JA zur Pflegeinitiative: Der indirekte Gegenvorschlag ist ungenügend und von der Mitfinanzierung der Kantone abhängig.

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  • Die Pflegeinitiative enthält ein ganzes Massnahmenpaket. Neben einer Ausbildungsoffensive fordert sie, dass die Arbeitsbedingungen, die Bezahlung und die berufliche Entwicklung angemessen durch den Bund geregelt werden. Für das Komitee ist der Pflegenotstand längst Realität. Es werden zu wenige Pflegende ausgebildet und zu viele verlassen den Beruf erschöpft nach wenigen Jahren. Nur dank einer zunehmenden Anzahl Pflegender aus dem Ausland kann die Versorgung aufrechterhalten werden.


    Der Fokus beim Gegenvorschlag liegt – anders als bei der Volksinitiative – ganz auf der Ausbildung der Pflegenden. Frühzeitige Berufsausstiege können dadurch nicht verhindert werden. Es fehlen Massnahmen, welche die Pflegequalität sichern und die Arbeitsbedingungen verbessern. Die Investitionen des Parlaments in die Ausbildung verpuffen. Die Bundesmittel werden zudem nur dann gesprochen, wenn die 26 Kantonsparlamente die gleiche Summe sprechen. In allen Kantonen, die das Budget einmalig oder wiederkehrend ablehnen, bleibt das Bundesgesetz toter Buchstabe.


    Der Gegenvorschlag veranlasst keine neuen Regelungen. Arbeitsbedingungen und Löhne sollen primär in Zuständigkeit der Kantone, Betriebe und Sozialpartner bleiben. Die Abgeltung wird trotz Personalnotstand bereits als angemessen angesehen und bedürfe deshalb keiner Veränderung.

  • Die Initiative hat ein grosses Problem. Es gibt schlichtweg keinen Grund, warum die Arbeitsbedinungen einer bestimmten Berufsgattung in der Verfassung stehen sollen.
    Das ist für mich das KO Kriterium für die Initiative. Ich werde den Gegenvorschlag annehmen.

  • Ich teile etwas die Ansicht von @Palm.


    Ich sehe auch nicht ein, warum eine einzelne Berufsgattung durch die Verfassung in Bezug auf Lohnforderungen geschützt werden soll .


    Das ist wirklich fragwürdig.


    Aber ich bin durchaus der Meinung, dass der Pflegefachberuf besser entlöhnt werden müsste. Noch wichtiger scheint mir aber zu sein, dass flexible Arbeitszeiten besser abgestützt werden.


    Man kann mangelnde Ruhe- und Erhohlungszeit nicht mit Geld ersetzen!

  • Rodizia


    Da muss ich dir recht geben. Das ist echt ein Problem.


    Wenn du dich mal etwas zurückerinnerst...


    In unserer damaligen Clique, mit mehr oder weniger gleichem Jahrgang, gab es drei Personen, welche in einen Pflegeberuf gingen. Keine von diesen ist heute noch auf dem Beruf.


    Und das hat nichts mit dem Lohn zu tun.


    Die Gründe für einen Berufswechsel waren private Umstände. Namentlich die Arbeitszeiten. Die hohe psychische Belastung und der fehlende Ausgleich.


    Sandra war eine Quereinsteigerin und ist auch wieder ausgestiegen. Wegen einer inkompetenten Vorgesetzten. (Kenne die Geschichte recht gut. Und Sandra war nicht die Einzige, die deswegen ausgestiegen ist).


    Die Einzige die ich kenne, die seit damals dem Beruf noch etwas treu geblieben ist, ist eigentlich auch eine Quereinsteigerin gewesen. Ursprünglich das Lehrerseminar abgeschlossen. Hat dann in den Pflegeberuf gewechselt. Nach verhältnissmässig kurzer Zeit wieder ausgestiegen. Arbeitet jetzt seit vielen Jahren als Sozialpädagogin mit behinderten Kindern.


