Vetorecht der Mütter

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  • Bravo Beobachter,

    Ich begrüsse den fundierten Bericht zum Thema Sorgerecht. Als Berater bei der IGMZürich habe ich oft mit Konflikten getrennter oder geschiedener Eltern bezüglich ihrer Kinder zu tun. Der Beobachter fragt nach Erfahrungen mit gemeinsamem Sorgerecht? Leute mit gemeinsamer Sorge regeln ihre Probleme offenbar selbst und haben wenig Anlass Berater aufzusuchen. Unsere Erfahrungen betreffen deshalb leider vor allem die nachteiligen Folgen eines nicht gemeinsamen Sorgerechts!

    Gemeinsame Sorge nur auf Antrag beider Eltern heisst in der Praxis: Staatlich anerkanntes Vetorecht der Mutter. Das Gesetz spricht von Zuteilung des Sorgerechts, in Tat und Wahrheit regelt er das Wegnehmen bzw. die amtliche Entlassung der Väter aus der Verantwortung. Verheiratete Eltern haben ja beide gemeinsam die elterliche Sorge! Es ist eine Schande, dass ein Richter zudem noch die Möglichkeit hat, einen gemeinsamen Antrag für gemeinsames Sorgerecht allenfalls abzulehnen, wogegen von keiner Mutter erwartet wird, ihr Veto dagegen auch nur zu begründen!

    Was ist für Kinder das Beste? Eltern haben gem. Art. 274 ZGB alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigt. Mit der entzogenen väterlichen Sorge fördert der Staat aber selbst eine solche Beeinträchtigung! Kürzlich suchte ein geschiedener Vater zusammen mit seinem Sohn Rat bei mir: Der Junge hat nicht akzeptiert, dass sein Vater für seine Belange nicht entscheiden und unterschreiben konnte. Verständlich, er wohnte schon seit längerer Zeit beim Vater. Er fand das äussert stossend und war interessiert an einem Medienkontakt. Ich bin gerne bereit, dem Beobachter die entsprechende Adresse zu vermitteln.

    Die Absicht des Gesetzgebers, im Interesse der Kinder keinen zusätzlichen Anlass für Konflikte geschiedener Eltern zu geben, ist sicher lobenswert. Wenn er aber meint, deshalb einseitig Machtmittel zuteilen zu müssen, so erreicht er in der Praxis leider das Gegenteil! Wie in aller Welt soll denn ein vorgegebenes eingerichtetes Machtgefälle bei Uneinigkeit Streit vorbeugen? Als Berater sehe ich leider oft, dass einseitig entzogene Sorge einen Konflikt anheizt, wenn nicht sogar erzeugt! Zum Wohle der Kinder?

    Diese Praxis des Entzugs geht einher mit weiteren Diskriminierungen des nicht sorgeberechtigten Vaters: zum Beispiel sagt ihm der Richter, das Abholen und Bringen der Kinder sei allein seine Sache und die Kosten für die Kinderbesuche gingen allein zu seinen Lasten. Dies obschon Väter üblicherweise gleichzeitig auch während der Besuchszeiten den vollen Unterhalt für die Kinder bezahlen!

    Argumente gegen gemeinsame Sorge im Regelfall basieren häufig auf einer Verwechslung von Sorge und Obhut: Gemeinsame Sorge bedeutet ja überhaupt nicht zwingend auch gemeinsame Obhut! Gemeinsame elterliche Sorge impliziert selbstverständliche Kontaktmöglichkeiten zwischen Kindern und beiden Elternteilen und erfordert deshalb keine explizierte Formulierung eines Besuchsrechts. Die Verständigung wird dadurch gefördert und eine durch einseitige Machtzuteilung indirekt staatlich ermunterte Verweigerungsmöglichkeit entfällt damit automatisch!

    Wir von der IGMZürich haben damals gegen das neuen Scheidungsgesetzes das Referendum ergriffen, leider erfolglos! Unsere Hauptargumente waren der fehlende Regelfall bei der gemeinsamen elterlichen Sorge und die erforderliche viel zu lange vierjährige Wartefrist für die Scheidungsklage. Der zweite Punkt ist beim Parlament nun in Arbeit. Auch für die elterliche Sorge ist dringend eine Gesetzesänderung erforderlich, die die elterliche Sorge im Regelfall beiden Elternteilen belässt!

    Mit http://www.igm-zh.ch informieren wir über unsere Angebote in der Region Zürich/Ostschweiz: Jeden Dienstag um 18:00 ein kostenloser Treff sowie Angebote für persönliche Beratung.

    Hanspeter Küpfer, IGMZürich

    Unsere Kontaktadresse:

    IGMZürich

    Sekretariat

    Konradstr. 55

    8005 Zürich

    Tel 01 362 99 80

    igm-zh@bluewin.ch

    http://www.igm-zh.ch

  • soll ich jetzt doch tatsächlich mitleid mit den armen männern bekommen, welche glauben, dass ein bisschen alimente zahlen bereits alles ist, was kinder brauchen? also wenn ich auch noch das reisegeld für die besuche meines ex-partners bezahlen oder vielleicht noch den taxidienst spielen müsste, ginge ich freiwillig ins rrenhaus...hoffentlich darf ich das kind dann mitnehmen

  • Hallo Susan

    Deine tollen Worte in Ehren, aber hast du schon mal ausgerechnet, wieviel du eigentlich zu viel bekommst von deinem "sicher" kleinen Unterhalt. Falls und ich meine

