An der Sache vorbei

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  • Viele Diskussionsbeiträge gehen an der Sache vorbei. So leider auch Redaktionelle Ausführungen vom Beobacher selbst. Ob härtere Strafen oder eine Aufhebung von Verjährungsfristen geeignete Mittel sind, um Kindesmissbrauch erfolgreich zu bekämpfen, ist völlig irrelevant. Auch die Frage, ob die angestrebte Verschärfung von Gesetzen gegenüber den Verjährungsfristen bei Mord unverhältnismässig sei, geht völlig an der Sache vorbei. Es ist ohnehin schon eine Zumutung, sich sagen lassen zu müssen, dass Mord völlig legal verjährt in dieser Schweiz (man könnte ja direkt auf den Geschmack kommen, es mal auszuprobieren). Darum geht es also gar nicht. Es ist schlicht eine ethisch-moralische Selbstverständlichkeit, dass DERARTIGES nicht verjähren kann und auch nicht durch staatliche Rechts-Dekrete oder Urteile für IN-ORDNUNG erklärt werden kann.

    Eine 52 jährige Frau, die ebenfalls während ihrer Kindheit von ihrem Vater missbraucht wurde, wacht heute noch jede Nacht von Alpträumen geschüttelt auf und streckt schreiend abwehrend die Hände zum Schutz vor sich, weil das Erlebte für sie nie verjährt. Der Vater hat ihre Kindheit gestohlen, die staatlichen Verjährungsvorschriften stehlen ihr das restliche Leben.

    Schlimm genug, dass der Täter Zeit seines Lebens als angesehene Persönlichkeit in vielen wichtigen Gremien des Ortes fungierte und das Opfer eigentlich gesellschaftlich noch zusätzlich diffamiert und ausgeschlossen wurde, als sie irgendwann einmal den Mut hatte, das Erlebte auszusprechen. Wie in dem Artikel des Beobachters über die Jelena Maric hatte auch sie alle gegen sich, einschliesslich der eigenen Mutter, kirchlicher und sonstiger Institutionen, denen es allen wichtiger war, den verlogenen Schein zugunsten des Täters zu wahren. Die vom Volksbegehren initiierten Verschärfungen sind also nichts weiter als moralische Selbstverständlichkeiten, über die es nichts zu diskutieren gibt. Wenn sogenannte Experten der Meinung sind, dass diese Massnahmen im Sinne eines Schutzes der Kinder nicht wirksam greifen, dann sollen sie doch bitte zusätzlich die geeigneten Massnahmen ersinnen, denn dazu wären Experten ja da. Und wenn sie das nicht können, dann sind es auch keine Experten und sollen BITTE-SCHöN gefälligst auch das Maul halten, wenn es um die Einführung längst überfälliger härterer Methoden gegen Missbrauch geht. Denn dass diese notwendig sind, darüber kann niemand ernsthaft diskutieren, der Augen im Kopf oder eine Seele im Leib hat.

    Joshui