Was kann man tun bei innerer Unruhe?

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  • Erst mal herzliche Grüße von mir in die Runde!


    Ich merke derzeit stark, dass ich mich durch mein Gedankenkarussell zunehmend in eine Art nervöse Unruhe versetze. Vielleicht liegt es am Älter werden, aber der wirtschaftliche Druck und die Aufruhr in der Gesellschaft wirkt sich zunehmend aus. Abends fühle ich mich gerädert, kann aber nicht einschlafen. Das geht seit ein paar Wochen so. Was ich mache sind ausgedehnte Spaziergänge, vor allem seitdem es warme Tage und Abende gibt. Dabei achte ich auf die Atmung. Dennoch kommen negative Gedanken hoch und ich bin nicht mehr zuversichtlich. Speziell am Morgen ist es hart und ich bin weinerlich oftmals bis in den Nachmittag. Kennt ihr diese Phasen?


    Ich freue mich Eure/Ihre Erfahrungen und Tipps


    Alles Liebe

    Milly_K

  • milly_k


    Ja. Ich kenne solche Phasen auch.

    Doch bei mir sind es meist nur wenige Tage. Und auch nicht so ausgeprägt.


    Sind sie sich sicher darüber, dass es nur durch äussere Einflüsse bedingt ist? Also keine organischen Ursachen mitspielen?

    Wenn sie länger dauernd solche Phase haben, dann sieht es für mich so aus, als hätte sich da etwas angesammelt?

  • milly_k


    wenn es keine klaren ereignisse gegeben hat, die ihren zustand erklären können, könnte man annehmen dass es wie sie schreiben der wirtschaftliche druck und der aufruhr in der gesellschaft sind, welcher ihnen ihre ruhe nimmt.


    was spüren sie? haben sie angst? z.b. dem job nicht mehr zu genügen oder gar den job zu verlieren? angst vor einem krieg?


    ich würde ihnen raten ganz genau in sich hineinzuspüren, was ihnen ihr gefühl sagen will. sobald sie es verstehen, wird es ihnen sicherlich besser gehen.

  • Es könnte helfen alles aufzuschreiben. Dann kann man im Nachhinein eventuell einen roten Faden finden und eine Erklärung. Also quasi ein Tagebuch über seine Gefühle führen. Wann kommen diese Phasen, was hat man dabei gedacht, wie hat man sich gefühlt, wie stark war es,...

    Ich denke man kann einen gewissen Umgang mit Einflüssen von außen durchaus auch erlernen. Nicht jeder nimmt sich alles so zu Herzen und fängt dann an sich in eine Spirale zu begeben. Da könnte man sicherlich auch daran arbeiten. Erster Schritt für mich wäre aber zuerst zurück zu einem normalen Level zu kommen. Vielleicht braucht es dazu jemanden, der einen führt. Das muss jetzt nicht gleich ein Therapeut sein, hätte da eher an einen Coach bei der Meditation gedacht oder jemanden, der Atemübungen lehrt. Vielleicht hilft es auch in einer Gruppe über diese innere Unruhe zu sprechen.

  • Sali Milly


    Erstens mal, das liegt nicht nicht an dem Alter 😄


    Wirtschaftliche Probleme kann uns richtig an die Grenzen bringen. Geld regiert nämlich unser Lebensstil. Wie man sagt: <Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts.>


    Wir dürfen eins nie vergessen. Wir sind geboren mit nichts und werden auch mit nichts vergehen. Also alles, was wir jetzt besitzen, ist Erfolg.


    Überlegen wir uns doch genau, was Krise bedeutet? Jedermann denkt, sein Problem sei das größte. Ist es so? Beobachten wir doch mal die Drittländer. Ich komme aus solchem. Man findet irgendwie immer eine Lösung zu den wirtschaftlichen Problemen, aber was ist mit knapper Ernährung und fehlende Krankenkasse?


