So unsympathisch?

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  • Ich weiss, schon wieder über die Schule ist der Beitrag... Es ist momentan ein grosses Thema für mich. Nämlich geht es um eine Lehrerin.


    Heute hatten wir sie. Zuerst sagt sie zu einer Mitschülerin : Du bist eine meiner Lieblingsschülerinnen.! Die Mitschülerin mag die Lehrerin aber NICHT. Dann hat eine andere Mitschülerin beim Weitwurf geworfen. Eine andere Lehrerin musste ständig hin und her rennen, weil die Würfe immer an einem anderen Ort waren. Diese Lehrerin hat dann halt gelacht. Jetzt denkt die Mitschülerin, dass sie ausgelacht wurde von der Lehrerin. Irgendwie hassen fast alle diese Lehrerin... Ich glaube aber, dass der Hass nicht Mal bei allen auf Gegenseitigkeit beruht. Sie unterrichtet Sport.


    Warum muss diese Lehrerin SO dermaßen unbeliebt sein?! Was denkt ihr?


    PS: Es würde mich wirklich interessieren, was ihr denkt.

  • Anonymistgut


    Hi.


    Ich hatte etwas darauf gehofft, dass sich auch mal andere Foristen*innen noch zu Wort melden.


    Aus deinen Threads lese ich ich doch eine recht grosse Unsicherheit heraus. Und vielleicht irre ich mich hier gerade auch. Vielleicht hinterfragst du "Dinge" einfach mehr als Andere. Was letztlich wieder ein Ausdruck innerer Stärke wäre.


    Und deine Frage hier macht mir gerade etwas den Eindruck, dass du diesbezüglich Stärken hast!


    Im Minimum schliesst du dich nicht irgendeinem "Mainstream" an, sondern hinterfragst.


    PS: Ich duze normalerweise im Forum nicht. Bei dir mache ich es. Das soll auf Gegenseitigkeit beruhen.

  • Anonymistgut


    es ist eine schwierig zu beantwortende frage. unbeliebtsein macht ja vermutlich niemand extra und hat oft mit dem innenleben eines menschen zu tun wie z.b. unsicherheit aus mangelndem selbstwertgefuehl, angst vor naehe bzw. schaffen von distanz z.b. aufgrund von aengsten man koenne die autoritaet verlieren oder der versuch autoritaer zu wirken. es kann auch eine art der selbstwerterhöhung sein, indem man andere nieder macht steht man im vergleich besser da. vielleicht hat sie auch ein kontrollbeduerfnis.


    gebt ihr der lehrerin als kinder feedback, wie sie auf euch wirkt?


    falls nicht, waere das vielleicht en versuch wert. ihr ist vermutlich nicht bewusst wie sie auf andere wirkt und durch ehrliches feedback, kann sie sich hinterfragen.


    in welcher klasse bist du überhaupt?


    ich finde deine beitraege spannend und auch gut geschrieben. und wie Transmitter auch schon gesagt hat, gibt es keine dummen fragen (ausser der nicht gestellten) und sorgen dass du zu viel zum thema schule schreibst solltest du dir auch keine machen. hierzu ist das forum ja da und niemand muss deine beitraege lesen oder beantworten.


    liebe grüsse

  • Anonymistgut


    Hi


    Wollte dir noch einen Erfahrungswert dazu schreiben, wie ich das mit Sympathien und Antipathien so gelegentlich mal erlebte.


    Als ich noch recht jung war, erlebte ich es doch recht häufig, dass ich mich in anderen Menschen etwas täuschte.


    Und Solche, die ich im ersten Augenblick nicht gerade mochte, sich im Laufe der Zeit als unerwartet gute Freunde heraus stellten. Und umgekehrt.


    Mit zunehmender Lebenserfahrung hat sich das etwas geändert. Ich täusche mich weniger häufig als früher.


    Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich mich heute etwas mehr frage, warum mir jemand sympatisch oder antipathisch ist. Und etwas weniger, ob mir jemand sympatisch oder antipathisch ist.

