Wohnung bei Sozialhilfe

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  • Hallo


    Ich bin zwar noch nicht soweit (zum Glück) aber ca Ende Januar 2022 gibt es kein Arbeitslosengeld mehr. Dann muss ich ja mein Erspartes noch aufbrauchen und wenn immer noch kein Job (bin Ü50) droht Sozialamt.


    Nun wurde mir von der entfernteren Verwandtschaft eine 5-Zi. Wohnung zum Sozialtarif angeboten. um mir zu helfen.


    Der Sozialtarif ist in dieser Gegend für 1 Person 750.-- Miete + ca 150.-- NK. Würde mir natürlich in der Übergangszeit sehr helfen.


    Was ist aber, wenn ich auf das Sozialamt angewiesen bin? Wird diese Wohnung genehmigt? Die Miete wäre ja Richtlinienkonform, nur die Zimmeranzahl nicht. Ist auch keine Luxuswohnung aber auch kein "Dreckloch".


    Wäre ja eigentlich "Verwandtenhilfe" oder? Fragt sich nur, ob die mir dann am Grundbedarf abziehen, weil die Wohnung ja teuer vermietet werden könnte?


    Ich kann dazu nichts finden, weiss nur, dass das Sozialamt immer etwas findet, womit sie Kosten einsparen können...

  • @traurig


    Ich kann ihnen ihre Frage nicht verlässlich beantworten. Ich kenne mich mit den Sozialämtern nicht wirklich aus.


    Aber wenn die angebotene Wohnung günstiger ist als ihre derzeitige, dann würde ich alleine wohl deshalb schon umziehen.


    Wenn die neue Wohnung innerhalb des üblichen Kostenrahmens ist, dann hat das Sozialamt wenig Mittel in der Hand, um Druck auf sie auszuüben.


    Das Sozialamt kann zwar verlangen, dass sie eine günstigere Wohnung beziehen, aber die müssen sie auch finden können. Und meines Wissen darf sie das Sozialamt nicht sanktionieren, wenn ihre Wohnung zu teuer ist. Es kann aber den den Höchstbetrag für die Miete gemäss den Richtlinien festlegen. Das kann dazu führen, dass Sozialhilfebezüger die Miete dann teilweise aus dem Grundbedarf decken (müssen).


    Der Forist Sozialversicher kennt sich hier mit dem Thema deutlich besser aus als ich. Vielleicht kann er ihre Frage noch besser beantworten.

  • traurig


    Das Sozialhilferecht ist kantonales Recht. In der Regel erklären die kantonalen Sozialhilfegesetze oder die kantonalen Sozialhilfeverordnungen die Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe für verbindlich. Diese enthalten keine Vorschriften über die Höhe des maximal anerkannten Mietzinses und der Nebenkosten oder für eine maximale Grösse der Wohnung. Deshalb können die Sozialämter der Gemeinden Mietzinsrichtlinien für die Sozialhilfe festlegen. Sie müssen also die Gemeinde, in der die Wohnung ist, für welche Sie sich interessieren um eine Kopie der Mietzinsrichtlinien für die Sozialhilfe dieser Gemeinde bitten und diese durchlesen. Ich habe noch nie gehört, dass es darin eine Obergrenze für die Anzahl der Zimmer oder Quadratmeter gibt, da es die Gemeinden normalerweise nur kümmert wie hoch der Mietzins für die Wohnung ist. Es spielt aber eine Rolle, wenn in der Wohnung ausser Ihnen auf Dauer eine andere Person wohnt, weil dann erwartet wird dass die andere Person eine Untermiete bezahlt oder wenn ein gefestigtes Konkubinat vorliegt auch eine Unterstützung bezahlt oder wenn Sie für eine andere Person den Haushalt führen (also mehr als die Hälfte der Haushaltsarbeiten machen) Ihnen diese andere Person dafür eine Entschädigung (einen Lohn) bezahlt.

  • @sozialversicherer


    Danke für Ihre Antwort.
    Tja, die lieben Gemeinden geben teilweise keine Auskunft, da sie keine Sozialzuzüger möchten...
    Bei dieser Gemeinde ist der Mietzins allerdings sogar auf der Webseite aufgeführt, was an NK bezahlt wird allerdings nicht. Manche begrenzen sogar die NK.
    Meine Angst ist eben, dass die bei 5 Zi. dann ständig kontrollieren, ob da noch jemand anderes wohnt (Untermieter), wobei man das je per Mietvertrag ausschliessen könnte. Aber dass die Zimmeranzahl beschränkt wird, habe ich eben auch noch nie gelesen, aber man weiss ja nie.