    (Du kennst Ursi übrigens persönlich. Wir waren zusammen auf der Skipiste).

  • @Transmitter


    Ich habe gerade einen Durcheinander. Ich weiss nicht welche Ursi du meinst.


    Da gab es zwei welche des "Lehrersemi" machten. Von welcher sprichst du?

  • Wo steht denn im Abstimmungstext etwas von "geschützten Lohnforderungen"?

  • @Rodizia


    Hast du das wirklich nicht mitbekommen? Oder einfach gerade nur vergessen? Eine von den Beiden lebt schon lange nicht mehr. Dann kann es nur die Andere sein.

  • @Rodizia


    Die Ursi, welche nicht mehr lebt, lebte damals im Haus gegenüber von Sonja. Und die waren auch noch um zwei Ecken herum verwandt miteinander. Die andere Ursi war eine gute Schulfreundin von Sonja . Und wir alle zusammen gingen manchmal Skifahren.


    Kannst du dich jetzt wieder erinnern?

  • @Transmitter


    Ja. Jetzt ist der Knopf aufgegangen.

  • Ich verstehe eigentlich diesen Knatsch um die Initiative und Gegenvorschlag nicht.


    Geht es hier mal wieder darum den Kantönligeist zu zementieren?


    Fakt ist doch einfach, dass es zuwenig Personal im Gesundheitswesen gibt. Und das fehlende Personal können wir kaum noch aus dem Ausland rekrutieren. Die umliegenden Länder haben das gleiche Problem. Und summa sumarum sind die Arbeitsbedingungen in der Schweiz nicht viel besser. Das liegt unter anderem auch an den Löhnen.


    Der Gegenvorschlag will anscheinend nur auf die Ausbildungsoffensive eingehen. Das reicht nicht. Nur weil es dann mehr Ausbildungsplätze gibt, hat es dann nicht zwingend zur Folge, dass dann auch wirklich viel mehr Ausgebildete dem Beruf treu bleiben.

  • @ Transmitter


    Warum nicht die Initiative annehmen und als ersten Gesetzestext den indirekten Gegenvorschlag in Kraft setzen? Wenn wir andere Verfassungsartikel anschauen, kann es Jahrzehnte dauern, bis sie ganz oder teilweise umgesetzt werden.

  • alescha01


    Ich habe mich mit dem Thema noch gar nicht richtig befasst.


    Mir ist nur klar, dass es im Gesundheitswesen einen Personalnotstand gibt und dass sich die Situation noch weiter verschärft.


    Also muss sich hier etwas ändern. Und wie ich schon geschrieben habe, liegt es eben nicht nur an den fehlenden Ausbildungsplätzen, sondern auch an den Arbeitsbedingungen.


    Die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich aber auch zunehmend je weniger Personal es gibt. Das hat sich insbesondere jetzt auch in der Corona-Zeit deutlich gezeigt.

  • Und warum dann nicht einfach den Gegenvorschlag annehmen? Den wie sie sagen, ev. wird das Gesetz ja dann sowieso nie umgesetzt.

  • Rodizia


    Du hast recht!


    Wenn die Verantwortlichen im Gesundheitswesen ihren Job richtig gemacht hätten, dann würde es jetzt keinen Personalnotstand geben und diese Initiative wäre schlicht überflüssig.


    Und jetzt soll das Volk über etwas abstimmen. Doch die meisten Stimmberechtigten sind in dem Bereich Laien. Und können nur schwer verstehen, welche Probleme es gibt und wie sie zu lösen sind.


    Die Gegner der Initiative argumentieren mit höheren Kosten wenn die Initiative angenommen würde. Das will wohl Niemand.


    Und wieso sagen Experten, dass das schwedische Gesundheitssystem auf einem vergleichbar hohen Niveau wie das Schweizerische ist, aber wesentlich günstiger sei?


    Kann mir das jemand erklären?