Inflation – ein brisantes Thema der näheren Zukunft!

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  • Die enorme Ausdehnung der Geldmenge weltweit wird den Inflationsdruck in der näheren Zukunft erhöhen. Damit verbunden ist immer die Frage, wer von der Inflation am meisten geschädigt wird. Ganz sicher betroffen sind die Nominalwertbesitzenden (Sparheft- und Obligationenbesitzende, Pensionskassen), dann aber auch die Lohnempfänger, da seit langer Zeit der Inflationsausgleich auf den Löhnen nicht mehr selbstverständlich ist.


    Bei der Forderung nach einem Inflationsausgleich (Löhne, Ausgleich kalte Progression bei den Steuern, Mieten) besteht die Schwierigkeit, dass für die Preisentwicklung einer Volkswirtschaft kein wirklich objektives Mass existiert. Der Warenkorb der Inflationsstatistik repräsentiert in seiner Zusammensetzung den durchschnittlichen Konsum eines durchschnittlichen Haushalts. Aber einen solchen Durchschnittshaushalt gibt es nicht! Der Konsumkorb eines Langzeitarbeitslosen und der eines renommierten Wirtschaftsanwalts haben kaum etwas gemein. Nicht wenige Güter, die in die Inflationsrechnung eingehen, finden sich im Einkaufsbeutel des unteren Bevölkerungsfünftels überhaupt nie. Wenn die Preise für Grundbedarfsgüter kräftig anziehen, die langfristigen Gebrauchsgüter und Markentextilien dagegen teilweise sogar sinken, dann bluten eben die am meisten, deren Einkommen nur den Grundbedarf deckt. Ganz schlimm für die unteren Einkommensschichten ist die Nichtberücksichtigung der Krankenkassenprämien im Landesindex der Konsumentenpreise, da diese jährlich überdurchschnittlich stark steigen und zum Grundbedarf zählen.


    Die Inflationsrate – und zwar die reale, keineswegs bloss eine „gefühlte“ – differiert somit erheblich mit der Einkommensklasse und ihren Lebenshaltungskosten. Mit dieser Problematik beschäftigt sich die Politik zurzeit nicht, wird sich ihr aber demnächst stellen müssen.

  • mupli  Transmitter @ros


    In Gablers Wirtschaftslexikon wird Deflation in der Kurzform, wie folgt definiert :

    Zeitperiode mit negativer Inflationsrate und wirtschaftlicher Krise; im Unterschied zur Inflation mit steigenden Inflationsraten und
    zur Disinflation mit abnehmenden, aber positiven Inflationsraten ist die Deflation mit Senkungen des Preisniveaus verbunden.


    Hier wurde zuletzt Deflation mit Stagflation verwechselt.
    Bei einer Stagflation treten Inflation und wirtschaftliche Stagnation oder wirtschaftlichem Minuswachstum treten gemeinsam auf.
    Das weitere Kennzeichen einer Stagflation, wachsende Arbeitslosigkeit verbunden mit sinkender Kaufkraft aus Ausarbeit, tritt aus zwei Gründen noch nicht signifikant auf. Einmal wirkt die Buchgeld-Schwemme nach, dann haben zweitens viele Nationen versucht die wirtschaftlichen Folgen für KMU aber auch grosse Kapiltalgesellschaften zu mildern.


    Auf dem Sektor Kapitalanlagen gab es seit dem Finanzdesaster 2007/8 bereits eine hohe Inflation (auch wenn es da üblicherweise Wertsteigerung heisst)

    wegen der viel zu niedrigen Zinsen bis zu Negativzinsen für Kredite. Es gab so noch das notwendige Wachstum oder besser Vermehrung, ohne die der das kapitalistische Wirtschaftssystem definitiv nicht funktioniert.


    Die Nationalbanken stehen vor dem Dilemma, die Vermehrung des Buchgeldes stärker zu regulieren, um die Inflation einzudämmen.

    Dann geht es aber mit dem Wirtschaftswachstum bachab.

    Wird die Regulation des Buchgeldes wieder abgeschwächt steigt die Inflation.


    Die jetzige Inflation aus zu viel Geldmenge wird aber noch verstärkt durch die inflationär teurer werdenden fossilen Energieträger, die aber immer noch existenzielle Bedeutung haben.

  • oytenkratos


    Ich glaube sie haben recht.

    Transmitter hatte wahrscheinlich wirklich Stagflation und nicht Deflation gemeint. Mir ist jedenfalls derzeit kein Land bekannt, welches einer echten Deflation ausgesetzt ist.


    Eine Stagflation, wie oben beschrieben, ist allerdings in einigen Ländern durchaus zu erkennen. Insbesondere in Ländern deren Volkswirtschaften schon seit Jahren immer nahe an einer Rezension waren.