  • Ich bin ein bisschen spät dran mit antworten... Wenn man älter ist, hat man auch mehr Erfahrung. Bei mir ist es so, dass ich versuche in jedem das Gute zu sehen. Im Verlauf der Zeit habe ich natürlich dann schon gemerkt, dass sehr viele Leute gar nicht so nett sind. Zum Beispiel bei einem Jungen ( war in meiner Klasse) dachte ich zuerst, ich muss halt nett sein, dann ist der sicher nicht so aggressiv. Das war aber leider nicht der Fall. Oder bei meiner Lieblingslehrerin dachte ich zuerst sie sei voll nett. Ich musste aber feststellen, dass sie nicht so Rücksicht nimmt auf die Gefühle anderer.


    Sind denn viele Leute sympathisch? Gibt es auch Leute die Sie/du antipathisch finden/ findest?

  • Anonymistgut


    Aus den (alternativen) Führungsgrundsätzen eines Weltkonzerns :
    " Keiner ist so schlecht, dass er nicht noch als gutes Beispiel dienen kann. "
    (/wie man es besser nicht macht)


    Grossartig, dass DU fragst, "Was denkt ihr ?" und nicht, "Was meint ihr ?"
    Denken hat eher die Bedeutung von bewusst abwägen, urteilen über einen Sachverhalt.
    Eine gefühlmässig stark unangenehmen Sachverhalt begegnet man am besten dadurch, dass man sich sozusagen persönlich daraus zurückzieht, in dem man bewusst umschaltet, auf Vergewisserung über den Sachverhalt durch Vergewisserung mit Vernunft u. Verstand begegnet.
    Bedarf der Übung in viel einfacheren Sachen, wie einer schwierigen Sport-Lehrerin, die auch nichts dfür kann, wie sie geworden ist.


    VIktor Frankl hat das in der Extremsituation eines Nazi-Arbeits/Vernichtungs-Lagers und Alexander Solschenizyn in den Sowjets-Arbeits/Vernichtungs-Lager haben das viel besser dadurch bewältigt und ohne Trauma, durch eine nüchterne quasi wissenschaftliche Beschreibung im Kopf, der furchtbar schrecklichen Verhältnisse mit Todesangst. So kommt man aus einem überwältigenden Gefühlschaos raus, auch in minderschweren Fälle des Lebens, z.B. dass einem ein heissgeliebter Mensch davon läuft oder einem anderer grosser Verlust passiert.


    Da ich aber weder 'Dich', deine 'Sport-Lehrerin' und deine wahrscheinlich 'individuell unterschiedlichen Mitschüler' genauer kenne, erlaube ich mir kein Urteil. Ich kann dir nur einige Fragen,Theorien und eigene Erfahrungen zu Deinem eigenen Urteil geben.


    " Du bist eine meiner Lieblingsschülerinnen.! " - Bei welchen Schülern wird sich diese Lehrerin damit unbeliebt machen und warum hat sie das vermutlich überhaupt gesagt ?


    Ich hatte mal einen Sport-Lehrer, der zu Anfang des Schuljahres einen Deal mit meiner Klasse gemacht hat, mit etwa diesen Worten :
    " Es gibt im Lehrplan eine ganze Reihe von Sachen, die gemacht werden müssen. Viele von denen werden bei den meisten von euch und auch bei mir unbeliebt sein. Wenn wir die in der Doppelstunde möglichst schnell gut hinter uns bringen, dürft ihr anschliessend Mannschaftspiele machen, was ihr mit Mehrheit wollt." Allerdings hat er nicht autoritär verlangt sondern gefragt, wenn dreimal hintereinander Fussball gespielt wurde, ob nicht fair wäre, wenn auch die mal zum Zuge kommen, die lieber Volleyball oder was anderes spielen möchten.
    Der war den allermeisten in der Klasse sympathisch, aber wenigen auch nicht. ganz so.


    Hier kommt eine weitere Theorie oder Sprichwort :
    Jedem Recht getan, ist eine Kunst die keiner kann.


