Kassier bei einem Verein?

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  • Ich bin Mitglied eines Vereins mit etwa 200 Mitgliedern. Schon lange wird dort nach einem neuen Kassier gesucht. Es wird nun gemunkelt, dass der Vorstand mich ins Visier genommen habe. Das schmeichelt und verunsichert mich zugleich. Die Aufgabe würde mich reizen und sicher mit grosser Genugtuung erfüllen. Ich bin ein guter Rechner und arbeite sehr gerne mit Zahlen. Beruflich habe ich oft mit Buchhaltung zu tun, auch wenn ich kein Vollblut-Buchhalter bin. Allerdings arbeite ich noch zu 100% und will ja nicht jede freie Minute unentgeltlich einem Verein opfern. Zudem ist der Vorgänger ganz unerwartet gestorben. Er wird mich also nicht mehr in das Amt einarbeiten und begleiten können. Der Vorstand würde mich zwar sicher unterstützen und mich nicht einfach dem Schicksal überlassen. Ich frage mich trotzdem, welche Haltung ich einnehmen soll, falls der Vorstand mich wirklich einmal auf die Vakanz ansprechen sollte? Eher die Haltung "Finger weg davon! Eine Zusage werde ich bereuen." oder doch lieber die Haltung "Klar doch! Das schaffe ich locker." War oder ist jemand von euch Kassier eines Vereins oder kann mir sonst wertvolle Hinweise geben?

  • remo999


    Ooops. Das ist eine ganz heikle Frage.


    Beachten sie hier mal, dass der "Kassier" in einem Verein,möglicherweise die verantwortungsvollere Position inne hat, als Vereinspräsident*In.


    Falls sie sich dazu entschliessen dieses Amt zu übernehmen, dann aus Überzeugung!


    Persönliche Meinung meinerseits.

  • Eine Vereinsbuchhaltung zu führen, ist kein Hexenwerk, wenn man eine Ahnung von Soll und Haben hat. Die Aufgabe eines Kassiers geht aber weiter - oder sollte zumindest weiter gehen - als das Führen des Bankkontos und das Bezahlen der Rechnungen. Der Kassier nimmt dieselbe Rolle ein wie der Finanzminister in einer Regierung oder der Finanzchef in einer Unternehmung: Er ist derjenige, der sich einmischt, der vorausschaut, der sich auch einmal querstellt und den Finger hebt, wenn der Vorstand Pläne hat, die vom finanziellen Gesichtspunkt her nicht realistisch sind oder zu schaden drohen. Finanzminister und gute Finanzchefs machen sich selten sehr beliebt, müssen sie doch von ihrer Rolle her den verschiedenen Ressort-Verantwortlichen ständig dreinreden, was je nachdem nicht alle goutieren. Entsprechend braucht jemand in dieser Funktion ein gewisses Durchsetzungsvermögen und einen breiten Rücken. Andererseits ist ein Verein mit 200 Mitgliedern in der Regel kein Hexenkessel. Ich würde es versuchen. Sollten Sie sich in der Rolle nicht wohlfühlen, gäbe es immer noch die Möglichkeit, das Amt nach einem Jahr niederzulegen.

  • Vielen vielen Dank an Transmitter, Sirio und mupli! Aus euren Antworten kann ich doch schon recht vieles entnehmen, das mich zu weiteren Überlegungen anregt. Das mit der Bedeutung eines Kassiers scheint mir noch ein wichtiger Punkt zu sein. Das kann ja wirklich sein, dass die Rollenverteilung auf dem Papier anders aussieht, als es in Wirklichkeit ist, und der Präsident eher ein Statist ist, während viel mehr die anderen Vorstandsmitglieder die Geschicke eines Vereins leiten.

  • remo999


    Ich habe das Thema angerissen, dass der Kassier auch noch etwas andere Aufgaben hat, als nur Buch zu führen. Und ein guter "Presi" ist sicher mehr als ein Statist.


    Aber ich weiss etwas aus Erfahrung, dass das, was Sirio dann etwas ausführlicher schrieb, halt schon seine Richtigkeit hat. Ein Kassier muss nicht nur eine integere Person sein, sondern auch etwas eine "Intergrationsfigur" sein. Oder anders ausgedrückt, der Kassier muss es allen recht machen können. Das ist keine leichte Aufgabe.


    Und hier muss man wohl einfach etwas ein "Überzeugungstäter" sein.


    Und jeder Verein steht und fällt nun mal mit den Finanzen. Und hier würde ich auch noch den Vorschlag von mupli in Betracht ziehen. Ich weiss ja nicht, um was für einen Verein es sich bei ihnen handelt und wie aufwändig die Buchhaltung sein kann. Aber man sagt ja auch, dass vier Augen mehr sehen, als zwei.