  • traurig


    Der Forist Sozialversicher ist eine sehr verlässliche Auskunftsquelle. Und ich teile hier seine Meinung völlig.


    Tatsächlich hatte ich noch den Gedanken gehabt, dass sie eine 5-Zimmer Wohnung wohl nicht wirklich selbst nutzen können. Es wäre also nicht abwegig noch Zimmer zu vermieten. Und eine WG kann auch noch recht bereichernd sein. (Nicht im finanziellen Sinn gemeint).


    Meinerseits denke ich, dass sie die neue Wohngemeinde dann einfach mal etwas vor vollendete Tatsachen stellen müssen. Es ist schwierig vorauszusehen, was da dann eventuell passieren wird.


    Wirklich relevant ist der Hinweis von Sozialversicher.


    Versuchen sie in Erfahrung zu bringen, wie hoch die monatlichen Mietausgaben im der Gemeinde geregelt sind.


    Falls die neue Wohnung aber günstiger ist, als die bisherige, würde ich mich von einem Umzug auf keinen Fall abhalten lassen. Als Schweizer Bürger hat man eine freie Wahl, wo man sich niederlassen will. Da hat das Sozialamt nicht viel zu melden.

  • traurig


    Sie hatten noch geschrieben, dass sie derzeit gar keine Sozialhilfe beanspruchen müssen. Aber dass das in Zukunft im Bereich des Möglichen liegt.


    Ich würde mich an ihrer Stelle jetzt darauf fokussieren, möglichst viele " unnötige " Lebenskosten zu eliminieren. Und versuchen wieder eine neue Arbeitsstelle zu finden.


    Wenn ihnen dabei der Umzug nützlich ist, dann würde ich mir nicht zu viele Gedanken dazu machen, ob es Probleme mit der Sozialhilfe geben könnte, am neuen Wohnort.


    Wenn es dazu kommt, dass sie in die Sozialhilfe abrutschen, werden sie am bisherigen Wohnort mehr oder weniger mit den gleichen Problemen konfrontiert sein.


    Das aus meiner Sicht entscheidende Kriterium ist hier nur, ob die neue Wohnung letztlich günstiger ist, als die bisherige.

  • @Sozialversicher


    Kleine Nebengeräusche:


    Da gab es mal einen Thread im Forum. Der ist ganz urplötzlich im Datennirvana verschwunden....


    Da waren sie aber ganz sicher nicht so ganz unschuldig dabei!


    Smile.

  • @Transmitter


    Mietzinsrichtlinie der Gemeinde ist bekannt, wie geschrieben. Nur die NK nicht.
    Die Verwandten würden mir die Wohnung zum reduzierten Mietzins zur Verfügung stellen. Ich bin nicht an Untermietern interessiert und die Verwandten sicher auch nicht.
    Sicher würde es mir helfen, da ich bald ausgesteuert werde und die Miete tiefer wäre.
    Das mit der Wohnung ist noch nicht fix, war einfach mal eine Idee von den Verwandten.


    Eine Feste Arbeitstelle suche ich ja (seit 4 Jahren, bin Ü50...) und Kosten wurden und werden auch auf das absolute Minimum reduziert. Ausser das RAV brummt einem dann AMM auf, bei denen ich Reisespesen selber übernehmen muss weil ich auf dem Land ohne ÖV wohne. Ist ein anderer Beitrag von mir.
    Ein Umzug in einen anderen Kanton verursacht auch Kosten. Ich will nicht zweimal innert kurzer Zeit umziehen, falls dann die Wohnung doch nicht Sozialrichtlinien-konform sein sollte.
    Darum meine Frage welche @Sozialversicher mit allen nötigen Infos beantwortet hat. Wie gesagt, Untermieter im Mietvertrag ausschliessen sollte in dem Fall wohl auch Kontrollen durch das Amt ausschliessen.

  • traurig


    Ich kann ihnen in ihrem Fall wohl nicht weiter helfen. Ich habe versucht ein paar Ideen einzubringen, welche ihnen vielleicht als eine Entscheidungshilfe dienen können. Aber ich bin kein Hellseher und kann hier nicht voraussehen, was die richtige Entscheidung dann sein wird.