    " Eine andere Lehrerin musste ständig hin und her rennen, weil die Würfe immer an einem anderen Ort waren. " - Für diese Lehrerin gibt es einen weiteren (alternativen) Führungsgrundsatz :
    Setze den Affen (das Problem) anderen ins Genick.
    Das machen viele Lehrpersonen so. Die würden je nach Klassengrössen 2 bis 4 Schüler zum Zurückwerfen der Bälle abgeordnet. Werden dabei eher beliebte Mitschüler abgeordnet, werden die eher nicht geärgert. Wenn die Bälle näher beieinander landen, geht die Übung schnell vorüber und ohne Verdruss..


    Es ist auch immer ein Wechselspiel zwischen Lehrer und Klasse. Da aber eine grössere Klasse wahrscheinlich ähnlich mit anderen ist, liegt es doch eher an der Lehrperson, wenn es zu heftigeren wechselseitigen zwischenmenschlichen Antipathien kommt.


    Nun würde mich natürlich erstmal interessieren, was Dir zu den bisherigen Anmerkungen sagst und welche weiteren Fragen Du allfällig hast ?
    Wie immer ist auch dazu Transmitter gefragt.

  • Anonymistgut


    Das macht nichts wenn du nicht gleich antwortest. Das ist ja ein Forum und kein direktes Gespräch. Ich habe ja auch nicht immer die Zeit gleich zu antworten. Doch hier geht es eher etwas wie ein Briefwechsel zu und her.


    Deine Frage(n) tönen im ersten Augenblick sehr einfach. Sind es aber nicht.


    Zwischen Sympathie und Antipathie liegt eine grosse Spanne. Und hier gibt es unzählige Mischungen aus Beidem. Und diese Mischungen sind auch nicht konstant. Sie können sich im Verlaufe der Zeit auch deutlich verändern.


    Das hast du wohl selber auch schon gemerkt. Zeigt sich am Beispiel mit deiner "Lieblingslehrerin". Und bei meinem "Lieblingslehrer" machte ich gerade die umgekehrte Erfahrung. Den mochte ich zuerst gar nicht, weil er mir eine autoritäre Person zu sein schien. War er aber nicht. Sondern eine Autorität. Und das ist ein wesentlicher Unterschied.


    Seine Gefühle (für Andere) zeigte er nur recht zurückhaltend, aber eindeutig. Man wusste klar woran man war. Und er war sehr feinfühlig. Wenn Schüler*innen ein Problem hatten, bemerkte er es sehr schnell. Und ging darauf ein. Völlig unabhängig ob es um schulische Probleme oder private Probleme ging. Und auch unabhängig davon wer Probleme hatte.... Er half Allen, wenn er konnte. Und er war gut darin.


    Und er war nicht nachtragend. Und das zeigte sich insbesondere darin, dass er nicht jemanden unsympathisch fand, weil diese Person etwas machte, was im unsympathisch war. Aber er stellte dann eindeutig klar, warum ihm das antipathisch ist.


    Und die "Gewitter", welche es in diesem Zusammenhang gelegentlich mal gab, waren dann schon etwas klärend.


    Und jetzt gehe ich noch kurz auf eine deiner Schlussfragen ein. Und behaupte mal etwas:


    Viele Leute tun sympathisch, aber sind nicht immer so sympathisch, wie sie tun. Und sie werden auch nicht unbedingt wirklich sympathischer, wenn man nett mit ihnen umgeht.


    Doch das nett miteinander umgehen ist im Zusammenleben immer noch zielführender, als wenn man in einer falschen Art die Konfrontation sucht.


    Und ja. Es gibt auch Leute, die ich unsympathisch finde. Und ich fürchte, das wird sich nicht ändern.


    Und jetzt muss ich hier etwas unterbrechen. Ich muss noch was Anderes erledigen....


    Wir können ein anderes Mal wieder einander schreiben. (Und wie schon gesagt, ich gehe davon aus, dass du mich auch dutzt).

  • DamienS:


    Was ist eigentlich ein Kontrollbedürfnis?