    Wir machen Fehler oder werden Opfer von irgendetwas. Das kann man einfach nicht entgehen. Wir können aber etwas daraus lernen und werden stärker. Was uns nicht tötet, macht uns stärker. Aufgeben ist die Sünde.


    Setze dich mit deinen Ängsten auseinander. Hol dir Hilfe in bestimmten Bereichen, wenn’s sein muss. Wir sind nicht allein. Du wirst sehen, Glück wird sich entpuppen, denn es ist unser natürlicher Zustand, untergraben von sogenannter Krise.


    Und was Schlafen anbelangt, Cannabis! Kann man auch als Tee trinken (unbedingt mit Kokosfett), falls du kein Raucher bist. Könntest sogar vielleicht erleuchtet werden 😄


    Ich wünsche dir alles Gute. Es wird alles gut. Hängt von dir ab.


    Liebe Grüße

  • winx_club_fairy


    Ich bin nicht der Meinung, dass man wegen einem Luxus-Boboli gleich sofort zum Psychotherapeuten rennen muss.

    milly_k hat nicht geschrieben, wie sehr sie belastet ist.


    Eine gedrückte Stimmung, die über ein paar Wochen anhält, ist noch keine echte Depression. Kann aber ein Anzeichen dafür sein, dass eine Solche sich dann vielleicht doch noch einhakt.

    Eine gewisse Vorsicht ist hier sicher angebracht.

    Ich würde hier aber zuerst mal versuchen mir selbst etwas über die Ursachen meiner Unruhe etwas klarer zu werden. Und dann spezifisch auf die Ursachen versuchen zu reagieren. Das könnte dann aber die Hilfe von Fachpersonen wiederum hilfreich sein.

    Sollte es aber milly_k nicht in einer einigermassen vernünftigen Zeitspanne möglich sein die ursache ihrer Verstimmung zu finden und diese dann auch entsprechend anzugehen....

    Dann wäre es auch aus meiner Sicht richtig eine psychotherapeutische Beratung zu suchen.

  • Transmitter

    Ich stimme voll und ganz zu, dass sich der Beginn einer Psychotherapie erst lohnt, nachdem Sie einige andere Methoden der psychischen Gesundheit ausprobiert haben.

    Oft denken Menschen, dass ein Therapeut ihre Probleme lösen wird, aber die Therapie erfordert auch viel innere Arbeit und hat normalerweise langfristigere Auswirkungen auf das Leben.

  • winx_club_fairy


    Da stimme ich ihnen jetzt auch ausdrücklich zu.

    Eine Psychotherapie kann wirklich sehr hilfreich sein. Doch die Voraussetzung für einen Erfolg ist die Bereitschaft und der Wille die innere Arbeit selbst zu tun. Therapeuten können da nur anleiten und helfen. Die Arbeit abnehmen können sie nicht.

    Wer aber sorgsam und achtsam mit sich umgeht, kann in einer schwierigen Lebensphase auch selbst Wege finden, um sich gesundheitlich wieder in eine Balance zu bringen. Dies ist ein Prozess die Verantwortung für sich auch selbst zu übernehmen.

    Wer dies über einen längeren Zeitraum ernsthaft versucht, damit aber nicht vorwärts kommt, soll sich unbedingt professionelle Hilfe suchen.

    Und eben auch abhängig vom persönlichen Leidensdruck, lieber etwas zu früh als zu spät.

  • Ich danke Euch/Ihnen allen für diese inspirierenden Worte. Ich denke, ich werde darüber genau reflektieren. Ja, früher hatte ich in schwierigen Lebensphasen psychotherapeutische Therapien. Letztlich hatte ich aber den Eindruck, dass ich mit diesen Sitzungen eher der jeweiligen Psychiaterin finanziell weiter geholfen habe. Ich selbst hatte keine signifikanten Erkenntnisse. ich war jeweils ein Jahr etwa bei regelmäßigen Terminen.


