Jeder sollte gehen können wann er will ...

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  • Hallo

    Ich finde die Dienstleistungen der genannten Firmen einen Segen für die Menschheit. In Anspruch nehmen muss diese ja nur derjenige, der damit kein Problem hat. Ich habe da durchaus Verständnis für Leute die dies keinesfalls wollen, gerade auch aus religiösen Gründen.

    Für mich selbst gesehen gibt es sicher den Punkt im Leben, ab dem das Leben nicht mehr lebenswert ist. Schmerz und Leid überwieget, die Lebensqualität ist arg eingeschränkt und man das Leben wird quasi nur noch durch teure Medikamente verlängert. Da selbst einen Strich ziehen zu können und dafür bei Bedarf die erforderliche professionelle Hilfe kriegen zu können, finde ich sehr wichtig.

    Sicher allemal besser als sich, im schlimmsten Falle noch vergeblich, versuchen das Leben zu nehmen.

    Die gegenwärtige Situation mit angemieteten Sterbehäusern in Wohnquartieren etc. ist sicher suboptimal. Ideal wäre die Eingliederung solcher Dienstleistungen in Spitäler und Sterbehospize.

  • Hallo Peter

    Für uns in der Schweiz ist die momentane Regelung optimal.

    Ob allerdings die Schweiz das Sterbe-Haus für ganz Europa sein soll, ist sicher eine andere Frage.

    Gruss

    Silvia

  • Guten Morgen zusammen,

    Ich bin 40-Jährig, und ich habe mir auch gedanken gemacht über freitod. Leben ist nicht mehr wert, ich bin nicht mehr wert, wenn man sich so fühlt und so auch behandelt wird, soll man entscheiden dürfen so eine elend zu beenden und sich befreien dürfen. Ich bin gläubig und glaube an Gott, aber ich habe kein kraft mehr, keine wille, keine lust mich ständig erklären und rechtfertigen zu müssen. Diese Adresse speichere ich mir auf jedne fall.

    Liebe Grüsse

    M. K.

  • Wenn jemand in der Lage ist, selber zu entscheiden, dann hat er das Recht, sein Leben als lebenswürdig oder nicht mehr lebenswürdig zu beurteilen. So möchte ich es ebenfalls handhaben. Von meinen Kindern erwarte ich, dass sie dies akzeptieren und - sollte ich jemals nicht mehr in der Lage sein, selbst zu entscheiden - in meinem Sinne für mich entscheiden. Sie wissen von diesem Wunsch.

    Ich hatte schon mehrere Nahtoderlebnisse und weiss deshalb, dass der Tod schön und kein endgültiger Abschluss ist. Ich bin gläubig und fühle mich in Gottes Hand geborgen. Ich arbeite ab und an als Sterbebegleiterin und sehe es als Privileg und wunderbare Aurgabe an, Menschen in den letzten Minuten zur Seite zu stehen. Wieso nur haben wir in unserer Gesellschaft solche Mühe mit dem Tod?

    Ich bin NICHT lebensmüde und geniesse jeden Augenblick, doch ich will selber entscheiden, ob ich leben will oder mein Leben nicht mehr als lebenswürdig empfinde. Das ist nun einmal eine ganz persönliche Sache, denn es geht um das EIGENE LEBEN.

    Mit Sterbebegleitungsorganisationen wie Dignitas oder Exit habe ich Mühe. Ich würde nicht jedem Menschen, der dort mitarbeitet, blind vertrauen. Zudem gibt es eine grosse Anzahl an Institutionen, die Mitgliedschaften bei solchen Organisationen nicht akzeptieren. Sie stehen im Zwiespalt zwischen "der Patient wünscht" und "wir kämpfen für das Leben". Eine saubere gesetzliche Regelung ist in jedem Falle vonnöten.

    Noch kurz zum Platz der Dignitas in Wetzikon: Wieso dürfen Kindergartenkinder keinen Tod sehen? Man kann Kindern alles erklären. Sie verstehen sogar mehr als wir Erwachsenen oft denken. Das habe ich als Lehrkraft und als Mutter immer wieder festgestellt.

  • Die Haltung des Bundesrates ist doch paradox: da sollen uns die Renten gekürzt werden, weil wir angeblich zu alt werden und zuviel kosten, und andererseits sollen wir nicht früher sterben dürfen! Der Staat sollte doch froh sein um jeden alten, kranken, depressiven, unproduktiven Bürger, den er los wird und die Sterbehilfe nicht nur erlauben, sondern sogar fördern!

  • ich selber finde es ein Menschenrecht, dass jeder seinen Todeszeitpunkt bestimmen kann. Ich bin allerdings dagegen, Menschen zu Helfen, die zu feige sind, Suizid zu begehen, denn das ist nicht Sinn der Sache. Ich befürworte es da, wo Schmerzen nicht mehr gemindert werden können, wo keine Heilungschancen mehr gegeben sind, wo man noch Abschied bei klarem Verstand nehmen will........denn sind wir mal ehrlich, unser Tierschuitzgesetz ist weit Humaner als das "Menschengesetz".

    tiere dürfen von Ihrem Leiden erlöst werden, Tiere haben sogar Anwälte,die für Ihre Rechte einstehen, der Mensch als Person steht in unserer Gesellschaft immer weiter im Hintergrund. Wir verurteilen Länder, in denen Grossfamilien noch zum Alltag gehören, wieso??? da werden die Alten immer ein zu Hause haben,werden nicht in Heime abgeschoben..........uns fehlt das Verständins für die Bedürfnisse vieler Menschen,vor allem der älteren Menschen, nehmen uns zu wenig Zeit in der heutigen hektischen Welt, wir haben zu sehr ein Schubladisiertes Denken. Wer leidet soll gehen dürfen wann es für Ihn/Sie der richtige Zeitpunkt ist.

    ich für meinen Teil habe entschieden,im Falle eines Falles nicht an Lebenserhaltenden Maschinen angeschlossen zu werden.