    Wir geben ihr kein Feedback. Es ist für sie auch besser so oder? Sehr viele Beleidigungswörter sind schon gefallen. Ich glaube solche muss sie sich nicht direkt anhören. Eigentlich hasse ich sie nicht! Sie ist mir einfach gleichgültig. Ich sage ihr sicher NICHT, was manche MitschülerInnen von ihr denken. Aber ich könnte ja genau das denen vorschlagen.


    Ich bin in der 6.Klasse.


    Okay danke :)


    Liebe Grüsse

  • Anonymistgut


    Wichtige Rückfrage : Was ist dein Ziel in dieser Sache und mit deiner Frage hier ?


    Ich hatte den Eindruck, du willst die Sache einigermassen umfassend verstehen, wie es eskalierend zu soviel Antipathie kommen konnte und das Verhalten der Sport-Lehrerin einigermassen verstehen.


    An einer Veränderung des Verhältnisses zwischen Klasse und Lehrerin bist Du kaum noch interessiert, auch weil das Schuljahr bald zu Ende geht ?


    Du verspürst als selbst kaum ein Bedürfnis, dass die geschilderte, aus dem Ruder gelaufene, Situation durch wen auch immer kontrolliert wird ?

  • Anonymistgut


    In deinem letzten Beitrag hast du als Erstes eine Frage gestellt.


    Das ist erneut eine Frage, die so einfach daherkommt... so wie es "Kinder" fragen.... Und selbst für "Erwachsene" ganz schwierig zu beantworten ist. Ich möchte die Frage zuerst noch etwas auslassen. Du hattest sie ja auch noch explizit an DamienS gerichtet.


    Ich habe dazu auch noch eine eigene Sichtweise. Ich schätze aber seine Teilnahme in diesem Thread sehr. Und jetzt hat sich auch noch oytenkratos zu uns Teilnehmern gesellt. Das schätze ich auch sehr. Denn er hat noch einmal eine eigene Sichtweise. Vielleicht können wir alle gemeinsam eine gute Antwort auf diese Frage ausarbeiten.


    Vorher werde ich aber noch ein Erlebnis aus meiner Jugend beschreiben. Da war ich gerade etwas älter als du. Muss ich im nächsten Beitrag dann schreiben.

  • Anonymistgut


    Jetzt noch zu der Geschichte: Ich schreibe sie aber etwas verkürzt.


    Bei mir begann der Stimmbruch schon ziemlich früh. Weshalb ich beim Singen Mühe hatte, die Töne richtig zu treffen. Ob ich nun wollte oder nicht....


    Jetzt bekam unsere Klasse eine neue Musiklehrerin. Und die war mir im ersten Augenblick noch recht sympathisch. Und das Fach als Solches mochte ich eigentlich auch. Nur Singen war nicht gerade mein bevorzugter Bereich. Jetzt wollte die neue Lehrerin etwas wo wissen, wie der Bildungstand der Klasse war. Und kam da auf die glorreiche Idee da etwas "Zwischenprüfungen" zu machen.


    Und gab uns als Hausaufgabe mit.... ein Lied zu lernen. In der nächsten Stunde mussten dann Schüler einzeln (Solo) vorsingen. Darunter auch ich. Und hier muss ich noch zugeben, dass ich mich da recht schlecht vorbereitet hatte. Hatte aber auch keinen Soloauftritt erwartet. (Niemand von uns hatte das erwartet). Item.


    Ich rasselte bei dieser Zwischenprüfung ziemlich unten durch. Und fühlte mich vor der Klasse auch recht blossgestellt. Obwohl der Rest der Klasse schon wusste, dass ich gelegentlich Probleme mit dem Stimmbruch hatte. Die Lehrerin wusste das nicht und merkte es beim ersten Mal auch nicht. Und ich sagte ihr nichts davon. So dachte sie wohl einfach ich hätte meine Hausaufgaben geschwänzt.


    Und prompt rief sie mich in der nächsten Stunde dazu auf, erneut vorzusingen. Das war dann zuviel für mich. Ich wurde radikalisiert und sang dann mit Absicht so falsch ich nur konnte. Das führte zu einem grossen Gelächter in der Klasse. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass die Klasse mich auslachte.


