betreibungsrecht". Die UFS wird sie hier allenfalls nur weiter verweisen.

  • Ich kann noch fahren und ich brauche das Fahrzeug wenn ich in die Therapien muss, da es mit dem Bus oder Zug sehr mühsam ist mit meinen Händen. Auch einkaufen ohne Auto unmöglich, ich kann die Ware nicht nach Hause tragen. Ich fahre nur im Dorf und in die Therapie oder zum Arzt.


    Ich lebe im Moment von einer UVG Teilrente, die aber noch nicht richtig stimmt. Deshalb das Finanzielle Fiasko. Es laufen noch verfahren bei der UVG und bei der IV.



    Bei der IV gibt es Hilfsmittel, dass auch jemand wie ich Autofahren darf. Aber bis das verfahren abgeschlossen ist, geht es halt immer länger.


    Das Betreibungsamt hat gesagt, wenn die IV ein schreiben macht, dann können Sie es nicht Pfänden, dann wäre es ja auch so, wenn mein Arzt ein Zeugnis schreibt. Ohne Auto kann ich nicht mal lebensmittel einkaufen. Die Verkäufer sind so lieb und Packen mir die schweren sachen immer ein und wenn nötig tragen sie es mir zum Auto.


    Die Spitex habe ich für die Wohnung zum Putzen.

  • @Minimaus4


    Danke für die Antwort.


    Das macht jetzt die Sache etwas klarer. Bitte beachten sie, dass ich kein Jurist bin.


    Ich rate ihnen umgehend beim Arzt ein Zeugnis zu holen. Und ausserdem ein Schreiben von der IV.


    Bis die IV reagiert kann es recht lange dauern. Deshalb sofort ein Arztzeugnis.


    Dann wird sich das Betreibungsamt überlegen müssen, was sie machen wollen, oder können.


    Das Problem vom Betreibungsamt besteht darin, dass wenn ein Gläubiger auf die Pfändung besteht, dass das Amt dem wohl nachkommen muss, falls es dazu den gesetzlichen Spielraum gibt.


    Das Amt muss also in ihrem Fall dem Gläubiger gegenüber soweit nachweisen können, dass das Auto zu ihrem Existenzbedarf gehört und somit nicht pfändbar ist.


    Für das Arztzeugnis werden sie wohl ihren Arzt zumindest teilweise von der Schweigepflicht entbinden müssen. Denn sonst kann ihnen voraussichtlich kein brauchbares Zeugnis schreiben.


    Dieses Zeugnis muss die Situation ausreichend darstellen können, warum sie auf das Auto angewiesen sind. Ein Arztzeugnis in Kurzform, welches man dem Arbeitgeber abgibt, wenn man gesundheitlich an der Arbeit verhindert ist, wird hier wohl nicht ausreichen.


    Sie sollten das eingehend mit ihrem Arzt besprechen.


    Und allenfalls sollten sie sich noch den Rat von Juristen einholen, falls das Betreibungsamt nicht zufrieden ist mit dem Arztzeugnis.

  • Besten Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich werde morgen gleich zu meinem Hausarzt gehen. Ansonsten habe ich bei meinem Handchirurgen am Mittwoch einen Termin, dann werde ich Ihn fragen, wenn der Hausarzt es nicht machen kann.


    Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Ostermontag.

  • @Minimaus4


    Danke. Wünsche ich ihnen auch.