zurück zur Natur

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  • Unsere Wohlstandsgesellschaft ist doch super bescheuert: Da werden mit immensem medizinischen Aufwand zu früh geborene Kinder am Leben erhalten, die mit grosser Wahrscheinlichkeit auch noch als Erwachsene davon gezeichnet sind. Mit dem Aufwand, der nur schon bei einem Kind getrieben wird, könnten bei zig normal geborene Kindern etwa in Entwicklungsländern das Überleben gesichert werden.

    In vielen Gebieten herrschen Seuchen oder Mangelernährung, es gibt kaum medizinische Versorgung, ja nicht mal sauberes Wasser. Wer sich jetzt „ja, ja, das ist was anderes....“ denkt, der soll sich bitte vergegenwärtigen, dass wir „Weissen” direkt schuld an den Miseren der Entwicklungsländer tragen: Einerseits werden dieses Regionen schon seit Generationen ausgebeutet und unterjocht (Sklavenhandel, Rohstoffabbau etc.), so dass die Menschen dort verlernen mussten, wie sie sich selber versorgen können. Andererseits werden die verelendeten Gebiete in aller Regel von korrupten Regierungen geführt, die von den westlichen Regierungen gestützt werden. Jetzt wird wohl wieder der Gedanke keimen „das hat doch mit mir nichts zu tun...“ – vergiss es. Es hat sehr wohl mit Dir etwas zu tun: DU profitierst von der ganzen Misere mit – schau nun mal deinen Wohlstand an (den hast Du, sonst könntest Du jetzt diesen Text nicht lesen). Und DU verhinderst ziemlich sicher mit deinem (eventuell auch nicht eingeworfenen) Wahlzettel, dass in unsrem Land eine Politik betrieben wird, welche die Menschen im Ausland nicht besser unterstützt.

    Zurück zum eigentlichen Thema: früher war eine hohe Sterberate bei Geburten absolut normal, früher kam die Hebamme bei Entbindungen ins Haus. Heute werden die Infrastrukturen der Spitäler beansprucht, Hausgeburten sind äusserst selten geworden. Ich bin generell ein fortschrittlich denkender Mensch. Bei der Fortpflanzung sollten wir wieder mehr „zurück zur Natur“ und es als Schicksal ansehen, wenn ein Baby nicht überlebt, weil es nicht überlebensfähig ist. Daneben sollte man Forschung anstellen um die Frage zu klären, warum denn immer mehr Babys „zu früh zur Welt kommen wollen“. Das hat vermutlich ja mit Umwelteinflüssen zu tun, die unsere Wohlstandsgesellschaft mit ihrer Rücksichtslosigkeit erzeugt.

  • Hallo yas

    Na ich weiss nicht - prinzipiell sehe ich viele Dinge ähnlich wie Du und denke mir die Natur regelt Vieles.

    Falls Du Kinder hast - würdest Du da nicht anders denken bei/vor einer Geburt ?

    Und wenn wir einen Schritt weitergehen und Du ja afrikanische Länder ansprichst - das würde ja heissen dass wir diesen menschen nicht helfen sollten sondern diese halt verhungern lassen müssen weil es da zuwenig Nahrung gibt ?

    Ich finde es viel schlimmer Menschen am Lebensende über Wochen/Monate künstlich am leben zu erhalten.

  • Ach Peter, nach über 500 Postings von deiner Seite her kenne ich dich langsam: Du siehts die Dinge mitnichten ähnlich wie ich! Wirf mich bitte nicht in dein Boot, dass da horizontlos im polemischen Meer treibt.

    Und wie so oft interpretierst du auf einfältige Art ganz neue Sachverhalte in Aussagen: Keine Silbe meines Beitrags tendieren dahin, dass man Afrika sich selbst überlassen sollte und dass man die Menschen dort besser verhungern lässt, im Gegenteil!

    Darf ich dir eine Empfehlung geben? Schau dir doch bitte den Film "We Feed The World" an, der aktuell im Kino läuft. http://www.we-feed-the-world.at/ In Basel wird er im kult.kino camera 1 gezeigt: http://www.kultkino.ch/programm.php - Dieser Film zeigt auf, dass deine Aussage "...verhungern lassen müssen, weil es da zuwenig Nahrung gibt" nicht stimmt. Dass Hunger herrscht in Afrika hat andere Gründe, die gerade du mit deiner viel bekundeten Haltung als Konsument mitverschuldest.

  • Hallo yas

    Ich finde grundsätzlich auch, dass es verrückt ist, was heute - egal ob im Alter oder als Frühgeburt - per Maschinen verlängert, verkürzt, herbeigeführt, verzögert...wird. Nur - meist kann ich erst wirklich darüber "urteilen", wenn ich dies mitgemacht oder miterlebt habe. (eine eigene Meinung dazu haben ist etwas anderes, als zu wissen, wie es wirklich ist)

    Ich bin glückliche Mutter von 4 gesunden Kindern. Kann ich wirklich nachvollziehen, was in einer Mutter vorgeht, die sich soo sehr ein eigenes Baby wünscht und alles menschen/maschinenmögliche dafür unternimmt? Seien wir doch ehrlich, wenn es um mich geht, sind wir (bin ich!) Menschen fast immer egoistisch veranlagt. Andernfalls würden wir ja alle heilig gesprochen, oder? Gruss Berni

  • Hallo yas

    Aus deinem Bericht vermute ich, dass du keine Kinder hast. Ich bin Mutter von drei gesunden Kinder. Viele machen eine Ausbildung um eines Tages ihren Traumberuf ausüben zu können. Mein Traumberuf war schon immer eines Tages meine Kinder durch ihre jungen Jahren zu begleiten. Damit es jedoch so weit kam musste ich eine Behandlung machen. Ich habe dafür "nur" 5000 Franken investiert. Ich sage nur weil ich weiss, dass es Eltern gibt die noch viel mehr dafür investieren um vieleicht eines Tages eineigenes Kind zu haben. Meine ersten zwei Kinder sind drei Monate zu früh gebohren. Sie waren ca. drei Monate im Spital und ihr Aufenthalt war sicher nicht billig. Dieser wurde von der IV bezahlt. Wenn ich jedoch an die Menschen denke die auf kosten der IV leben und nebenbei schwarz arbeiten, (und ich kenne einige) ist für mich klar, dass das Geld, dass in meine Kinder investiert worden ist gut ( und ehrlich)investiertes Geld ist.

