Recht auf Mietzinsreduktion nach 10 Tage ohne Heizung?

Übersicht der Foren

Zur Liste der Foren gelangen Sie hier: Foren

Möchten Sie einen neuen Beitrag erstellen, wählen Sie bitte ein Forum aus der Foren-Liste und klicken sie auf die Schaltfläche "Neues Thema" oben auf der rechten Seite.

  • Hi.


    In den Wintermonaten fiel die Heizung 10 Tage lang aus - alle 8 Parteien waren betroffen. Ich hab einen Eingeschriebenen der Verwaltung geschickt, mit der detaillierten Beschreibung des Vorfalls. 10 Tage ohne Heizung und 2 Kinder (9-12) finde ich definitiv nicht i.O. - zudem noch zu erwähnen, dass für ca. 1 Monat ein Entlüftungsgerät im Heizraum stand, welcher einen konstanten Ton ausgegeben hat - Tag und Nacht! Dieser nervtötende Ton hat sogar die Bewohner vom Nachbarhaus (auf der anderen Strassenseite) genervt, da sie mich direkt darauf angesprochen hatten.


    Jedenfalls hat sich die Verwaltung nach einigen Wochen gemeldet und mir Fr. 50.- als Entschädigung angeboten. Ich finde das ist ungerecht! Wie seht ihr es? Bzw. was wäre angebracht? Ich zahle Fr. 2'000.- Miete (falls das relevant ist).


    Danke im Voraus!

  • @FlavioB


    prüfen sie mit dem mieterverband welchen anspruch sich aus der temporären nichterfüllung des mietvertrages sich durch die verwaltung ergibt. im angehängten merkblatt sind reduktionen um 20% für heizungsausfälle angegeben, die bei gerichtsfällen erzielt worden sind. beachten sie, dass es nicht der ausfall der heizung ist, der zu einer reduktion berechtigt, sondern die nicht erreichte wohnungstemperatur, welche meines wissens 20°C nicht unterschreiten darf. je nach höhe der abweichung haben sie anrecht auf eine höhere entschädigung.


    sehen sie hier:


    https://www.mieterverband.ch/d…el-senkungsentscheide.pdf


    fazit:
    -bei mietkosten von 2'000.- ergeben sich bei 20% eine reduktion von ca. 13.- pro Tag, über 10 Tage wären dann also 130.- angemessen.
    - bei zusätzlichen einschränkungen kumulieren sich diese, dürfen aber 100% der mietkosten nicht überschreiten.


    ich hoffe meine ausführungen waren etwas hilfreich für sie.

  • Zuerst würde ich mich beim Mieterverband erkundigen, welchen Betrag man bei Gericht erstreiten kann. Ein Betrag von maximal 130-150 Fr. Ist für mich realistisch, der bei einer Güteverhandlung oder gar in einem Prozess erstritten werden kann.


    Dann würde lch der Verwaltung einen Brief schreiben, dass ich 120 Fr. für angemessen halte.
    Begründung ist, was der Mieterverband zur Rechtslage und der möglichen Höhe der Entschädigung gesagt hat. Weiterhin ist der Verwaltung begreiflich zu machen, dass sie die Kosten mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Güteverhandlung zusätzlich tragen wird und einen relativ hohen zeitlichen Aufwand haben wird, wenn die ihr Gegenangebot nicht annehmen will.


    Sollte die Verwaltung das Gegen-Angebot abweisen oder gar nicht antworten, würde ich eine Betreibung über die 120.Fr. beim Betreibungsamt aufgeben. Die Verwaltung hat dann die Wahl, die 120 Fr. zu zahlen oder es kommt zur Güteverhandlung.


    Grundsätzlich sollten gerade Mieter eine Rechtschutzversicherung haben, weil deren Rechte gegenüber Vermietern unverhälnismässig beschnitten sind und weiter beschnitten werden, durch deren Interessenverband HEV/SVP..

  • FlavioB


    Mir scheint hier mehr als nur eine Sache schiefgelaufen zu sein.


    Allem voran die Kommunikation zwischen Vermieter und Mieter.


    Ich kann jetzt hier aber nur gerade etwas mutmassen. Aber so wie ich es vertsanden habe.... Das "Entlüftungsgerät" im Heizraum muss wohl ein sogenannter "Bautrockner" gewesen sein. Was wiederum bedeuten würde, dass der Heizraum unter Wasser stand. In diesem Fall erkennt ein Heizungstechniker innert sehr kurzer Zeit, ob sich das Problem innert einigen Stunden lösen lässt... oder ob es Tage, oder Wochen dauern kann.


    Und falls es eben mehrere Tage dauern kann, sollte man die Mieter entsprechend informieren. Damit sich die Mieter eine "Notheizung" organisieren können, wenn dies notwendig ist. Das wäre mal das Dringendste ... aus der Sicht der Mieter.


    Damit zumindest bestimmte Räume noch so beheizt werden können, wie es vielleicht unabdingbar nötig ist.


    Dazu muss man sich allenfalls im Baumarkt einen oder zwei Heizlüfter besorgen... Kostenpunkt etwas mehr als Hundert Franken.... für zwei. Dann kommen natürlich noch die Betriebskosten dazu.... Hmm?


    Also nach Überschlagsrechnung.... 4000 Watt... 4KW/h mal 24 Std... mal 10 Tage .... zum Preis von < 0.4 Franken.... Ganz grob überschlagen also Betriebskosten von weniger als 350 Franken für den genannten Zeitraum. Zusammen mit Kaufpreis eher unter 500 Franken.


    Ich würde es jetzt also als angepasst empfinden, wenn der Vermieter seine Entschädigung für die Unanehmlichkeiten um den Faktor zehn erhöht. Weil das allenfalls dem real erlittenen Schaden entsprechen würde und die Mieter nicht eine Schuld daran tragen, wenn die Heizung so ausfällt.


    Der Vermieter ist am Heizungsausfall auch nicht unbedingt schuld. Aber in seinen Kalkulationen für den Mietzins muss er solche Fälle auch einrechnen. Und macht das wohl auch. Die Kosten für U.R.E. gehören in die Buchhaltung einer Liegenschaftsverwaltung. Und sind entsprechend zu budgetieren. Und im durchschnittlichen Mietzins wird sich das wiederspiegeln.


    Anders gesagt: Falls der Vermieter seine Kalkulationen richtig gemacht hat, dann erleidet er über Alles besehen keinen Schaden, wenn er jetzt den Mietern kurzfristig real entstandenen Schaden ersetzt.