9-jährig und immer noch Windeln

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  • Hallo Leser/-innen

    Eine Freundin erzählte mir heute ein Problem. Sie ist Patin eines 9-jährigen Jungen, der immer noch Windeln braucht. Vor 3 Jahren wurde er von einem Psychiater untersucht, er riet zum Warten und zu Geduld. Die Familie (der Junge ist der Jüngste) ist mittlerweile am Ende, alle machen sich Selbstvorwürfe, sie haben alles ihnen mögliche versucht. Medikamente, Therapien, alle möglichen Arten der Erziehung von Strenge bis zu absoluter Zuwendung. Nichts funktioniert. Sagen sie, dass er jetzt aufs Klo gehen soll, weigert er sich, er müsse jetzt nicht und macht 5 Minuten später in die Hose. Er „terrorisiert“ die Familie, verlangt die absolute Aufmerksamkeit. Medizinisch wurde alles abgeklärt, nichts zu finden. Er ist eher überdurchschnittlich intelligent und hat ein gutes Verständnis für Zusammenhänge. In der Schule fällt er nicht auf, macht tüchtig mit und auch der Lehrer rät fürs Abwarten.

    Der Kinderarzt rät jetzt, ihn von der Familie zu trennen, da ein Mutter-Kind-Konflikt vorliege, der offensichtlich nicht zu lösen sei. Das heisst, Internat oder ähnliches. Die Mutter dachte anscheinend auch schon daran.

    Ich riet der Freundin, bei der Mutter darauf zu drängen, dass das Kind unbedingt psychiatrisch gründlich untersucht werden sollte, evtl. ein Aufenthalt in einer Kinderpsychiatrie. Denn mir scheinen diese Probleme gravierend.

    Mehr Informationen habe ich eigentlich nicht über die Situation.

    Ich versprach der Freundin, im Beo-Forum nach Ansichten und Meinungen zu fragen, deshalb schreibe ich hier.

    Wäre froh, um Meinungen, Eindrücke, Empfehlungen.

    rolf

  • Ich bin baff!

    (*_*)

    Also beim Neurologen war er schon?

    Wenn da wirklich nix ist, denke ich, dass es ein absoluter kleiner Trotzkopf ist, der sich selbst zu wenig ehrt.

    \@()

    P.S.: Ich würde zuerst zu Super Nany gehen, bevor ich ihn in ne Klinik stecke oder ihn von zu Hause weg schicke.

  • Es tut mir weh, dass jetzt einfach die Mutter daran Schuld haben soll. Weshalb versucht man es nicht mal mit der Methode des Apparates, welcher dem Kind die Möglichkeit gibt, sich in deer Nacht zu überwachen?

    Gerade weil der Junge aufgeweckt ist, nimmt er vermutlich sehr viele Eindrücke auf, vielleicht werden diese auch im Schlaf nicht immer gut verwertet.

    Er leidet doch auch unter dieser Situation, bestimmt könnte man auf seine Intelligenz appellieren.

    Wie gesagt, das geht doch nicht an, dass jetzt einfach die Mutter den Kopf hinhalten soll.

    Sicher sind bei ihr die Nerven blank, das ist doch auch bedingt verständlich. Auch die Mutter müsste hier moralische Unterstützung haben, keine Verurteilung.

    Belli2

  • Danke für deine Antwort.

    Ich meinte auch nicht, dass einzig ein Gerät helfen würde. Selbstverständlich ist das liebevolle Umgehen mit den Problemen des Kindes ebenso wichtig. Ich dachte nur, vielleicht als "Ergänzung", so eine Art Möglichkeit, weil das Kind mit diesem Gerät ebenso seine Aufmerksamkeit bekommt, sich wichtig (genommen) fühlt.

    Zu deinem Erlebnis der Scheidung deiner Eltern: Das ist sehr verständlich, dass du dich abgeschoben fühltest. Kinder nehmen oft sogar die Schuld für das Scheitern der Ehe ihrer Eltern auf sich.

    Das allerwichtigste ist hier wohl, dass Mutter und Kind Hilfe erhalten. Eine überforderte Mutter ist eben oft nicht mehr in der Lage, auf die Sorgen und Nöte des Kindes eingehen zu können, das gibt dann so eine Art "Teufelskreis".

    Die Gotte des Kindes könnte (und hat schon) sehr viel für die Familie getan.

    Von Herzen wünsche ich allen Beteiligten eine gute Lösung für das Problem.

    Kinder sind das höchste Gut, sie haben Anrecht auf Schutz und Hilfe.

    Belli2

  • Jetzt ist gerade ein sehr interessanter Artikel im neuesten Beobachter erschienen.

    Eben genau hier wird berichtigt, dass nicht immer ein psychisches Problem dahinter stecken muss. Somit liegt die Schuld für das Bettnässen nicht einfach generell bei den Eltern. Die Sache ist viel komplexer, und es gibt echte Lösungen dafür.