    Ich stelle mich nur grundsätzlich mal auf den Standpunkt, dass es sinnvoll wäre, in eine günstigere Wohnung zu wechseln, falls man eine bekommen kann.


    Und das einfach auch mal im Zusammenhang, dass wenn ihre aktuelle Wohnung noch teurer ist, als die allenfalls Künftige, dann werden sie in der aktuellen Wohngemeinde auch Druck vom Sozialamt bekommen. Und vermutlich noch mehr, als allenfalls in der neuen Gemeinde wegen den Nebenkosten. Und hier gibt es dann einfach ein praktisches Problem. Die Gemeinde kann zwar Druck machen in eine günstigere Wohnung zu ziehen, aber wenn es das nicht gibt, kann die Gemeinde ja wohl kaum ihre Wohnung künden.


    Die Sozialämter der Gemeinden müssen sich letztlich an die kantonalen Gesetze halten. Sie sollten also zuerst mal nachschauen, was dort steht. Und wenn es weitere Unklarheiten gibt, wie das Gesetz auszulegen ist, dann müssen sie sich wohl an Experten wenden, welche eine entsprechende Erfahrung haben.


    Zum Beispiel hier: https://www.sozialhilfeberatung.ch


    Und falls sie im Kanton Bern wohnhaft wären, dann hier: https://www.actiobern.ch


    Ev. kann ihnen eine der Stellen helfen in Erfahrung zu bringen, wie in der Gemeinde die NK geregelt sind.

  • @Transmitter


    Danke für Ihre Beiträge. Wie bereits gesagt, hat mir Sozialversicher alle nötigen Angaben gegeben.
    Das Amt kann verfügen, eine neue Wohnung zu suchen, auch ausserhalb der Wohgemeinde. Sie können nicht verlangen, zu künden bevor man eine neue Wohnung hat, aber nach einer gewissen Zeit wird man aus dem Grundbedarf die Differenz zur gestatteten Miete zahlen müssen. Das kann niemand ausser es ist eine geringe Differenz.


    Weiter Ratschläge benötige ich zur Zeit nicht.


    Herzliche Grüsse

  • traurig


    Hier im Forum habe ich schon häufiger Ähnliches gelesen. Nämlich, dass sich Sozialhilfebezüger am Ende doch noch das Geld für die Mietkosten am Mund absparen mussten.


    Meiner Meinung nach dürfte das nicht sein. Ist aus meiner Sicht verfassungswidrig.


    Ich bin aber kein Jurist. Und weiss jetzt auch nicht gerade, was man im Einzelfall da noch machen könnte.


    Ausserdem kamen da bei denen Fällen, von denen ich hier im Forum gelesen habe, noch weitere Probleme dazu, die bei ihnen offenbar nicht der Fall sind. Ist also auch nicht unbedingt vergleichbar.


    Ich kann ihnen nicht weiter helfen, als ihnen viel Glück zu wünschen. Vor Allem bei der Stellensuche. LG

  • Danke.


    Der Witz ist ja, dass die Gemeinden die Mietzinse so tief ansetzen, dass man fast keine Chance hat, etwas zu finden. Man ist auch verpflichtet, in anderen Gemeinden zu suchen, da läuft es aber auch nicht anders. Gerade als Einzelperson reicht es knapp für ein winziges Zimmer mit einem Fenster. In meiner Region sind sogar die NK begrenzt, was es noch schwieriger macht, da in der Regeln noch Heizkosten Nachzahlungen anfallen, die dann nicht gedeckt sind. (Laut SKOS Richtlinien müsste das zwar bezahlt werden, aber eben...) Ich kenne persönlich 1 Person, die zuviel Miete und Heizkosten-Nachzahlung aus dem Grundbedarf decken muss. Sie hat nur eine winzige 2-Zi Wohnung. Mietzinsrichtlinie für 1 Person Fr. 750.-- und 150.-- Nebenkosten. Basta. In den Nachbargemeinden wird es (solidarisch) gleich gehandhabt.
    Und das bei mittlerweile ständig steigenden Mietpreisen.

  • @traurig


    Ja. Das ist tatsächlich das Problem. Die gemäss den SKOS -Richtlinien im Minimum geforderten Mietkosten entsprechen nicht mehr der realen Lage im Immobilienmarkt.


    Das ist hier nicht mehr ein rein juristisches Problem, sondern hauptsächlich politisches Problem, dass hier die Ansätze der Realität angepasst werden.