    "falls" das Besuchsrecht wirklich zustande kommt würde es mancher Frau sicher mal gut tun, einmal die folgende Rechnung zu machen. Ich zum Beispiel habe zwei Kinder. Sie dürften offiziell 2 Wochen Ferien, ein Wochende und zwei halbe Tage mit mir verbringen. Das gibt zusammen rund 66 Tage im Jahr. Nun überlege mal schon diese Ungerechtigkeit in finanzieller Hinsicht. Du bekommst für gut 2 Monate Unterhalt und musst in dieser Zeit nicht mal für deine Kinder sorgen. Sicher kommt nun das Argument mit den Kleidern usw.... Aber ich glaube in dieser Sache sind die Unterhaltsberechnungen nicht knauserig. Mal ehrlich, bräuchtest du (in meinem Fall) monatlich Fr. 800.- pro Kind? Ich habe für mich jedenfalls nicht so viel. An neue Kleider schon gar nicht zu denken. Ich möchte dir hier obwohl du anonym geschrieben hast einfach mal kurz aufzeigen, dass Frauen "meist" gar nicht schlecht mit dem Unterhalt fahren. Ich hoffe für dich, dass du auch einmal so eine objektive, leider von den Gerichten nie beachtete Berechnung anstellst.

    Beat

  • Ciao Beat

    Ich bin zwar nicht Susan, doch erlaube ich mir Dir was zu sagen:

    Ich denke die Fr. 800.-- pro Kind (und Du bekommst sicher noch die Kinderzulagen - ich weiss: es ist in gewissen Kantonen sehr wenig!) ist nicht ueberrissen, obwohl Du Deine geliebten Kinder NUR 66 Tage im Jahre hast. Es geht ja nicht nur um Kleider, Schuhe etc., es geht vielleicht auch noch darum, dass eine alleinerziehende Mutter (darf auch Vater sein!) nicht 100% arbeiten kann/will und somit auf das Geld angewiesen ist. Vielleicht muss man ja mit diesem Geld noch Tages-heim/-mutter od. Krippe, Sportunterricht, Musikunterricht, geschweige von Krankenkasse od Zahnarztversicherung etc. bezahlen!?!? Fuer die Person die das Geld bekommt, ist es sicher nicht viel, aber eben, vielleicht fuer die Person die zahlen muss, kann es sehr happig sein! Ich denke, fuer die Kinder Alimente zu bezahlen ist i.O., doch hier in der Schweiz muessen so viele noch fuer die Ex-Frau - Ex-Mann bezahlen, was ich nicht ganz verstehen kann! Ich persoehlich bekomme nackte EURO 250.-- fuer meine 8-jaehrige Tochter und fuer mich habe ich nichts verlangt, da ja mein Ex-Mann auch irgendwie sein Leben wieder in den Griff bekommen sollte. Mir ist viel wichtiger, dass meine Tochter ihren Vater regelmaessig sieht und sich gut mit ihm versteht! (Uebrigens, er wohnt im Elsass und kommt jedes 2. Wochenende in die Zentralschweiz und holt/bringt unsere gemeinsame Tochter!!)

    Beat, das wichtigste ist, DU liebst Deine Kinder und wirst von ihnen auch geliebt; und kannst auch weiterhin den Kontakt mit ihnen pflegen (toent voellig bloed!). Geld spielt eine Nebensache, obwohl wir ALLE es brauchen um irgendwie zu ueberleben.

    TOI TOI TOI wuensch ich Dir, auch wenn Du nicht viel Geld zur Verfuegung haben solltest! (Auch mein heutiger Partner muss fuer zwei Kinder PLUS seine Ex-Frau Unsummen bezahlen, doch die Kinder sind ihm/uns wichtiger als alles andere!)

    Sophie

    (siehe doch auch meine Meinung - ich kann's nicht fassen vom ....)

  • Lieber Hanspeter

    Gemeinsame Sorge - NEIN DANKE!

    Mein Freund plagt sich mit der gemeinsamen Sorge rum. Er betreut die Kinder an zwei Tagen pro Woche und jedem zweiten Wochenende. Er macht dies absolut super (kochen, waschen, Aufgabenbetreuung, trösten, spielen usw.). Nur, ein Mitspracherecht betreffend Erziehung usw. hat er nicht. Die Exfrau bestimmt was läuft. Zudem wird von ihr verlangt, dass er jederzeit zur Verfügung stehen muss für zusätzliche Betreuungstage, diese jeweils kurzfristig angesagt, immer mit den Hinweis auf die gemeinsame Sorge. Mein Freund liebt die Kinder über alles, doch arbeiten sollte er ja trotzdem irgendwann noch (bezahlen tut er, als hätte die Exfrau das alleinige Sorgerecht, hier gilt für sie nicht das Wort "gemeinsam"). Meine Freundin ist geschieden, hat das alleinige Sorgerecht. Trotzdem steht sie mit dem Exehemann in Verbindung, wichtige Entscheidungen werden gemeinsam getragen.

    Gemeinsame Sorge setzt voraus, dass man miteinander reden kann. Geht dies nicht, nützt auch eine gemeinsame Sorge nichts! Mein Freund hat dies nur auf dem Papier, durchsetzen kann er es nicht, solange seine Exfrau sich dagegen sträubt.

    Also, auch wenn z.B. die Mutter das alleinige Sorgerecht hat, kann der Vater ein Mitspracherecht haben.

    Liebe Grüsse

    Esther