Verdreifachung der Prämie der Tierversicherung

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  • Hallo zusammen


    Vor 5 Jahren habe ich eine Tierversicherung für meinen Kater abgeschlossen (Alter zu diesem Zeitpunkt 6 Monate). Ich habe mich damals für diese Tierversicherung entschieden, aufgrund des Preis/Leistungsverhältnisses, da ich als Studentin mit Nebenjob und ohne sonstige finanzielle Hilfe auf eine Versicherung für den Notfall angewiesen war. Leider musste ich vom Versicherungsschutz in den folgenden Jahren jeweils Gebrauch machen (Kastration, Kreuzbandriss, u. dgl.). Nun habe ich ein Schreiben bekommen, wonach die Tierversicherung die Prämie fast verdreifacht (von Fr. 180.- im Jahr auf Fr. 530.-). Zur Begründung fügt die besagte Versicherung aus „Das Versicherungsprinzip basiert auf dem Gedanken, dass viele Versicherte eine möglichst niedrige Prämie bezahlen, um im Kollektiv den grossen Schaden von wenigen Versicherten zu tragen. Um faire Bedingungen für alle unsere Kundinnen und Kunden zu gewährleisten, überprüfen wir regelmässig unsere Kundenportfolio. Dabei haben wir festgestellt, dass Sie in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich hohe Schadenkosten verursacht haben. Dies führt dazu, dass die tiefen Prämien und die hohen Schadenkosten bei ihrer Police stark ins Ungleichgewicht gekommen sind.“


    Die Begründung enthält keinen Verweis auf irgendwelche rechtlichen Grundlagen oder die Allg. Versicherungsbedingungen. Die Verdreifachung der Prämie erscheint mir sehr dreist, schliesslich habe ich nur vom Versicherungsschutz Gebrauch gemacht, so wie mir dies nach Vertrag zusteht (maximale Deckung Fr. 1‘500.—, Selbstbehalt jeweils Fr. 300.—, Übernahme der Kosten zu 80%). Es scheint mir als werde mit günstigen Prämien gelockt, die dann aber bei Schadensfall zu Lasten des Versicherungsnehmers erhöht werden. Wenn ein Geschäftsmodell aber derart nicht funktioniert, erscheint es mir nicht nachvollziehbar, wenn dies einfach auf dem Rücken einiger Versicherungsnehmer ausgetragen wird. Vielleicht gehört aber gar diese Erhöhung zur Masche der Versicherung und andere haben damit schon Erfahrung gemacht?



    Ist eine Prämienerhöhung in diesem Umfang zulässig? Sind mir da die Hände gebunden (akzeptieren oder Kündigung der Versicherung?).



    Vielen Dank schon im Voraus fürs Feedback.

  • triplicare


    Wie sollen die Leser Ihre Frage beantworten, wenn diese nicht wissen, was in Ihrem Versicherungsvertrag und in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen Ihrer Versicherung steht? Ich empfehle Ihnen sich diese durchzulesen. Wenn dort steht, dass die Versicherung unter Einhaltung einer Kündigungsfrist die Prämie ändern darf und Sie dann als Reaktion darauf den Versicherungsvertrag kündigen können, dann ist das zulässig? Haben Sie sich das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) durchgelesen? Wahrscheinlich ist das zulässig. Versicherungen wollen Gewinn machen und keine Verluste machen.

  • @Sozialversicher


    Ja, in den AVB ist standardmässig eine Anpassung der Prämien vorgesehen. Es geht auch weniger um die Frage, ob eine Prämienanpassung an sich möglich ist (dies ist zB durchaus sinnvoll, aufgrund des zunehmenden Alters des Tieres), als vielmehr um die konkrete Erhöhung, also die Verdreifachung derselben. Bin ich als Konsument also der Versicherung aufgrund der Vertragsfreiheit vollkommen ausgeliefert und sie kann die Prämie anpassen, so oft sie will und in der Höhe in der sie will, ohne gesetzliche Einschränkungen?
    Das hiesse nämlich, das zB. nächstes Jahr die Prämie erhöht wird, weil mein Tier Senior ist und so weiter und so fort bis sich die Versicherung nicht mehr lohnt und ich mein Tier aufgrund des Alters bei keiner anderen Versicherung mehr versichern kann.

  • triplicare


    Sie fragen nach gesetzlichen Einschränkungen. Ich habe Sie auch gefragt, ob Sie sich das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) durchgelesen haben. Es ist mit einer Googlesuche leicht aufifndbar. Wenn es im Vertrags oder den Allgemeinen Versicherungsbedingungen vereinbart ist und das Gesetz es nicht verbietet, dann ist es zulässig.

