Schenkungssteuer

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  • Liebe Forumgemeinde


    Wir sind eine Erbengemeinschaft bestehend aus vielen Geschwistern. Der Erblasser ist unser Vater, verstorben im Jahre 2004. Der Nachlass besteht aus einer Liegenschaft.


    Nun möchte ich aus der Erbengemeinschaft austreten und meinen Erbanteil den in der Erbengemeinschaft verbleibenden Geschwistern zu gleichen Teilen schenken.


    Meine Frage: Fällt die Schenkungssteuer eigentlich im Kanton an, in welchem die Liegenschaft steht oder im Wohnkanton der einzelnen Geschwister?


    Zum Voraus schon vielen Dank für allfällige Antworten.


    Gruss


    Tilia

  • tilia


    Ich bin mir hier nicht über jedes Detail sicher.

    Doch nach meiner Erfahrung und Wissen fällt die Schenkungsteuer bei den Beschenkten an. Also in deren Wohnkanton.


    Doch durch den Schenkungsvorgang ändern sich die Eigentumsverhältnisse an der Liegenschaft.

    Es kann also möglich sein, dass durch diesen Vorgang zum Beispiel Grundstücksgewinnsteuern zu Lasten der Erbschaftsgemeinde anfallen, die dann wahrscheinlich in dem Kanton anfallen, wo sich die Liegenschaft befindet.

    Hier nehme ich an dass die Erbengemeinschaft dort besteuert wird, wo sich die Liegenschaft befindet.


    PS: Ich hoffe ihnen geht es gesundheitlich soweit gut.

    LG. Rodizia

  • tilia


    siehe: https://www.zh.ch/de/steuern-f…und-schenkungssteuer.html



    Zitat:

    [Mehrere Kantone: Die Steuer auf Schenkungen des beweglichen Vermögens wird durch den Kanton erhoben, in dem die Schenkerin oder der Schenker zum Zeitpunkt der Schenkung seinen Wohnsitz hatte. Werden Grundstücke verschenkt, ist der Kanton zuständig, in dem diese gelegen sind.


    Schenkende Person übernimmt Steuer: Übernimmt die Schenkerin oder der Schenker die Bezahlung der Schenkungssteuer, so ist für die Steuerveranlagung der Gesamtwert der Zuwendungen (Schenkung inkl. der übernommenen Steuer) massgebend.]



    idealerweise fragen sie die steuerbehörde ihrer gemeinde an, die können ihnen genau erklären was wie wo.



    herzliche grüsse

  • tilia


    oops.

    Das scheint etwas komplizierter zu sein, als ich zuerst dachte.

    Wenn sie aus der Erbschaftsgemeinde austreten und ihren Anteil an den Rest der Gemeinschaft vermachen, dann wären sie also die Schenkerin und sie würden an ihrem Wohnkanton dafür besteuert werden.

  • insich+


    Nach meinem Wissen....

    Ja und Nein. In diesem Fall muss tatsächlich zweimal gesteuert werden. Ist also keine eigentlichen Doppelbesteuerung.

    Das kommt daher, dass die Erbschaft 2004 und die (künftige) Schenkung rechtlich zwei verschiedene Geschäfte sind.


    Hätte tilia damals die Erbschaft zu Gunsten der anderen Geschwister ausgeschlagen, anstatt jetzt Jahre später den Anteil zu schenken, wäre nur die Erbschaftssteuer angefallen.


    PS: Es ist aber möglich, dass das kantonale Steueramt in @Tilias Fall zu einer anderen Einschätzung kommt, weil es zwischen der Erbschaft und der Schenkung einen kausalen Zusammenhang gibt. Und deshalb steuerrechtlich als ein einziges Geschäft betrachtet wird.

  • tilia

    Die Sache ist wirklich viel komplizierter, als ich zuerst dachte.

    Schenkungen werden kantonal sehr unterschiedlich besteuert.


    Und deshalb würde ich jetzt mal dem Rat von DamienS folgen und zuerst mal beim für sie zuständigen Steueramt nachfragen. Und vielleicht zuvor noch auf der Website ihres Wohnkantons nachschauen.


    Meine erste Antwort beruhte auf etwas veraltetem Wissen aufgrund meiner eigenen Erfahrung. War aber für meinen damaligen Wohnkanton schon richtig. Und es ist dort grundsätzlich immer noch so, dass der Beschenkte eine Schenkungssteuer zu entrichten hat. Wobei der Schenker noch solidarhaftend für die Schenkungssteuer ist.


    Doch gab es auch in diesem Kanton eine Gesetzesänderung und heute müsste ich für die damalige Schenkung auch keine Schenkungsteuer mehr bezahlen.


    PS: Beachten sie die Frage von insich+.

    Es ist nämlich möglich, dass gar keine Schenkungssteuer mehr erhoben wird, weil zuvor schon eine Erbschaftsteuer erhoben wurde.


    LG.Rodizia

  • Nochmals besten Dank für eure geschätzten Antworten.