  • Wie Marietta richtig bemerkt, werden "wir Alten" immer mehr zur Belastung der jüngeren Gesellschaft! Warum also nicht denjenigen, die das denn wollen, die Möglichkeit des Abschiednehmens von dieser Welt würdevoll und zu der Zeit, die sie als richtig erachten, zu ermöglichen. Eine andere Möglichkeit als EXIT (bin übrigens seit 15 Jahren Mitglied!!) und Dignitas wäre, die entsprechenden Medikamente durch den, Arzt an die Patienten abzugeben, so würden sich diese Organisationen erübrigen! Dies wäre jedenfalls menschenwürdiger, als darauf zu warten, dass sich "des Lebens müde" Leute von der Brücke in den Fluss oder vor einen Schnellzug schmeissen müssen!

    Irgendwie kommt mir das Verhalten der Politiker leicht krank vor: einesteils wird dauernd über alte und kranke gejammert, andererseits will man sie zum leben zwingen??!!

    Und für die Religiösen gilt meiner Meinung nach: wenn wir den Todeszeitpunkt Gott (ich meine den im Himmel, nicht den weissgekleideten) überlassen würden, hätten wir die Probleme, denke ich, schon lange nicht mehr!

  • Die bisherige Praxis ist an sich gut. Fragwürdig ist lediglich, ob die Freitodbegleitung kommerziell, als gewinnorientiertes Geschäft betrieben werden darf. Bei einem Verein kann man das per Statuten ausschliessen, ebenso die Werbung.

    Wenn keine Alternativen zur Verfügung stehen, dann muss die gängige Praxis in der Schweiz so bleiben wie sie ist. Ich weiss, was in einem Menschen vorgeht, wenn er sich für den Freitod entscheidet, ohne Zwang und bei vollem Bewusstsein. Ich habe einen Sohn im Alter von 25 Jahren so verloren. Er wusste genau, was er tat, und ich respektierte noch heute seinen Entscheid, auch wenn es hart war.

    Nach meiner Denkart hat jeder Mensch das Recht auf Leben, aber auch das Recht auf einen frei gewählten würdigen Tod. Wenn man das verbietet, dann würden Menschen zu unwürdigen Freitodarten gezwungen. Und das wäre – auch wenn es paradox klingen mag – in höchstem Masse inhuman.



  • Ich bin allerdings dagegen, Menschen zu Helfen, die zu feige sind, Suizid zu begehen, denn das ist nicht Sinn der Sache.



    Mit Erstaunen lese ich diese Passage!

    Ist den jemand wirklich zu Feige zum Suizid, wenn er - im Wissen um die Wirksamkeit des Mittels - Natriumpentobarbital selbstständig schluckt? Sollen wir wieder gezwungen sein, von einer Brücke zu springen, uns vor den Schnellzug zu werfen, mit dem Auto in einen Pfeiler zu preschen oder uns eine Kugel durch den Kopf zu jagen? Ist man also dann nicht feige, wenn wir möglichst noch Unbeteiligte an unserem Suizid teilhaben lassen. Also Lokomotivführer die mit diesem Trauma dann weiterleben müssen oder Feuerwehr; Sanität; Polizei, welche dann die Reste einsammeln können. Ich denke, ein Suizid hat gar nie etwas mit Feigheit zu tun.

    Aber Sie haben recht. Bei Tieren darf man - im Gegensatz zum Menschen - sogar aktive Sterbehilfe leisten.

  • Ich finde auch, dass das jede/r selber entscheiden darf über sein Leben oder eben über den Zeitpunkt wo sie/er es nicht mehr aushält zu leben.

    Der Tod und das Sterben sind ein Tabuthema über das nicht gerne gesprochen wird. Warum müssen Menschen,die z.B. eine unheilbare und unerträgliche Krankheit haben nicht das Recht haben Schluss zu machen. Wenn nötig eben mit Hilfe, wenn es nicht anders geht.

    Ich denke, man muss schon in guten Tagen ein Schriftstück aufsetzen in dem man seine Wünsche diesbezüglich niederschreibt. Unterschrieben von seinen Angehörigen und seinem Hausarzt. Louise

  • Danke Marietta für diesen Beitrag. Es wird immer gejammert, dass wir zu alt werden, aber die Wahl, unserem Leben ein Ende zu setzen und unseren Freitod selber zu bestimmen wird uns genommen. Ich könnte mir gut vorstellen, meinen Tod selber fest zu legen, damit ich keinem zur Last falle.

  • Sich bei der Verkürzung des eigenen Leidens helfen zu lassen, hat mit Feigheit nichts zu tun. Wenn man nicht den einsamen oder brutalen Suizidweg gehen will (vor einen Zug oder ins Wasser), ist heute ein sanfter und im Beisein von Angehörigen vollzogener Suizid nur möglich, wenn einem dabei jemand hilft. Das ist im Idealfall ein Mitglied des Suizidhilfevereins EXIT, das sich dazu hat ausbilden lassen, einem anderen Vereinsmitglied in einer solchen Situation beizustehen. Dann kann über einen Arzt, der das Rezept ausstellt, ein friedliches Sterben eingeläutet werden, bei dem die letzten Blicke des Sterbenden in die Augen jener Menschen tauchen, die einem lebenslang Geborgenheit und Glück geschenkt haben.