    Transmitter ich stimme Ihnen zu. Weltbuerger und Berbar das sind gute praktische Tipps, ich werde mich Schritt für Schritt heranwagen :)


    DamienS ich denke, es ist die Summe der Ereignisse. Denken Sie, je konkreter man die Wahrnehmung schärft, desto eher lösen sich die inneren Konflikte über äußere Umstände?

  • milly_k


    ich denke, es ist die Summe der Ereignisse. Denken Sie, je konkreter man die Wahrnehmung schärft, desto eher lösen sich die inneren Konflikte über äußere Umstände?


    Ich denke, je schärfer man die Umstände als das erkennt, was sie wirklich sind desto eher lernt man damit umzugehen, auch wenn man die äusseren Umstände dadurch nicht wirklich verändern kann.


    Die Erkenntnis dass man die äusseren Umstände nicht wirklich verändern kann, erzeugt ein Gefühl von Machtlosigkeit. Es ist wirklich schwierig mit diesem Gefühl richtig umgehen zu können.


    Und dieses Gefühl der Machtlosigkeit kann wirklich inner Unruhe gepaart mit depressiver Verstimmung verursachen.

    Ich finde den Vorschlag von Weltbuerger gut hier eine art Tagebuch der Gefühle zu schreiben. Mir zumindest würde das helfen etwas meine Gefühle zu formulieren und etwas einzuordnen.

  • milly_k


    ja und nein, um innere konflikte lösen zu können, müssen sie diese wahrnehmen können. von dem her ist eine gute wahrnehmung des innenlebens zentral. für die lösung eines konfliktes benötigen sie dann kognitive fähigkeiten, also die einsicht über das motivationale problem und eine bewältigungsstrategie. diese muss dann auf der gedanklichen und seelischen (gefühlsmässig erfahrbaren) ebene verankert werden.


    es ist schade zu hören, dass ihnen die psychotherapie bisher nicht wirklich geholfen hat.


    welche form der therapie hatten sie?



    ps: als einschub zum satz von Transmitter , dass es schwierig sei mit dem gefühl der ohnmacht umzugehen, etwas in ergänzung. gefühle (alle) müssen gefühlt werden, damit sie sich lösen. wenn sie ohnmacht fühlen, spüren sie in sich hinein, wo fühlen sie es, wie fühlt es sich wo an, versuchen sie nicht sich gegen das gefühl zu wehren denn so wird es nur staerker. gestehen sie sich ein, dass sie ohnmacht oder was auch immer sie fühlen empfinden und werden sie sich bewusst warum.

  • Es gibt doch auch im Vorfeld einer Therapie noch einiges, was man selbst beeinflussen kann. Selbst die Ernährung hat einen Einfluss auf das Stresslevel. Da gibt es meiner Meinung nach also viele Ansatzpunkte, die man ausprobieren kann. Denke auch, es wird nicht die eine Maßnahme geben und alles löst sich danach in Luft auf. Das werden viele kleine Schritte sein. Lebensmittel gegen Stress vermehrt essen (Nüsse, Spinat, Hülsenfrüchte,...), ausreichend trinken. Mehr Bewegung oder Sport als Ausgleich zu stressigen Situationen. Besser eine Stunde etwas machen und dann fokussierter und mit freiem Kopf zurück zur Arbeit oder Haushalt. Die Zeit für sich kann man auch mit Meditationsübungen nutzen oder man setzt sich hin und macht Atemübungen. Man muss sich anschauen ob das einem etwas bringt. Da können in der Ruhe auch erst recht die Gedanken kreisen. Vielleicht braucht es dann eher Dinge wie Yoga - wo es immer wieder Anweisungen gibt auf die man sich konzentrieren muss. Dann könnte man auch noch Entspannungsbäder nehmen oder man trinkt gewisse Teesorten: Melisse, Passionsblume, Lavendel,... Man könnte sich sogar in der Apotheke beraten lassen. Dort gibt es auch natürliche Mittel. Wenn man dafür offen ist, kann man Baldriandrops oder Passedan nehmen. Was auch wichtig ist, ist ausreichend Schlaf.