    Doch bei mir war dann der Faden gerissen und ich mobbte diese Lehrerin so gut ich nur konnte. Und ja. Ich konnte auch wirklich "bösartig" sein. Und einige Klassenkameraden*innen schlossen sich da mir an. Und andere verhielten sich ruhig.


    Doch nach relativ kurzer Zeit kam eine Gesangstunde, da trieben wir es mal wieder ziemlich bunt mit ihr und am Ende der Stunde war sie offensichtlich mit den Nerven fertig. Und während der Rest der Klasse nach draussen in die Pause stürmte, ging ich zu ihr.


    Da erklärte ich ihr weshalb ich/ wir querulieren. Sie machte grosse Augen und hörte zu. Sagte fast nichts mehr. Fragte eigentlich nur noch...War aber den Tränen nahe.... ich ging dann zur nächsten Schulstunde....


    In der nächsten Musikstunde war Alles anders. In der Zwischenzeit hatte ich nämlich den Anderen gesagt, dass ich mit ihr mal Klartext geredet hatte. Und dass wir jetzt mal aufhören sollen "Rabatz" zu machen.


    Und das änderte Vieles!


    Die Musikstunden wurden wieder interessant und angenehm. Und die Lehrerin war eigentlich auch eine recht gute Lehrerin. Und die Beziehung zwischen Klasse und Lehrerin wurde immer besser. Nach zwei Jahren verliess sie die Schule aus privaten Gründen.


    Und nach der letzten Schulstunde machte sie noch für unsere Klasse eine kleine Abschiedsparty bei sich zu Hause. Es wurde ein schöner Nachmittag mit viel Gelächter und natürlich auch mit Gesang. Am Ende des Nachmittags dann die berühmten Abschiedsszenen. ...


    Und ich hatte sie ja eigentlich doch ganz lieb... Jedenfalls konnte ich nicht Anders und umarmte sie da kurz..


    Da brach sie tatsächlich in Tränen aus.

  • @Anonymistgut


    Keiner Nachtrag:


    Die Musiklehrerin war keine ausgebildete Pädagogin. Sie unterrichtete auch nur unsere Klasse. Als Erste und Einzige. Sie war praktisch eine Ersatzlehrerin, die im Nebenpensum unterrichtete, während sie selbst noch in Ausbildung zur Profimusikerin war.

  • Anonymistgut


    Du hattest noch die Frage gestellt, was "Kontrollbedürfnis" ist.


    Diese Frage ist sehr schwierig zu beantworten. Und die Antworten hängen stark davon ab, in welchem Kontext die Frage gestellt wird.


    "Kontrolle" ist aber eine wesentlicher Bestandteil des menschlichen "Seins". Elementarer Bestandteil seiner Selbsterfahrung und bestimmend für sein Handeln. Es ist ein "Mechanismus". Und dieser ist äusserst komplex.


    Und so einfach wie die Frage lautet, so schwierig ist die Antwort darauf. Und kaum jemand kann die hier "die Richtige Antwort" geben. Denn praktisch niemand versteht diesen Mechanismus wirklich.


    Erst gerade gestern ist im SRF eine Sendung aus der Reihe Nano ausgestrahlt worden. Die befasst sich Vordergründig mit Zeit. In der Sendung wird aber auch gezeigt, wie Zeit und Kontrolle zusammenhängend sind. Dieser Film wird vielleicht noch viel mehr Fragen bei dir auslösen, als beantworten. Trotzdem empfehle ich dir wirklich den Film anzuschauen!


    https://www.srf.ch/play/tv/nan…0a-47b7-bbfd-84f942092bcf

  • Anonymistgut


    unter kontrollbeduerfnis kann man das innere bedürfnis eines menschen nach der beeinflussung von dingen verstehen. im prinzip hat jeder mensch ein gewisses kontrollbeduerfnis. die einen aber sogar zwanghaft und die anderen fast gleichgueltig. dabei unterscheiden sich die dinge, ueber die kontrolle ausgeübt werden will von person zu person.