    Auf den Nachlass von Vater mussten wir Geschwister nie Erbschaftssteuern bezahlen, da wir alle in Erbschaftssteuern freien Kantonen wohnen.

    Dass aber Schenkungssteuern für meine Geschwister anfalllen in gegebener Situation, steht nicht zur Diskussion. Niemand von uns wohnt in einem Schenkungssteuer freien Kanton, ebenso wenig die Liegenschaft (;)). Aus dem Link (zwar wohnt niemand von uns Geschwistern im Kt. ZH) von DamienS - dafür besten Dank! - wage ich jedoch abzuleiten, dass die Schenkungssteuer dem Kanton zufliesst, in welchem die Liegenschaft steht. Bei einer Liegenschaft handelt es sich ja um unbewegliches Vermögen. Egal, in welchem Kanton diese steht ;).

    Heute Morgen stellte ich die Frage tel. unserer Steuerverwaltung. Die Dame am Telefon meinte, sie müsse das zuerst abklären ;). Noch habe ich keinen Rückruf erhalten.

    Seid herzlich gegrüsst

    Tilia

  • tilia


    vielen dank fuer die weiteren infos und die aktualitäten. ich ging davon aus, dass die erbschaftssteuer etc. eidgenössisch und nicht kantonal geregelt sind. weshalb ich den zürilink als 'allgemeingültig' sah. trotzdem bei solchen dingen ist eine anfrage bei der konkreten behörde die, hoffentlich, zuverlässigste auskunft. neben einem steuerrechtsexperten natuerlich.


    ich bin gespannt was die dame auf ihrer steuerverwaltung herausfindet. ;)


    herzliche grüsse

  • DamienS


    Danke für Ihren Beitrag. - Jaja, mit dem CH Kantönligeist ist das halt so eine Sache ;). Nicht nur betr. Steuern ;)....


    Also - die Angelegenheit verhält sich so: Die Schenkungssteuer für die Liegenschaft (als unbewegliches Vermögen) fällt im Kanton an, in welchem sich das Objekt befindet. (Für bewegliches Vermögen im Kanton der schenkenden Person)


    Herzliche Grüsse

    Tilia

  • tilia

    In welchem Kanton wohnen Sie und in welchem Kanton ist die Liegenschaft, welche der Erbengemeinschaft gehört? Steuerrecht ist mein Spezialgebiet, so dass ich da leicht die anwendbaren Vorschriften raussuchen und schicken kann. Die Erbschafts- und Schenkungssteuer und die Grundstückgewinnsteuer sind kantonale Steuern und keine Bundessteuern. Jeder Kanton kann also sein eigenes Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz und Grundstückgewinnsteuergesetz haben und das so regeln wie er möchte. Es ist auch möglich, dass Kantone Erbschaften oder Grundstückgewinne auf Liegenschaften besteuern, welche im Kanton liegen, auch wenn die schenkende Person oder die beschenkte Person nicht im Kanton lebt. Falls Sie später je Ergänzungsleistunen zur AHV/IV benötigen, kann es sein, dass die Schenkung dazu führt, dass Sie keinen Anspruch oder einen geringeren Anspruch auf Ergänzungsleistungen haben. Im Falle einer Invalidität benötigt ein grosser Prozentsatz der invaliden Personen Ergänzungsleistungen zur IV. Bei Personen im Rentenalter für eine AHV benötigt im Fall eines Eintritts in ein Pflegeheim wegen der sehr hohen Kosten für das Pflegeheim ebenfalls ein gewisser Prozentsatz Ergänzungsleistungen zur AHV. Bei der Berechnung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen wird Vermögen, auf das verzichtet (z.B. verschenkt) wurde angerechnet, wie wenn man eine gleichwertige Gegenleistung in Form von Geld erhalten hätte und dieses Verzichtsvermögen wird ab dem zweiten Jahr nach der Schenkung pro Jahr um 10'000 Franken vermindert. Darüber hinaus wird ohnehin bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen jährlich nur zwischen einem Zehntel und einem Fünftel des Teils des Vermögens, der einen Freibetrag übersteigt als Einnahme angerechnet. Wenn der verschenkte Betrag nicht hoch ist und es viele Jahre zwischen der Schenkung und dem Jahr dauert, in dem Ergänzungsleistungen benötigt werden, kann es also sein, dass die Schenkung dann keine Auswirkung mehr auf die Höhe des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen hat.

  • Sozialversicher


    Vielen Dank für Ihren wertvollen, interessanten Beitrag! Sehr gerne wäre ich näher darauf eingegangen. Aber ich habe mich entschieden, mich sofort wieder aus dem Forum zurückzuziehen (Der Grund dafür wird wohl unschwer zu erraten sein...). Vorher aber möchte ich Ihnen noch danken für ihr grosses Engagement im Forum, ihre fundierten Tipps, ihre gratis Beratungen, in welche Sie so viel Zeit investieren.


    Herzliche Grüsse

    Tilia