    Zum Thema unterstützung der benachteiligten unserer Welt finde ich gut wenn sich die Leute auf politischer Ebene damit auseinandersetzen. Ich meinerseits bin auf eigenen Kosten nach Sud Amerika gereist, habe dort in einem Christlichen Hilfswerk mitgearbeitet, bin, wie jeder andere Mitarbeiter dieses Hilfswerk selber für Kost und Logie aufgekommen und habe wie alle andere gratis gearbeitet.

    Damit möchte ich einfach sagen, dass man Frühgeborene unterstützen kann und die armen dieser Welt auch.

  • keine Angst yas ich habe kein Boot und will Dich keinesfalls in ein solches hineinwerfen ;)

    ich habe Dein Posting aber schon so aufgefasst unter "Zurück zur natur" die Natur bestimmen lassen und halt eben in gewissen Ländern wo die Menschen an mangelnder Nahrung zugrunde gehen u.A. Afrikanische Länder.

    Es ist keinesfalls meine meinung - ich bin vielgereits in Asien und Afrika und kenne das Leben da und auch ich kenne die Gründe der dortigen Verhältnisse. Aber mir aufgrund meiner Konsumverhalten (die Du ja kaum kennst) dies anzuschulden geht doch etwas weit. ich habe da direkt für Afrika wesentlich mehr getan als Du mit schönen Worten.

    Schönes Wochenende

  • hallo yas

    was du schreibst stimmt ja schon, aber würdest du dich gegen dein kind entscheiden wenn es ein frühchen wär?

    meine tochter kam in der 26 sw wog 700 gr aber sie lebte ihr herz schlug und sie atmete soll man da sagen schaltet alles ab, wenn es nur die geringste chanche gibt das sie überlebt?

    ich muss sagen das ich zum teil auch an meine grenzen gestossen bin einerseits die angst das sie stirbt anderseits die angst was ist wenn sie lebt. doch heute bin ich froh das sie da ist den sie ist mein sonnenschein :)

    liebe grüsse michele

  • @yas

    ----"Bei der Fortpflanzung sollten wir wieder mehr „zurück zur Natur“ und es als Schicksal ansehen, wenn ein Baby nicht überlebt, weil es nicht überlebensfähig ist. Daneben sollte man Forschung anstellen um die Frage zu klären, warum denn immer mehr Babys „zu früh zur Welt kommen wollen“. Das hat vermutlich ja mit Umwelteinflüssen zu tun, die unsere Wohlstandsgesellschaft mit ihrer Rücksichtslosigkeit erzeugt."-----Zitat ENDE

    Da muss ich Ihnen RECHT geben. In Holland müssen die Ärzte forschen, warum so viele Neugeborene mit Diabetes Typ 1 zur Welt kommen, Krebskrank sind.

    Nur, sind wir selbst als Mutter und Vater mit unserem Frühgeburten Kind betroffen, dann glaube ich, erfahren wir erst, was es heisst, sich für oder gegen das Leben des Kindes zu entscheiden. Und lässt uns die Justiz noch eine Entscheidungsmöglichkeit zu? Sind Eltern nicht viel mehr gezwungen, sich für das viel zu früh Geborene zu entscheiden durch die vorhandene technisierte medizinische Lebenshilfe?

    Ist es nicht auch die Technik, die das Sterben eigentlich auch juristisch vorbestimmt, die Ärzte selbst zum Handeln zwingt?

    Noch nicht lange ist es her, da war es für Väter und Spital Pflicht, im Zweifelsfall sich für das Leben des Kindes und gegen das Leben der Mutter zu entscheiden, wenn das Leben beider in Gefahr war.

    Dann kam die neue Phase, die dem Vater den Entscheid überliess, sich für die Mutter oder für das Kind zu entscheiden.

    Im Zeitalter der Kaiserschnittmöglichkeit ist der Entscheid zugunsten beider möglich.

    Eigentlich müssten Frauen, Eltern, Väter sich spätestens zur Zeit des Schwangerschaftsanfangs klar sein, was sie im Notfall tun wollen und was in unserem Land juristisch vertretbar ist. Darf ich den Entscheid dem Kind überlassen, ob es leben will oder nicht leben noch nicht leben kann, ohne Neonatologie Medizin. Muss ich die Errungenschaft der Neonatologie annehmen oder darf ich ablehnen, oder muss ich mich der Ärztlichen Hilfe unterziehen, auch wenn ich bereit wäre, das Kind sterben zu lassen und später eine neue gesunde Schwangerschaft einzugehen.

    Wir schieben natürlicherweise immer dem Spital alle Entscheidungen zu. Aber wie es wirklich heute ist, darüber erkundigen wir uns nicht.

    Mit diesem Beitrag will ich auf keinen Fall gegen die Neonatologie vorgehen oder die Entscheide der Eltern, die ihre Kinder in der Neonatologie hatten und haben, entwürdigen. Denn ein eigenes Kind in der Neonatologie begleiten ist eine harte Zeit mit Hoffnung, Angst um Verlust und wieder Hoffnung, Freude, Leid.

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