    beim kontrollbedürfnis der lehrerin dachte ich explizit an die beziehung zu ihren schuelern, die sie mit ihrer art kontrolliert, was ihr vermutlich ein gutes gefuehl gibt, weil sie subjektiv das gefuehl hat einfluss auf andere zu haben.


    das gegenteil von kontrolle ist ohnmacht oder auch vertrauen.


    jemand der gerne dinge kontrolliert hat in der regel ein bedürfnis nach sicherheit, weil unsicherheit sich unangenehm anfuehlen kann. entsprechend ist kontrolle eine strategie die emotionen zu regulieren, um funktional bleiben zu koennen.


    ich hoffe meine ausführungen waren hilfreich fuer dich.

  • oytenkratos


    Ich möchte das Verhältnis bessern.


    Es ist einfach komisch... So viel Antipathie kann es doch nicht geben! Ein Stück weit nachvollziehen kann ich es schon. Die Lehrerin ist auch MANCHMAL echt arm.


    Selbstverständlich bin ich interessiert. Es wäre super, wenn das Verhältnis zwischen der Klasse und der Lehrerin sich bessert. Aber was kann man machen?


    Durch wen kann das funktionieren? Die Lehrerin selber weiss nichts von den Beleidigungen. Manche sind echt frech und haben die Haltung: " Es ist nur Sport" oder " Die Sportnote interessiert mich sowieso nicht" .


    Ich muss aber Mal etwas sagen. Das Verhalten der Lehrerin ist nicht unbedingt angebracht. Unser Verhalten ist aber auch nicht angebracht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sehr viele Lehrpersonen unsere Klasse als "unaushaltbar" bezeichnen. Viele aus meiner Klasse lassen sich von den Lehrpersonen auch nichts mehr sagen. Das könnte auch ein Problem sein. Die Lehrerin sollte trotzdem ein bisschen lockerer sein. ( Wie unsere Klassenlehrerin) Früher war sie ja auch ganz nett und locker.

  • Anonymistgut


    Dein letzter Beitrag ist eine Antwort auf eine Frage von oytenkratos. Und deine darin enthaltene Frage richtet sich explizit an ihn. Ich werde also auf diese Frage vorerst keine eigene "Meinung" schreiben. Sondern bin hier zuerst einmal gespannt darauf, was er dir antworten wird.


    Mir ist hier aufgefallen, dass du geschrieben hast, die Turnlehrerin stehe dir persönlich nicht sehr nahe. Eher egal. Aber die Situation als Solches ist dir nicht egal!


    Und das kann ich gut verstehen. Das wäre mir auch nicht so ganz egal. Denn das ist keine gute Entwicklung. In deinem ersten Thread den du eröffnet hattest (Zwischenzeitlich gelöscht) war es mir nicht ganz so klar, um was es dir eigentlich geht. Da hatte ich noch den Eindruck, dass du starke Selbstzweifel hast. Die hast du vermutlich. Aber nicht mit der Intensität, welche ich noch vermutete.


    In der Zwischenzeit wird es für mich deutlicher, dass du selbstkritisch, aber auch nicht minder kritisch, darüber nachdenkst, was in deiner Umwelt vor sich geht und wo da deine Position ist.


    Und das zeugt von innerer Stärke!


    Du lässt dich nicht einfach so und unbedacht in einen "Trend" deines Umfelds hineinziehen.


    In diesem Sinne muss ich dir hier ein Kompliment machen.

  • Transmitter


    Jetzt wird's etwas länger.


    Ich kann die Töne auch nie richtig treffen. ( nicht wegen dem Stimmbruch es geht ja bei mir auch nicht!)


    Ich wäre eher die ruhige Person gewesen. Ich persönlich könnte nie böse sein ohne später voll das schlechte Gewissen zu haben. Bei uns haben (fast) alle Lehrpersonen noch andere Klassen.


    Ich werde mir den Film in nächster Zeit anschauen.