    Und vieles hängt auch davon ab, wie gut die Kommunikation innerhalb des Vorstandes funktioniert. Ein Freund von mir übernahm vor einigen Jahren mal ad Interim den Job des Kassiers in einem Verein. Der Verein war finanziell in Schräglage. Der vorhergehende Kassier hinterliess ein Chaos. Er musste aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Und man konnte sich nicht auf einen neuen Kassier einigen. Und je länger es dauerte, desto zerstrittener war der Vorstand. Bis der Verein kurz vor dem Konkurs war.


    Freund war etwa zwei Jahre lang einfach nur am rotieren deswegen. In der Zwischenzeit ist der Vorstand praktisch ausgewechselt. Und er ist immer noch Kassier. Der Verein wollte ihn nicht gehen lassen. Aber jetzt hat er mit diesem Amt auch wieder viel weniger Arbeit als auch schon.


    Mit dieser Geschichte möchte ich einfach noch etwas darauf hinweisen, dass sie sich gut überlegen sollen, ob sie den Zeitaufwand übernehmen können und wollen. Und ob die Verhältnisse im Verein sich mit ihrem übrigen Leben vereinbaren lassen.


    Und sonst wünsche ich ihnen und ihrem Verein noch Gutes gelingen.

  • forum.beobachter.ch/forum/thread/?postID=239178#post239178

    @mupli


    Also Interesse hätte ich schon. Und gute Gespräche gehören zu meiner Entspannungsstrategie.


    Aber sie haben es ja wohl auch mitbekommen, dass ich noch nicht AHV-Positiv bin....


    Und will ich auch nicht werden!


    Das ist mir viel zu gefährlich. Alle, die ich kannte, die aufgehört haben ihren Berufungen nachzugehen... die haben daraufhin kurzerhand den Löffel für immer abgegeben..... Smile


    Im Ernst: Diejenigen, welche ihren gewohnten Tätigkeiten nachgingen.. aber es vielleicht dann auch mal etwas ruhiger nahmen, wurden im Durchschnitt älter als diejenigen. welche sich nach der Pension nicht neu ausrichten konnten.

  • forum.beobachter.ch/forum/thread/?postID=239178#post239178

    @mupli


    Auch eine Interessante und lustige Geschichte.


    Dass ihnen ihr Ruf schon bis in den afrikanischen Busch voraus geeilt ist... hat einen anderen Zusammenhang.


    Eine Person aus unserem Kreis war früher aktiv im Forum. Und zwischen ihnen und ihm gab es immer wieder interessante Diskussionen. Oder auch nur etwas Konversation / Unterhaltung.


    Jetzt ist der Typ " Pflegevater". Und einer seiner Pflegetöchter wollte etwas deutsch lernen. Und las deshalb jeweils etwas mit und fragte dann "Vater" was "dieser mupli" denn da schreibt.


    Nun. Jedenfalls gab es mal etwas Krach im Forum.


    Und da schrieb die Pflegetochter mit Hilfe von einem anderen Onkel, der ebenfalls gut deutsch spricht, dann einen Beitrag in diesem Forum.


    Und sie hatten ihr für den Beitrag gratuliert. Das hat sie ihnen nicht vergessen.

  • forum.beobachter.ch/forum/thread/?postID=239178#post239178

    @mupli


    Du meine Güte... Das ist bei ihnen auch so? Jetzt dachte ich doch schon... nur ich wäre so ein angehender Gerontokrat... Smile.


    Also ich kann das nicht rezitieren.


    Doch Folgendes kann ich dazu sagen:


    Die Pflegetochter ist Nonsy. Ihr Pflegevater ist marikowari A.D.


    marikowari A.D. wurde wegen seiner "Fäkalsprache" von der Redaktion gesperrt.


    Dagegen hatten sie protestiert. Nonsy auch.


    Nonsy kann kaum deutsch sprechen. In der Zwischenzeit versteht sie aber doch Einiges . Und liest auch immer wieder mal mit im Forum.


    Damals war gerade "Uncle Roadabi" zu Besuch und half ihr ihre Meinung zu der Geschichte auf Deutsch zu übersetzen.


    Sie hatten dann Nonsy zu ihrem Beitrag gratuliert. Darauf platzte sie nicht nur vor Wut, wegen dem Ausschluss ihres Pflegevaters aus dem Forum. Sondern auch noch fast vor lauter Stolz, dass sie von "Uncle Mupli from Switzerland" noch wahrgenommen wurde.


    Das ist für sie nicht selbstverständlich. Das sitzt!