Demokratie heisst Meinungsstreit

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  • Demokratie heisst Meinungsstreit, Rede und Gegenrede, Mainstream und Opposition. Nur dann kommen halbwegs vernünftige Entscheidungen zustande. Wo alle das Gleiche denken und erzählen, wird es gefährlich. Demokratie ist die Staatsform der institutionalisierten Alternativen. Wo es keine Alternativen mehr gibt, haben wir auch keine richtige Demokratie mehr.

  • Rede und Gegenrede

    Das klingt in meinen Ohren für eine lebendige Demokratie zu stark nach:


    "X" RednerInnen, "y" GegenrednerInnen gleich "x" plus "y" verschiedene, starre Meinungen.


    Ich verstehe unter Demokratie und Meinungsstreit eher:


    Meinung (Idee, Wahrnehmung, ...), Rede, Gegenmeinung (Gegenidee, Gegenwahrnehmung, …), Gegenrede, Faktencheck, Meinungsbildung, Gegengegenrede, Faktencheck, Meinungsbildung, Gegengegengegenrede, Faktencheck, Meinungsbildung,....., Gegengegengegen...rede, ....., Meinungskonsolidierung, Abstimmung, Mehrheitsbeschluss.


    C-O-R-A

    #2746Δ9

    Tags mit Threads von mir, die mich zurzeit vorwiegend beschäftigen

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    01-04-22 <- UMWELT <- KRIEG IN EUROPA  01-05-22 <- BILDSPRACHE <- FRAUEN  06-05-22 <- KRANKENKASSEN 15-05-22

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    Ich freue mich auf jede konstruktive Meinung von dir.

    Insbesondere auf jene der ehrlich-witzigen und/oder kritisch-konstruktiven Art.

  • Demokratie heisst Meinungsstreit, Rede und Gegenrede, Mainstream und Opposition. Nur dann kommen halbwegs vernünftige Entscheidungen zustande.

    Für eine Demokratie sind Rede, Gegenrede und Austausch von Argumenten bei jedem gesellschaftlichen Treffen, bei dem sich die Kontrahenten mit Themen auseinandersetzen, unabdingbar. Sich auf Argumente einzulassen ist der Sinn jedes Gesprächs.


    Dialektik [griech. »Unterredungskunst«]: urspr. die Kunst, in Rede und Gegenrede durch

    Aufdeckung der Widersprüche zur Wahrheit zu gelangen.


    Vorreiter dieser Gesprächskultur war Platon. Unter einem dialektischen Gespräch (Dialog im engeren Sinne) ist bei Platon nicht jede beliebige Unterhaltung, sondern strenger Wechsel von Frage und Antwort zu verstehen.


    Dabei wird vorher vereinbart, wer die Fragen stellt und wer antworten muss. Der Frager ist dabei im Vorteil, da er das Gespräch führt und der Antworter nur reagieren kann. Daher kann auch zwischendurch Rollentausch verabredet werden. Wie sich aus Platons Dialogen ablesen lässt, war dieses Verfahren ursprünglich in Sophistenkreisen entwickelt worden. Sie boten vor Publikum an, alle ihnen gestellten Fragen zu beantworten. Das gab ihnen Gelegenheit, ihr Wissen und ihre Gewandtheit im Argumentieren besonders effektvoll zu demonstrieren.


    Daraus konnte ein regelrechter Wettkampf zwischen Frager und Antworter werden. Wenn alle Fragen beantwortet waren und dem Frager keine weiteren Fra­gen zum Thema einfielen, war der Antworter der Sieger und erhielt entsprechenden Beifall. Umgekehrt hatte der Frager die Chance, durch geschickte Fragen den Ant­worter in Widersprüche zu verwickeln und selbst als Sieger das Feld zu verlassen.


    Doch das war bei geübten Sophisten nicht so einfach, denn sie hatten natürlich ihre Tricks und beantworteten z.B. unangenehme Fragen so ausführlich und umständ­lich, bis die Zuhörer die eigentliche Frage vergessen hatten. Der Frager konnte dem entgegenwirken, indem er möglichst Entscheidungsfragen stellte, die also mit ja oder nein beantwortet werden mussten. Der Frager konnte aber auch großzügig sein, wenn der Antworter zögerte oder eine Frage kritisierte. Er konnte dann auf die Antwort verzichten und eine neue Frage stellen. Er konnte auch anbieten, ein Zugeständnis zurückzunehmen. Das Ganze war ein Wettstreit, bei dem es nur scheinbar um die Klärung einer Sache ging, in Wirklichkeit jedoch allein darum, einen Sieger zu ermitteln.

  • Also mehr Gerede und die eigenen Interessen als Sieger durchsetzen ohne den Verlierern zuhören und auch deren Interessen respektieren (berücksichtigen) macht also eine bessere Demokratie :?:

    Nach Aristoteles in der sogenannten "Nikomachäischen Ethik" sollte Demokratie die Herrschaftform sein, die dem Allgemeinwohl dient, möglichst vielen in der jeweiligen Gemeinschaft. Aber nicht möglichst wenigen, die in ihrer Güte Gnadenerweise erbringen.


    Seit es die derart professionellen Meinungsmacher und Mehrheitsbeschaffer und dem ganzen Gerede und Nachplappern in den digitalen Blasen, geht es mit einer Demokratie die der Gewalten- und Macht-Teilung, nicht nur in den staaatlichen Organen, sondern in der ganzen Gesellschaft, immer weiter bachab. Die verschiedenen Demokratieformen werden immer mehr von Finanzgewaltigen dominiert.

    Gegen


    Auch nur mit dem materiellem Wohlstand, von einem guten Leben schon gar nicht mehr, geht es immer mehr Menschen auch in Demokratien immer schlechter, siehe in den USA. Die Menschen in der Mittelschicht werden immer weniger.


    Für die Besitzstands-Wahrer und Besitzstands-Vermehrer sind die verschiedenen Demokratie-Formen allerdings die besten Herrschaftsformen.

    Bei allzu grosser Ungleichheit in einer Gesellschaft sinkt das Wachstumspotential. Wenn es insgesamt immer weniger gibt, bleibt immer weniger für die weniger Besitzlosen.