  • triplicare


    herzlich willkommen im versicherungsgeschaeft!


    eine versicherung hat primär einen geschaeftlichen charakter. die versicherung macht geld mit der unsicherheit und der verlustangst der kunden. was die versicherung nicht will, ist zahlen. wenn ein kunde also über die straenge schlaegt, wird er abgesaegt oder die prämien erhöht. so einfach ist das.


    bei krankenkassen sieht es etwas anders aus.


    persönlich würde ich ihnen fuer die zukunft raten, das geld selber beiseite zu legen. wenn sie einen schaden haben, nehmen sie es von dort. und wenn sie keinen schaden haben, haben sie anstelle der verlorenen prämien einen batzen auf der seite.


    natürlich sind versicherungen nicht per se schlecht. aber sie sollten sich jeweils gut überlegen, ob es sich wirklich lohnt.

  • triplicare


    Wir hatten vor kurzem höhere Kosten für das Tierspital und den Tierarzt für unseren Kater. Da wir genug verdienen um etwas zu sparen finanzieren wir das aus dem Ersparten anstatt Versicherungsprämien zu zahlen und sich dann vielleicht mit einer Versicherung streiten zu müssen, weil diese nicht Zahlen will oder dann die Prämien erhöht weil diese schon bezahlt hat und keinen Verlust mit dem Kunden machen will. Wenn Sie etwas sparen können, ist es wie DamienS bereits empfohlen hat wahrscheinlich besser das Recht zur Kündigung des Versicherungsvertrags wegen der Erhöhung der Prämie zu nutzen und etwas für künftige Tierarztkosten anzusparen.

  • triplicare
    Mir ist genau das gleiche passiert! Nur das meine Tierversicherung bereits seit 9 Jahren läuft. Die Prämie wurde von CHF 327.- auf CHF 827.- erhöht. Dazu kommt eine Franchise von CHF 500.-. Eine Begrenzung des Deckungsbetrags gibt es nicht, dafür habe ich eine hohe Franchise und einen höhere Prämie in Kauf genommen. Die Begründung für die Erhöhung ist eins zu eins die selbe, wie Du sie erwähnst.


    Mich würde interessieren ob es gesetzlich überhaupt rechents ist, dass eine Versicherung um über 150% erhöht werden darf. Darüber gibt das Versicherungsvertragsgesetz keine Auskunft.


    @sozialversicherer


    Erhöhung ja, aber um soviel?

  • Diese Versicherungen sind Privatrecht und damit können die machen was die wollen.


    Sie müssen ja die Versicherung nicht weiterhin bezahlen, wenn Sie finden, es sei zu teuer.


    Die Versicherung könnte im übrigen ihnen auch einfach Kündigen.

  • strolch77


    Haben Sie meine beiden Antworten vom 15 Oktober 2021 von 16:52 und von 19:01 nicht gelesen? Wenn es das Versicherungsvertragsgesetz nicht verbietet gilt das was im Versicherungsvertrag beziehungsweise in den Allgemeinen Versicherungsbestimmungen (AVB) steht, auf welche im Versicherungsvertrag verwiesen wird. Wenn dort eine Prämienanpassungsklausel enthalten ist und dort nicht geregelt ist um wie viel die Prämie erhöht werden darf dann kann der Versicherer die Prämie so viel erhöhen wie er möchte und der Kunde kann dann den Versicherungsvertrag kündigen, wenn er damit nicht einverstanden ist. Woher soll ich wissen, was bei Ihnen im Versicherungsvertrag oder in den AVB steht?

  • Was soll ich sagen - Versicherungen sind immer solange gut, wie man keine Leistung beansprucht. Sobald man "Kosten" verursacht wird das Kosten/Nutzenverhältnis seitens Anbieter laufen analysiert. Sobald die Versicherung kein Geld mehr verdient kommt man quasi auf die "rote Liste" und muss sich weitere Leistungen erkaufen. Sprich am Schluss lohnt es faktisch für den Versicherten nie.


    Ich betrachte es eher als eine Art verkapptes Kreditsystem. Wie die Krankenkasse, monatlich zahlt man ein, ein Leben lang. Die meisten beanspruchen weniger Leistung als sie einzahlen und manche haben irgendwann horrende Kosten für Behandlungen/OP's, welche sie selbst zu diesem Zeitpunkt gar nicht berappen könnten.


    Kommt dazu, dass wir in der Schweiz in der Regel auch extrem überversichert sind, da ja praktisch auch für alles eine entsprechende Deckung angeboten wird.

  • @Peter_69


    Versicherungen sind ein verkapptes Kreditgeschäft.

  • @Peter_69


    Und genau betrachtet ist die Versicherung noch das "dreckigste" Kreditgeschäft überhaupt.


    Wahrscheinlich kann ihnen @oytenkratos das noch besser erklären als ich, warum das so ist.