    Wenn man einige dieser Dinge ausprobiert und dann die Dinge regelmäßig macht, die einem etwas bringen, hat man sicherlich die Chance etwas zum Besseren zu ändern. Es wird aber sicherlich auch etwas Geduld benötigen. In diese Situation ist man nicht über Nacht gekommen, man kommt da auch nicht über Nacht heraus.

  • Wenn man einige dieser Dinge ausprobiert und dann die Dinge regelmäßig macht, die einem etwas bringen, hat man sicherlich die Chance etwas zum Besseren zu ändern.


    Danke für diese ausführliche Antwort. Ich weiß es sehr zu schätzen.

    Ja, es ist ein Kommen und Gehen der Ohnmacht oder dem Gefühl, das damit einher geht. Ich habe sogar einges davon daheim, wobei mich Baldrian jedoch leider sediert. Mit einfachen Dehnungsübungen geht es bei mir. Was ich sehr mochte war ein Aquatraining für Senioren. Es wurde leider ausgesetzt und das Bad das in der Nähe war ist seit der Pandemie geschlossen.


    welche form der therapie hatten sie?

    Es war einmal jemand aus der Tiefenpsychologie, diese Einheiten wurden von der Krankenkasse übernommen. Im Grunde war es eine Dame, die mir einfach nur zuhörte. Danach war es noch einmal sehr ähnlich wobei ich diese Stunden selbst bezahlte. einmal war es etwas Systemisches, ich kann mich aber nicht mehr gut daran erinnern. Es waren nur zwei oder drei Einheiten. Auch dabei hatte ich nicht den Eindruck, dass es was für mich gewesen wäre.

  • Ja, es ist ein Kommen und Gehen der Ohnmacht oder dem Gefühl, das damit einher geht. Ich habe sogar einges davon daheim, wobei mich Baldrian jedoch leider sediert. Mit einfachen Dehnungsübungen geht es bei mir. Was ich sehr mochte war ein Aquatraining für Senioren. Es wurde leider ausgesetzt und das Bad das in der Nähe war ist seit der Pandemie geschlossen.

    Grad bei den Thema gibt es halt viel Auswahl. Es muss ja nicht Baldrian sein. Gegen innere Unruhe und Nervosität hilft auch Melisse, Kamille, Lavendel, Weißdorn Passionsblume,.... Ob Tee oder natürliches Mittel bleibt dir überlassen. Wenn du jetzt aber einen Passionsblumentee trinkst, muss dir klar sein, ein Tee hat eine geringere Dosierung wie Passedan wo auch Passionsblume drinnen ist. Generell haben halt natürliche Mittel eine höhere Dosierung. Aber trotzdem muss man das meist über eine gewisse Zeit nehmen/trinken. Erst dann können sich die Inhaltsstoffe im Körper anreichern und die Speicher wieder auffüllen.

    Such dir ein neues Hobby oder irgendwas wo du sonst soziale Kontakte pflegen kannst. Sich Zeit für sich nehmen und Dinge machen, die einem Spaß machen und Freude bereiten, ist auch sehr wichtig.

  • Du hast recht Berbar ich war in der Apotheke und habe mich beraten lassen. Da hat man mir auch zu diese pflanzlichen Mitteln geraten, unter anderem auch zu den Passedan Tropfen. Die nehme ich seit etwa zwei Wochen regelmäßig. Vor allem vor dem Schlafengehen, zum Durchschlafen. Nichts ist zehrender als wenn man unausgeschlafen aufwacht. Ich bin dann nicht mehr in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Momentan fühle ich mich stabil, was vermutlich auch am Sommer liegt, da bin ich einfach viel mehr draußen und beschäftige mich nicht ausschließlich mit mir selber. Ablenkung hilft mir auch.


    Jedenfalls Danke, ich denke ich bin auf einem guten Weg zur Zeit.


    :)