    Mein erster Thread ist "gelöscht". Dort stand schon sehr viel drin. Es ist jetzt echt nicht Thema, aber ich schreibe es trotzdem.


    Meine Lieblingslehrerin ist auch nicht unbedingt mega nett. Manchmal ist sie sogar etwas beleidigend. Mit der Begründung: " Ich möchte nur ehrlich sein". Ihre Witze sind lustig und sie hat die Klasse gut unter Kontrolle. Einmal hat sie den Gong fast kaputt gemacht. Was sie richtig gerne verteilt: Striche Es ist immer wieder lustig, wie viele Striche manche Mitschüler haben. Ein kleiner Tipp: Leg dich nicht mit ihr an. Ein Mitschüler musste Mal arbeiten, als alle anderen gespielt haben. Er hat gesagt, dass alle anderen auch laut waren und nur er Striche bekommen hat. Die Lehrerin hat dann geantwortet: " Ich höre wohl selber, wer laut ist und wer nicht! Du musst es mir nicht sagen". Die schwatzt mehr, als ich es tue. Natürlich musste ich es ihr auch unter die Nase binden. Ich mag an ihr, dass sie so cool drauf ist. Selbstverständlich kann sie auch mit fremden Leuten richtig diskutieren. Das mag ich auch an ihr. Unbeliebt ist sie soweit ich weiß auch nicht.


    Meine Klassenlehrerin ist mega nett. Sie geht mit ein bisschen mehr Feingefühl an die Sache. Es ist immer wieder toll, wenn ich gerade vor ihrem Schreibtisch sitze. ☺️ Alles nimmt sie irgendwie total locker. Nur zur Info: Man kann ihr nicht länger als fünf Minuten böse sein. Länger schafft man es nicht. Ihre Gutmütigkeit wird aber leider sehr oft einfach ausgenutzt. ( nicht von mir) Ich muss echt sagen, diese Lehrerin mag man auf Anhieb total. ☺️ Beim Turnen renne ich auch immer extrem schnell, damit ich neben ihr sitzen kann. :) Eigentlich müsste sie meine Lieblingslehrerin sein, weil sie so viel für mich getan hat. Es hat sich aber jetzt anders ergeben.


    Es gehört nicht zum Thema aber ja. Habe ich tatsächlich Selbstzweifel?

  • Anonymistgut


    (Kurz im Voraus: Ich muss mich gerade mit etwas Anderem beschäftigen. Und da habe ich auch gerade etwas (Selbst-) Zweifel).


    Jeder Mensch zweifelt gelegentlich; und mehr, oder weniger, an sich selbst.


    Wer von sich behauptet, er / sie hätte nie solche Zweifel, ist für mich nicht glaubwürdig. In der Regel haben die einfach mal einen Hang zur Selbstüberschätzung.


    Ich halte es für normal und gesund, dass man sich selbst gelegentlich hinterfragt. Diese Art von Selbstzweifel sind notwendig, um das "Selbst" zu entwickeln. Eine Gefahr sehe ich dabei nur, wer sich zu viel und zu oft hinterfragt. Das ist dann ein Ausdruck von Orientierungslosigkeit. Doch wer in Gefahr läuft, die Orientierung zu verlieren, wird sich an etwas klammern, was ihm eine tatsächliche, oder auch nur eine vermeintliche Orientierung bietet. Im sozialen Umfeld kann das bedeuten, dass man sich schnell manipulieren lässt und sich einem Trend anschliesst, ohne diesen richtig zu hinterfragen. Und irgendwann wird einem vielleicht bewusst, dass man da nicht sich selbst war. Und sich falsch entschieden hatte. Solche Erkenntnisse sind dann oft recht schmerzhaft.


    Ein gesundes Mass an Selbstzweifeln wirkt sowohl einer überbordenden Orientierungslosigkeit, wie auch schmerzhafteren Erkenntnissen entgegen.


    Man sollte Selbstzweifel nicht unterdrücken. Sondern versuchen offen darüber sprechen.


    So. Und jetzt muss ich hier den Beitrag unterbrechen.


    Bis bald mal wieder.